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Dienstag, 28. Januar 2014

Missbrauch erreicht Rentenkasse

Eben erst hatte die Missbrauchsdebatte um die katholische Kirche mit Hilfe von Millionenzahlungen einigermaßen beruhigt werden können, da deckt die neue Sozialministerin Andrea Nahles einen neuen Schauplatz von offenbar massenhaftem Missbrauch auf. Diesmal sind es aber weder junge Mädchen in katholischen Landschulheimen und Jungen in der sozialistischen Pionierorgansiation, die unverschuldet in eine Schlangengrube aus sexuellen Nachstellungen geraten sind.

Nein, "Missbrauch bei Altersversorgung" titelt der "Spiegel" und weist damit auf eine neue Qualität des grassierenden Missbrauchs hin: Nun sind es nicht mehr nur Menschen, die unschuldig in die Fänge privater, staatlicher oder kirchlicher Institutionen geraten, sondern großherzig von der Regierung für das Wohl des Volkes geschmiedete Fürsorge-Gesetze, die durch übelmeinende Manager, Spekulanten und skrupellose Abkassierer in den Chefetagen womöglich dreist wortwörtliche für bare Münze genommen und angewandt werden.

Eine neue Qualität von Missbrauch, die im Bundeskabinett die "Furcht vor Welle an Frührentnern" nährt, die der arbeitenden Bevölkerung nimmersatt und stinkend faul die Haare vom Kopf fressen könnte. Die große sozialpolitische Maßnahme der neuen Bundesregierung, Menschen nach getaner Arbeit bereits mit 63 in die Rente zu entlassen, während Familienväter und Mütter gleichzeitig zur 30-Stunden-Woche übergehen, werde offenbar von denen, denen mit der neuen Regelung eigentlich geholfen werden sollte, pervertiert, so Andrea Nahles.

Die Ministerin will mit einem neuen Konzept gegen diesen Missbrauch vorgehen. Geplant ist, hieß es im politischen Berlin, eine Frühverrentung mit 63 nur noch zu gestatten, wenn der Bewerber mindestens 55 statt wie bisher 45 Arbeitsjahre nachweisen kann. Damit wäre es nicht mehr möglich, wie bisher mit 61 Jahren missbräuchlich aus dem Job auszuscheiden und nach 24 Monaten Arbeitslosengeldbezug in Frührente zu gehen.

Medienmissbrauch: Pornorausch in der Hurenbank

Kommentare:

Thomas hat gesagt…

Tja, da haben wohl unsere Besseren, die ja seit Jahrzehnten an dieser Materie dran sind, eine Kleinigkeit übersehen. Kann ja auch dem größten Profi in der Hitze des Gefechtes mal passieren, oder?
Wie leben in der besten aller Welten!

Anonym hat gesagt…

Ja, immer werden die Gesetze in Deutschland von Mißbrauchern mißbraucht. Wie die Steuergesetze. Zum Beispiel. Man sollte doch meinen, die, die Gesetze erarbeiten, würden das Für und Wider abwägen und Mißbrauch ausschliessen oder reduzieren. Aber das kennen wir ja schon von Windows. Daß andauernd Patches nachgeliefert werden müssen. Und Updates. Und das macht einen dann wieder froh, daß die Mannschaft von Bill Gates doch nicht so intelligent sein kann, wie oft dargestellt. Daß sie mit der Nahles auf einer Stufe herumdümpeln.

Anonym hat gesagt…

Perfider Missbrauch der zahllosen von gütigen Gönnern und Institutionen zur Verfügung gestellten Segnungen ist zu einem veritablen Volkssport mutiert. Das empörte Anprangern solch infamen Tuns indes, kaum weniger.
Es fragt sich fast schon, was auf der „Imitsch-Skala“ des Bunzreplikaners höher angesiedelt ist: Die Schläue, die fettesten Abzockquellen aufgetan zu haben, oder aber die „Gutmenschlichkeit“, solche Missbräuche zu entlarven und an die grosse Glocke zu hängen (wobei letzteres seinen bekannten Hang zu Denunziantentum so satt bedienen kann).
Sollte indes ersteres höheres Ansehen einbringen, so sollte mal darüber nachgedacht werden, ob nicht zur symbolischen, ethischen Gutheissung dieses „Sports“ jährlich eine „MISS-BRAUCH“-Wahl stattfinden sollte.