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Sonntag, 4. Februar 2018

Nachzug-Beschluss: Heute-Show zieht Konsequenzen

Das Produktionsgelände der heute-Show in Köln Chorweiler wird derzeit für die Aufnahme von Flüchtenden fit gemacht.
Es war zehn nach zwölf, zwei Stunden, nachdem der Bundestag mit der Mehrheit der letzten und künftigen Großen Koalition den faulen Kompromiss zum Familiennachzug beschlossen und verkündet hatte. Die Redaktion der beliebten "heute-show" des ZDF saß in Köln beisammen, eigentlich wie immer am Tag vor der Sendung. Oliver Welke hatte gerade noch schale Witze gerissen, Produzent Gregor Salmingkeit in  großer Not ein paar frische Kracher in Berlin nachgeordert.

Dann sackte die Stimmung im kleinen Studio von Prime Productions, deren Gründer vor zehn Jahren auf die Idee gekommen waren, die US-amerikanische Nachrichtensatire The Daily Show plump nachzustellen, in den Keller. „Der Bundestag setzt den #Familiennachzug bis Ende Juli aus“, raunte es in den langen Fluren und kahlen Zimmerfluchten. „Danach wird er streng reglementiert“, ätzte der begnadete Spaßmacher Welke: „Und Weihnachten sind wir wieder alle betroffen vom Edeka-Opa, der allein am Esstisch sitzt.“


Nein, sagten das plötzlich die Witzedichter in Zimmer 312. Nein, sagte auch der Mann von der Wache, der im Foyer die Fans abhält, die immer mal wieder hoch wollen zu Oli, wie sie Welke nennen, das Gesicht und Hirn der Show. Nein, sagte Salmingkeit und Nein sagte auch dessen Produzentenkollege Georg Hirschberg. Tina Hausten, Ulrich von Heesen und Gernot Hassknecht schlossen sich an. Nachdem schließlich Martin Sonneborn, der parlamentarische Arm der Sendung in Brüssel, informiert worden war, stand die Entscheidung: Satt weiter zynisch über die Verhältnisse zu lästern und zwischendurch Krokodilstränen zu vergießen, wenn der Nachzug reguliert und der Edeka-Opa vereinsamt ist, wird die heute-show selbst aktiv.

Schnell waren Dietmar Wischmeyer, Dennis Knossalla, Sebastian Pufpaff und Serdar Somuncu ins Bild gesetzt, auch Carolin Kebekus stimmte zu. Sie alle, Spaßmacher an der unsichtbaren Front, an der der Rechtspopulismus jede Woche mutig in die Schranken gewiesen und aus der politischen Mitte verbannt wird, stehen auf und setzen ein Zeichen, zuweilen auch „unübersehbares Signal“ genannt. Dazu werde die "heute show", heißt es in einer ersten Mitteilung, mit dem Betriebsvermögen der Prime Production, darüberhinaus jedoch auch mit dem privaten Gesparten aller 37 Mitarbeiter, Komödianten und Gäste für die Einreise von umgerechnet 77 Flüchtenden bürgen.


Untergebracht werden die Neuankömmlinge, die durch die großzügige Förderung durch die Fernsehaktivisten außerhalb der jetzt beschlossenen streng reglementierten Kontingente für den Familiennachzug einreisen können, in den prächtigen Produktionsbaracken der "heute-Show" in Köln Chorweiler. Bereits wenige Stunden nach der ersten Ankündigung fuhren erste Lkws mit Doppelstockbetten, Tischen und Spielzeug vor. Bühnenbauspezialisten eines befreundeten Privatsenders, bei dem Welke früher moderiert hatte, gingen daran, die früheren Studioräumlichkeiten in Wohnungen umzubauen.




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