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Montag, 21. Januar 2013

Brauner Bomber mit blondem Haar

War es doch die NSU? Hat die Polizei tatsächlich wiedermal einen Sprengstoffverstärker übersehen? Kann die durch eine unerklärliche Schwäche des Neofaschismus akut bedrohte Projektarbeit gegen rechts auf Hilfe aus Bonn hoffen? Und welche Rolle spielt gut einen Monat nach dem versuchten Sprengstoffanschlag von Bonn ein dunkelhäutiger Komplize des Hauptverdächtigen, der ein blondes Nazi-Haar im Bombenkoffer hinterlassen hatte?

Offene Fragen, auf die die Bundesanwaltschaft entschlossen reagiert. Nach Informationen des „Spiegel“ suchen die Ermittler jetzt endlich auch nach Spuren in die rechtsextreme Szene. Das funkelnagelneue Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus wurde eingeschaltet, hier wird jetzt parallel zum nagelneuen Bundesabwehrzentrum gegen islamistischen Terror, das weiterhin von einem Anschlagversuch einer terroristischen Vereinigung radikal-islamistischer Prägung ausgeht.

Die Bombe war am 10. Dezember in einer blauen Sporttasche auf einem Bahnsteig des Bonner Hauptbahnhofs abgestellt worden, aber nicht explodiert, weil sie keinen Zünder hatte. Dadurch hätten die noch in Verkaufsverpackung befindlichen Batterien, die ungeöffneten Campinggaskartuschen und ein Metallrohr nicht mit dem beigelegten Wecker reagieren können. Glücklicherweise, denn so konnten Ermittler nun in der Reisetasche ein Haar finden, bei dem sämtliche angeschlossenen Qualitätsmedienanstalten davon ausgehen, dass es nur vom Bombenleger stammen könne.

Nun sind nicht mehr nur "nur Radikal-Islamisten unter Verdacht" (Focus), nein, die Suche nach dem Bonner Bombenleger reicht bis in die rechte Szene. Denn beim Täter handele es sich dem Haar zufolge um „einem hellhäutigen Europäer oder Nordamerikaner“, eventuell auch um einen hellhäutigen Südamerikaner, Südafrikaner oder Australier. Da eine DNA-Analyse noch nicht durchgeführt wurde, komme allerdings auch ein weltbekannter Italiener infrage, hieß es in Ermittlerkreisen. Die Bundesanwaltschaft sucht unter anderem nach einem bärtigen Mann, der auf der Videoaufnahme einer Überwachungskamera eines Schnellrestaurants am Hauptbahnhof mit einer Tasche zu sehen ist, bei der es sich um die Tasche mit dem Haar handeln könnte. Auf einem Fahndungsplakat wird der Mann als Europäer beschrieben. Außerdem wird nach einem dunkelhäutigen Mann gesucht, der zuletzt im Besitz der Tasche gewesen sein soll. Seine Beteiligung könnte darauf hindeuten, dass die Rechtsterroristen falsche Spuren legen und den Verdacht auf Islamisten lenken wollen.

Kommentare:

eulenfurz hat gesagt…

Verdammt gefährlich, der NSU! In Zwickau waren die auch freundlich zu Ausländern, wie etwa der afghanischen Familie Hamnaward, und in Bonn haben sie jetzt gar einen Dunkelgehäuteten als Taschenbombenträger angestellt.

Perfide Taktik!

Die Bombe? Ist das eine Nagelbombe? Ich meine da neben den Batteriepackungen, direkt unter der Parkuhr, auch ein Päckchen Nägel zu sehen.

Anonym hat gesagt…

Der alte Freud könnte neidisch auf unsere BRD-Ermittler werden, haben sie doch seine ‚Nachweismethoden‘ mit selten feinsinniger Raffinesse angewendet. Denn so wie der Altmeister gerade das ‚Nichtinerscheinungtreten‘ von direkten oder indirekten Wirkungen als Beweis für die Existenz gewisser Phänomene postulierte (Verdrängt, verschoben, maskiert), so virtuos handhaben es die Ermittler mit Spuren und Indizien. So wird der eklatante Mangel an verwertbaren Beweisen etc. durch die besonders heimtückische Vorgehensweise der Missetäter ‚erklärt‘. –

Da indes das unverrückbare Dogma (eben höher als jede menschliche Vernunft) besteht, daß NSU existerte und Verbrechen beging, sind solche Petitessen, wie Logik oder stringente Beweise eh sekundär. ‚NSU est‘. Diese Faktum darf durch keine kleinkarierte Realität oder Ratio besudelt werden. – Penetrantes Nachbohren ist ergo selber schon Autobahn und gehört verboten und bestraft.

Anonym hat gesagt…

Der NSU ist ein Fakt und war drauf und dran, die Republik in ihren Grundlagen zu erschüttern.

Das ist jedenfalls das, was in ein, zwei Jahren über den NSU bekannt sein wird.

Volker hat gesagt…

"So wird der eklatante Mangel an verwertbaren Beweisen etc. durch die besonders heimtückische Vorgehensweise der Missetäter ‚erklärt‘. – "

Das hat mich auch fasziniert. Keine Beweise sind Beweis.

Bei den Banküberfällen seien die Täter in der Regel zu zweit, extrem brutal und hoch professionell vorgegangen, schilderte der Chemnitzer Kriminalist Jens Merten. „Niemals hinterließen sie Spuren.“ Sie seien maskiert gewesen und hätten ihre Überfälle akribisch vorbereitet.

Woher wissen die, dass das Trio die Taten begangen hat, wenn es denn keine Beweise gibt?
Woher wissen die, wie aktribisch oder schlampig Uwe&Uwe die Überfälle vorbereitet haben?
Und vor allem,
warum haben wir diese Fragen noch nie von der sog. "Verteidigung" gehört?

Anonym hat gesagt…

"Woher wissen die, dass...."
Ein göttlicher Ratschluss, der bekanntlich höher als jede menschliche Vernunft ist, und von uns Erdlingen niemals ergründbar ist, hat bestimmt, daß es so war und basta. Kleingläubige Nörgelei und Herumzweifelei sind lächerlich angesichts der Größe und Erhabenheit der quasi göttlichen Eingebungen deren unsere Ermittler teilhaftig wurden. Dieses tiefe und unverrückbare Wissen kommt mitten aus dem Urgrund unserer kollektiven Seele. Wie bei allen großen Mythen sind Fragen nach Faktizität nur Ausdruck von Kleinkariertheit und geistiger Armseligkeit. Dieser NSU Mythos wird in seiner leuchtende Größe neben den Nibelungen, und all den anderen stehen und seinen Schein durch die Jahrhunderte und Genertionen werfen

Hough !

Anonym hat gesagt…

Ach Volker der Text von Herrn Merten lässt sich auf fast alle Bankreuber, die nicht alleine eine überfallen anwenden. Da muss ich nicht Kriminaloge sein. Aber der werte Herr muss ja etwas sagen zum Beweis, dass er wirklich wichtig ist....aber ob er wohl eine Dumpfbacke ist..der darf auch nur sagen was ihm seine Vorgesetzten vorsprechen. So geht das.