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Montag, 20. Mai 2013

Free Uli: Ein Opfer von Millionen

Der Fall wird immer interessanter. Schon als die Leitmedien anfangs bemüht waren, den Volkszorn gegen den Millionensteuersünder Uli Hoeneß in Stellung zu bringen, stellte sich eigentlich die Frage, wie der Bayern-Präsident es hinbekommen hat, inmitten der weltweit einbrechenden Aktienmärkte der Jahre nach 2001 binnen weniger Monate unter Einsatz hoher Volumina gigantische Gewinne einzukassieren.

Nutzte Hoeneß Derivate? War er Leerverkäufer? Rohstoffanleger? Oder kannte der Midas von München, den die politische Klasse seit fünf Wochen als großes Steuersündergespenst auf der Payroll führt, gar Insiderkenntnisse von Firmen, die mit seinem FC Bayern verpartnert waren?

Eher nicht, wie neue Erkenntnisse der "Bild am Sonntag" vermuten lassen. Danach hat der Bayern-Präsident mit seinem Schweizer Konto "in großem Stil mit Aktien der Deutsche Telekom AG gehandelt - und dabei Verluste in Millionenhöhe erlitten". Der ehemalige Staatsbetrieb ist seit 2002 Hauptsponsor des Fußballclubs, mehrere sozialdemokratische Finanzminister hatten den Verkauf von Anteilen des früheren Monopolisten an die Bürgerinnen und Bürger, denen die Firma eigentlich ohnehin gehörte, um die Jahrtausendwende als lukrative Einnahmequelle entdeckt.

Dabei wurden neuausgegebene Aktien der Deutschen Telekom zu absoluten Fantasiepreisen als "Volksaktien" angeboten. Dank einer breitangelegten Werbekampagne gelang es dem Arbeiterführer Hans Eichel, einem engagierten Kämpfer für sozialen Zusammenhalt und alte sozialdemokratische Traditionen, den ursprünglichen Besitzern 200 Millionen Aktien zum Preis von je 66,50 Euro anzudrehen. Eichel nahm von 1,5 Millionen Käufern 15,3 Milliarden Euro ein. Die Aktien, die er ihnen dafür überließ, sind heute noch ganze zwei Milliarden Euro wert. Auf seine Einnahmen zahlte der Staat selbstverständlich keinen Euro Steuern.

Ein Akt kalter Enteignung, dem offenbar auch Uli Hoeneß zum Opfer fiel. Wie die "Bild am Sonntag" aus Ermittlerkreisen erfahren haben will, hat der Vorzeigesteuersünder mit seinen Spekulationsversuchen in der Telekom-Aktie "Verluste in Millionenhöhe" erlitten, weil er nach dem Jahr 2001 über sein Konto bei der Schweizer Bank Vontobel auf einen Kursgewinn der T-Aktie spekulierte.

Wie Hoeneß es geschafft hat, bei Millionenverlusten gleichzeitig die ihm vorgeworfene Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu begehen, soll jetzt eine Expertenkommission klären. Im Moment stehe man vor einem Rätsel, hieß es im politischen Berlin. Vor allem in der SPD, bei CDU, der Linken und bei den Grünen sowie bei FDP und CSU fürchten viele, dass das Thema Gerechtigkeit und Hexenjagd sich für den Wahlkampf erledigt haben könnte, sollte Bayern München die Champions League gewinnen und Uli Hoeneß gestehen, dass er kein erfolgreicher Börsenspekulant, sondern auch nur eins von bundesweit rund drei Millionen Telekom-Opfern gewesen ist.

Kommentare:

Cordt hat gesagt…

Will mich ja nicht an Spekulationen beteiligen, bin mir jedoch sicher, daß einst in den Geschichtsbüchern zu lesen sein wird, daß die T-Aktie Teil des großen Plans der Sozialdemokratie im Kampf gegen Gier und Eigennutz war.

ppq. so hat gesagt…

ich denke auch, dass sie das geld dazu gebraucht haben

derherold hat gesagt…

Ohne zu unbescheiden sein zu wollen, darf ich sagen, daß ich einer der wenigen war, die tatsächlich mit Teklekom-Aktien (ein wenig) verdient haben, da ich sie vor deren Absturz verkauft habe. *tätä*

Thomas hat gesagt…

Naja, das waren doch nur die Reichen, die da vom Arbeiterführer und einigen prominenten Leitfiguren ausgenommen wurden; hätte das die zahlreiche Arbeiterschaft getroffen, würden wir jetzt alle schon in einen weiteren Ewigen Solidaritätsfonds einzahlen.
Und man sieht's ja - die Supereichen verlieren, aber deren Konto wird dadurch immer voller - perfide!

Anonym hat gesagt…

Ja ja die Ankläger ziehen ihren Schwanz ein. Der Schuss geht wahrscheinlich hinten raus. the winner taks it all and the winner is die Bankster! Jeder private Börsenspekulant der das noch nicht begriffen hat, ist eigentlich ab 2008 selber schuld. Ich nehme stark an, dass Hoeness seine Bankbelege denen wohl präsentiert hat. Wenn er wirklich sauber ist, wovon hat er dann Angst! Aber vielleicht um die Ecke gedacht wohl doch nicht, die Aktien hätte er auch in Deutscheland kaufen können warum die Schweiz? Und Herr Hoeness war jedes Jahr in der Schweiz! Fragen über Fragen

Anonym hat gesagt…

Das Lügentheater fängt schon viel früher an. Da hat einer 10 Mio und will dei Schore in die Schweiz schaffen. Er geht aber nicht zu den Pictets, den Mirabauds, den Lombards oder den Odiers dieser Welt, sondern zur Uli-Hoeneß-Vermögensverwaltung GmbH & Co KG in Alt-Perlach. Das sind die ganz großen Abzocker an den internationalen Warentermin- und Aktionbörsen.
Da weiss man, wie man mit Aktien ein kleines Vermögen macht. Man fängt mit einem großen an.

Bestenfalls lachhaft.