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Donnerstag, 26. Juni 2014

Orakelforschung nach kruden Gen-Thesen

Fußball-Wahnsinn immer schlimmer! Erst drehten in Dresden am Max-Planck-Institut Forscher durch, die sich seit dem 2:2 der deutschen Mannschaft gegen Ghana einbilden, sie könnten herausfinden, welche Tierart die Zukunft am besten vorhersagen kann. Nun greift das rätselhafte WM-Fieber auch noch auf Hamburg über, wo das ehemalige Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ im Stil vonThilo Sarrazin einen Beitrag über angebliche „gute Orakel-Gene“ aus der Vorlage aus Sachsen drechselt.

Obwohl bekannt ist, dass die noch geschehene Zukunft sich allenfalls in Wahrscheinlichkeiten vorausberechnen, durch Vogelflug, Knochenwurf und Gürteltiergegrunze aber nicht vorhersagen lässt, hatten die staatlich ausgehaltenen Forscher vor dem ersten WM-Spiel der deutschen Mannschaft ein sogenanntes „Frosch-Orakel“ befragt, das ihnen einen 4:0-Sieg gegen Portugal voraussagte.

Es kam so – und seitdem scheint Naturwissenschaft in Dresden eine reine Glaubensfrage zu sein. Der „Spiegel“, zuletzt schon als Verbreiter von bizarren Thesen zu einem vermeintlichen "Juden-Gen" aufgefallen, berichtet begeistert von den “südafrikanischen Krallenfrösche“, die sich Fahnen am Boden verteilen und so angeblich bekanntgeben, welche Mannschaft welches Spiel gewinnt. Streng wissenschaftlich, wie es heißt. „Wie viele Frösche zum Orakeln im Einsatz sind, folgt einem ausgeklügelten System: Die Wissenschaftler berechnen, wie viele Länderspiele und Tore es zwischen den jeweiligen Konkurrenten bisher gab, bilden einen Durchschnittswert und multiplizieren diesen mit dem Faktor 1,5.“

Aha. Hier werden dann auch noch „bunt bemalte Tischtennisbälle“ bemüht, die „in Schälchen mit der jeweiligen Landesfahne“ rollen. Daneben schwirren Hunderte Fruchtfliegen, die mit einer „eigenen Software gezählt“ werden, nachdem sie sich auf einem "Spielfeld aus Zuckerlösung" (Spiegel) auf die Kontrahenten Deutschland und USA verteilt haben.

Offensiv dockt das Magazin hier an die letzten Ergebnisse der Dummheitsforschung an und bedient Kinoklischees von Zukunftsvorhersage und Präkognition. Kruder geht es nicht. Allein die Vorstellung von Dresdner Wissenschaftlern und Spiegel-Redakteuren, es könnte „bestimmte Gene“ geben, die einer „Spezies die besten Orakelfähigkeiten“ verleihe, ist von einer dermaßen bizarren Absurdität, dass selbst die Möglichkeit, all das könne ironisch gemeint sein, angesichts der Umstände ausscheidet.

Krude Gen-Thesen: Wille und Vorstellung
"Spiegel" wirbt für Juden-Gen

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