Donnerstag, 21. Mai 2015

Mit dem "Spiegel" im Bus nach Israel

Was für ein Skandal! Was für gelebter Rassismus! Ausgerechnet Israel, mit dem deutsche Medien ja immer eine Rechnung offen haben, weil die unauslöschliche Schande des tausendjährigen Reiches Bundespräsidenten seit Jahrzehnten zwingt, in grausam geschauspielerter innerer Bewegung rituelle Reden zu halten, über die dann in grausamer Imitation innerer Bewegung berichtet werden muss, segregiert Palästinenser von Israelis.

Erstere dürfen nicht mehr mit Letzteren im Bus fahren! "Trennung in Pendlerbussen: Palästinensern aus dem Westjordanland ist es künftig verboten, dieselben Fahrzeuge zu benutzen wie Israelis", schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" auf seiner Onlineseite unter Berufung auf eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP. Gefundenes Fressen: Auch der "Stern" und fast ebenso seriöse "Zeit" assistieren.

Es ist früher Vormittag in Europa, als der empörende Vorgang die Runde macht. 9.45 Uhr geht die "Spiegel"-Meldung online, Minuten später schon sind die ersten begeisterten Wutbürger da. "Für dieses Verhalten gibt es einen unschönen Begriff - und der heißt Apartheid", schreibt einer. "Wie lange will die Welt diesem Treiben noch zuschauen?", fordert ein anderer ein energisches Eingreifen der zivilisierten Welt. Es ist 11.39 Uhr, als der "Spiegel" die Kommentarfunktion abschaltet.

Der Text bleibt stehen, ein Text zu einem Plan immerhin, der kurz nachdem er in Deutschland öffentlich wurde, in Israel dementiert wird. "Netanjahu stoppt Busverbot für Palästinenser", meldete AFP um kurz nach 13 Uhr. "Israel suspends plan to segregate Israelis, Palestinians on West Bank buses", heißt es dann auch bei "Haaretz", der New York Times und dem "Telegraph".

In Leitmedien-Deutschland blieb der Bann erstmal. Dass Premier Benjamin Netanjahu das Projekt, das seit Monaten vor allem von Seiten der Siedler gefordert worden war, gestoppt hat, meldet der "Merkur" um kurz nach zehn Uhr vormittags, der "Focus" um kurz vor 11 Uhr.

Der "Spiegel" weiß es auch, darauf deutet zumindest die Schließung des Kommentarbereiches zum Zeitpunkt der ersten Nachrichten zu Netanjahus Beschluss hin. Doch eine eigene Meldung zum Stopp der Bus-Apartheid folgt erst um halb drei.

Sie bleibt zudem bislang ohne jeden Verweis auf die Rücknahme des Planes. Es soll wohl nichts den guten Eindruck vom abgrundtief schlechten Israel verderben.

8 Kommentare:

  1. ...und wenn die PalAraber verkünden, es werde in ihrem Staat keinen einzigen Juden geben, dann ist das selbstverständlich OK und auch KEIN Thema für irgendein "Qualitätsblatt" im Sozialistischen Deutschland. Ach wo.

    Und zum ersten Absatz des Beitrags: Die deutsche Staatsdoktrin bezüglich der Juden könnte aus dem Wilden Westen stammen: Nur ein toter Jude ist ein guter Jude.

    Da ist Brechen im Strahl angesagt... Was für eine Bande!

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  2. Um mal an David anzuknüpfen ...

    Seit der Jahrtausendwende wurden in Deutschland alle ernsthaften antisemitischen Straftaten und alle Verbrechen zum Nachteil von Juden von Muslimas und Muslimen begangen.
    ALLE!

    Was sagt Merkel dazu?
    Schauen wir mal in die Hamburger Illustrierte:

    "Niemand könne die Augen davor verschließen, dass Synagogen nicht ohne massiven Polizeischutz auskommen oder Rabbiner mitten in Deutschland angegriffen werden.
    Alle seien aufgerufen, Rechtsradikalen unmissverständlich klar zu machen, dass jüdisches Leben Teil der deutschen Kultur sei."

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  3. das nennt sich dialektik, ist eigentlich wie bei dem artikel drüber: zwei arten antisemitismus, zwei arten luftraum

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  4. @ Davidele: Aus Hänsel und Gretel: "Spar dir dein Geplärre! Es hilft dir alles nichts."
    Will sagen, Ihr seid durchschaut.
    Wenn es gegen die Weißen geht, seid Ihr mit Euren geistig minderbemittelten Vettern von Abrahams eklem Samen, den Ismaeliten, letzen Endes erstaunlich einig.

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  5. ÖPNV / Bus :

    Mundstuhl erklärt den Bus

    https://www.youtube.com/watch?v=NvHp4WMDrO0

    der Sepp

    Reichserklärbär

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  6. @anonym: die wortwahl! diese wortwahl! geht es nicht auch höflich?

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  7. Wäre ja auch eine bodenlose Frechheit gewesen von diesen Juden, sich nicht einfach so sprengen lassen zu wollen. Wo die »Palästinenser« doch so eine schwere Kindheit hatten. Was denken diese Israelis überhaupt, wozu so ein Bus da ist? Zum Personentransport vielleicht? Na ja, wenigstens ist die Sache ja nun wohl vom Tisch.

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  8. @ Geier: Unrecht Gut gedeihet nicht.

    Ich ergreife gar nicht Partei, wie komme ich dazu. Wenn ein Lude minderer Intelligenz einen Kampfhund scharfmacht, der ihn dann selber in den Arsch beißt:
    F.F. - Fiel Fergnügen.

    Über die Phase: Die großen Juden hecken es aus, und die kleinen Juden müssen es ausbaden, bin ich schon hinaus.

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