Freitag, 22. November 2013

Mehr Verbot tut not

Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen fordert, schlechtes Wetter, Krankheiten und Umfragen mit als irritierend empfundenen Ergebnissen per Gesetz zu verbieten. Jeder Zweite spricht sich zudem dafür aus, Filme und Videos zu untersagen, auch Parteien sollen, wenn sie nicht gefallen, verboten werden können. Dies sind Ergebnisse des "Freiheitsindex Deutschland 2013", der jetzt in Berlin präsentiert wurde.

Laut Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach votiert mehr als jeder Dritte für mehr Verbote überhaupt. 30 Prozent der Bevölkerung sind danach der Ansicht, dass es nur zum Besten der Menschen wäre, wenn die Bundesregierung wie von der SPD, den Grünen und weiteren Parteien geplant regulierend ins Privatleben der Menschen eingreift, die es selbst nicht schaffen, sich genauso zu benehmen wie ihre Nachbarn. Nötig ist nach Ansicht dieses Bevölkerungsdrittels unter anderem ein Verbot weiterer Kredite an jemanden, der bereits Schulden hat, auch hohe Parteispenden und Pornofilme solle der Gesetzgeber für illegal erklären. 55 Prozent würden bereits verbotene weiche Drogen wie Haschisch am liebsten verboten sehen, 71 Prozent fordern ein Verbot auch für rechtsradikale Parteien, 42 eins für linksradikal. 25 Prozent wollen das Glücksspiel und immerhin 20 Prozent den Verkauf von hochprozentigem Alkohol unter Strafe stellen. Von einem Tempolimit 130 träumen rund 17 Prozent, Verbote verbieten wollen insgesamt nur drei Prozent. Damit ist die Zustimmung zu immer mehr Verboten erneut gestiegen.

Verglichen mit den Ergebnissen des vergangenen Jahres messen die Deutschen durch die hartnäckige Aufklärungsarbeit der Serie „Verbot der Woche“ der in vielen Ländern heillos überschätzten Freiheit eine etwas geringere Bedeutung bei als konkurrierenden Werten wie Gleichheit oder Sicherheit. Trotz der allgemeinen Kritik am Regulierungsstreben der EU befürwortet die große Mehrheit der Deutschen deshalb die meisten europäischen Regelungen, so die Studie. Ein Verbot für die EU komme deshalb auch für die stärksten Befürworter einer durchgreifenden staatlichen Sanktionspolitik kaum infrage.

3 Kommentare:

  1. §1 Verboten ist alles, was nicht explizit erlaubt ist. Das Nähere regeln nicht unbedingt einzelne Gesetze.

    §2 Verboten ist insbesondere, was Anderen Spaß machen könnte.

    §3 Manchen Bürgern ist es erlaubt, einen Teil ihres Vemögens vorläufig zu behalten.

    §4 Manchen Bürgern ist es erlaubt, einen Teil ihres Einkommens vorläufig zu behalten.

    ...

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  2. Thomas trifft es genau, damit wird alles viel einfache und garantiert "gerechter"...

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  3. "....votiert mehr als jeder Dritte für mehr Verbote überhaupt."

    2035: "Das haben wir nicht gewußt.."

    2068: "Wie konnte die Generation der Täter das nur zulassen?"

    2078: Die willigen Helfer der Diktatur. Wie die Deutschen sich erneut (!) dem Vollrausch hingaben. (Goldhagen II.)

    So könnte der Beginn der zweiten "Vergangenheitsbewältigung" aussehen. Schade: Ich werd's nicht mehr erleben.

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