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Freitag, 3. Januar 2014

Armut zwingt immer mehr Menschen in Arbeit

Zehn Jahre nach Gerhard Schröders Agenda-2010-Reformen wird deutlich, wie das deutsche Volk mit Schweiß und Tränen und zunehmender Armut für die unsozialen und marktradikalen Sparmaßnahmen zahlen muss. Neue Zahlen aus dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden zeigen jetzt, dass die Hartz-4-Gesetze immer mehr Menschen brutal in Arbeit zwingen - zehn Jahre nach Schröders Alleingang im Auftrag des Finanzkapitals zählt die in "Arbeitsagentur" umbenannte Arbeitslosenverwaltung mehr Bürger denn je, die gezwungen sind, im Joch abhängiger Beschäftigung dazuzuverdienen, um ihre bloße Existenz fristen zu können.

Mit einem Rekordstand von 41,5 Millionen musste Ende 2012 schon jeder zweite Deutsche für seinen eigenen Unterhalt und den seiner Familie arbeiten. Die jüngsten Daten zeigen einen weiteren Anstieg von 250.000 Menschen in den zurückliegenden zwölf Monaten, so dass nun 42,29 Millionen nicht mehr leben können, ohne ihre Arbeitskraft von der allgegenwärtigen und unersättlichen Profitmaschine des Kapitalismus verwerten zu lassen. Viele Betroffene, die in Deutschland bezahlter Arbeit nachgehen, tun dies sozialversicherungspflichtig, viele andere als Minijobber. Die Sozialverbände schlagen inzwischen Alarm: Die traditionelle Schere zwischen Arm und Reich öffne sich weiter, immer mehr Menschen hätten immer weniger, das bedrohe den inneren Zusammenhalt der Gesellschaft und verhindere gerechte Umverteilung.

Kommentare:

Cordt hat gesagt…

Man darf sich von der verordneten Menschenschinderei nicht das Leben kaputt machen lassen! Wozu habe ich eigentlich SPD gewählt, wenn ich dann doch jeden Tag um 7 aufstehen muß? Bitte? Mal abwarten?

Anonym hat gesagt…

Wer hat denn diesen Artikel geschrieben? Ein Mitglied der ehemaligen KPD? Auf der ganzen Welt müssen Menschen für ihren Lebensunterhalt arbeiten und das ist schon seit Beginn der Menschheit so. Unser Sozialsystem soll Menschen helfen, die selber nicht für sich sorgen können! Wer nur keine Lust hat einfache Arbeiten anzunehmen ist im höchsten Maße asozial, denn Andere müssen für ihn aufkommen. Das sind nicht nur Millionäre, sondern auch ganz normale Familien denen nach harter Arbeit kaum die Hälfte für sich selber bleibt. Wer das Geld von anderen großzügigen verteilen will sollte darüber erst einmal gründlich nachdenken!

ppq. so hat gesagt…

ehemaligen? sag mal, kennst du die neuen beschlüsse nicht? wer nicht teilen will, sollte mal gründlich nachdenken!!!!

Jörg Freudensprung hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Anonym hat gesagt…

Wer gerne teilen will darf sein gesamtes Gehalt spenden. Für den Rest der arbeitenden Bevölkerung reicht es wohl das sie fast die Hälfte ihres Lohnes abgeben müssen. Bei den Reichen sind es sogar weit über 50%. Wer noch mehr Umverteilung will, darf gerne nach Kuba oder Nordkorea gehen. In der DDR hat man genau das Gleiche versucht und es hat nicht funktioniert. Nur zur Erinnerung: die sozialistische Planwirtschaft gab es schon mehrfach und sie hat einfach nicht funktioniert. Die DDR ist untergegangen weil sie Pleite war! Warum will man alle Fehler nochmal machen? Warum sollte es diesmal besser klappen?

Volker hat gesagt…

"Auf der ganzen Welt müssen Menschen für ihren Lebensunterhalt arbeiten und das ist schon seit Beginn der Menschheit so."

Die Welt ist schlecht. Nach Auschwitz keimte die Hoffnung, jede Form von Arbeitszwang werde gesellschaftlich geächtet bleiben. Die Hoffnung erfüllt sich nicht.

Volker hat gesagt…

"Für den Rest der arbeitenden Bevölkerung reicht es wohl das sie fast die Hälfte ihres Lohnes abgeben müssen"

Fast die Hälfte?
Scherzkeks. Lies mal:

"Arbeitgeberanteil an der Sozialversicherung:
Sowohl der Arbeitnehmer wie auch der Arbeitgeber zahlen 20% vom Bruttolohn an Arbeitslosen-, Renten-, Kranken und Pflegeversicherung. Tatsächlich ergibt sich daraus, daß der “echte” Bruttolohn 20% über dem liegt, was gemeinhin als Bruttolohn bezeichnet wird. Von diesen 120% werden nun 4/12 für diese Versicherungen abgeführt, was einem Drittel des tatsächlichen Bruttolohns entspricht, …

Der Unterschied, der auf diesem Weg in der Wahrnehmung erzielt wird, ist enorm. Ich werde es an einem Beispiel verdeutlichen. Was würde der Bürger wohl sagen, der bisher davon ausging, daß sein Bruttolohn z.B. 30.000 € betrug, wovon 6.000 € an Sozialversicherungen gingen, wenn er wüßte, daß sein tatsächlicher Bruttolohn bei 36.000 € liegt, wovon satte 12.000 in diesen Moloch gehen?

Ein Drittel des Ertrags der Arbeit ist also schon weg, und zwar völlig abgesehen davon, ob sie 800 € oder 8.000 € pro Monat verdienen. Wagen wir einen Blick auf die Steuern, die sich mit den verbliebenen 67% beschäftigen. Hier fallen v.a. Lohn- und Einkommenssteuer an, erweitert um den Solidaritätszuschlag. Diese bewegen sich, je nach Einkommens- und Familiensituation, zwischen 15,8% und 44,3% inklusive Soli. Von unseren 67%, die wir nach den Sozialversicherungen noch haben, bleiben also, nach Abzug von Lohn- und Einkommenssteuer bestenfalls 56%, wenn sie einen Hungerlohn nach Hause bringen, und 37%, wenn Sie z.B. Ingenieur sind, mit ein paar Jahren Berufserfahrung auf dem Buckel.

Deprimierend? Achwas… Es wird noch viel besser. Schließlich haben wir noch Verbrauchssteuern und die haben sich gewaschen. Generell fällt auf jede Wertschöpfung in der BRD die Umsatzsteuer an, für den Privatmann als Mehrwertsteuer bekannt, die, von ein paar Ausnahmen im Bereich Grundnahrungsmitteln und irgendeinem Pipapo abgesehen, wo der Satz bei 7% liegt, regelmäßig 19% betragen. Der Anteil der Waren, die mit dem ermäßigten Satz besteuert werden, liegt schätzungsweise* bei 20%, was eine durchschnittliche MwSt. von 16% als realistische Annahme erscheinen läßt. Zieht man diese ab, bleiben 40% im Bereich der Hungerleider und 21% im besserverdienenden Milieu übrig.

Ein “Hochqualifizierter” mit ungünstigem Familienstand arbeitet von 160 Stunden pro Monat ungefähr 130 für andere. Wundert sich da noch jemand, daß hier kein einziger wirklich Hochqualifizierter einwandert, und stattdessen genau jene kommen, die von diesen Zuständen zu profitieren gedenken? Die Verhaltensanreize, die auf diese Art und Weise gesetzt werden, mit idiotisch zu bezeichnen, wäre noch eine höfliche Untertreibung. Sie sind zerstörerisch! Ach… Die deutsche Sprache kennt einfach (noch) kein Wort dafür, wie ungeheuerlich diese Umstände sind.

Letztlich gibt es noch die Lenkungssteuern, die vornehmlich der Volkserziehung dienen sollen, etwa auf Tabak, Alkohol und natürlich auch Benzin, Diesel und was weiß ich nicht alles. Diese kommen noch dazu und man kann sich in etwa denken, was von dem, was man eigentlich mal erwirtschaftet hat, noch zur freien Verfügung übrig bleibt. Ein Taschengeld…

Entspannen Sie sich trotzdem, denn was will unsere Regierung noch machen? Mehr als 100% können sie uns auch nicht nehmen - und soweit ist es bis dahin, wie ich hoffentlich überzeugend dargestellt habe, nicht mehr.

* Hinweis: Einige Zahlen sind nach dem Komma gerundet worden und der Satz der durchschnittlichen Mehrwertsteuer ist eine auf destatis basierende Schätzung, die ein oder zwei Prozent höher oder auch niedriger sein kann. Der Ehrlichkeit halber ist mir gelegen darauf und auf den überschlagartigen Charakter hinzuweisen."

Kewil am 13.03.2009, leider nicht mehr im Netz