Montag, 22. Mai 2023

Am schlimmsten betroffenes Gebiet: Nun sterben schon die Toten

Nun sterben schon die Toten

Es ist noch einmal eine neue Eskalationsstufe der Klimakrise, ein Warnsignal wie damals die Lasterkolonnen aus Bergamo, Menetekel und Mahnung. Italien zahlt in diesen Tagen und Wochen eine bittere Rechnung für seine Entscheidung, sich einer Postfaschistin in die Arme zu werfen, die EU nicht mehr ernstnehmen zu wollen und sich im Streit um Außengrenzen, Klimaziele und Deindustrialisierungsprogramm womöglich auf die Seite Moskaus, Warschaus und Budapest schlagen zu wollen.  

Fluten auf dem Stiefel

Es regnet und zugleich herrscht Dürre auf dem Stiefel, der das alte Europa über Jahrhunderte brutal unter seiner Sohle hielt. Gott schickt zwei seiner Plagen zugleich. Ein Vorgang, der die Fantasien selbst der trockensten Nachrichtenmänner in den Redaktionsstuben der deutschen Leitmedien befeuert. Dort wo es "zu kalt" (MoMa) ist und ausnahmsweise einmal oberflächlich feucht, nicht aber nass und schon gar nicht durchgehend trocken, muss die italienische Flut als Brücke zur somalischen erklärt werden. Dort, wo nur 0,03 Prozent der Klimagase verbraucht werden, haben Wassermassen "kontrastreiche Wetterextreme" (Stuttgarter Nachrichten) ausgelöst. Die nun in Kombination mit dem "recht respektlosen" (Spiegel) Umgang des früheren Achsen- und heutigen  EU-Partners mit der Natur zu "hausgemachten Problemen" führt, die die "Klimakrise noch verschlimmert".

Die Plagen, die Plagen. Kaum ist Portugal aus der Tagesschau raus, weil es dort nicht mehr "zu heiß" ist, und Spanien abgehakt, weil es sich für die Jahreszeit eher normal temperiert präsentiert, geht der Blick dorthin, wo noch etwas passiert. Hochwasser nicht im Ahrtal, sondern in Italien.  Cholera und Masern in Somalia, ausgelöst durch ein "außergewöhnlich langes Anhalten des Wetterphänomens La Niña", das eine "Abkühlung des Pazifischen Ozeans" zur Folge hatte. Klimawandel am Horn von Afrika, verschlimmert durch die russische Invasion in die Ukraine und eine schon lange prekäre Sicherheitslage. Die Lage in Bayern ist natürlich auch angespannt. Doch das muss den Sportteil füllen.

Essenz der Ehec-Seuche 

Was bleibt da noch. Man muss nehmen, was man kann. "Elf Tote sterben in den Horror-Fluten" heißt es wie in einer apokalyptischen Fortsetzung der traurigen Essenz der Seuchen-Saison von 2011. Damals musste ganz objektiv konstatiert werden, dass viele Ehec-Tote wohl nie mehr ganz gesund werden würden. Heute nun sterben die, die nicht überlebt haben, in den monströsen Klimafluten im Süden. Betrachtet aus Deutschland, dem am schlimmsten betroffenen Gebiet, das unter einem zwölfstündigen  "Hitze-Hammer" mit 28 Grad stöhnt, tröstet das Leid der anderen, es warnt aber auch. Wenn Somalia mit nur 0,03 Prozent Klimaschuld überflutet werden kann, was droht dann einem Land, das zwei Prozent verschuldet? 66-faches Leid? 60 mal höhere Flutwellen?

Immer mehr Regen und immer mehr weniger zugleich. Steigende Temperaturen und Meeresspiegel. Dazu das Ende der Klimawende durch die rechte Hasskampagne gegen die führendsten Köpfe hinter der Ausstiegsstrategie und den Verrat treuer Verbündeter  am "Jahrhundertprojekt" Heizungstausch. Die Welt steht vor einem Abgrund, dem nun nicht einmal mehr die entkommen können, die schon gestorben sind. Man kennt die Ursachen der vielen Extremwetter nicht, aber der Grund ist nur zu gut bekannt: "Politikversagen", das "viele Einwohnerinnen und Einwohner barfuß und in Panik in der nächtlichen Dunkelheit vor den Wassermassen" fliehen lässt. Der Boden kann die sintflutartigen Regenfälle nicht aufnehmen. Seit Tarquinius Priscus das Forum Romanum trockenlegte und Tarquinius Superbus die unterirdisch verlaufende Cloaca Maxima ausbauen ließ, hat es das nicht mehr gegeben.

2 Kommentare:

  1. Wenn ich mich als Frau deklarieren darf, dann sollten Tote auch ertrinken können.

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  2. der punkt geht an dich. sehr gut analysiert

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