Samstag, 20. Juni 2026

Kulturrevolution: Der tanzende Tyrann

Der Massenmörder Mao ist heute noch ein geachteter Mann nicht nur in China.

Es war Sommer im Reich der Mitte, als vor 60 Jahren ein politische Gewitter hereinbrach und die Großwetterlage änderte. Abrupt, radikal und ohne Vorwarnung stürzten sich Parteizeitungen und Armeeblätter in den Kampf gegen einen Gegner, den es noch ein paar Wochen zuvor nicht gegeben hatte.

Die Blätter überschlagen sich mit schrillen Parolen. Der Kampf gegen "Revisionisten" stand plötzlich auf der Tagesordnung. Die Abrechnung mit "bürgerlichen Autoritäten" musste sofort beginnen. Um seine schwindende Macht neu zu gründen, inszeniert der Parteivorsitzende Mao Zedong eine Kulturrevolution. Der Große Vorsitzende stürzt sein Land ins Chaos.

Kinder wie Körperteile 

Die Kinder heißen hier wie Körperteile. Das soll Glück bringen, dabei zählen alle die, die in Mo Yans Buch "Der Überdruss" einen Namen haben und laute er auch "Galle" oder "Bein", ohnehin zu den Glücklichen. Sie sind geboren worden, sie wurden nicht abgetrieben, auch nicht im siebten oder achten Monat, als ihre Mütter die Hoffnung aufgaben, die verbotene Schwangerschaft mit weiten Kleidern und eng geschnürten Tüchern verborgen zu können. 

Mo Yan wuchs in jener verrückten Zeit auf, die heute die "Kulturrevolution" genannt wird. Ein Bauernsohn aus der Provinz Shandong zur Welt. Mit zwölf muss er die Schule verlassen und in einer Fabrik arbeiten. Eigentlich heißt er Guan Moye. Mo Yan nennt er sich weil das "Sprich nicht!" bedeutet. Seine Eltern hatten ihm beigebracht, besser immer den Mund zu halten, um keinen Ärger zu bekommen.

Der Steuermann wird verziehen 

Eine Überlebensstrategie, die Mo Yan schließlich zum Literaturpreisträger macht. Chinas oft als "Staatsgründer" bezeichneter Kommunistenführer Mao Zedong ist der der einzige Massenmörder der Weltgeschichte, dem seine Taten verziehen worden sind. Nach einigen Jahren direkt nach seinem Tod, als der 1893 in Zentralchina geborene "Große Steuermann" in Ungnade gefallen war, erlebte er in seinem Heimatland eine aus deutscher Sicht unfassbare Renaissance.

Mao, der China nahezu zerstört hatte, gilt einer chinesischen Gesellschaft, die überwölbt wird von einer toten Ideologie, als Führer in besseren Zeiten. Die Seen von Blut, das Leid und die zerstörten Schicksale zählen nicht mehr. Schwärmerisch trauern viele Chinesen der Ära nach, als der "Überragende Führer" sein Volk in eine glorreiche kommunistische Zukunft führte.

Eine Ikone in China 

Mao-Bilder und Statuen stehen wie Ikonen in den Wohnungen vieler einfacher Leute in China - dort, wo früher die Ahnen-Tafeln hingen und die Reliquien-Schreine ihren Platz hatten. Weihrauch-Stäbchen werden vor Mao-Bildern abgebrannt. Der Vorsitzende Mao gilt als "Sohn des Himmels", den man nach Haus einladen kann, um die bösen Geister zu vertreiben. In Shishi sammelten die Einwohner Geld, um erstmals einen Tempel für den "Gott Mao" zu bauen. Die größte Statue Massenmörders steht auf der Orangen-Insel in Changsha. 32 Meter hoch, zeigt sie den jungen Mao mit wallendem Haar.

In Peking wird an allen Straßenecken Mao verkauft wie in Moskau Stalin-Matroschkas. Selbst einen Mao-Liederwettbewerb hat es in Pekinger Karaoke- Bars gegeben. Im Bergdorf Shaoshan in der Hunan-Provinz, wo Mao seine Kindheit verbrachte, hat die Ortsparteigruppe rund um das lehmgedeckte Bauernhaus, in dem die Ikone geboren wurde, einen Tourismus-Komplex mit Hotel, Mao-Restaurants, Mao-Souvenir-Läden, Bus-Parkplatz und Getränke-Fabrik aufgebaut. Sie stellt "Mao-Schnaps" her.

Ein Glassarg für den Führer

Die Kommerzialisierung ist ein später Sieg über das Erbe des Großen Vorsitzenden, der stolz darauf war, nie Geld bei sich zu haben. Mao selbst liegt seit dem 9. September 1976 in einem Glassarg im Mausoleum auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking. Zuständig für die Erhaltung der Leiche ist Xu Jing, ein Embryologe, der als Direktor der Mao Zedong-Gedächtnishalle dient. Erst unlängst wurde bekanntgegeben, dass die Gerüchte nicht stimmen, nach denen Mao die Farbe gewechselt habe und schrumpfe. 

Das tut er nicht. Ganz im Gegenteil. Der US-Historiker Rudolph Joseph Rummel, Erfinder der Theorie des Demokratischen Friedens, nach der sich demokratien nie gegenseitig mit Kireg überziehen, hat für Maos Schaffen den Begriff "Demozid" geprägt, der den systematischen Mord an Zivilisten durch ihre eigene Regierung meint. Maos China diente Rummel als bestes Beispiel: In Maos Regierungszeit seien mehr als 38 Millionen Chinesen durch Hunger, Katastrophen, durch Mißwirtschaft oder Verfolgungen ums Leben gekommen, rechnete Rummel zusammen. Allein der "große Sprung vorwärts" in den 50er Jahren forderte 27 Millionen Tote. Die Kulturrevolution, die im Sommer 1966 losbrach, noch einmal zwei bis drei. 

Mehr Todesopfer als alle Kriege 

Demozide haben Rudolph Joseph Rummel zufolge im 20. Jahrhundert mehr Todesopfer gefordert als alle Kriege zusammen. Doch es ist ihm verziehen worden: Während Hitler in Deutschland für das Ur-Böse steht und Stalin in Russland erst am Anfang einer reinwaschung steht, musste die Propaganda-Abteilung des ZK der KP Chinas zuletzt Propaganda für Maos Nachfolger Deng Xiaoping machen, um ein Gegengewicht zur Mao-Begeisterung zu schaffen. In einer Verordnung an die Fernsehund Rundfunksender sowie die Zeitungen wurde die Anweisung erteilt, die Theorien von Deng herauszustellen. 

Die offizielle Sprachregelung der Bewertung des Lebenswerkes von Mao läuft nun darauf hinaus, daß der "große Vorsitzende" ja jede Menge Wertvolles zur Einigung des Landes und für den Sieg des Kommunismus im Jahr 1949 geleistet habe. Danach habe er "Fehler gemacht" und deshalb sein Ziel verpasst, China die richtige Wirtschaftspolitik zu verschreiben. Maos historische Leistung sei es gewesen, die Nation gegründet und Millionen Chinesen kommunistisches Gedankengut eingepflanzt zu haben.

Vorbild für Merkels Jacke 

Der Mann, der die so bewusst bescheiden designte Mao-Jacke erfand - ein frühes Vorblid für die Pokemon-Jäckchen, die Angela Merkel stets trägt - huldigte selbst einem kaiserlichen Lebensstil. Er war ein Orwell-Tier, das besser war und besser lebte als die anderen. Außerdem korrumpierte er seine Umgebung. Enge Mitarbeiter versorgte er mit Stadthäusern, Günstlinge sonnten sich in seinem Licht und waren dafür bereit, alle seine Befehle auszuführen.

Der Publizist Harrison Salisbury hat das Privatleben des Diktators in seiner Doppelbiographie über Mao und Deng nacherzählt. Der einstige litt unter chronischer Schlaflosigkeit und nahm Medizin, damals war das Morphin oder Kodein. Mao-Gefährten rauchten Opium, womöglich um ihr geplagtes Gewissen zu beruhigen. Bereits in der Zeit des "Langen Marsches" in den 30er Jahren liebte Mao Tanz-Partys, wie sie sich die Revolutionäre von der amerikanischen Kommunistin Agnes Smedley hatten beibringen lassen.

Der tanzende Tyrann 

Während die Kulturrevolution tobte, wurde Foxtrott und Tango getanzt. "Mao tanzte wie ein Bär", schreibt Salisbury. Mao hatte sich vor der "Halle der Purpur-Pracht" einen geheizten Swimmingpool in Olympia-Größe bauen lassen. Auch im hohen Alter umgab sich Mao mit jungen Bauernmädchen, er hatte Affären mit Sekretärinnen und Zugbegleiterinnen, die auf Anweisung seines Gefolges hübsch und jung zu sein hatten. Eine dieser Schaffnerinnen, Zhang Yufang, die natürlich von Hofschranzen in eine Position manövriert worden war, daß sie Mao auffallen mußte, wurde ganz offiziell als "Geliebte Nummer eins" bezeichnet.

Offiziell war Mao viermal verheiratet und hatte sechs Kinder. Vom offiziell verkündeten Idealismus Maos blieb jedoch bei den Nachfahren nicht viel. Ein Mao-Enkel sagte sich öffentlich von seinem Großvater los und bezeichnete ihn als "Tyrannen".

Zwei harte Ruderschläge 

Wie auch nicht. Mit dem "großen Sprung" riss der große Steuermann das Ruder einmal herum, mit der Kulturrevolution ein zweites Mal. Bis in seine letzten Lebensjahre, als Mao, der langsam erblindete, buchstäblich an der Hand geführt werden musste, blieb er der unumschränkte Herrscher, dessen Dekrete eine staatliche Geburtenkontrolle einführten, Bauern verpflichteten, hinterm Haus in Lehmöfen Stahl zu schmelzen, "Abweichler" aus den Universitäten auf Großbaustellen und in Lager verbannte.

Maos Maßnahmen zur Wohlstandshebung waren wie die Stalins Auslöser für Leid, für Tod und Traumata. Doch die nachkommenden Generationen haben ihm verziehen. Keine chinesische Familie hat nicht irgendwo Opfer zu beklagen. Doch nur wenige beklagen sich.

Plaudern über die Hungerjahre

Mo Yan lässt seinen Erzähler Wan Fuß vom Dorfleben berichten, er plaudert über die Hungerjahre, in denen die Kinder Kohle aßen, und er scheint den aufrechten kommunistischen Helden im Ort zu bewundern, der wie ein Fels zur ruhmreichen Partei steht, was immer auch geschieht. 

Wenigstens nach außen hin. Denn so laut auch die Zustimmung der Menschen zu den klugen Beschlüssen des Führers Mao Zedong in den Dorfversammlungen erschallt, so klein schrumpelt sie zusammen, wenn es um das eigene Schicksal geht. Der Autor ist ein kleiner Junge, als die Folgen des Großen Sprungs nicht nur als Tote, sondern auch wirtschaftliche Verheerungen zutage treten. Millionen sind verhungert. Weil die Wirtschaft zerstört ist, wird der Alltag zum Überlebenskampf.

Ein möderisches Desaster

Dennoch. Als Mao nach dem mörderischen Desaster seiner Instantindustrialisierung seinen Sturz in der Kommunistischen Partei fürchten muss, löst er im Sommer vor 60 Jahren die Kulturrevolution aus. Bei Die Roten Garden, eifrige Kinder, Jugendliche, Lehrlinge und Studenten, terrorisieren die Älteren auf Geheiß des Großen Führers mit Umerziehung, Terror und Mord traktieren. "All die große Gewalt, die diese Revolution freigab, einschließlich der blutigen Gewalt, kam von uns Kindern", schreibt Bei Dao in seinem Buch "Gezeiten". 

Der Autor war selbst einer der Eiferer. Auch er beteiligt sich an Misshandlungen. Die Drangsalierten sind Opfer von Verleumdungen, weil sie alt sind - "Boomer", würden man heute sagen. Oder den falschen Beruf haben. Besonders gefährdet sind auf einmal Lehrer und Professoren. Beliebt ist die öffentliche Vorführung der Abweichler auf Plätzen oder auf Lkw, wo man sie für ihre Sünden beschimpft und schlägt.

Was zählt ist der Machterhalt


Was zählt ist die Doktrin, was zählt ist das Staatsziel. Auch Mo Yans Erzähler Wan Fuß gerät in die Realitätsfalle: Seine Frau wird zum zweiten Mal schwanger. Um seinen Posten bei der Volksarmee behalten zu können, überredet er sie zur Abtreibung.

Was ursprünglich als halbjähriger Kraftakt angekündigt wurde, ein "Wumms" oder besser, zusammen mit dem Großen Sprung, ein "Doppelwumms", entwickelt sich zu einer zehnjährigen Tragödie. Mao inszeniert die Bewegung als moralische Erneuerung, als Rückkehr zum reinen, sauberen Sozialismus. Den zu erreichen, ist eine gnadenlose Säuberung nötig. Sie rollt durch Partei und Staat wie zu Zeiten von Stalins großer Säuberung: Selbst Führungsfiguren wie Staatspräsident Liu Shaoqi oder Generalsekretär Deng Xiaoping werden entmachtet, öffentlich diffamiert, politisch vernichtet.

Das Leitungsgremium der Kampagne 

Nur 28 Prozent der Politbüro- und 34 Prozent der Mitglieder des Zentralkomitees behalten ihre Posten. Vorsichtig geworden durch die fürchterlichen Erfahrungen beim Sprungversuch, werden Wirtschaft und Landwirtschaft dieses Mal verschont. Das Leitungsgremium der Kampagne, offiziell "Gruppe für die Kulturrevolution beim ZK", konzentriert den Umbau auf Politik, Kultur, öffentliche Meinung und Bildungseinrichtungen. 

Es geht um Deutungshoheit, um Denken, um das, was gesagt und geglaubt werden darf. Vor allem die Jugend lässt sich von Maos Propagandalosungen elektrisieren. Sie will innere Feinde ausschalten und geht der Idee der Errichtung einer neuen Welt nach, die jetzt gleich entstehen soll. Klassenkampf wird zur Lektion, Mao zur Ikone, sein Wort zur unantastbaren Wahrheit.

Ein Land ohne Ablenkung 

In einem Land ohne Ablenkung, ohne Ventile für Frust und Unzufriedenheit, entfaltet diese Botschaft eine explosive Wirkung. Junge Menschen, gefangen zwischen Ideologie, Erwartung und Perspektivlosigkeit, finden plötzlich ein Ventil. In kurzer Zeit wird aus der Roten Garde (Hongweibing), die sich im Mai an einer Pekinger Schule gründet, eine landesweite Bewegung. Was folgt, ist ein Flächenbrand. Jugendliche in Uniform, mit roten Armbinden und Maos Zitaten im Gepäck, ziehen durch Städte und Dörfer und sorgen für Chaos und Terror. Unter der Parole, "Schlag gegen die Alten Vier" werden Ideen, Kultur, Bräuche und Gewohnheiten zerschlagen.

Die Dynamik entgleitet rasch jeder Kontrolle, auch der der Partei. Niemand kann das stoppen, was Mao losgetreten hat. Der Versuch würde schaden. Bald herrscht ein Klima blanker Anarchie. Aus der geplanten politischen Kampagne wird ein Strudel aus Denunziation. Lehrer werden zu Feindbildern. Intellektuelle werden verhaftet und angeklagt. Wer Kritik übt, wird beschuldigt, die Kulturrevolution zu sabotieren. 

Alle Pläne vereiteln

Auf revolutionären Wandzeitungen ist zu lesen: "Wir müssen die Revisionisten beseitigen und alle ihre Pläne vereiteln; wir müssen alle finsteren Elemente und alle konterrevolutionären Revisionisten chruschtschowschen Typs entschlossen, gründlich, restlos und vollständig vernichten und die sozialistische Revolution bis zum Ende führen." Wie in jedem Machtrausch müssen die Maßnahmen verschärft und immer neue feinde gefunden werden, um das Feuer am lodern zu halten. 

Die Tiraden gegen vermeintliche Feinde werden immer wahnwitziger. Begriffe wie "Revisionist" oder "Konterrevolutionär" werden nie genau definiert. Spätere Manipulatoren lernen daraus: Bewusst vage bleiben, erhöht die Flexibilität. Jeder kann gemeint sein, jeder wird verdächtig.

Alle müssen entlarvt werden 

Die meisten Vorwürfe sind natürlich aus der Luft gegriffen. Ein wesentliches Merkmal der Kulturrevolution liegt in ihrer Unbestimmtheit. Vom "kapitalistischen Machthaber" über den "Zweifler" geht jeder den "falschen Weg", der nicht auf dem richtigen ist.

Alle müssen entlarvt werden. Niemand weiß aber, was genau diese Begriffe zu bedeuten haben. Einige handeln aus Überzeugung, viele aus Opportunismus, nicht wenige aus schierer Angst. Militär und Polizei schauen tatenlos zu, aus Angst, selbst ins Visier zu geraten. Die Roten Garden richten Blutbäder an. Sie zerreißen Familien, beenden Karrieren. Kinder zeigen Eltern an, Partner verraten einander. Selbst verdiente Genossen werden gedemütigt, misshandelt und getötet.

Ein Furor aus Wut 

Es ist ein Furor, der weniger von Ideologie als von aufgestauter Wut gespeist wird. Wieso ist China arm, wo das Land doch Mao hat und die einzige wissenschaftliche Weltanschauung? Wieso haben sich die Alten damit abgefunden, dass die welt ist, wie sie ist?

In grenzenloser Grausamkeit richten die Roten Garden Nachbarn, Freunde, Fremde. Auch das kulturelle Erbe des Landes bleibt nicht verschont. Tempel, Bücher, Kunstwerke, alles wird im Namen der Erneuerung zerstört. Je länger die Bewegung andauert, desto deutlicher zeigt sich ihr grausamer Kern. Sie hat kein Ziel. Sie arbeitet nicht auf eine Alternative hin. Sie wird angetrieben vom Neid, der als Hass marschiert.

Jeder Widerstand gebrochen 

Bis 1968 hat Mao seine Macht konsolidiert, seine Rivalen sind ausgeschaltet, jeder Widerstand ist gebrochen. Der große Vorsitzende ist dort, wo er hinwollte. Doch er erkennt, dass er die Dynamik der Tobenden nicht stoppen kann. Notgedrungen setzt er die Volksbefreiungsarmee ein, um die Garden zu entmachten, die sein Bild mit sich tragen. Jetzt werden Millionen Jugendliche aufs Land verbannt. Sie landen für Jahre ohne Gerichtsurteil in Umerziehungslagern. Harte Arbeit soll die "Unruhestifter" zur Besinnung bringen. Der revolutionäre Höhenflug ist beendet.

Kurz vor seinem Tod am 9. September 1976 empfängt der fgreise, fast blinde Mao noch einmal seinen Nachfolger Hua Guofeng und seine wichtigsten Mitstreiter, die ihm versichern, was für ein bedeutender Revolutionär, militärischer Stratege und politischer Anführer er sei. Doch hinter den Kulissen haben die Revisionisten, die Mao hatte ausrotten wollen, schon beschlossen, dass dessen Anweisungen zur Bewahrung seines Erbes ignoriert werden.

Der rote Kaiser ist tot 

Kaum ist der rote Kaiser tot, werden Maos Witwe Jiang Qing und ihre Verbündeten Wang Hongwen, Zhang Chunqiao und Yao Wenyuan verhaftet und als "Viererbande" für den Terror verantwortlich gemacht. 1977 erhält Deng Xiaoping seine Ämter zurück. Er bezeichnet die Kulturrevolution als Irrweg. Doch der tote Mao lässt sich damit nicht besiegen.

3 Kommentare:

  1. "musste die Propaganda-Abteilung des ZK der KP Chinas zuletzt Propaganda für Maos Nachfolger Deng Xiaoping machen, um ..." ... von Mao wegzukommen und endlich den Bogen zu Sun Yat-Sen zu kriegen. Den brauchts, um an Taiwan Anschluss zu finden.

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  2. Danisch beklagt ja gelegentlich, dass die Mechanismen, derer sich die Ideologen bedienen, immer die gleichen sind, aber genau das keiner in den Schulen lehrt. Boomer als Sündenböcke (wenn 'de Jooden' grad nicht en vogue sind), ist eine nette Parallele zu Maos Beispiel.

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    1. Sehr richtig, bis auf dieses, dass eine sehr, sehr kritische Haltung den Jodlern gegenüber nur äußerst selten unangebracht gewesen wäre. Auch wenn sie die Pest natürlich NICHT ausgelöst haben.

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