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Donnerstag, 25. Mai 2017

Kirchentag: Offene Herzen, offene Taschen

Gelöste Stimmung in Berlin: Mit viel Gottvertrauen und Stahlzäunen wappnen sich die Gläubigen für einen fröhlichen Kirchentag.

Es ist eine klassische Fake News, die den Anlass liefern, aus dem sich Deutschlands Evangeliker derzeit zum Kirchentag in Berlin und Wittenberg treffen. Der angebliche "Thesenanschlag", bei dem der Augustinermönch Martin Luther 1517 95 selbstausgedachte Anmerkungen an eine Kirchentür in Wittenberg genagelt haben soll, konnte in den 500 Jahren seitdem nicht belegt werden.

Erstmalig erwähnt worden war er erst 30 Jahre nach dem vermeintlichen Geschehen - und das durch den zweifelhaften Zeugen Georg Rörer, der sich zur Tatzeit in Leipzig befand, nur nach Hörensagen berichtete und nach Luthers Tod als Verfälscher von dessen Schriften auffiel.

Schwindler als einziger Zeuge


Die Evangelische Kirche aber glaubt, nicht nur an Gott, sondern auch an den mystifizierten Nagelakt. Und deshalb feiert sie 500 Jahre danach voller Gottvertrauen auch im Angesicht des Terrors. Nur ein bisschen anders als früher ist es, denn der Kirchentagsbesucher ist heute ein Kunde wie jeder andere auch. Bei den "netten Damen und Herren an der Ticketkasse" gibt es Eintrittskarten. Und ehe es zum offenen Herzen kommt, schauen professionelle Security-Mitarbeiter erstmal in die offenen Taschen der Luther-Fans.

Immerhin die drei großen Eröffnungsgottesdienste am Brandenburger Tor, auf dem Platz der Republik und auf dem Gendarmenmarkt können ohne Eintrittskarte besucht werden. Geschützt werden die bunten, weltoffenen Areale ebenso wie das große Straßenfest “Abend der Begegnung”, das "über 300 leckere, regionale Essenstände, Inseln der Begegnung und mit viele Konzerte" (Kirchentag) bietet, von stabilen Betonbarrikaden. Sie sollen für den Fall vorsorgen, dass Gott vielleicht doch noch Katholik, Anhänger der radikalen Sekte der Atheisten oder gar Moslem ist.

Im Zeichen eines allgemeinen Überflugverbotes, das von mehreren tausend Polizeibeamten aus allen Polizeibehörden des Landes Sachsen-Anhalt, aus anderen Bundesländern und mit Hilfe der Bundespolizei durchgesetzt wird, steht die erste Bibelarbeit von Kirchentagschefin Christina aus der Au, die messianische Juden vom großen Klassentreffen in der Lutherstadt ausgeschlossen hatte, und dem singenden Kommunisten Klaus Lederer, die als Anheizer für die Stargäste Barack Obama und Angela Merkel fungieren.

Nobelpreisträger kostenlos


Die beiden befreundeten Politiker diskutieren vor dem Brandenburger Tor das Thema "Engagiert Demokratie gestalten – Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen". Angela Merkel wird dabei über ihre Erlebnisse bei der demokratischen Grenzöffnung im Jahr 2015 berichten. Friedensnobelpreisträger Obama will über seine verantwortungsvolle Anweisung zur engagierten "Operation Neptune’s Spear" sprechen, bei der es einem völkerrechtswidrig nach Pakistan eingedrungenen Team der Navy Seals gelungen war, den unbewaffneten Terrorfürsten Osama Bin Laden in dessen eigenem Schlafzimmer zu erschießen. Während seiner Amtszeit habe Obama zudem im Durchschnitt alle 20 Minuten eine Bombe abwerfen lassen, um Frieden zu schaffen, hieß es in Berlin. Das mache ihn zu einem Muss als Redner auf dem Kirchentag.

Die Show der beiden ehemals mächtigsten Führungsfiguren der Welt kostet keinen Eintritt. Kostenlos sind auch die Wahlkampfauftritte des übrigen Bundeskabinettes und des kürzlich heiliggesprochenen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der über eigene Erfahrungen mit fehlender "Glaubwürdigkeit in der globalen Gesellschaft" referieren wird.

6.000 Polizisten sollen von Mittwoch bis Sonntag auf Berlins Straßen für Sicherheit sorgen, Besucher müssen wegen der nach Breitscheidplatz und Manchester akuten Notwendigkeit, die freie westliche Lebensweise auch mit schärferen Sicherheitskontrollen zu verteidigen, mit längeren Wartezeiten an den Eingängen rechnen.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

6000 Polizisten, Betonklötze, Taschenkontrollen- liegen denn Erkenntnisse über einen geplanten Nagelbomben-Anschlag gottloser AfD-Wähler vor? Oder ein sinistres Attentat eines atheistischen LKW? Die von der queer-lila-grünen Evangelensekte eifrig herbeigebeteten Menschengeschenke der Religion des Friedens könnens ja wohl nicht sein. Das ist vollkommen ausgeschlossen. Und wieso beten sie nicht einfach, der Herr möge es richten?
Fragen über Fragen!

Anonym hat gesagt…

Programmpunkt 20 Uhr prime time, Margot Käsmann referiert zum Thema 'Wieso der Kirchentag 2017 geschützt werden muss wie der Führerbunker April 45'. Karten sind vergriffen.

Anonym hat gesagt…

Le Schulz beim lieben Gott :

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