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Freitag, 5. April 2013

Im Lager der Leugner


Ist der Klimawandel eine reine Fiktion, geboren durch ein Forscherkomplott? Ist der Euro eine Fehlkonstruktion, die mehr Probleme schafft als sie lösen kann? Sind die bisher in der Krise getroffenen Rettungsmaßnahmen undemokratisch? Gefährdet die Hinterzimmer-Demokratie der europäischen Granden auf lange Sicht den Rechtsfrieden in Europa? Psychologen haben Anhänger dieser kruden Thesen ausführlich befragt und im "Spiegel" enthüllt, dass Verschwörungstheoretiker oft an Verschwörungstheorien glauben. Zudem hätten sie einen Hang, die Kraft des freien Marktes für wichtig zu halten.

Obwohl die überwältigende Mehrheit der Klimaforscher sich über die menschengemachte zunehmende Erwärmung der Erde einig sei, schreibt der "Spiegel" nur vorsichtig davon, "dass sich das Klima verändert" und "dass vom Menschen verursachte Kohlendioxidemissionen diesen Prozess beeinflussen". Exemplarisch ist hier das typische Verhalten eines Leugners zu sehen: Trotz der verwaschenen Formulierung wird im "Spiegel"-Forum heftig über den Beitrag gestritten - "und so mancher lehnt diese These komplett ab", wie der "Spiegel" kopfschüttelnd schreibt.

Wenn eigentlich alle einig sind, wie können dann Leute anderer Ansicht sein? Psychologen um Stephan Lewandowsky von der University of Western Australia haben dieses Phänomen untersucht, indem sie Leugner online befragten. Dabei stießen sie auf einen verblüffenden Zusammenhang: Je mehr Menschen an der Idee des freien Marktes hängen, desto eher zweifeln sie auch am medialen Konsens einer einheitlichen Berichterstattung zu bestimmten Themen.

Krankhaft skeptisch, misstrauisch gegen Versprechen der Regierung und immer bereit, selbst gutgemachten Leitmedien zu unterstellen, sie verfolgten wirtschaftliche Interessen - Ablehnung, wie sie sich bei den Leugner zeige, geschehe "ohne Blick auf die Faktenlage". Die Klimakatastrophe ist greifbar, spürbar, man kann sie sehen, die Skepsis dagegen hat keinerlei Fakten zu bieten, sie fußt ausschließlich auf der krankhaften Betonung von freiem Markt, individueller Entscheidungsverantwortung und einer "Laissez-Faire-Ideologie", die selbst "behördliche Maßnahmen" ablehnt.

"Klimawandelleugner" (Spiegel) tragen so zur Vernichtung der Erde bei, ihr "genereller Hang, eine beliebige Zahl von Verschwörungstheorien zu glauben", prädisponiert sie, "vollkommen unabhängige wissenschaftliche Fakten wie den Umstand, dass es nie wieder kalte Winter in Deutschland geben wird, komplett abzulehnen". Eine Krankheit, von der die Betroffenen oft selbst nichts wissen. Hier muss die Gesellschaft helfen, um dieses Verhalten aufzubrechen. Mehr medialer Konsens, vor allem aber präventive Arbeit mit den Leuten, die noch alles glauben, was ihnen erzählt wird, als mit jenen, die nicht mehr restlos überzeugt sind und daher immer nach Gegenargumenten suchen, lautet die Empfehlung.

Kommentare:

FDominicus hat gesagt…

Mich interessiert eine Frage:
Welche Rolle spielt die Sonne? (Speziell natürlich in den "Modellen")

Und solange ich darauf keine befriedigende Antwort bekomme, werde ich zum Wetter und Klima nichts sagen, außer es bleibt oder ändert sich....


Und im Augenblick ist es immer noch reichlich kühl....

Anonym hat gesagt…

Das ist unter dem Blickwinkel gehirngewaschener Paranoiker sogar irgendwo logisch. Wer nicht vom gleichen Wahn infiziert ist, wie sie, kann nur krank oder bösartig sein.

Da der Wahn den finalen Triumph des paradiesischen Linksgrünfemimukuismus, bzw. die damit verbundene ultimative, baldige Erlösung von Kapitalismus, Faschismus, Patriarchat, Nationalismus, weisser Vorherrschaft, Kliiimaaakatastrooophööö und Atooomtoood postuliert, sind perfide Zweifler indes geradezu unabdingbar, um das hartnäckige Ausbleiben des Ausbruchs dieses Paradieses solchen „subversiven Elementen“ in die Schuhe zu schieben.
Daher ist kaum wahrscheinlich, dass die Apostaten und Agnostiker wirklich „bekehrt“ werden sollen, werden sie doch als willkommene Vorwände (als Saboteure, Hintertreiber, Zersetzer) gebraucht .

Anonym hat gesagt…

Aktuell in Spektrum der Wissenschaft (04/2013) ein Artikel über schwere Regenfälle, die durch Ströme warmer Luft ausgelöst werden. Reißerischer deutscher Titel „Die nächste Sintflut“ (S. 74 ff). Darin wird von der Untersuchung von Sedimenten in Kalifornien berichtet, die auf extreme Überschwemmungen 1605, 1418 und 440 hindeuten. Unweigerlich ist von der Klimaerwärmung die Rede und dass 6 von 7 Klimamodellen bei Erwärmung verstärkte Überschwemmungen vorhersagen.
Dummweise fielen die Jahre 440 und 1418 ausgerechnet in kühlere Phasen, und 1605 gar mitten in die sogenannte Kleine Eiszeit (synchron zum Maunder-Sonnenfleckenminimum).
Soviel zu deutschem Wissenschaftsjournalismus.
http://de.wikipedia.org/wiki/Maunderminimum

Anonym hat gesagt…

P.S.
http://kalfaktor.wordpress.com/2013/04/04/spektrum-der-klimakirche/

Thomas hat gesagt…

@Anonym: Wir wollen uns doch von Daten nicht irre machen lassen.

Anonym hat gesagt…

Solch ein Artikel bedient aufs exemplarischste das typisch deutsche Blasrohrkriechertum. Denn , so ein derartiges „Leuchtfeuer an wissenschaftlicher Seriosität“, wie das Spektrum d. W. eine solche Moritat verbreitet, wird doch das autoritätsgläubige Bundes-Hornvieh es nicht wagen, den Hauch eines Zweifels an solch erschröcklichen Kliiimaaa-Zukunftsszenarien zu hegen.
Niemals würde das subalterne Rind sich erdreisten, den quasi göttlichen Auslassungen eines Prof. Dr. Dr. Dr. Dr. Sonstwieso, langjährigem Oberguru eines weltbekannten, führenden Forschungsinstituts zu misstrauen.
Und treffen derlei moralinsaure Verkündigungen den ohnehin schon jahrzehntelang blankliegenden Schuld-Nerv des Bundes-Ochsentums, ist es mit rationaler Rezeption solcher „Artikel“ ohnehin Essig.
Im Gegentum , mit masochistischer Wollust packt das Bundes-Rind seine Kliiimaaa-Schuld auf seinen Rücken, in trauter Eintracht mit der ewigen Nazi-Schuld, der Macho-Schuld, der Waldsterbens-Schuld, der Sklaverei-Schuld, der Kolonialismus-Schuld, der AIDS-Schuld und, und, und, halt der Schuld an allem Pöhsen aller Länder und Zeiten.