Mittwoch, 21. April 2021

Mit Trampolineffekt: Laschet startet durch

Eine Umfrage wie eine Ohrfeige: Aber Armin Laschet weiß, dass tief fallen muss, wer wie Phönix auferstehen will.

Es hagelte Häme überall, als der derzeitige Kanzlerkandidat von CDU und CSU nur Stunden nach seiner Kaiserschnittgeburt die ersten  Umfrageergebnisse kassierte. Sechs Punkte runter für die Laschet-Union bei Forsa, ein Absturz, der das langsame Niedersinken der letzten Monate noch einmal beschleunigt. Während die grüne Konkurrenz nach der Ernennung von Annalena Baerbock zur Kanlerinnenkandidatin durchstartet wie seit Fukushima nicht mehr: Fünf rauf geht es für die nunmehr einzige Volkspartei mit ihrem neuen Neuanfangsangebot. Traumwerte nicht zuletzt für die SPD, die immer noch im Schulz-Zug fährt und sich unter dem wackeren Olaf Scholz mit nur noch 13 Prozent allmählich dem Erdmittelpunkt nähert.  

Zweikampf am Trampolin

Armir Laschet aber scheint kaum beunruhigt. Der im Zweikampf mit dem bayrischen Populisten Söder siegreiche Anwärter auf die Merkel-Nachfolge weiß genau, gegen wen er kämpft: Annalena Baerbock war früher Trampolinspringerin, ein Sport, in dem das Hinfallen zum Geschäft gehört, weil der Sportler so aus dem eigenen Körpergewicht und der Schwerkraft die Energie gewinnt, sich nach oben zu katapultieren.

Nur wer richtig fällt, kann hoch steigen. Nur wer sich zutraut, den Absturz als unerlässlichen Ladevorgang für den nächsten Sprung nach oben zu akzeptieren, hat eine Chance, wo keine zu sein scheint. Laschet, der in unendlichen Hinterzimmerschlachten gestählte Mann aus Aachen, weiß das genau. "Wir werden als CDU & CSU voller Grundvertrauen und mit einem gemeinsamen Wahlprogramm in den Wahlkampf ziehen", hat Laschet in seiner typischen charismatischen Art gleich nach seiner Akklamation einen harten Kampf ums Kanzleramt angekündigt. Die Bundestagswahl sei eine "Richtungsentscheidung" schrieb er, mit Bedacht noch auf die weiter hinten im Patronengürtel steckende "Schicksalswahl" verzichtend. Es geht um Grün-Rot-Rot oder Überleben, um Weiterso oder Garnichtmehr, um eine Regierung der Mitte in der Mitte Europas, die Klima kann, aber auch Gerechtigkeit und Wohlstand für alle.

Ein geübter Taktiker

Peter Tauber, der in seiner Zeit als CDU-Generalsekretär vorgeschlagen hatte, Grundrechtsgefährdern die Grundrechte zu entziehen, sieht Laschet gewappnet. "Wer gegen Hannelore Kraft eine Wahl gewinnt, wer sich gegen Friedrich Merz durchsetzt und sich gegen Markus Söder behauptet, der kann Kanzler". schrieb er, allerdings ohne auszuführen, wie derjenige Kanzler werden könnte, wenn ihn trotz seines beeindruckenden track records bei der Niederschlagung außer- und innerparteilichen Konkurrenten niemand so recht leiden und kaum einer wählen mag.

Fünf Monate, einer davon während der Fußball-EM und zwei voller Sommerferien, hat Armin Laschet, den traurigen Trend mit einer Reihe von Plakatmotiven, programmatischen Reden, durchgeschnittenen Einweihungsbändern und Gastauftritten in Fernsehsendungen zu drehen. Genug Zeit für einen Profi wie Armin Laschet, der ganz genau weiß, dass tief fallen muss, wer wie Phönix aus der Asche auferstehen will. Den ersten Teil seiner Aufgabe, der Kandidat zu werden, den keiner will, hat er bereits erledigt. Nun kommt es nur noch darauf an, die Wählerinnen und Wähler davon zu überzeugen, dass es auf Beliebtheit gar nicht ankommt. Sondern nur darauf, wo die Leute am Ende ihr Kreuz machen.

Kommentare:

  1. Wenn Forsa die Telefonleitungen der bevorzugten Repräsentativen belegt, muss die Konkurrenz die zweite Garde anrufen. So sieht dann das Ergebnis aus:
    https://twitter.com/argonerd/status/1384604780241334274/photo/1

    Könnte natürlich auch sein, dass der Forsa-Institutsleiter und glühende Sozialist Manfred Güllner erneut sehr kreativ bei seinen Suggestivfragen war. Wobei, das vom CDU-Mann Hermann Binkert gründete INSA hat komischerweise bei seinen Umfragen immer die CDU am oberen Level.

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  2. Oh, was hat Fefe denn heute im Tee gehabt?
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    http://blog.fefe.de/?ts=9e81323d

    Können wir uns mal bitte endlich darauf einigen, dass Frauen (und besonders junge Frauen) keine Lichtfiguren ohne Fehl und Tadel sind sondern genauso blöde, verblendet, bösartig und inkompetent wie Männer sind? Ihr faselt immer von Gleichberechtigung und Gleichbehandlung und dann nehmt ihr bei Frauen einfach an, ihre Fürze stänken nicht.
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    Ja. einverstanden. Besonders manche Frauen.

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  3. Qualitätsoffensive bei Fefe, in der Tat.

    Fefe:
    Und wen stellen sie [Die Grünen] da auf? Eine Talkshow-Touristin, die bisher ausschließlich durch Hohlphrasen, Empörung und Wokeness aufgefallen ist.

    Oder fällt von euch jemandem was ein, was die mal geleistet hätte?

    Übersehe ich was oder ist die nicht nur die personifizierte Frauenförderung sondern bestätigt direkt auch noch alle Vorurteile.

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  4. Carl GustafApril 21, 2021

    "Nichts wollte ich mehr, als dieser Republik als Kanzler zu dienen." Robert Habeck (der neue Dalai Lama (M. Feldenkirchen)).

    Eins hat der Robert dann der Annalene aber doch vorweg. Er ist der erste gescheiterte Kanzler:in-Kandidat:in der Grünenden. Eine Erfahrung, die er Annalena fünf Monate voraus hat.

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  5. Die Forsa-Umfrage und das Interview mit der nächsten Gottkanzlerin bei Pro7 weißen schon mal den Weg für die nächsten Monate. Herr Laschet und die restliche CDU können sich warm anziehen. Das erste Mal seit 2015 wird denen jetzt von den Medien der Wind ins Gesicht blasen. Die verehrte Merkel hört wohl auf und die Grünen könnten es diesmal, zumindest auf dem Papier, wirklich an die Spitze schaffen.

    Diese Chance kann sich kein woker Journo oder Umfrageinstitutsbesitzender entgehen lassen.
    Die einstigen Gelegenheitslieblinge kann man nunmehr getrost fallen lassen, da man jetzt endlich die eigentlichen Herzensfreunde mit allem was man hat unterstützen kann. Eine Schamgrenze braucht nicht mehr eingehalten zu werden.

    Die CDU könnte jetzt darauf reagieren indem sie ihr noch verbliebendes Rest-Rückgrad ein wenig streckt, ihr konservatives Profil etwas nachschärft und auf den Wähler hofft oder indem sie noch viel mehr grüne Felder beackert um wieder lieb Kind bei den Medien zu sein. Dreimal dürfen Sie raten in welche Richtung es gehen wird.

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  6. Söder nimmt den Trostpreis
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    https://www.welt.de/article230565757/Markus-Soeder-gibt-klein-bei-und-wird-Kanzlerkandidat-der-SPD.html

    Söder gibt klein bei und wird Kanzlerkandidat der SPD

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  7. verbliebendes Rest-Rückgrad

    Auch Du, Jodel, auch Du ... Seufz.

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  8. Pipi-Artikel Die Pandemie verlässt uns nie ---

    >> Die Folgewirkung: 60 bis 80 Prozent der Intensivpatienten waren bisher Immigranten der ersten oder zweiten Generation. Offenbar ist deren Lebensweise und Sippenzusammenhalt Corona-ansteckender als das individuellere Leben der übrigen Bevölkerung. Daraus aber Freiheitsbeschränkungen für die Gesamtbevölkerung und für die gesamte Wirtschaft zu machen, war eher Panik als vernünftiges Handeln. <<

    Quark. - Es ist gewollt, es ist Kalkül. Schon Rosenfeld wußte, daß es in der Politik keine Zufälle gäbe - was da läuft, war auch so geplant.

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  9. @Anonym
    Wer ist schon komplett immun gegen den grammatikalischen Zeitgeist? Ab und an grüße auch ich den Gesslerhut. Ich bin schon froh, solange sich nicht das Gendersternchen bei meinen dahingerotzten Texten einschleicht. Mea maxima culpa. Wenn Sie sich frei von Schuld fühlen, werfen Sie ruhig weiter Ihre Steinchen.

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  10. So ganz hat Fefe das nicht mitgeschnitten.
    Die SPWs haben nicht die Grünen, sondern die Regierung Kohl an die Türkei geliefert.

    https://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-militaerplaene-gegen-pkk-krieg-mit-second-hand-panzern-aus-deutschland-1.889735

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