Freitag, 17. April 2015

Das plötzliche Verschwinden des Khaled Idris Bahray

Direkt nach dem kaltblütigen Mord an dem Flüchtling Khaled Idris Bahray stand Mediendeutschland auf wie ein Mann und ein Sturm brach los, wie es ihn seit dem feigen Überfall auf den Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl nicht mehr gegeben hatte. Tausende aufgeregte Reportagen, Kommentare und Berichte schilderten Flucht, Leid und Tod des Flüchtlings aus Eritrea, der mitten auf dem Höhepunkt der Pegida-Kriege in einem von Nazis dominiserten Plattenbauviertel von Dresden ermordet worden war.

"Wir sind Khaled", darauf konnten sich alle einigen, die keine Lust und keine Zeit hatten, auf die Ermittlungsergebnisse der Polizei zu warten. Gezielte Vertuschung der Tat machte Schlagzeilen, der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck schaute von Berlin aus ganz genau hin und erstattete Anzeige gegen alle Beteiligten, weil Staatsanwaltschaft und Polizei die wahren Täter deckten.

Statistik zur Berichterstattung: Als der mutlaßliche Täter gefunden war, verebbte das Interesse.
Es war der 22. Januar, der die Aufregung schlagartig verstummen ließ. Ein 26-Jähriger Flüchtling aus Bahrain wurde unter dem dringenden Verdacht verhaftet, seinen Mitbewohner getötet zu haben. Die Reportagen, Kommentare und Berichte dazu fielen schon kleiner aus, der Aufschrei "Das war Mord" war nirgendwo mehr zu hören. Die Beerdigung des Nazi-Opfers in Berlin geriet zu einer stillen, öffentlich kaum noch wahrgenommenen Veranstaltung. Anschließend verebbte bei sämtlichen 788 deutschen Medien schlagartig jedes Interesse an einer weiteren Verfolgung des Falles. Von einem Tag auf den anderen trat Schweigen ein, die Berichterstatter, die bis dahin emsig jede Hakenkreuzkritzelei in Dresden, Sachsen und Ostdeutschland überhaupt notiert, analysiert und als Ausweis brauner Gesinnung mindestens ganz Sachsens beschrieben hatten, machten einen weiten Bogen um Tatort, Täter und Ermittler.

Bis heute, knapp hundert Tage nach dem Tatgeschehen, ist es dabei geblieben. Die Staatsanwaltschaft in Dresden verschickte am 22. Januar die letzte Pressemitteilung. Der MDR berichtete am 25. Januar zusammenfassend. Das wars.

Ende, aus, vorbei. Ein Mordopfer fiel dem völligen Vergessen anheim, weil Herkunft, Biografie und Motivation seines mutmaßlichen Mörders nicht den Erwartungen entsprachen, die von einer sich vorzugshalber von Vorurteilen ernährenden Medienmeute gehegt worden waren.


Im Archiv: Warum niemand Finn Norgaard sein will
Medienwissenschaftler beschreiben das Themensterben in den deutschen Medien
Einfach woanders weitermachen: Die Facebook-Gruppe "Wir sind Khaled Idris"

6 Kommentare:

  1. Sehr schöner Artikel. "Pegida-Kriege" gefällt mir. So heißen normalerweise SF-Romane.

    Das man aus der Berichterstattung über Verbrechen Rückschlüsse auf den Täter ziehen kann, ist seit über zehn Jahren möglich.
    autochthoner Deutscher - großes Bohei.
    sonstiger mitteleuropäischer Nichtmuslim - normales Rauschen im Blätterwald.
    Mohamedaner, eventuell sogar MiHiGru - eventuell kurze Erwähnung, daß der Täter gefasst sei.

    Prominenteste Beispiele sind der Hakenkreuzschmierant, der am 9.11.2009 die Dresdner Synagoge mit Hakenkreuzen beschmierte - algerischer Mitbürger mit guter Sozialprognose.
    Oder die Kirchenbrände letztes Jahr im Leipziger Land - irgenwo kam mal die Kurzmeldung, man hätte den Feuerteufel. usw. usf.

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  2. OT: Der Energieausstieg, von dem PPQ seit Jahren berichtet, hat nun auch die FAZ erreicht: Andreas Miehm schreibt von PPQ ab und über die
    »Energiepolitik im Ausstiegsmodus«.

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  3. " von Nazis dominisert " ? ( sic ) - das ist unglaublich !!

    wurden früher lediglich einsame Hausfrauen von Nazis in Lack, Leder und Latex dominiziert , domestiziert und domptiert so dominieren die Nazis heute ganze Wohnblöcke .

    hier muss zeitnah ein Dominanzberater her um mitteleuropäische Standards wiederherzustellen .

    "Fräulein Zick , holen Sie mal bitte meinen Dominanzanzug aus der Reinigung ! "

    der Sepp

    Reichsdominanzwart

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  4. Der Unterschied zwischen Mord und Totschlag war früher sowohl einfacher als auch besser geregelt: Ich mußte es am Tage erledigen, und bis zum Sonnenuntegang den Totschlag kundmachen wider mich selbst. Dann war ich aus dem Schneider - bis auf ein wenig Blutrache. Konnte aber auch durch Wergeld geregelt werden.
    ---
    Als Wergeld für einen heutigen Journalisten dürfte ein benutzter Arschwisch aber ausreichend sein.
    - Halbgott in Weiß -

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  5. Die Sau durch´s Dorf, that´s it. Mir gefallen diese Medienkurven sehr gut.

    Ein Jeder macht sich unglaubwürdig so gut er es kann, man sollte Israel-Beck und den Medien dazu gratulieren.

    Weiter so!

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  6. "... man sollte Israel-Beck und den Medien dazu gratulieren."

    Ob er Israel-Beck ist oder nicht, spielt doch keine Rolle. Wichtig ist doch, daß er gestern noch bei den PLO-Grünen war.

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