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Montag, 15. November 2010

Facebook kontra E-Postbrief

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat für diesen Montag zu einer Pressekonferenz in San Francisco geladen. Branchenkenner gehen davon aus, dass Facebook einen E-Mail-Dienst vorstellen wird. Damit wolle der Amerikaner die deutschen Erfolgslösungen De-Mail und E-Postbrief unter Druck setzen, vermuten Insider.

Facebook plant offenbar durchgreifende Änderungen an seinem Messaging-System und will damit die Deutsche Post angreifen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf vertrauliche Quellen. Bei einer Pressekonferenz in San Francisco an diesem Montag wolle Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Änderungen vorstellen. Demnach will Facebook einen eigenen E-Mail-Dienst anbieten und damit die von der Bundesregierung seit längerem geplante "Einführung vertrauenswürdiger De-Mail-Dienste im Internet" vorantreiben. Dazu passt, dass die Bundesregierung Stunden zuvor einen Gesetzentwurf zur Schaffung des rechtlichen Rahmens für die verbindliche Maillösung vorgelegt hat, mit dem sich das Bundestagsplenum am Donnerstag vergangener Woche in erster Lesung befasste. Wie die Regierung in der Vorlage erläutert, soll mit den De-Mail-Diensten eine zuverlässige und geschützte Infrastruktur eingeführt werden, "die die Vorteile der E-Mail mit Sicherheit und Datenschutz verbindet".

In Sachen Sicherheit und Datenschutz gilt Facebook als vorbildlich, so dass die „New York Times“ bereits am Freitag spekulierte, dass das sogenannte soziale Netzwerk seinen über 500 Millionen Nutzern weltweit die Gelegenheit geben werde, im Netz nicht nur ihr Innerstes nach Außen zu kehren, sondern auch per rechtsverbindlicher @facebook.com-Adresse zumailen. Das geplante E-Mail-System, so die nicht namentlich genannten Quellen, solle in das soziale Netzwerk integriert werden und so einen Mehrwert gegenüber den E-Mail-Angeboten von Deutscher Post und De-Mail bieten. Die Vorgaben der Bundesregierung, wonach Anbieter der neuen Mail-Generation im Rahmen eines Akkreditierungsverfahrens nachzuweisen haben, "dass die durch sie angebotenen E-Mail-, Identitätsbestätigungs- und Dokumentenablagedienste hohe Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz erfüllen", erfüllt Facebook bereits seit Längerem. Deshalb sei das Unternehmen für die Bundesregierung "natürlich erste Wahl" bei einer Lösung für eine "sichere Kommunikationslösungen, bei der sich die Teilnehmer der Vertraulichkeit ihrer Kommunikation und der Identität ihrer Kommunikationspartner hinreichend sicher sein können", hieß es in der CDU-Fraktion. Bei Facebook kenne jeder jeden, alle seien total miteinander befreundet, dadurch werde die Möglichkeiten verbessert, "die Authentizität von Willenserklärungen in elektronischen Geschäftsprozessen beweisen und Erklärungen nachweisbar zustellen zu können", wie es das Gesetz verlange.

Im Zusammenspiel mit dem digitalen Vermummungsverbot und dem neuen elektrischen Personalausweis, für den sich bisher noch keine richtige Anwendungsmöglichkeit ergeben habe, böten sich zahlreiche Möglichkeiten für neue Serviceangebote.

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