Dienstag, 11. Juni 2013

Flut und die Folgen: Der Untergang


Wo sind sie hin, die ganzen Themen, die noch vor drei Wochen für helle Empörung landauf, landab sorgten? Wo ist Uli Hoeneß, der Volksbetrüger? Was ist geblieben vom Stuhltanz um die Sitzplätze im NSU-Prozess? Warum hört man nichts mehr vom Verbrechen des Jahrhunderts, von den miesen Offshore-Gängstern , von Angelas angeblichem Vorleben, von den Wulffs, der Eurorettung, Zypern, Griechenland, dem Atomausstieg, dem Sexismuskel, der magischen Strombremse und der Frauenquote?

Weggespült, hinfortgeschwemmt von der "Jahrhundertflut", die aus allen Kanälen schwappt und nach den ehernen Gesetzen der Mediendynamik alles andere verdrängt, wie Wissenschaftler des An-Institutes für Angewandte Entropie der Bundeskulturstiftung in Halle an der Saale bereits vor Jahren in einer Studie über das grassierende Themensterben in der deutschen Medienlandschaft nachgewiesen hatten.

Die Flut ist es, die längerfristig gesehen die Lösung aller Probleme verspricht. Doch nicht nur Uli Hoeneß darf dankbar sein über die Auswirkungen des "komplexen Phänomens von Nachrichtenüberlagerung, Nachrichtenverdünnung und redundanter Verstärkung", das der Medienwissenschaftlers Hans Achtelbuscher vor allem in Zeiten großer medialer Aufregung diagnostiziert. Von der Flut profitieren alle, denn wo viel kaputtgeht, muss viel neuangeschafft werden und wo viel zerbricht, ist viel zu bauen. Die deflationären Tendenzen, die Gesellschaften innewohnen, die überausgerüstet mit Konsumgütern sind und in dieser Situation auch noch überaltern, könnten durch die notwendigen Flutinvestitionen für einen gewissen Zeitraum gemildert werden. Die Bauwirtschaft profitiert, der Arbeitsmarkt profitiert. Angela Merkel profitiert, weil die nun zu mobilisierenden Milliarden von den Enkeln geborgt werden dürfen, ohne dass Widerspruch zu befürchten ist.


Deutschland ist ein Sonderfall: Spülte das Wasser nicht Sachsen und Bayern durch, sondern Florida, Pakistan oder Rumänien, wären längst Bundeswehr-Flugzeuge mit Decken und frischem Wasser unterwegs. So aber ergibt die Suche nach "help germany flood victims" ausschließlich Treffer, in denen Angela Merkel ihren Wählern versichert, sie werde 100 Millionen aus deren eigenem Geld lockermachen, um die schlimmsten Flutfolgen zu lindern.

Deutschland rettet sich selbst. 20 oder 30 oder 40 Milliarden Schaden versprechen einen Aufschwung, wie er lange nicht war. 2002 fiel der Dax mit steigender Flut um fast die Hälfte, um sich anschließend von 2100 Punkten auf über 8000 fast zu  vervierfachen. Diesmal steht der Fall noch bevor, falls er nicht ausfällt, weil der Mechanismus bekannt ist: Auch der japanische Nikkei fiel nach dem Reaktorunfall von Fukushima von 11.000 Punkten auf nur noch 8.200. Um sich von dort aus auf fast 16.000 Punkte zu verdoppeln.

Muster, die nach Hoeneß' Einsatz an der Spekulantenfront rufen. Aber Hoeneß ist ja abgetaucht.

5 Kommentare:

  1. Ziemlich bezeichnend, daß die Totalüberwachung dabei "irgendwie" unter die Räder kommt.

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  2. Die Aktien können nicht als Index genommen werden. Sie sind zum allergrössten Teil im Besitz einer überschaubaren Anzahl von Instutitionen, welche wiederum vom gedruckten Geld gestützt werden.

    Ansonsten deutet FDominicus schon an, was selbst EU-Misswirtschaft in den Schatten stellt.

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  3. Wieso will Lilo mich kennenlernen und spricht mich mit "hi, Süßer" an?

    Der NSU - Prozess dümpelt auch so vor sich hin.

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  4. Könnte mir vorstellen, dass jetzt der Michels volle Kräfteeinsätze eingefordert werden. Da impliziert ein 100 %-er physischer Einsatz eine unbeeinträchtigte Motivation und psychische Stabilität. – Die wird den Michels jetzt ausnahmsweise zugestanden. Und zwar durch temporäres Aussetzen der Dauerkojonierung mit den bekannten BRD-Paranoia-Oratorien, wie Kliiimaaa-Rettung, Naaazieees, FrauInnen-QuotInnen, €-Rettung, etc.
    Aber sicher wird eine erschröckliche, nachflutliche „Analyse“ den Michels diese Flut als Strafe für ihre pööse Klimaaa-Sünden um die Ohren hauen, und die bekannten, täglichen Mantras und Keulen-Massagen wieder aufgenommen werden.

    Ano-Nymus

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  5. "Wieso will Lilo mich kennenlernen und spricht mich mit "hi, Süßer" an?"

    Tja, @karleduard, da haben div. Bloganbieter, Server, Suchmaschinen und Browser ihr "Internet-Verhalten" ausgiebig überprüft und bieten nun das an, was ihrem psycholog. Profil am meisten entspricht: Leugnen zwecklos !

    Bei mir steht übrigens Werbung von *Misereor*.

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