Mittwoch, 12. August 2020

Corona-Impfstoff: Wie Russland mit Sputnik V die Welt provoziert

Unverantwortlich schnell hat Russland auf einem Sonderweg einen eigenen Impfstoff gegen Covid-19 entwickelt.
Impfstoff für alle sofort und sicher, weltweit, kostengünstig und kompromisslos getestet, so sieht das Versprechen aus, das Politiker weltweit ihren Bürgerinnen und Bürgern im Kampf gegen die Corona-Pandemie machten. Gerade in der EU, dem moralischen Zentrum der Welt, stand von Anfang an fest, dass es weder Kompromisse bei der Sicherheit noch krumme Deals bei der Verteilung der ersten Impfstoffdosen geben wird: Statt acht Jahre lang zu forschen und zu testen, würde man die Suche einfach auf acht Monate verkürzen. Und statt mit der Impfung eines einzelnen Menschen zu beginnen, die "neue Normalität" (Olaf Scholz) der Corona-Zeit zu beenden, würden einfach acht Milliarden Erdenbürger gleichzeitig geimpft, versprachen Ursula von der Leyen und Angela Merkel.

Dass es der Russe ist, der mit einem "Impfstoffmurks" (FAZ) böse dazwischengrätscht, liegt in der Logik des neuen Kalten Krieges begründet. Statt in Ruhe abzuwarten, bis verlässliche deutsche Unternehmen ihren Covid-Impfstoff entwickelt haben, ist Moskau vorgeprescht und hat ein angebliches eigenes Serum "zur Marktreife gepeitscht" wie die Wirtschaftswoche kopfschüttelnd anmerkt. Zweifel seien mehr als angebracht, schreibt auch der "Spiegel", der das Mittel mit dem kryptischen Namen "Gam-COVID-Vac Lyo"  "nach medizinischen Standards" für nicht "gut genug für eine Zulassung getestet" hält.

Typisch Russe, ein echter Putin. Nur um die anderen, verantwortlich handelnden Staaten zu düpieren, die "frühestens Ende dieses Jahres, Anfang nächsten Jahres" (Spiegel) mit einem Impfstoff rechnen, riskiert der Kreml für die auch "Sputnik V" genannte Todesdroge alles. Putin habe sogar seine Tochter schon infizieren lassen, berichtet die "Tagesschau". Obwohl die die für ihre medizinische Expertise bekannte WHO warne. Schnell dürfe es gehen. Aber nicht zu schnell, wenn der Falsche Erster wird.

Putins Ziel ist wie immer die Weltgeltung, Putins Ziel ist der Machterhalt durch eine vorfristige Präsentation eines vermeintlichen Impfstoffes unter Vernachlässigung aller Risiken, um ein neues Kapitel russischer Großmachtpolitik zu schreiben.

Natürlich fallen Medien im Westen auf den durchsichtigen Versuch nicht herein. Wo die russische Provokation überhaupt Erwähnung findet, reportieren erklärte Impfgegner den Fall: Von "Spiegel" bis "Wirtschaftswoche", von FAZ bis SZ führt gesunde Skepsis die Feder, dass ausgerechnet dem Russen gelungen sein soll, was Moderna, Novavax und Johnson & Johnson, AstraZeneca, Biontech und Curevac, Sanofi und Glaxo Smithkline bisher nicht geschafft haben.

"Ergebnisse klinischer Prüfungen am Menschen wurden bislang nicht veröffentlicht", klagt der "Spiegel". Russische Nachrichtenagenturen hatten berichtet, dass Gam-COVID-Vac Lyo keine Nebenwirkungen habe, weil der Stoff aus bereits getesteten früheren Grippeimpfstoffen entwickelt worden sei. Keine Nebenwirkungen? Sehr unwahrscheinlich, warnt die Hamburger Apothekenrundschau 2.0: "Bei im Grunde allen Impfungen, die injiziert werden, kommt es mindestens zu Schmerzen oder auch Rötungen an der Einstichstelle."

4 Kommentare:

  1. Pressedialektik: Wenn Putin schon weiß, dass der Impfstoff wirkt, dann wissen unsere Journalisten schon, dass er 'Murks' ist.

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  2. Kurz zusammengefasst: War erlaube Putin! Und wenn sie tausendmal hilft, diese russenentwickelte Plörre wollen wir hier nie und nimmer. Da wird unsere Regierung plötzlich doch zum Impfgegner. Man sehe und staune.

    Andererseits, wären die Berichte wohlmeinender wenn Trump einen Impfstoff aus seiner virenverseuchten Kapitalistenhölle präsentieren würde?

    Aber hatte wirklich jemand ernsthaft angenommen, das mit all unseren Regulierungen, Vorschriften und Bevormundungen, der Impfstoff in Europa zu erst entwickelt werden würde?
    Falls es denn jemals eine wirksame Impfung geben sollte, werden wir sie hier garantiert als aller allerletzte bekommen.

    Bis zur nächsten Wahl werden sich unsere plötzlich wieder so beliebten und erfolgreichen Politiker doch außerdem dieses Thema nicht nehmen lassen. Es steht doch auch schon der Winter mit dann endlich sicher wieder höheren Fallzahlen vor der Tür. Welcher Wahlkämpfer in regierungsverantwortlicher Position hofft denn nicht auf die zweite oder dritte Welle? Da kann man wieder Handlungsfähigkeit und Tatkraft simulieren. Die Bevölkerung, die des Themas und der Einschränkungen langsam leid wird, wieder auf Kurs bringen. Corona darf hier keinesfalls zu früh auslaufen.

    Ich würde daher schätzen, erst werden im Winter und Frühjahr heldenhaft die witterungsbedingten Anstiege der Fallzahlen mit einem Lockdownchen und einer Einschränkung hier und dort bekämpft werden. Aber keinesfalls irgendetwas flächendeckendes. Noch mehr Arbeitslose will ja auch niemand haben. Im nächsten Sommer wird dann von den zuschussabhängigen Medien festgestellt werden, das wir mit den dann wieder fallenden Zahlen und Blick auf die Wahlen im Herbst gerade noch einmal gerettet wurden. Bis etwa September nächsten Jahres kann es daher auch bestenfalls nur unsichere Mittelchen in kleinen Mengen geben. Der absolut sichere und wunderwirksame Impfstoff für Deutschland kommt dann in ausreichenden Dosen pünktlich als Wahlgeschenk.

    So würde ich es zumindest machen, wenn ich Bundeskanzler werden wollen würde.

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  3. Man hüte sich vor dem Russen! Um so mehr, wenn er in der Mund-Nase-Maske des Wohltäters daher kommt. Daß Wladimir Wladimirowitsch Leib und Leben einer seiner Töchter - er hat ja 2 - für die Corona-Weltherrschaft aufs Spiel setzt … wer hätte daran gezweifelt? Wenn allerdings sein Kumpel Gerhard, das alte Schlitzohr, sich „Gam-COVID-Vac Lyo" spritzen läßt, mach ich´s auch.

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  4. Betrüblich ist, daß für Le Penseur und Fragolin, jene sonst so gewitzten Ostmärker, das Rinnsteinblättchen David-Frankfurter-Allgemeine ofenkundig noch so etwas wie ein ernstzunehmendes Medium darstellt.

    "Es gibt eben keine Größe ohne Flecken" - aus "Operation Sodom" von Jerzy Jurandot - noch ein anderes Zitat daraus: "Der Weltuntergang ist Erntezeit für Pfaffen und Kneipiers."

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