Samstag, 16. Mai 2009

Kopfsprünge für Geisteskranke

Ein gar wunderliches Volk wohnt im Osten, wo er fast noch Westen ist. Stolz sind sie dort darauf, dass sie früher aufstehen als alle anderen, ihr Ministerpräsident ist eine wandelnde Strickjacke, der Darsteller des Finanzministers ein Motörhead-Fan und der örtliche Fußballverband tut im Ernstfall auch durch die Ansetzung eines Landespokal-Endspiels mitten in die entscheidende Phase der Regionalliga-Meisterschaft alles, um auch weiterhin dafür zu sorgen, dass Sachsen-Anhlt als einziges Bundesland überhaupt keine Vertretung in einer der ersten drei Ligen hat.

Naheliegend, dass die größte Krankenkasse in Sachsen-Anhalt nicht nur Tagungshotels betreibt, sondern die sprudelnden Beitragseinnahmen auch dazu nutzt, auf Großplakaten für rätselhafte Internetkampagnen zu werben. Unter der Aufschrift "Sachsen-Anhalt traut sich" zeigen die einen offensichtlich schwer geistesgestörten Mann, der gerade dabei ist, von einer Leiter in ein leeres Gartenplanschbecken zu springen.

So sind sie, hier in Sachsen-Anhalt. Keine Arbeit, nichts in der Birne, trotz grassierender Kinderarmut als Erwachsene mit reichlich Bauchspeck gesegnet und immer für einen Scherz im Alkohol-Koma gut. Springt der solcherart angefütterte Internetnutzer hinterher, landet er auf einer teuer gestalteten Flash-Seite, auf der er sich anmelden und Fotos hochladen kann. Die Schönsten prämiert die AOK jede Woche mit "wertvollen Preisen" (AOK). Kerngeschäft einer Krankenkasse: Die Aktion läuft seit zwei Monaten, 39 Bilder sind schon hochgeladen.

3 Kommentare:

  1. Mann, was wäre ein Tag ohne Politplatschquatsch? Dachsen-Anhalt traut sich - auf den Kopf zu fallen. Und dann noch ohne Schutzhelm.

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  2. "Keine Arbeit, nichts in der Birne," ... und das Land der Frühaufsteher:

    Müssen halt pendeln, wennse arbeiten wollen.

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  3. ja. aber das sagt die kampagne wohlweislich nicht dazu

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