Freitag, 6. November 2026

Von Neid zerfessen: Die grenzenlose Gier der Gen Z

Eine neue,von blanker Gier getriebene Generation steht auf, um ihren Anteil an dem zu fordern, was Väter und Mütter, Großmütter und Großväter in Achtstundentagen über 45 oder gar 47 Arbeitsjahre erarbeitet haben.

Sie bekommen den Hals einfach nicht voll. Wie keine Generation vor ihr haben die Angehörigen der sogenannten Generation Z vom ersten Tag ihrer Existenz in einem gemachten Nest gelegen. Sie kannten weder Krieg noch Hunger, kein Einschlafen in der Kälte ungeheizter Zimmer, weil niemand Kohlen aus dem Keller geholt hat. Sie kannten keine Verfolgung durch eine bösartige Obrigkeit. Keine Verbote, bestimmte Meinungen zu äußern, und keine Lehrer, die sie nach sozialem Status sortierten.

Die Generation, der alles geschenkt wurde 

Ihnen blieb es auch erspart, Sehnsucht nach bestimmten Dingen zu entwickelt - vom Kaugummi über die Jeans bis zu Mofa war alles immer da. Sie waren die Kinder einer perfekten Welt, von einer auf Rendite getrimmten kapitalistischen Wirtschaft versorgt wie von einer Mutter. Von einem auf sozialen Ausgleich bedachten Sozialstaat gepäppelt und gefönt, wann immer ihnen die Locken feucht wurden beim fröhlichen Spiel.

Dank eines Elternurlaubs, der heute länger  als jemals in der Geschichte Deutschlands, mussten sie nicht in Wochenkrippen abgeschoben werden. Ihre Zeit im Kindergarten, in Deutschland Kita genannt, begann mit ein Eingewöhnungswochen. Sie sollten nicht wie ihre Eltern losgerissen werden und sich müde weinen bis zur Akzeptenz der Abwesenheit von Mutter und Vater. Niemand übte mit ihnen das berüchtigte Topfen, das so viele Menschen gebrochen hat. Niemand steckte sie schon als Teenager in Uniformen und jagte sie unter Gasmasken durch den Stadtwald, um den den Dritten Weltkrieg zu üben. 

Klimaschutz, Wohlstand, reines Gewissen 

Der Generation, die sich selbst "Gen Z" nennt, wurden stattdessen Vorträge über Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit gehalten. Sie sollten die Welt nicht mehr so verändern, wie sie das gern hätten, sondern nur noch die Beschlüsse umsetzen, die die Älteren für sie getroffen hatten. Klimaschutz. Wohlstand ja, aber bitte grün. Keine neuen machen, dafür aber die der Alten abtragen.

Rebellion, wie sie zu jeder jungen Generation gehört, war gern gesehen. Voraussetzung aber war, dass sich die Aufständischen für das Richtige engagieren: Wer Unserewerte teilte, also die Werte der Altersgruppen, die Regierung, Verwaltung, Medien und die organisierte Zivilgesellschaft besetzt halten, war jederzeit willkommen, auch mit rabiaten Methoden Protest auszudrücken und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit auszuprobieren. 

Die beste aller Welten 

Die Mädchen und Jungen, die zwischen 1995 und 2010 geboten wurden, waren die Kinder der besten aller Welten. Es herrschte Frieden. Der Wohlstand wuchs selbst in Europa und in Deutschland noch. Die Inflation war niedrig, eine Geldentwertung von zwei Prozent galt damals schon als Alarmzeichen. Als die Ältesten aus der Gen Z in die dritte Klasse kamen, begann auch die Arbeitslosigkeit zu sinken. 

Parlamente beschlossen Schuldenbremsen, um die Sucht der Regierenden nach beständig mehr Geld ein für allemal zu kurieren. Europa wuchs zu einer EU zusammen, auf die die Völker der welt neidisch schauten. Ein Geld. Eine Kommission. Ein Chefkommissar, der Barroso hieß oder Juncker. Egal, denn auf den Alltag hatten die alten Männer in Brüssel keinen Einfluss.

Sie hatten alles, außer Pflichten 

Es stand endgültig fest, weil es so geplant war: Die Jüngeren würden es auch im Alter besser gehen als jemals einer Generation zuvor. Sie hatten schon als Teenies alles, außer Pflichten. Die Welt stand ihnen offen. Sie waren die Sanftmütigen, von denen die Bibel in Matthäus 5 berichtet, "sie werden das Erdreich besitzen". Eines Tages würden sie alles erben, die Schulden von Eltern und Großeltern,so wie dieses die ihrer Vorfahren geerbt hatten. Dazu aber auch das, was die in emsiger Arbeit, viele sogar ein 45 oder gar 47 Jahre langes Berufsleben mit 40 oder 42 Wochenstunden hindurch, daraus gemacht hatten.

Ein Paradiesgarten aus Überfluss. Supermärkte mit vollen Regalen. Bei jeder Wahl ein Zettel voller politischer Aletrnativen, allesamt vom Verfassungsschutz geprüft zulässig. Große Führer zudem, die wie Gerhard Schröder und Angela Merkel in aller Welt geachtet wurden. Kein Ozonloch mehr, kein Baumsterben, keine verseuchten Flüsse, keine giftig qualmenden Chemiefabriken und keine überdüngten Felder. Gen Z wuchs finanziell, ökologisch und gesellschaftlich in einer Welt auf, die ihnen in fast perfektem Zustand in den Schoß fiel: Es regierten die gute Absichten. Die Älteren waren die erste Generation, die mehr für die ferne Zukunft plante als für die eigene Gegenwart.

Auf die harte Tour 

Die Babyboomer und die Generation X, geboren zwischen 1946 und 1980, konnten nicht anders. Sie wuchsen nach einem Weltkrieg in einem vollkommen zerstörten Land auf, das erst später von türkischen Gastarbeitern wieder aufgebaut wurde. Oder mitten im Kalten Krieg, der jeden Tag hätte heiß werden können. Die 1995 15- bis 50-Jährigen waren zur Überzeugung gelangt, dass sie Verantwortung übernehmen müssten,  um eine bessere Welt für alle zu bauen, weil niemand anders es hätte tun können. Beimwem hätten sie sich denn beschweren sollen? 

Sie taten es auf ihre Weise, über die vermeintlichen Alternativen eines Besseren belehrt vom Zusammenbruch des staatsmonopolistischen Sozialismus, der Menschen mit diktatorischen Methoden zu ihrem Glück hatte zwingen wollen. Die Wirtschaft sollte vom Wettbewerb leben. Der Staat aber sollte die Überschüsse gerecht unter allen verteilen. Dazu, auch das gehörte in jenen Jahren zum gesellschaftlichen Konsens, musste er groß sein und stark. Aber übermächtig durfte man ihn nicht werden lassen.

Mehr Milliarden für weniger Kinder 

Einen großen Teil seiner Bemühungen richtete der Staat auf die Heranwachsenden. Die Zahlen der öffentlichen Hand zeigen, wie die Politik ihre eigene Parole verstand, dass die Jugend beständiger Förderung und Hilfe bedarf. Die Ausgaben der öffentlichen Haushalte für Bildung, Ausbildungsförderung, Kinder- und Jugendhilfe und Kinder- und Familienleistungen wie Kinder- und Elterngeld summieren sich inzwischen auf 320 Milliarden Euro im Jahr, etwa das Dreifache dessen, was vor 30 Jahren für ihre Eltern ausgegeben worden war.

Allein die Aufwendungen für die Kinder- und Jugendhilfe stiegen dabei von 16,4 Milliarden Euro Mitte der 90er Jahre auf fast 80 Milliarden Euro im Jahr 2023 – mehr als eine Vervierfachung. Auch die Tageseinrichtungen für Kinder lässt sich der Steuerzahler mehr kosten als jemals zuvor. Seit die Politik sich eine Unterbringungspflicht für Kinder auferlegte,  hat sich die Anzahl der außer Haus betreuten Kinder von zwei auf vier Millionen verdoppelt. Die Kosten für die staatliche Übernahme der betreuung stiegen derweil um das Fünffache - von zehn auf mehr als 50 Milliarden Euro im Jahr.

Eine wuchernde Betreuungsindustrie 

Vorbei die Zeiten mit knappen Kassen, als Kindergartenplätze umkämpft waren. Für die Gen Z flossen  Milliarden in eine Betreuungsindustrie, die aus Kitas, Jugendhilfe und Bildungsförderung besteht. Aus 320.000 Mitarbeiterinnen udn Mitarbeitern in Kindertagesstätten im Jahr 1995 wurden fast 800.000. Aus 795.000 KLehrerinnen, die 1995 12,4 Millionen Schüler betreuten, wurden 874.000, die sich um nur noch 11,4 Millionen Kinder kümmern. Darunter befindet sich eine wachsende Anzahl an Schulsozialarbeitern - Boomer und Gen X hatten noch ohne so enge sozialpsychologische Betreuung erwachsen werden müssen.

Der Staat steckte immer mehr Geld in die Heranwachsenden, er investierte nach eigener Überzeugung in den besten Rohstoff, den er hat. Die Generation Z wuchs in einemSchutzraum auf wie keine Alterskohorte vor ihr. Frühere Generationen kannten noch die Wehrpflicht oder den Zivildienst. Junge Männer mussten Monate oder Jahre ihres Lebens dem Staat zur Verfügung stellen. Die Gen Z entging dieser Pflicht: Die Wehrpflicht wurde 2011 ausgesetzt, damit fiel jeder Pflichtdienst weg. 

Ein Leben im Luxus 

Was für die Väter- und Großvätergeneration selbstverständlich war, blieb den Jüngeren erspart. Dafür aber ging es ihnen auch in allen anderen Belangen besser. Sie lebten nicht irgendwo, sondern im Luxus: Die Kommunikationsmöglichkeiten, mit denen die Kinder der 90er und frühen 2000er Jahre aufwuchsen, unterschieden sich radikal von allem, was es früher gegeben hatte. Noch 1990 waren Telefone im Osten rar und Gespräche im Westen teuer. Noch schlimemr wurde es mit den ersten Handyverträgen: Die Millennials gannnten Angehörigen der Generation Y zahlte für ihre Klingeltöne mehr als die Gen Z heute für einen 50-GB-Vertrag, der Informationen, Unterhaltung und soziale Kontakte jederzeit und überall verfügbar macht.

Sie sind die Glücklichen, das "Salz der Erde" (Matthäus 5,13), dem das Butterbrot mit Butter gebuttert wird. Selbst die tragischen Die Corona-Jahre beschenkten diese vom Schicksal geküsste Generation im Übermaß. Innerhalb von zwei Jahren hatten viele Schülerinnen und Schüler durch Schulschließungen, Wechselunterricht und Distanzlernen mehr schulfreie oder stark reduzierte Unterrichtstage als frühere Generationen in ihren endlosen Jahren bis zum Abitur. 

Geschenke  von der Obrigkeit

Zum Dank dafür tröstete die um ihren Ruf besorgte Europäische Union sie dann auch noch mit Programmen wie DiscoverEU. Zehntausende kostenlose Zugtickets werden an 18-Jährige verschenkt. Mussten junge Menschen früher selbst zahlen, wenn sie monatelang durch Europa reisen wollten, um ein Stück von der Welt zu sehen, übernimmt das jetzt die Gemeinschaft der Älteren. Die verzichtet großzügig auch darauf, Straftaten zu ahnden, für die sie selbst noch verurteilt wurde: Die Straffreiheit für Cannabisbesitz und -konsum erspart heute Jahr für Jahr zehntausenden Jugendlichen Ermittlungsverfahren, Anklagen und Verurteilungen.

Die Generation Z erlebte Kindheit und Jugend unter Bedingungen, die frühere Kohorten als Luxus empfunden hätten: längere elterliche Betreuung, massiv gestiegene öffentliche Ausgaben, keine Wehrpflicht, digitale Allgegenwart, endlos schulfrei in einem Land, das jugendlichen Protestaufwallungen gegenüber so liberal ist wie nie zuvor. Und dennoch beklagt und bejammert ausgerechnet diese gepäppelte Generation lauter als ihre Vorgänger ein Gefühl des Mangel und Benachteiligung. 

Gier statt Dankbarkeit 

Nicht Dankbarkeit, sondern eine unersättliche Gier zeichnet die selbsternannten Vertreter der Gen Z aus. Aufgewachsen an einem "Tischlein deck Dich" mit einem unerschöpflichen All you can eat-Bufett, sind die lieben Kleinen schon mit 15 Jahren mit nichts zufriedenzustellen. In ihrem Leben was alles immer da. Stets konnte man sich aussuchen, was man haben wollte. Und Charakter zeigte der, der deutlich zu verstehen gab: Was ich haben will, das krieg' ich nicht. Und was ich kriegen kann, das gefällt mir nicht.

Man werde "nicht gesehen" haben Teilnehmer der "Gen Z regelt"-Demonstrationen sich bei der Merhehitsgesellschaft beschwert. Man solle für die Schulden der Alten zahlen, bekomme aber selbst nur Kürzungen und Einschränkungen dafür. Alles werde "kaputtgespart". Keine Rücksicht gebe es für die so wichtigen Belange der Jugend. Eine Diskrepanz zwischen objektiver Wirklichkeit und subjektivem Empfinden, die wahrscheinlich nur eine Alterskohorte übersehen kann, die mit Parolen wie "Free Palestine", "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda!" und "Siamo tutti antifascisti!" für saubere Schultoiletten kämpft. 

Sie beanspruchen mehr für sich

Denn die Realität der Verteilung der Reste des gesellschaftlichen Wohlstandes sieht ganz anders aus. Zwar beanspruchen deutsche Rentnerinnen, Rentner und Beamte im Ruhestand mit 490 Milliarden Euro im Jahr bedeutend mehr Geld für sich als die heute 15- bis 30-Jährigen. Allerdings haben die Betreffenden dafür zuvor überwiegend jahrzehntelang Ansprüche durch Arbeit erworben, die jetzt durch die nachgewachsene Gruppe der Erwerbstätigen abgegolten wird. 

Die Jüngeren tragen wenig bei. Auf Zahler aus der Gen Z entfällt nur ein verschwindend geringerer Anteil von 15 Prozent der Beitragszahlungen, aus denen Ältere ihre Rente erhalten. Das entspricht nicht einmal ihrem zahlenmäßigen Anteil an der Bevölkerung. Auf die Altersgruppe der 30- bis 66-Jährigen hingegen, die 45 Prozent der Einwohner stellt, entfallen mehr als 82 Prozent aller Beitragszahlungen und aus Steuermitteln finanzierte Bundeszuschüsse. Die Älteren finanzieren die Älteren und damit perspektivisch sich selbst.

Die Gen Z mit dem schlanken Fuß 

Ganz anders sieht bei der Finanzierung der Leistungen für die Jungen und Jüngeren aus. Die Gen Z beteiligt sich nicht nur kaum an der Finanzierung der Renten- und  Pflegekassen, sie entzieht sich auch weitgehend der Betiligung an der Finanzierung der öffentlichen Ausgaben für Bildung, Universitäten, Kita und Jugendhilfe. Auch hier fließen 88 Prozent der aufgewendeten Mittel nach Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) aus den Taschen der Über-30-Jährigen.

Im Unterschied zu Schülerinnen und Schülern, die sich bewusst nicht an der Finanzierung der rentenzahlungen für Seniorinnen und senioren beteiligen, tragen selbst Rentnerinnen und Pensionäre  durch die nachgelagerte Besteurung ihrer Altersbezüge und die Umsatzsteuerzahlungen für ihren Konsum ihr Scherflein zur Bewältigung der Finanzierungslast bei, die das üppige und teure Bildungs- und Jugendbudget bedeutet. 

Yalla, yalla, Sozialismus 

Gedankt wird ihnen das nicht. Stattdessen sehen sich durch die und aus der Gen Z blankem Neid und grausamer Niedertracht ausgesetzt. Ihnen, die mit ihrer Arbeit die Existenz aller finanzieren, wird vorgeworfen, nur an sich zu denken. Demokratie und das auf Wettbewerb setzende Wirtschaftssystem  sollen ihnen baldmöglichst entwunden und durch eine sozialistischen Planwirtschaft ersetzt werden. 

3 Kommentare:

  1. Hab das so verstanden, dass die Boomer die ganze Welt nur für etwas Wohlstand zerstört bzw. zastöaht haben, teils haben sie auch Wohlstand in Afrika geklaut, und Dscheneraischen irgendwas muss jetzt bei Null anfangen wie 1945. Vielleicht können ihnen ja die Türken wieder beim Wiederaufbau helfen.

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    1. Diesmal sind Minderheiten aus Bulgarien und Rumänien für den Wiederaufbau zuständig. Über die nötigen Fähigkeiten scheinen sie ja zu verfügen, wenn ihre Luxusfahrzeuge etwas aussagen.

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  2. Alles richtig. Wobei man jedoch mit Blick auf die Altvorderen der Gen Z ergänzen muss "So wie die Alten sungen, so zwitschern jetzt die Jungen".

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