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Montag, 20. Dezember 2010

Wiedergeboren als Wikileaks-Fan

Wer schläft, sündigt nicht, doch wer es schafft, Schlafende zu beschlafen, ohne sie dabei zu wecken, kommt nicht ins Guiness-Buch der Rekorde, sondern ins Gefängnis. Wikileaks-Gründer Julian Assange soll das Kunststück vollbracht habe: Sex mit einer schlafenden Frau, die anschließend noch tagelang glaubte, geträumt zu haben, weshalb sie fröhlich weiter mit dem sensiblen Australier zusammenwohnte.

Dann erst ging sie zur Polizei und zeigte ihren Liebhaber wegen der brutalen Verweigerung eines Aids-Testes an. Seitdem ist der selbsternannte Internet-Partisan der weltweit berühmteste mutmaßliche Vergewaltiger und selbst in Deutschland kennen ihn fast so viele Menschen wie den Wetteransager Jörg Kachelmann.

Immer mehr Menschen aber solidarisieren sich mit Assange. Wer über ein Gemächt verfüge, das unbemerkt benutzt werden könne, sei schon genug bestraft, heißt es auf diversen Pro-Assange-Webseiten. Auch Prominente unterstützen den Anwalt bedingungsloser Teil-Transparenz. So meldet die "Welt" jetzt, dass das Ex-Model Bianca Jagger Geld für die Kautionszahlung spendiert habe, um an ihre gemeinsame Zeit mit Mick Jagger und David Bowie zu erinnern.

Das Blatt sitzt dabei aber einer zuletzt häufiger registrierten Verwechslung auf. Auf dem Bild, das vermeintlich die ehemalige Gespielin des Sängers der Rockformation Rolling Stones zeigt (Bild oben links), ist in Wirklichkeit der vor anderthalb Jahren untergetauchte frühere Disco-Sängers Michael Jackson (oben rechts) zu sehen. Dessen Penisprobleme waren zeitlebens Stadtgespräch im Internet und in diversen bunten Blättern. Grund genug für den gerade wieder mit einem posthumen Album erfolgreichen Toten des vergangenen Jahres, dem ähnlich gestraften Julian Assange beizuspringen.

Jackson hatte zu seiner aktiven Zeit als Popstar immer gegen Vorwürfe kämpfen müssen, er habe mit kleinen Jungen zusammen in einem Bett geschlafen. Dabei sollten jedoch sowohl er selbst als auch die Kinder wach gewesen sein. Jackson gelang es, sich mit mehreren Millionenzahlungen freizukaufen. Assange droht Schlimmeres: Historisches Vorbild der Sex-asleep-Anklage gegen den Wikileaks-Gründer ist der Fall des legendären "Chloroform-Unholds" von Bern, der vor Jahren rücksichtslos in Häuser eingestiegen war, dort lebende schlafende Mädchen betäubt und sie dann vergewaltigt hatte.

Assange soll laut fast fertiger Anklage, die der "Guardian" jetzt in einem Anfall von Geheimnisverrat veröffentlichte, von diesem Tatmuster insofern abgewichen sein, als er wie Jackson zusammen mit seinem späteren Opfer zu Bett ging und auch einvernehmlichen Sex mit ihr hatte. Erst später sei er ohne zu fragen und ohne bemerkt zu werden erneut in die junge Frau eindrungen. Aus dem Umkreis von Wikileaks-Unterstützern hieß es dazu, Assange habe nur das Beste gewollt. Seit den Studien von Neil B. Kavey aus dem Jahre 2005 sei bekannt, "less Sleep could mean less Sex, hier habe Assange zweifellos gegenhalten wollen, um später neue Beweise für die These veröffentlichen zu können, dass mehr Schlaf durchaus auch mehr Sex mit sich bringen könne.

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