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Samstag, 12. Januar 2019

Blumen für Juncker: Schnell noch ein Großkreuz zum Abschied



Tatsache, den hatte er wirklich noch nicht! Ein Versäumnis, das den Verantwortlichen des Ludwig-Erhard-Gipfels aber offenbar so peinlich war, dass sie sich nun zum Handeln gezwungen sahen: Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit, die geprägt war von großen Kämpfen um Europa, bekommt der scheidende Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nun also doch noch den Freiheitspreis verliehen, den der Luxemburger sich mit seinem selbstlosen Wirken im Dienst Europas längst mehr als verdient hat.

Goldener Händedruck


Es ist schon fast, als wollte sich ganz Europa verabschieden von dem Mann, der stets der vielleicht glühendste aller glühenden Europäer war. Juncker, bisher nur bescheidener Träger des Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband, des Großkreuzes des Ordens des Infanten Dom Henrique, der Ehrendoktorwürde der Miami University, des „Vision for Europe Award“ der Edmond Israel Foundation, der „Goldene Ente“ der Landespressekonferenz Saar, des Maju-Medienpreises für Qualitätsjournalismus, des Großkreuzes des portugiesischen Christusordens, des Karlspreis der Stadt Aachen, der St.-Liborius-Medaille für Einheit und Frieden des Erzbistums Paderborn, des Deutschen Staatsbürgerpreises, des Kleinstaatenpreis des Herbert-Batliner-Europainstitutes in Salzburg, des Titels European Banker of the Year, Ehrendoktor der Medizinischen Universität Innsbruck, des St. Georgs Orden in der Kategorie Politik und weitere 79 Großkreuze, Preise, Verdienstorden und Ehrensenatorwürden, zieht die Huldiger an wie die Motten das Licht.

Es herrscht in diesen Tagen Rekordandrang am schönen Tegernsee: Der gescheiterte CDU-Vorsitzende Friedrich Merz ist da und SPD-General Lars Klingbeil, der Ex-Boxer Henry Maske und der Ex-Moderator Cherno Jobatey, Verkehrsminister Alexander Dobrindt, der Bergsteiger Thomas Huber, die im Kampf um den CSU-Vorsitz unterlegene Ilse Aigner, der schon vor Jahren nach Brüssel entsorgte Günther Oettinger und Christian Lindner, ehemals fast Vizekanzler.

Die Wirtschaft gibt sich die Ehre


Auch die Wirtschaft gibt sich die Ehre, die dem Luxemburger so viel zu verdanken hat. Erstmals kooperieren bei der Großveranstaltung mehr als 60 Konzerne und Unternehmen um die lukrativen Sponsorenslots, gut 50 prominente Spitzenredner stehen auf dem Podium, mehr als 500 Teilnehmer werden auf den Gipfelveranstaltungen erwartet. Höhepunkt des Treffens der Entscheider ist aber natürlich die Verleihung des renommierten „Freiheitspreis der Medien“ an Juncker. Bei der Premiere hatte der frühere sowjetische Staats- und Parteichef Michael Gorbatschow die Trophäe noch eingeheimst, danach siegten Kardinal Marx und FDP-Chef Lindner, der sich den Titel mit Bundesbanker Jens Weidmann teilen musste. Jetzt kehrt sie in den Westen zurück, ein formschön gestaltetes Stück verleiten Stahls, gestaltet von den größten Künstlern des Kontinents und handgaviert mit der Widmung: Unserem Besten.

Und das ist er, der Haarwuschler und Kussschmatzer. Mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission gewinnt gleich im vierten Anlauf auch mal ein verdienter Europäer den seit 2016 vergebenen Preis einer Münchner PR-Agentur. Juncker wird dabei für seine Erfolge bei den Brexitverhandlungen und der zunehmenden Völkerverständigung jenseits von Nationalismus, Fremdenhass und Intoleranz ausgezeichnet, wie die offizielle Jurybegründung ausführt.

Der Komissionschef, der zuletzt trotz Rückenschmerzen klare Kante gegen rechts gezeigt hatte, wird bei einem Festakt am 11. Januar ausgezeichnet, zu dem neben den zahlreichen prominenten Gästen, Wirtschaftsführern und Spitzenpolitikern auch Banken wie die Hypovereinsbank und die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee sowie der Zigarettenkonzern BAT und das Medizinunternehmen Merck zugesagt haben. Ganz neu dabei zu Ehren Juncker sind die Deutsche Telekom, Bentley, Siemens und Audi.

Momente der Rührung werden da nicht ausbleiben, wenn die hochrangigen Gäste an zwei Konferenztagen miteinander über Trends in der Gesundheitsbranche, die Grenzen der Mobilität der Zukunft und die weitere Entwicklung des Verhältnisses von Medien und Fake News diskutieren.  Tageskarten für das mitreißende Event in der Bachmair-Weissach-Arena werden nicht angeboten, Interessenten können sich aber jederzeit unter dem Kennwort "Claas Relotius" als Pressevertreter anmelden.



1 Kommentar:

Wolfgang Fubel hat gesagt…

Da könnte man glatt zum Alkoholiker werden