Montag, 11. Januar 2010

Wofür wir gern werben: Nicht lieferbare Jacken

Beim ersten Mal konnte es noch Zufall sein. Überall diese Jacke, teuer beworben über das große Adsense-Netzwerk unseres Werbepartners Google. Neckermann, letzter Überlebender der großen Katalogversender aus den großen Tagen des Wirtschafstwunders, hatte sich offensichtlich große Bestände der "Jacke von re-ject" zugelegt, um sie vor Weihnachten unterm Volk zu verteilen.

Für kleines Geld gibt es auf der übersichtlichen Neckermann-Seite zum hübschen Foto einer kunstvoll geschürzten Jacke nur kleine Informationshäppch. Die angepasste Länge betrage "70 bis 80 cm", als Material + Futter sei Polyester verarbeitet. "Pflegehinweis: Maschinenwäsche" für alle, die es ganz genau wissen wollen. Herz, was willst Du mehr in dieser kalten Zeit? Ein Klick kurz vor Weihnachten, und statt der Jacke im Einkaufskorb liegt das ganze Elend der ins Netz gewechselten Versandhausdinosaurier vor einem: Die "Jacke von re-ject" ist "nicht mehr lieferbar".

Die Werbebanner aber flackern weiter, unermüdlich trommelnd für den Kauf des Artikels, der nun, vier Wochen später, allerdings immer noch "nicht mehr lieferbar" ist. Wir haben Mühe, das sicherlich lukrative Geschäftsmodell hinter aufwendiger Werbung für nicht lieferbare Dinge zu entdecken. Erklären uns aber, das schlimme Schicksal von Quelle im Hinterkopf, auf jeden Fall solidarisch mit den Neckermännern und ihrer neuen Idee. Wenn ihr so Versandkosten sparen könnt, bitte, dann kaufen wir auch nicht lieferbares Zeug.

5 Kommentare:

  1. jetzt ist sie wieder lieferbar. was kritik in so einem blog doch bewirkt

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  2. Super. Dann schreib doch bitte gleich mal was über diese Mütze, die gibt es auch gerade nicht und die werte Nachkommenschaft friert am Kopf. Es eilt also:

    http://www.fitforkid.eu/Shop/catalog/product_info.php?products_id=1565

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  3. ich glaube, die mützen müssten seit anfang dezember vergriffen sein, damit ein blogeintrag hilft

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  4. Die "Jacke von re-ject" ist "nicht mehr lieferbar".Die Werbebanner aber flackern weiter, unermüdlich trommelnd für den Kauf des Artikels, der nun, vier Wochen später, allerdings immer noch "nicht mehr lieferbar" ist.

    Fast wie in alten Zeiten, nö ? ;-)

    P.S. Selbstverständlich hätte das Modell nicht revisionistisch-kleinbürgerlich-kapitalisitisch "re-ject", sondern "Komsomol" geheißen.

    P.P.S. Wahrscheinlich kommt der verantwortliche Verkaufsleiter aus der Zone.

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  5. der ist gefeuert. und der chinese hat nachgeliefert bzw. neue ware ist unterwegs, wie es früher hiess. lieferzeit im moment "1 bis 2 wochen". das wird dann eine gute übergangsjacke, wenn der schnee weg ist

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