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Montag, 23. September 2013

Sing zum Abschied leise "Mitte"

Es ist ein Lied, fast so traurig wie das des Christian Wulff, der in seinen dunkelsten Stunden im Schloß Bellevue zur Gitarre griff und "Behind Blue Eyes" von The Who zum Himmel heulte. Hier aber geht einer singend und pfeifend von Bord, der den Kopf noch erhoben hat, stolz auf neun Monate Wahlkampf, die sich sehen lassen konnten. Nach Stinkefinger und Redehonorar, nach Auftritt als "coole Sau" (Sigmar Gabriel), nach "rocken", unterdrücktem Putzfrauenskandal, Krönung zum King of Kotelett und der peinlichen Schachbuch-Pleite mit dem verdrehten Brett hat Peer Steinbrück geschafft, was ihm die wenigsten Beobachter zugetraut hatten: Er ist im Unterschied zu Rainer Brüderle, dem anderen zerknitterten und inzwischen ausgeschiedenen Altinternationalen dieser Saison, zumindest körperlich unversehrt über die Runden gekommen.

Die tiefen, die inneren Verletzungen aber beschreibt das Lied, das der ehemalige Kanzlerkandidat auf der Heimfahrt von der Wahlparty der SPD in Berlin im Autoradio hörte. Um Versprechen an sich selbst geht da in der Zeile "I told myself I would not fail, I would not fall" und um die Einsamkeit eines Highways, der natürlich für den Wahlkampf in einer Partei steht, die nie wirklich an ihn und seine Chance geglaubt hat. Vorbei, vergebens der Kampf: "It just takes one hit to put you in your place", singt Peer Steinbrück mit hanseatisch trockenem Akzent im Auto mit, was Chuck Ragan, ein anderer großer Berserker des Rock, vorgibt.

Zwei, die sich verstehen. "Tell me what you want, I'm all ears", flehte Steinbrück das Volk an und er hatte ja auch allerlei im Angebot. Mindestlohn, Mindestrente, Höchstbesteuerung und Eurobonds. "I'll give you all I got, blood, sweat and tears", hat er versprochen und den Mittelfinger noch draufgelegt. Und nun stellt sich heraus: "A one-way ticket is a recipe for sorrow".

Die anderen, die übriggebliebenen treffen sich in der Mitte. Wie immer. Das kommt, anders als im Lied, nie aus der Mode.

Well I found myself on a lonesome highway.
So I cut my teeth rebelling my way.
I told myself I would not fail,
I would not fall and I would prevail
But it just takes one hit to put you in your place.

Well tell me what you want, I'm all ears.
I'll give you all I got, blood, sweat and tears.
Yea tell me what you need and I'll do my job
And meet you in the middle like it's going out of style.

A one-way ticket is a recipe for sorrow
If you're counting down miles in the eave of a long haul.
We're running on empty on numbers borrowed
With heavy eyes tripping between the lines and the dashboard.

Bless your heart, bless your soul
I'm proud to buckle up with you to grow old.
It just takes one hit to put you in your place.
Well tell me what you want, I'm all ears.
I'll give you all I got, blood, sweat and tears.
Yea tell me what you need and I'll do my job
And meet you in the middle like it's going out of style.
On a 50/50 deal, vowed to keep it real
While the world keeps spinning and tripping up our heels.
Get steady, ready and roll.
Holding fast down the road.



Kommentare:

Cordt hat gesagt…

Ooooch, wenn er will, kann er doch als koordinierender Akklamator eine wichtige in der Volkskammer spielen. Jetzt, wo die Einheit zwischen Bevölkerung und Staatsführung für jeden sichtbar hergestellt ist, das reaktionäre, zaudernde, das opportunistische Element aus unserer leuchtenden Öffentlichkeit gefegt und in die düster raunenden Nörglersphären des Internets verbannt wurde, wo es hoffentlich gut überwacht keinen Schaden anrichten kann, und die Vereinigte Sozialdemokratie als alleinige Repräsentation des Wählerwillens einen klaren Auftrag der Stimmberechtigten erhalten hat, sollte er über seinen Schatten springen und sich wie jeder gute Sozialdemokrat in den Dienst der Partei, nur eben weiter innerhalb der Fraktion SPD stellen.

Nicht zuletzt möchte ich der verehrten Frau Bundeskanzlerin zu dem beeindruckenden Votum der Werktätigen gratulieren und hoffe, daß sie zum Wohle aller ihren klaren Kurs der Einheit von Europa-, Wirtschafts- und Sozialpolitik beibehält.

Mein Mitbewohner hat sich übrigens despektierlich zum Wahlergebnis geäußert. Ich denke, die Partei- und Staatsführung sollte das bei der weiteren Planung ihrer Öffentlichkeitsarbeit berücksichtigen.

ppq. so hat gesagt…

gegen abweichler kann es nun nur noch eine maßnahme geben. härte.

Anonym hat gesagt…

ohne steinbrück helden lassen sich nicht aufhalten. kein meer, kein berg, kein turm, kein drache, bis ans ende der welt und zurück
geh lieber tanzen


Anonym hat gesagt…

gerade in der TAZ: Am Sonntagabend hat uns dann die wirkliche Wahrheit per Eilmeldung erreicht: Man kann Wahlen nicht vorhersagen. Wir können es nicht. Die Demoskopen können es auch nicht. Niemand kann es. Wir sollten aufhören, unseren Lesern so etwas vorzumachen.