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Freitag, 26. Februar 2016

Das Schwein im Brötchen: Angebot und Nachfrage

Damals war neben Salz nur Sozialismus im Kaviar.
Uralt ist der sogenannte Kapitalismus, er funktioniert aber noch ganz prima. Diese Erfahrung machte jetzt ein Mann im Rheinland, der sich bei seinen Bäcker nach den Inhaltsstoffen von dessen Brötchen erkundigt hatte. Wie es das marktwirtschaftliche Grundprinzip von Angebot und Nachfrage seit jeher vorsieht, bekam er Auskunft: Im Brötchen befinden sich nicht nur Mehl und Salz und Wasser, sondern als kostenfreie Zugabe auch Schweineschmalz.


Eine folgenschwere Antwort, denn der Brötchenfreund ist Moslem und darf Schweineschmalz-Brötchen wegen einer mehrere Jahrhunderte alten Vorschrift nur essen, wenn er nicht weiß, dass Teile vom unreinen Schwein mitverbacken wurden. Nach seine Nachfrage verliert das Angebot des Bäckers nun an Attraktivität für ihn und Gleichgesinnte, vermutlich bis der Bäcker sein Rezept ändert, weil ihm die Kunden ausgehen.

Die Aufregung hinter den Kulissen ist groß. Lange schon warnt das Das BfR, das Bundesinstitut für Risikobewertung die Industrie nicht aus religiösen, sondern aus gesundheitserhaltenden gründen, die Gehalte einer fragwürdigen Stoffgruppe in Ölen und Fetten zu senken. Es handelt sich um die Glycidyl-Fettsäureester. Sie enthalten einen höchst problematischen Stoff namens Glycidol. Glycidol ist beileibe kein Umweltgift, das durch Unachtsamkeit in die Nahrungskette geraten ist, es ist vielmehr eine Substanz, die erst bei der technischen Verarbeitung von Ölen entsteht. Genauer gesagt beim Behandeln mit überhitztem Wasserdampf. Belastet sind deshalb vor allem Margarinen und Speiseöle namentlich Distelöl, Maisöl und Palmkernfett, praktisch alle raffinierten Fette – nicht aber tierische Fette wie Schmalz oder Butter.

Ein Fall für die nächste ausgefallene Sozialkundestunde, denn er erklärt, wie mächtig der Konsument wirklich ist: Nicht die, sondern eine Nachfrage bestimmt das Angebot.

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