Sonntag, 23. Februar 2014

Wer hat es gesagt?

"Hätten die Indianer eine strikte Einwanderungspolitik betrieben und jeden Weißen unverzüglich wieder ins Meer geworfen, dann stünde es heute anders um die indianischen Nationen."

15 Kommentare:

  1. Kommt gewiß aus der Ecke, die auch die Gründung Israels mitten in blühenden Palästinensergärten kritisch betrachtet.

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  2. Zuerst tippte ich ja auf Karl May oder Karl Marx oder Reinhard Mey. Umso erstaunter war ich beim Guggeln, daß das Zitat von Sarrazin stammt, und zwar aus einem Interview mit Broder in der Taz. Diese Konstellation "Boder interviewt Sarrazin für die Taz in den tazschen Redaktionsräumen" kommt mir glattweg utopisch vor.

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  3. Der Satz ist natürlich eine kleine rhetorische Provokation.
    Der guten Ordnung halber wollen wir aber erwähnen, dass es zwar Stämme, jedoch keine indianischen Nationen gab.

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  4. die irokesen verstanden sich angeblich als nation

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  5. ...dann stünde es heute anders um die indianischen Nationen."
    Ja, und um die deutsche womöglich auch!

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  6. Der Sieger schreibt bekanntlich die Geschichte so auch von den Indianern. Tatsache ist, dass der Weisse Mann, nach Amerika zog um dort die Indianer auszurotten. Der Sieger also der weisse Mann. Folglich ist das was wir über die Indianer wissen und erzählen falsch, falsch und nochmals falsch oder Hoooolllyyywoood......

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  7. PPQ, "Nation" ist eine relativ neue Erfindung, die einhergeht mit der Einrichtung bürgerlicher Gesellschaften, der Etablierung des bürgerlichen Rechts. Älter als 400 Jahre ist keine (vielleicht England?), die meisten viel jünger.
    Hinterher haben dann alle an Gründungsmythen gestrickt, die eine weit in die Vergangenheit reichende Tradition halluzinieren.
    Die Franzosen sind angeblich die organische Fortsetzung der Gallier; was definitiv nicht stimmt.
    In Deutschland haben vor 200 Jahren die Romantiker die sagenhaften tausend Jahre alten deutschen Wurzeln "gefunden", Geschichtsklitterung vom Feinsten. Die Nazis haben dann noch einen draufgesetzt und die Anfänge noch mal tausende Jahre zurückdatiert.

    Stammesgesellschaften kannten und kennen keine Nationen. Es gab sicher germanische und irokesische Sprachen, aber ganz sicher keine Nationen.

    Es gibt auch keine algerische oder pakistanische Nation. Und erst recht keine palästinensische.

    @Anonymus
    Das stimmt, der "weiße Mann" ist nach Amerika gefahren, um die Indianer auszurotten. Heute ist der "Weiße Mann" nach Deutschland gezogen, um die Ausländer auszurotten.
    Aber warum verschweigst Du, dass die Indianer nach Europa gefahren sind, um den "Weißen Mann" auszurotten?

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  8. Also waren die Irokesen so etwas wie die Schweiz von Amerika. Möge der europäischen Schweiz das Schicksal der amerikanischen Schweiz erspart bleiben!

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  9. Sicher ist davon auszugehen, dass unser Verständnis von "Nation" und das der Irokesen sich unterscheiden, auch wenn es derselbe Begriff ist.

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  10. Es waren, ebenso wie die Deutschen, später die Franzosen, die Engländer, schotten, Japaner, Massai oder Kurden,
    Völker,
    die ihrerseits aus Stämmen bestanden.
    Die Unterscheidung zwischen Stamm und Volk ist etwas willkürlich und orientiert sich einerseits an Sprachgrenzen, was nachvollziehbar wäre, andererseits an der Größe, also der Anzahl ihrer Angehörigen. Letzteres ist sehr willkürlich. Afrikanische Stämme z.B. wurden im letzten Jahrhundert schnell Millionenvölker. Ainos und Liven gelten als Völker, obwohl sie nur (noch) wenige tausend oder gar hundert Angehörige haben.
    Ausgelöscht werden/wurden sie übrigens durch Assimilation.

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  11. Nation im Sinne von Nationalstaat, mit definierten geografischen Grenzen und einer Verfassung.

    Der Irokese würde sich dann wohl zuerst zu einen seiner 6 Stämme zugehörig fühlen, welche sich aus den diversen Sippen bilden. Grenzen sind dem Indianer fremd, so etwas wie Grundstücksfläche ist für ihn gaga.

    Schätze, so ähnlich dachten damals die Gallier und Germanen auch, bevor sie von den Römern ausgerottet/vernichtet/in ihre Schranken verwiesen worden sind.

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  12. @Volker:
    "In Deutschland haben vor 200 Jahren die Romantiker die sagenhaften tausend Jahre alten deutschen Wurzeln "gefunden", Geschichtsklitterung vom Feinsten. Die Nazis haben dann noch einen draufgesetzt und die Anfänge noch mal tausende Jahre zurückdatiert."

    Nunja, man sprach in den dunkelsten Jahren von einem Tausendjährigen REICH, angesichts der als Reichsgründung deklarierten Inthronisierung Otto des Großen anno 936, und eher von "Volkwerdung", aber kaum von einer "Nation".

    Hier mehr:
    http://eulenfurz.wordpress.com/2011/10/05/1000jahriges-reich/

    Dort auch noch etwas zum Viertausendjährigen Reich.

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  13. Nunja, man sprach in den dunkelsten Jahren von einem Tausendjährigen REICH, angesichts der als Reichsgründung deklarierten Inthronisierung Otto des Großen anno 936, und eher von "Volkwerdung", aber kaum von einer "Nation".

    Stimmt.
    "Nation" war den Nazis schon wieder ein Tick zu modern. Deshalb hieß es nicht "eine Nation, ein ...", sondern "ein Reich, ein Volk, ein ..."
    Aber so halb meinten die mit "Volk" auch "Nation". Die Grenzen sind fließend ...

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