Google+ PPQ: So metrosexuell geht die SPD in den Wahlkampf

Sonntag, 14. Mai 2017

So metrosexuell geht die SPD in den Wahlkampf

Die Entscheidung war am Ende wohl denkbar knapp, aber gerecht. Nach der krachenden Niederlage bei der Saarland-Wahl und der Pleite in Schleswig-Holstein hat sich die neue Schulz-SPD entschlossen, mit Unterstützung von DKNY in den Bundestagswahlkampf 2017 zu ziehen. Das New Yorker Modeunternehmen wird danach sowohl den künftigen Bundeskanzler Martin Schulz als auch Ex-Parteichef Sigmar Gabriel einkleiden. Das bestätigten Parteimitglieder in Berlin. Die bisher für die SPD tätige Agentur Butter wird offenbar nicht mehr berücksichtigt.


Im Willy-Brandt-Haus ist man aufgrund der vorliegenden Umfrageergebnisse überwiegend der Ansicht, dass der Anspruch der SPD, stärkste Partei zu werden, nach den letzten Landtagswahlpleiten Saar über neue Wege erreicht werden müsse. Statt mit Gerechtigkeit will die Sozialdemokratie nun mit der Swagness ihres Spitzenpersonals punkten.

Neben Martin Schulz, der als hipper Newcomer inszeniert werden soll, komme es auch auf eine Neuinterpretation der alten Parteiwerte Gerechtigkeit, Gleichheit und Schönheit an. Zuletzt hatte eine eher betuliche Kampagne mit Unterstützung der Agentur KNSK nicht gereicht, um den bei den Wählern überaus beliebten Martin Schulz zum Vorsitzenden der EU-Kommission zu machen. Internationalistische und linke Kreise in der SPD störten sich vor allem daran, dass die Werber Schulz in der Endphase des Europa-Wahlkampfes veranlasst hatten, europarechtswidrig die nationale Karte zu spielen, um deutsche Wählerinnen und Wähler von sich zu überzeugen.

Bäumchen wechsle Dich: Schulz wird Kanzler


Diesmal soll es anders laufen. Schulz und Gabriel, die wie Sarah Wagenknecht und Dietmar Bartsch bei der Linken als Duo mit vier Fäusten in den Wahlkampf ziehen werden, wobei Schulz als Frontfigur und der um etliche Kilo Kampfgewicht leichtere Gabriel als Gehirn im Hintergrund wirkt, wollen sich von DKNY als metrosexuelles, urban erfahrenes und weltoffenes Pärchen inszenieren lassen. Damit hofft die SPD, Wählergruppen unter den oft freiberuflich oder bei staatlichen Behörden angestellten Digital Natives anzusprechen, die bisher eher zu den Grünen und der Linken tendieren.

Zuletzt war das mit der 1998er-Kampagne gelungen, die Gerhard Schröder zum ersten Mal ins Kanzleramt gebracht hatte. Damals hatte die deutsche Sozialdemokratie mit Hilfe von Zigarren und offenen Hemdkragen eine Wechselstimmung unter Beamten und staatlichen Angestellten im Land aufgegriffen und Werbegeschichte geschrieben.

Gabriel geht aufs Altenteil


Wie und wann genau die aktuelle Entscheidung für die anstehenden Wahlkämpfe gefallen ist, ist nicht bekannt. Mitte Dezember war allerdings öffentlich geworden, dass die SPD im Wahlkampf auf Unterstützung aus dem Kreml zählen kann. Deutsche Geheimdienste sind sicher, dass Wladimir Putin ähnlich wie in den USA mit seinen Hackerkommandos, Bots und Cyberkriegern Einfluss auf die Wahlentscheidung der Deutschen nehmen wird. Ziel des Potentaten sei es, Martin Schulz ins Kanzleramt zu bringen, wo der in Regierungsdingen völlig unerfahrene Würselener im Auftrag des Kreml komplettes Chaos anrichten soll. Davon hofft Russland, zu profitieren.

Dass die Agentur Butter und ihr Co-Chef Frank Stauss, die zuletzt auf Bundesebene als Werber für die SPD tätig waren, nicht berücksichtigt wurde, erstaunt, weil alle Wahlkämpfer der SPD zuletzt betont hatten, wie erfolgreich sie gewesen seien. Sicher ist dagegen: Die Entscheidung fiel ohne Pitch, es gab keine europaweite Ausschreibung, wie sie eigentlich europarechtlich vorgeschrieben ist. "Wir freuen uns auf eine großartige Kampagne, auf einen tollen Wahlkampf", kommentierte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley nur knapp.

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