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Samstag, 7. Juli 2018

Eiskalter Engel Merkel: Asynchrone Konfrontation

Frontlinien, Nahkampf, Ultimaten, Rücktritte, Rücktritte vom Rücktritt, Staatskrise, Europa, Schicksalsfragen und Untergang: Nach dem Streit mit Putin, Trump, Lindner und Erdogan nahm sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Horst Seehofer einen alten Konkurrenten vor, der ihr auf dem Höhepunkt ihres Ruhmes als Flüchtlingskanzlerin und „Schutzherrin“ der Bedrohten eine „Herrschaft des Unrechts“ vorgeworfen hatte. Merkel hat das nie verziehen, sie wartete auf ihren Moment und schlug dann eiskalt zu. 


Jochen Kramer, Psychologe von der Fachhochschule Uckermark, ist ein enger Kanzlerkenner, er beforscht und beobachtet Merkel seit Jahren und hält als Leiter des Controlled Center for Leaderpeople and multiple Management in Schwedt an der Oder auch Führungskräftevorträge über Disziplinierung durch Kontingenz und konfrontative Strategien.

PPQ: Sie beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit Angela Merkels Führungsstil, der nach außen hin von großer Kompromissbereitschaft geprägt zu sein scheint. Sie sagen jedoch, nicht nur die aktuelle Regierungskrise zeige, dass Merkel in Wirklichkeit durch asynchrone Konfrontationen und einen disruptiven Stil herrsche?

Jochen Kramer: Wir sehen gerade wieder sehr schön, was Merkels Führungsstil ausmacht. Sie versucht beharrlich, Konflikte auszureiten, so dass der Gegenspieler nicht nur vom Pferd fällt, sondern von diesem Pferd in den Staub getreten wird. Zugleich aber achtet sie peinlich genau darauf, dass an ihrem Außenbild nichts davon hängenbleibt. Dabei ist ihr Stil stets an asynchroner Konfrontation orientiert – sie muss sich sicher fühlen und zugleich wissen, dass es der Gegenspieler nicht ist. Dann rollt sie auf der Bühne eine Fahne der Humanität aus, die sie aussehen lässt wie die Vernünftige im Spiel. Das sie selbst hintergründig beständig anheizt, bis ihr Sieg ein totaler ist. Dieser als Ziel spielt in ihrer Politik eine große Rolle. Und sie sucht nie nach Kompromissen, sondern nach Endlösungen, mit denen sie eine Situation schafft, in der sie ihr Hauptinteresse an weiteren Machterhalt als europäisches, nationales oder auch Parteiinteresse ausgeben kann. Das ist natürlich bisweilen extrem schwierig. Trotzdem: Sie schafft es immer wieder.


PPQ: Aber die Medien sind sich doch einig, dass die Bundeskanzlerin in der aktuellen Situation gegen einige durchgedrehte bayerische Lokalpolitiker kämpft, die auf Testosteron durchdrehen, um eine Landtagswahl zu gewinnen. Das hat selbst die Tagesschau so analysiert.


Kramer: Nun, derartig komplexe Probleme sind nichts, womit sich die Tagesschau seriös auseinandersetzen kann. Die Sendung gilt Eingeweihten ja als Teil des Besteckkastens, mit dem Merkel schon damals bei ihrem klug geplanten Kohl-Sturz und später auch bei der Eliminierung von Friedrich Merz eine einfache Lösung erreichte, indem sie die Argumente des Gegners von Dritten als puren Wahnsinn darstellen ließ, während ihre eigenen Vorstellungen als eine Art Kompromissvorschlag ausgegeben wurden. Auch Horst Seehofer ist in diese Falle getappt.

PPQ: Dabei kennt er sie länger als viele anderen.

Kramer: Aber sie ist so wandelbar. Ihr geht es in einer solchen Situation immer um ein Entweder-oder, sie hat in der DDR gelernt, dass die Machtfrage entscheidend ist und von den Kadern entschieden wird. Wer – wen, das war Lenins zentrale Frage und es ist auch die Merkels, nur dass sie immer sagt, wir brauchen ein Sowohl-als-auch, allerdings eines, in dem Angela Merkel sowohl als auch auch bestimmt. Überspitzt gesagt: Sie steht über den Dingen, weil sie als einzige die Komplexität von allem in Gänze erkennt und weiß, dass ihre Lösung völlig alternativlos ist.

PPQ: Manche sagen auch, Angela Merkel wurschtele sich seit Jahren durch. Das sei keine Führung.

Kramer: Diese Leute schauen nicht richtig hin. Neben Merkel hat bis heute niemand überlebt, der nicht ihrer Ansicht ist oder zumindest bereit, so zu tun, als sei er es. Zwei Jahrzehnte lang hat sie das Durchwurschteln zur Kunstform entwickelt, kombiniert mit gelegentlichen fast schon königlichen Auftritten in der ARD oder dem ZDF ist das eine optimale Regierungsform für die sie.

Merkel benötigt kein Parlament mehr, keine Partei und auch sonst keine Organisationen, in denen es ja häufig nur darum geht, Resultate zu maximieren oder zu optimieren. Sie weiß, dass ihr Vorschläge das Optimum berücksichtigen und darauf beruhende Entscheidungen alle zufrieden machen müssen. Dabei ist sie so selbstbewusst, dass sie selbst Hürden, die sie gerissen hat, als Teil einer bestandenen Dressur wertet.

PPQ: Ganz im Gegensatz zu Merkels Stil in der Auseinandersetzung mit sogenannten Alpha-Männern, der von einer selbstausgestellten Hypermoral, einer gouvernantenhaften Besserwisserei und einem Hang zu Entscheidungen über weit entfernte Ziele geprägt ist, von denen sie sicher weiß, dass sie an ihnen nicht mehr wird gemessen werden wird – Merkel erpresst, indem sie sich selbst Ultimaten stellen lässt. Haben Sie den Eindruck, dass sie es direkt darauf ankommen lässt?

Kramer: Absolut. Merkel hätte in der Diskussion um Seehofers Masterplan natürlich in diesem belanglosen Punkt der symbolischen Zurückweisung nachgeben können. Es spielt keine Rolle, ob man diese paar Leute reinlässt oder sie abweist, das weiß Seehofer, das weiß auch Merkel. Beide nutzen diesen unwesentlichen Punkt, um einen Streit auszufechten, der sie schon seit vielen Jahren beschäftigt.

PPQ: Merkel kommt dabei medial besser weg. Ihr Führungsstil sei moderierend, heißt es, sie versuche, europäische Werte zu beachten und einen Konsens auszuhandeln. Horst Seehofers Stil dagegen wird als testosterongesteuerter Wahnsinniger vorgestellt, der die Diskussion um die staatliche Sicherheit, die sowieso immer gewährleistet ist, provoziert, um Merkel zu schaden, weil seine CSU von der Angst geplagt wird, an Zustimmung zu verlieren.

Soziologische Studien aus der DDR zeigen hingegen, dass in Machtkämpfen um die Grundlinien der Politik zuerst einmal Besetzungen vorgenommen werden: Gelingt es einer Seite, die andere als spalterisch, als Verräter an ungenannten gemeinsamen Werten und als selbstsüchtige Egomanen darzustellen, ist der Kampf eigentlich schon gewonnen. Ohne selbst Positionen beziehen zu müssen, gelingt es so, die Kontrolle wiederherzustellen. Psychologisch gesehen ist das eine hochkomplexe Reaktion, die auf freiwillige Mitarbeit von Multiplikatoren setzt, die sich die offizielle Darstellungsweise zueigen machen, statt sie zu hinterfragen.

PPQ: Tun sie das aus Angst vor einem Kontrollverlust oder wollen sie einfach das Beste aus so einer Krise herausholen, indem sie mit den klaren Rollenzuschreibungen arbeiten, die ihnen von den Spindoktoren geliefert werden?

Kramer: Auf dieser Metaebene bleibt das ungewiss. Natürlich mögen auch die Berichterstatter, zumal jene, die sich eine bestimmte Nähe zur Macht erarbeitet haben, keine grundstürzenden Veränderungen. Aber dass es einen direkten, den Akteuren bewussten Zusammenhang gibt, kann ich ausschließen. Auch dort ist keine Vision zur Lösung der Krise vorhanden, man behilft sich wie die Sprechzettel der Parteien mit gewichtigen Plattitüden, etwa einer Warnung vor mehr Waffenhandel und der Aufforderung, Fluchtursachen zu bekämpfen.  Als seien die irgendein Buschfeuer, das man mit ein wenig gutem Willen ablöschen könne.

PPQ: Also alles Gefangene in ihren Rollen, die auf Sicht spielen, ohne Drehbuch und nur im Bestreben, selbst am Ende sagen zu können, sie hätten die ganze Zeit schon Recht gehabt?

Kramer: So in etwa.

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

https://www.achgut.com/artikel/luegen_haben_merkel_beine

Mit einer Lüge nach der anderen sucht sich Angela Merkel über die Runden zu retten. Immer dichter folgt Schwindel auf Schwindel, immer kürzer wird die Zeit, die damit zu gewinnen ist. Schon morgen fliegt unterdessen auf, wovon wir heute noch überzeugt werden sollten. Zu befürchten steht, es könne der Deutschen Bundeskanzlerin längst gehen wie allen Lügnern, wenn sie sich und der Welt solange etwas vormachen, bis sie selbst an die Wahrheit ihrer Hirngespinste glauben, die erfundenen Ereignisse für bare Münze nehmen.

Die Psychologen sprechen in solchen Fällen von einer Störung, die sie als Pseudologia phantastica, Pseudologie oder Mythomanie bezeichnen. Umgangssprachlich ist öfter auch von einem „Münchhausen-Syndrom“ die Rede, was insofern irreführend ist, als der „Lügenbaron“ ein lustiger Kerl war, über dessen Schnurren wir heute noch lachen können.

Dazu aber hat uns die Kanzlerin bisher keinen Anlass gegeben. Ihre Erfindungen sollen ernst genommen werden. Sie schwindelt obsessiv. Ihr Verhalten gleicht zunehmend dem der Pseudologen. Sie lügen nicht zum Spaß, sondern mit der Absicht, andere zum eigenen Vorteil hinters Licht zu führen, im Fall von Angela Merkel ein ganzes Volk.

wolfgang fubel hat gesagt…


Es ist Schwehr zu verstehen das in der Öffendlichkeit immer wieder der Eindruck wach gehalten wird, das diese Frau die "Alleinige" Entscheiderin, mit geradezu Diktatorischen Befugnissen, für all die Negativen Ereignisse auf der Politischen Bühne
verantwortlich sein soll.
Mit keinen Wort wird erwähnt das Sie einen Großen "Mitarbeiter Stab" mit Willigen
Günstlingen um Sich geschaart hat, Die auch darauf achten das Ihnen Niemand ins
Politische Gehege kommt. Mit Jasagenden und Kopfnickenden Profitören einer den Volk
völlig entfremdenden Verhaltensmuster! Nur darauf bedacht den Eigenen "Vorannkommen"
höchste Aufmerksamkeit zukommen zu lassen!
Es würde wenig Sinn machen ,Die Raute loszuwerden, sondern vielmehr Ihren gesammten Anhang!

Anonym hat gesagt…

Anonym wolfgang fubel hat gesagt...

Es ist Schwehr zu verstehen das in der Öffendlichkeit ...

Falls das kein Rechnerprogramm sein sollte, um unsereins aus der Reserve zu locken: Für diese Rechtschreibung gehörst Du schmerzlos eliminiert.

Wolfgang Fubel hat gesagt…


Rechtschreibfehler kannste behalten.

Det ist Typisch für Leute Deines Schlages uff de Fehler der Anderen zu Achten statt
uff den Inhalt zu achten.
Wat meinste de denn mit "Unsereins" mit welchen Leuten fühlst de Dich denn so verbunden?
Na Wida wat jefund n??