Freitag, 10. Juni 2011

Viagra im Feldeinsatz

Jetzt kann es nicht mehr lange dauern. Vor einem Jahr campierte der damalige "libysche Revolutionsführer" (pa) Ghaddafi noch im Garten des derzeitigen französischen Machthabers Sarkozy. Dann kippte die Welt, Ghaddafi entpuppte sich als hundsgemeiner Typ, der seine Macht nicht aufgeben wollte, sondern gegen Gegendemonstranten und "abtrünnige Militäreinheiten" (dpa) mit "Waffengewalt" (Der Spiegel) vorging.

Um die Völker zu schützen, griff die Nato ein. Mit gezielten Bombardements gelang es binnen weniger Stunden, die menschenverachtende Militärmaschine den nunmehrigen Diktators "fast vollständig" (dpa) zu zerstören. Der nunmehr der "Irre von Tripolis" genannte frühere Werbepartner der Fußball-Champions-League und ehemals geschätzte Staatsgast stehe kurz vor dem Untergang. Ein entschieden durchgesetztes Flugverbot für die zerstörten Panzer des Diktators, so hieß es im Februar, werde Ghaddafi in die Knie zwingen, nachdem die Beimischungspflicht von demokratisch gezogenem Biosprit zu allen libyschen Benzinverkäufen in Deutschland seine Geldquellen bereits zum Versiegen gebracht habe.

Vier Monate danach aber ist Ghaddafi immer noch da. Um einen Sohn ärmer, der, so der "Spiegel", während eines Nato-Luftangriffes "starb" - wahrscheinlich an einem hartnäckigen Stockhusten. Und unversöhnlich, wie die Süddeutsche Zeitung jetzt im Chor mit allen anderen Amtsblättern meldet: "Um Schrecken zu verbreiten und Widerstand zu brechen", schreibt das Blatt, habe "das Regime Containerladungen Viagra verteilt". Ziel Ghaddafis sei es gewesen, seine Kämpfer, "zu Vergewaltigungen zu ermutigen".

Die Fakten sind erschüttern, wenn auch jeder Autor eines Märchenbuches mehr Rücksicht auf Realismus genommen hätte. "Auf Geheiß des Tyrannen und seines Clans", so dpa, müssten sich Soldaten "an Frauen vergehen". Zeugen hätten bestätigt, dass das Ghaddafi-Regime "ganze Container voll" mit potenzsteigernden Medikamenten wie Viagra eingekauft habe - "um seine Schergen", so die sachliche Berichterstattung, "so zur sexuellen Gewalt anzustacheln." dafür gebe es "hunderte Zeuginnen" (dpa), die offenbar jeweils zwischen zwei Nato-Luftangriffen von eingeschmuggelten CSI-Teams vernommen wurden.

Nicht nur logistisch eine imponierende Leistung beider Seiten, auch moralisch eine große Leistung, vor allem vom "Tyrannen" (SZ). Beschossen und zugebombt, eingesperrt in einen Bunker und mit einer Nato-Blockade aller Häfen konfrontiert, hat Ghaddafi doch schnell noch eine "neue Strategie" (SZ) ausgedacht, die nicht auf die Vernichtung seiner Feinde, sondern auf die Demütigung von deren Frauen zielt. Und die wird bekannt, kurz bevor die über das libysche Volk aufsichtführende "Kontaktgruppe" über Milliardenhilfen für die "Rebellen" entscheidet.

Spätestens im Herbst wird rauskommen, dass Ghaddafi regelmäßig Blut von Kindern trank und sich vom Fleisch frischgeschlachteter Jungfrauen ernährte.

7 Kommentare:

  1. Wann kommen die abgehackten Kinderhände ? - Und, gibt es denn in Libyen keine Schwulen, Lesben, MigrantInnen oder Juden ? - Damit die Drangsalierung der Standard-Opfer-MonopolistInnen (sozial) gerecht verteilt wird. Geht ja wohl nicht an, dass einer unser Lieblings-Satane nur an die viagra-induzierten OpferInnen produziert.
    Zur Vollwaschgang-Hyperventilation
    gehört doch mindestens noch eine weitere OpferInnen-Gruppe, am besten jedoch alle.

    Obo

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  2. Er trank das Blut von weiblichen Kindern. Da muß man schon genau sein! Der weltweite Feminismus, gern von der UNO "Schänder Mähnstrieming" genannt, wird uns erklären, warum die Schaden genommen habenden Männer nicht der Rede wert sind. (Lösung: Männer sind immer die Täter)

    Nach Hufeisenplan, rollenden Chemifabriken, Babybrutkästen sind es nun Viagravergewaltigungen. Irgendwie klingen diese Kriegsgründe für mich wie maßgeschneidert für prüde Bewohner des amerikanischen Biblebelts.

    Aber egal, Angela bekam ja jetzt schon den amerikanischen Orden dafür, das Deutschland für den lybischen Wiederaufbau bezahlt.
    Jetzt singen wir alle die neueste deutsche Nationalhymne: Deutschland, Deutschland zahlt für alles, zahlt für alles in der Welt!

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  3. Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst.

    O.K., die war schon vorher tot, jetzt ist sie noch etwas toter.
    Da kann man so richtig schön auf dem Grab 'rumtanzen.

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  4. Ich möchte das schon ein bißchen ernster nehmen. Ein, nein DAS Nachrichtenmagazin Deutschlands (oder war es nicht gleich Europa ?), welches einst eher durch NATO-Ferne glänzte, spricht nun vom Endsieg.

    ... und die "kritische Medienberichterstattung" scheint irgendwie die 00er nicht überlebt zu haben.

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  5. das mit der kritischen sichtweise, die irgendwie fort ist, ist mir auch aufgefallen. es ist nur noch ein großes nachplappern, keiner macht sich mehr die mühe, irgendwas zu prüfen oder mit der plapperei von gestern abzugleichen.

    ich führe das allerdings darauf zurück, dass kein bedarf besteht. die leute wollen nicht hören, was sie noch nicht wissen. sondern immer wieder das, was sie gewohnt sind zu hören.

    krise? da sind nur die banken schuld. banken? das waren die manager. griechenland? verantwortlich sind die griechen. atom? das war die cdu! ehec? profitstreben. usw.

    das ist wie im radio, da darf auch kein lied die sendetemperatur über- oder unterschreiten.

    mein großes staunen rührt allerdings dann doch daher, dass dieser medienbrei aus gelifteten agenturmeldungen, die alle gleich klingen, den gleichen ursprung haben und untereinander austauschbar sind, der sich da als "magazine" und "tageszeitungen" spreizt, zwischendurch immer verwuundert ist, dass die leserzahlen schrumpfen und ihm keiner mehr relevanz zubilligt.

    ob es da nicht vielleicht einen zusammenhang gibt? den man sogar schon mit den drei buchstaben D P und A gut beschreiben kann?

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  6. Kopf hoch, Du weißt doch: "TASS ist ermächtigt zu erklären..."

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  7. "Tass ist ermächtig..."

    Das habe ich doch mal als Bild an ppq versandt, so ich mich recht entsinne.

    Das müßte über so ziemlich jeder Zetungsente drüber stehen. Steht aber nicht. So müssen wir meist selber eruieren, daß es drüber stehen müßte, wo es nicht drüber steht.

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