Freitag, 31. Dezember 2010

Wiedergeboren als Gänsehautstimme

Heute Abend wird sie wieder aus der Bild- und Ton-Konserve vor ihr Volk treten, als wäre nichts gewesen, Mut machen und die Sparguthaben für sicher erklären. Dabei hätte es Angela Merkel, die erste ostdeutsche Kanzlerin, die aus dem westdeutschen Hamburg kam, gar nicht mehr nötig, in aller Öffentlichkeit zu schwindeln. Seit die Tochter eines Priesters im vergangenen Jahr während eines Abstechern nach Großbritannien zum ersten Mal unter dem spontan ausgedachten Künstlernamen "Susan Boyle" als Sängerin auftrat, ist Merkel auch finanziell aller Sorgen ledig. Reines Pflichtbewusstsein halte, so heißt e bei Vertrauten, trotz ihrer künstlerischen Erfolge im Berliner Amt. "Sie ist eine Preußin", sagt eine enge Mitarbeiterin, die geholfen hatte, der Kunstfigur Susan Boyle eine berührende Lebensgeschichte zu verpassen.

Danach ist Angela Merkel (Bild oben: Erstentwurf des Covers des zweiten Albums "The Gift", Merkel noch ungeschminkt) als Susan Boyle das jüngste von insgesamt neun Kindern. Sie lebt in Blackburn, einer Stadt in West Lothian nahe Edinburgh in Schottland und wurde von ihren Klassenkameraden früher wegen ihres Aussehens und einer Lernbehinderung gehänselt. Auch sonst hat Merkel versucht, ihre wahre Identität vor der Welt zu verbergen: Während sie selbst glücklich verheiratet ist, bezeichnet sich ihre Kunstfigur Boyle als unverheiratet, während sie früher erfolgreich bei der FDJ, in der Forschung und der Physik arbeitete, gilt ihr sängerisches Alter Ego als langzeitarbeitslos.

Man habe vor allem vermeiden wollen, dass die deutsche Herkunft von Susan Boyle in deren angeblichem Heimatmarkt Großbritannien bekannt werde, verrät Boyles PR-Agentur auf Nachfrage. Unter den Briten herrschten immer noch große Vorbehalte manchen deutschen gegenüber, die auf der Insel als "eiserne Kanzlerin" bekannte Angela Merkel mache da keine Ausnahme. Auch das Cover von "The Gift", auf dem Angela Merkel in der Ursprungsfassung (oben) noch für jeden Eingeweihten deutlich zu identifizieren war, wurde deshalb vom Personenschutz mit Hilfe modernster technischer Hilfsmittel korrigiert. Am Ende wirkt Angela Merkel so strahlend wie ihre Stimme als Susan Boyle, die Gerüchten zufolge bei Konzerten vom frühren Ex-DDR-Star Ute Freudenberg eingesungen wird. Eine Ente als Schwan, eine Kanzlerin als Star: Deutschland kann stolz sein auf diese Regierungschefin, die all ihren Vorgängern zeigt, wie man England im Handstreich nimmt.

Mehr erstaunliche und empörende Wiedergeburten hier

Merkels weltoffene Neujahrsansprache vom übernächsten Jahr:

Kommentare:

  1. Kam mir gestern Abend wie zu Ostzeiten vor, als Karl-Eduard von Schnitz auf dem Schirm erschien: Hektisches Umschalten.
    War man früher aber durch einfaches Umschalten gerettet, kommt heute das belästigende Filmmaterial auf mehreren Kanälen gleichzeitig. Umschaltstreß!

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