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Donnerstag, 20. April 2017

Deutschland - das Land, das es nicht geben darf

Thomas Schmids Problem "beginnt schon mit dem Wort „deutsch“. "Während andere Staaten wie Franzosen, Italiener oder Briten Stammesnamen tragen, verweist der Name der Deutschen nicht auf die Herkunft, sondern auf die Sprache", schreibt der Sachse, der früher Sponti war und heute immer noch für die "Welt" schreibt. Deutsch ist, wer Deutsch spricht, so weit, so richtig. Doch die Folgerung des Autoren, es sei "immer schon unmöglich" gewesen, "das Deutsche territorial zu bestimmen", stammt aus dem Regal der alternativen Fakten.

Nur weil die Herkunft des Wortes, das heute das Land bezeichnet, seinen Ursprung nicht in einer Gebietsbeschreibung hat wie bei Estland, Finnland oder China, legt sich seine Bedeutung doch seit dem „Annolied“ von 1085, der ältesten deutschen Geschichtsdichtung, über beides: Volk und Raum, Bürger und Gelände. Seit 1550 trug das Kaiserreich den Namen Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Knapp 500 Jahre später eine Unmöglichkeit der Bestimmung des Deutschen zu behaupten, gleicht dem Versuch, zu ignorieren, was ist, um behaupten zu können, es existiere nicht.

Denn "Deutsch" war von Anfang an gerade das - eine Bestimmung der Zugehörigkeit, nur eben keine von innen getroffene, sondern eine von außen vorgenommene. Abgeleitet vom ausgestorbenen Wort "Diet", das auf die urindogermanische Wurzel "teuh" (wachsen, schwellen) zurückgeht und das Volk als Menschenauflauf beschreibt, tritt "Deutsch" im Frühmittelalter als lateinisches Adverb "theodisce" in einem vatikanischen Kodex auf. Zwei Jahre später, in den fränkischen Reichsannalen von 788, wird mit "theodisce" das Deutsche als „Volkssprache“ aller nichtlateinischen oder nichtromanischen Sprecher bezeichnet. "Deutsch" ist nun die Sprache derer, die nicht Latein sprechen, aber auch nicht eine der anderen romanischen Sprachen.

In ist, wer drin ist, dazugehört, wer sich integriert. Im Unterschied zu "allemand", wie die Franzosen uns nennen, "nemez", wie der Pole sagt, oder "german" wie es die Engländer tun, ist "Deutsch" die Beschreibung eines Volkes, das nicht vom Blut und Boden zusammengehalten wird, wie das französische oder italienische. Sondern von der Sprache, aber eben auch nur in der Abgrenzung von anderen Sprachen. Franken, Bayern und Sachsen sprachen Deutsch, Jacob Grimms "Excurs über Germanisch und Deutsch" von 1840 berichtet vom Deutschen als dem anderen, dem, der nicht romanisch spricht und "walhisk", also "welsch" ist.

Ein, zwei Generationen später steht "deutsch" bereits für das, was es heute noch ist: Die Deutschen im Gegensatz zu allen anderen, die Niederländer, die "duits" sind, eingeschlossen. Das Land der Deutschen ("Deutschland") ist dabei begrenzt durch das Land, das deutsche Stämme bewohnen.

Seine Grenzen sind manchmal unscharf, weil es gerade am Rand zu Durchmischungen kommt. Legendär ist der Streit ums Elsaß, verloren der um Schlesien. Wie die Engländer, in deren Genpool sich neben Einträgen der keltischen Urbevölkerung auch Beiträge der später aus Nord- und Mitteleuropa eingewanderten germanischen Eroberer aus den Stämmen der Angeln, Sachsen, Friesen und Jüten finden, deren gemeinsames Merkmal heute der gemeinsame Siedlungsraum und die gemeinsame Sprache sind, durchmischten sich auch die frühen Deutschen, die noch keine waren, mit den slawischen Stämmen der Heveller, Friesen und Sorben.

Wie die Amerikaner tragen Deutsche keine Stammesnamen, wie die Perser in Vorderasien definieren sie sich durch die gemeinsame Sprache. Eine Einladung zur Integration, immer noch.


Kommentare:

Gernot hat gesagt…

Da das Land viel wichtiger ist als das Volk benennt man Staaten nicht nach den sie tragenden Völkern, sondern z.B. nach Wüsten: Namibia.

Anonym hat gesagt…

Wenn niemand weiß, was deutsch genau sein soll, können hier ja auch Neger herziehen und keiner merkt einen Unterschied.
Klingt nach einem Auftragswerk für das Bundeskanzleramt.

Auf finnisch heißt Deutschland übrigens Saksa (Sachsen).

Anonym hat gesagt…

bei "nt-tv" und "n24" reden sich die "Terrorexperten" um Kopf und Kragen ; ich frage mich weshalb diese isis-Versteher völlig unbehelligt leben können