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Montag, 8. Oktober 2018

Trumps Triumph: Niemand hat immer noch nichts gelernt

Dummheit ist, zweimal, dreimal, vier oder siebenmal dasselbe zu tun. Und immer wieder ein anderes Ergebnis zu erwarten. Wer sich mit dem Hammer auf die Finger haut, wird Schmerz empfinden, egal, wie oft er es versucht. Wer aus einem über die Autobahn rasenden Auto springt, schlägt sich irgendwelche Körperteile an. Und wer die Methoden von Populisten verwendet, um Populisten an weiterem Populismus zu hindern, der wird den Populismus stärken. Und dabei doch nur zweiter Populist sein, hinter dem Original.

Das trübe Schauspiel um die Ernennung von Donald Trumps Richterkandidaten Brett Kavanaugh bestätigte diese Erkenntnis. Alles boten die Demokraten auf, alles und noch viel mehr, Rufmord, Unterstellungen, Behauptungen, dass, wer sich so schlecht verteidige sowieso nicht richten solle. Und dann ist es doch wie immer: Trump feiert einen neuen Triumph, und wieder feiert er nicht trotz der abstoßenden Kampagne gegen seinen Mann. Sondern gerade wegen ihr: Wenn die eine Seite die Ernennung eines Richters, der bis zur Nominierung für das höchste Gericht bereits zwölf Jahre skandalfrei am Bundesberufungsgericht für Washington geurteilt hatte, völlig geschichtsvergessen als "einen der traurigsten Momente der amerikanischen Geschichte" beklagt, gehört es sich für die andere Seite einfach, die Sektflaschen zu entkorken.

Das war bei Trumps Wahl so, derselbe Effekt erklärt auch den unaufhaltsamen Aufstieg der AfD. Je nachdrücklicher gewarnt, je emsiger enthüllt und je lauter verteufelt wird, umso größer wird die Gruppe derjenigen, die sich in vollem Wissen und mit Kalkül für das entscheiden, was sie nicht tun sollen.

Darin liegt keine Solidarisierung mit Gauland, Höcke, Trump oder Kavanaugh, sondern ein Effekt, mit dem quer durch die Geschichte von den alten Römern bis zu den Sicherheitsbehörden der DDR viele aus eigener Sicht Besserwissende und Gutmeinende Erfahrungen machen durften: Wer skandalisiert, um seine politische Agenda durchzusetzen, wer rechtsstaatliche Grundsätze nur nach Nasenform gelten lassen möchte und Angst vor dem Weltuntergang heraufbeschwört, weil er ja den Angstmachern in den Arm fallen muss. Der landet auf der Nase. und dem tanzen die, denen er den Jesus wegnehmen oder die Beatmusik verbieten wollte, über kurz oder lang auf derselben herum.

"Nichts ist so schön wie die Tränen von Demokraten", hat ein Twitternutzer die Berufung von Kavanaugh ans höchste Gericht der USA kommentiert. Ein Satz wie in Stein gehauen, zeigt er doch wie unter dem Brennglas, welche Wirkung der konzertierte "Kampf" gegen rechts hat, wenn der Teufel, der ausgetrieben werden soll, von den Austreibern zuerst einmal erfunden werden muss.

Gauland, als Göring verkauft, Höcke als Hitler, Trump als Demiurg des ganzen Erdballs, Kavanaugh als Richter, der nun daran gehen wird, "zugunsten der Interessen der Wohlhabenden und Mächtigen, aber gegen die Interessen von Arbeitern, Frauen und der Umwelt" zu entscheiden, wie es Senator Bernie Sanders sagt, der Donald Trump bis heute nicht verziehen hat, dass der seine Kandidatin Hillary Clinton schlagen konnte, obwohl der bis dahin parteilose Sanders zu deren Unterstützung eigens Demokrat geworden war.

Die sich in einen Dauerdiskant hineingesteigerte Hysterie der Reaktionen beweist denen, die die etablierte Politik, von Nepotismus regierte Institutionen und Parteien, die nicht danach handeln, „was die Menschen zu Recht bewegt“ (Merkel), dass sie genau richtig damit liegen, immer das Gegenteil von dem zu tun, was ihnen als tuenswert, moralisch alternativlos und verantwortungsvoll gepriesen wird. Gegenüber aber steigen mit dem Ärger über das harthörige Publikum der Eifer und die Entschlossenheit, nun nur noch nachdrücklicher zu warnen, noch emsiger zu enthüllen und noch viel lauter zu verteufeln.

Man hebt den Hammer, schlägt zu, immer drauf auf die eigene Hand. Und wundert sich tatsächlich immer wieder neu, wie weh das tut.




Kommentare:

derherold hat gesagt…

Apropos, sich mit dem Hammer auf die Hand schlagen:

https://www.nbcnews.com/news/world/banksy-painting-shreds-itself-moments-after-being-sold-1-4-n917326?cid=sm_npd_nn_tw_ma

ppq hat gesagt…

und nun ist es doppelt so viel wert. kennste den kapitalismus, kennste den kunstmarkt

Anonym hat gesagt…

Tjaja, selbst die jahrzehntelang gehirnvollgewaschenen „G...m“ sind noch zu gewissen Lerneffekten imstande, haben sie doch endlich die infinite Infamie, Perfidie, Impertinenz und Penetranz der sie tyrannisch beherrschenden Lügenmatrix-Betreiber verinnerlicht und deren zynische Verdrehungen ihrerseits in dem Sinn adaptiert, als dass sie alles, was die Matrix über den grünen Klee bejubelt als maximal desaströs durchschauen und ablehnen, und vice versa, alles was die Matrix als Pösissimum Maximissimum tituliert und diffamiert, zwar nicht als das „Gelbeste vom Ei, aber immerhin noch als passable Alternative bevorzugen.

Anonym hat gesagt…

Wie zu erwarten, und etliche male hier thematisiert, nimmt die Kollisionshäufigkeit und –Heftigkeit des linken Lügen-Parallel-Universums (Matrix) mit der Realität exponentiell zu, sind doch darin fast alle Fakten, sowie Normen/Werte (per)invertiert. –
Ergo müssen simultan die Lügen und zynischen Verdrehungen immer dreister und perfider werden, sollen dem Hornvieh-Volk noch einigermassen „konsistente“ Weltbilder vorgegaukelt werden. –
Indes das Hornvieh-Volk ist nicht mehr nur allein von den Lügenmatrix-Medien abhängig, sondern hat nunmehr via Internet zunehmend Zugang zur Wahrheit, bzw. zum „Realen Universum“.