Mittwoch, 18. Juni 2008

Affront gegen Europameister

Bei der Übertragung des Fußball-Europameisterschaftsspiels Gerade war Deutschland schon fast Europameister, nicht zuletzt wegen des einmalig historischen Sieges gegen die Mannschaft aus Österreich, da muss die Nation umdenken: Nach einer Kriegserklärung des Schweizer Fernsehens an die große Fußballnation wird Deutschland noch vor dem Anstoß der Partei gegen Portugal die diplomatischen Beziehungen zur gastgebenden Eidgenossenschaft abbrechen und sein Expeditionscorps, in diesem Fall Fußballspieler und Mannschaftsleiter, zurück in die Heimat beordern.

Was war geschehen? Unglaubliches. Skandalöses. Empörendes. Nein, nicht der Moment sorgt für Aufregung, in dem Lukas Podolski sich seinem Gegenspieler mit romantischem Blick "Fick Deine Mutter" riet, was Lippenlesern weltweit den Atem stocken, den kaltblütigen Ösi aber kalt ließ. Sondern ein viel beleidigenderer Vorgang: Beim Abspielen der deutschen Nationalhymne flimmerte statt des friedliebenden "Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland", das das Schweizer Fernsehen wegen des für Einheimische unverständlichen hochdeutschen Dialektes einblendet, der Text der ersten Strophe mit den traditionell so häufig mißverstanden offensiven Versen "Deutschland, Deutschland über alles" für den Bildschirm.

Aufmerksame Fernsehzuschauer empörten sich umgehend. Das Schweizer Fernsehen schalt sich selbst für einen "unverzeihlichen Fehler" und beschuldigte anschließend "zwei junge Frauen der Sportredaktion" den "falschen Text herausgesucht" zu haben.

Angela Merkel, die beim Spiel im selben glücksbringenden Pokemon-Kostüm auf der Tribüne weilte, in dem sie viele Stunden zuvor im Schweiße ihres Angesichts um Europa, Irland und die gescheiterte Verfassung gerungen hatte, will auf Anregung der Opposition von weiteren Maßnahmen absehen. Voraussetzung sei, dass die beiden Praktikantinnen umgehend ausgeliefert werden und die neutrale Schweiz sich am Genfer Hauptsitz der Uefa für eine Begnadigung des mit Inneraumverbot belegten Bundestrainers Joachim Löw (48) (n-tv) stark macht.

3 Kommentare:

  1. der wilhelm tell tut immer so neutral und gemütlich. aber wehe, wenn er losgelassen ...

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  2. Aber lebendig, bitte lebendig. Die beiden jungen Rassistinnen.

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  3. this post is very usefull thx!

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