Samstag, 22. Juli 2017

Urlaubszeit: Wie sicher ist Ägypten wirklich?


Sechs Jahre nach dem Sturz Mubaraks und drei nach Rückkehr zu einer kommoden Militärdiktatur durch Befreiung vom Joch der demokratisch gewählten Moslembruderschaft galt Ägypten als saniert und zurückgekehrt in die Familie der Staaten mit westlichen oder anderen werten. Reiseveranstalter freuten sich, denn nach dem Ausfall vieler anderer Urlaubsländer durch moralischen Verfall bot das moderate Islamistenregime von Kairo eine Alternative etwa zur nicht mehr rechtsstaatlichen Türkei oder zu den diktatorischen Regimes in Polen und Ungarn.

Zwar mit Todesstrafe, aber die hat Japan auch und da redet man dann einfach nicht so viel davon. Reiseveranstalter bezeichneten Ägypten schon als das Trendziel, die Deutschen folgten den günstigen Preisen und reisten wieder verstärkt nach Ägypten. Doch die Messerattacke im Badeort Hurghada, der Schock und die Frage: Wie sicher ist es überhaupt, in dem Folterstaat ohne Meinungsfreiheit Urlaub zu machen?

Es ist absolut sicher. Hält man sich an eine Reihe von Regeln, die das Auswärtige Amt aufgestellt hat, dann gibt es keinen Grund, nicht in Ägypten Urlaub zu machen. Davon hat sich erst im März auch Kanzlerin Auch Angela Merkel bei einem Besuch beim früheren Putschisten und jetzigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi überzeugt. Wie in der Türkei oder Frankreich herrscht in dem Land am Nil seit Jahren ein Ausnahmezustand, dadurch ist es meist sicher, sich in den Hotelanlagen und am Strand aufzuhalten.

Auch die meisten Ägypter sind zwar verunsichert, aber friedlich. Die beiden Toten vom Strand in Hurghada sind seit langer Zeit die ersten Opfer islamischer Gewalt gewesen. Die ganz überwiegend große Mehrheit der Einheimischen gilt als friedlich. Junge Männer sitzen meist nur vor Cafés herum, spielen Brettspiele und warten, dass das Essen fertig wird.

Der Reisekonzern Tui rechnet deshalb auch nicht mit größeren Auswirkungen des Terroranschlages auf die Reisebuchungen. „Die Nachfrage nach Reisen nach Ägypten hatte deutlich angezogen. Derzeit deutet nichts darauf hin, dass sich hieran grundsätzlich etwas ändern wird”, sagte eine Sprecherin nach der Attacke. Nach dem Anschlag seien bislang keine Rückreisewünsche bekannt geworden, die Deutschen ließen sich vom Terror nicht einschüchtern, sondern demonstrierten den Terroristen ein entschlossenes Trotzalledemundalledem. ""Wir werden unsere westliche Lebensweise wegen eines Messerstechers nicht ändern", sagen viele, so die Sprecherin.

Bei den Call-Centern hätten sich überhaupt nur wenige Urlauber über die Situation vor Ort informiert, viele hätten aufgrund vorsichtiger Formulierungen in den Medien wohl gar nicht mitbekommen, was geschehen sei. „Aller Erfahrung nach wird es dabei auch bleiben", beschreibt Herbert Achtelbuscher, der am Entropie-Institut der Bundeskulturstiftung zum Themensterben in der deutschen Medienlandschaft forscht. Im Regelfall verschwänden kleinere Terroranschläge direkt nach den ersten Schlagzeilen für immer im Niemandsland der medialen Demenz. "Von den Ermittlungen, der Anklage oder einem Prozess wird nie die Rede sein."

Auch der Staatliche Informationsdienst Ägyptens - eine Art DPA des islamischen Staates - hebt hervor, dass die Gewalt gegen Touristen in Ägypten in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sei und inzwischen keine Rolle mehr spiele. Die beiden toten Touristinnen seien bedauerliche Einzelfälle, verglichen mit den vielen Toten nach dem heute als "Flugzeugabsturz" bezeichneten Terroranschlag auf einen Airbus 321, bei dem 224 Menschen starben.

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3 Kommentare:

  1. PPQ bei google wieder mal an erster Stelle. Und einziger.
    Suche "Eegmimes"

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  2. Vor acht Jahren wurde in Dresden die Ägypterin Marwa El-Sherbini von einem geisteskranken Rußlanddeutschen ermordet.
    An diesem Fall geilen sich die gleichgeschalteten Systemmedien bis heute auf.

    In Ägypten wurden gerade zwei Deutsche ermordet.
    Der Fall wird gemeldet. Das war es.
    Damit ist die Sache abgehakt und dem medialen Vergessen überantwortet.

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  3. Hatschi AllafJuli 22, 2017

    Der Durchschnittsmichel ist ein erbärmliche Raffgierkreatur, denn er folgt nur seinem egoistischen Schnäppchenjägerinstinkt, und der befiehlt ihm alljährlich, da zu urlauben, wo's besonders billig ist.

    Ob nebenan Tausende oder Zehntausende im Knast sitzen oder gar gefoltert werden, ist dem Sonderpreis-Genießer scheißegal. Hauptsache, neben dem Hotel stört keine Baustelle, und ein Knast macht in der Regel ja nicht so viel Lärm.

    Solange der Piefke-Schildbürger daheim sein Fußball inne Glotze und dazu sein Bier hat, ist dem Politik egal. Hauptsache, ihm geht es auf seine primitve Art gut, denn er meint, er hat sich das redlich verdient. Da kann der Nachbar ruhig elend verrecken.

    Allein schon diese Gaffer: zu blöd zur Rettungsgassenbildung, aber jeden Unfall knipsen und filmen müssen. Empathiloser sensationsgeiler Abschaum, merken das in ihrer Borniertheit aber nicht.

    Fast möchte man wünschen, dass die offiziell nicht existente Islamisierung diese widerliche Kötervolk ausmerzt, auch wenn dabei ein paar wirklich echte Gutmenschen als Kollateralschäden zu beklagen wären.

    Solange die wenigen Klugen immer nachgeben, regieren die vielen Dummen.

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