Sonntag, 18. Oktober 2020

Der Welterzieher: Heiko Maas und der "abscheulich" abgeschnittene Kopf

Das Haar von zehrenden Monaten im Amt gelichtet, das Lächeln aber immer noch froh und jungenhaft: So optimistisch in die Zukunft schauend verurteilt  Heiko Maas regelmäßig auch Hassverbrechen als "abscheulich".

Geschichte machen? Geschichte schreiben? Für Heiko Maas, der es in nur knapp zwei Jahren im Amt des deutschen Außenministers geschafft hat, große Vorgänger wie Gustav Stresemann, Oskar Fischer, Ernst von Weizsäcker, Hans-Dietrich Genscher und Guido Westerwelle weitgehend vergessen zu machen, ist beides eins. Der 54-Jährige regiert mit dem, was die moderne Diskussionsphysik "verbale Gewalt" nennt: Maas maßregelt, er mahnt und fordert, meist über seinen Twitter-Account, der für Liebhaber politischer deutscher Weltgeltung schon seit Jahren eine feste Adresse für den fortwährenden Anspruch Deutschlands auf moralische Führung nicht nur in Europa, sondern im gesmaten bewohnten Bereich des bekannten Kosmos ist. 

Vordergründig selbstironisch

Maas, der sich in seinen Tweets vordergründig betrachtet oft ironisch selbst auf den Arm zu nehmen scheint, spielt hier in Wirklichkeit mit dem Globus als Ball, um die Welt nach seinem Bild zu erziehen. Hinter ihm eine endlose Reihe an Beileidsbekundungen, an Versicherungen, hier und dort diesem und jenem beiseitezustehen, und Erinnerungen daran, dass in Berlin noch immer gewusst worden sei, wie es richtig gemacht werden müsse. 

Den Feinden unserer Ordnung hingegen gilt immer wieder nur der beharrlich wiederholte Hinweis, dass sie versuchen können, was immer sie wollen, seien es Mord, Totschlag, Hassbrennerei oder vergiftete Vorwürfe. Deutschland wird in Person seines Außenministers nie zögern, den Opfer sein Beileid und den Hinterbliebenen seine unbedingte Solidarität in einem kompakten Tweet zu erklären. 

Auch wenn das Haar im zweiten Jahr im Amt sichtlich dünner geworden ist, kej ne Zeit mehr zum regelmäßigen schrödern der Strähnen bleibt und der Außenminister die verbliebene Pracht neuerdings offen als Kurztolle nach hinten (oben) trägt, macht Heiko Maas dabei keine Kompromisse. "Ich verurteile den abscheulichen Anschlag in #ConflansSainteHonorine", hat der mutige Minister dem 18-jährigen mutmaßlichen Täter sofort nach Bekanntwerden der brutalen Tat entgegengeschleudert. Nein, der junge Mann soll keinen Moment lang glauben dürfen, Deutschland wäre womöglich damit einverstanden, dass französischen Lehrern der Kopf abgeschnitten wird. 

Bedachtsamkeit statt Überspontanität

Was der französische Präsident Emmanuel Macron etwas überspontan einen „bösartigen islamistischen Terroranschlag" nennt, ist aus Maas' Sicht immerhin "abscheulich". Und mit dieser klugen Einschätzung ohne überflüssigen Fingerzeig auf Bevölkerungsgruppen, die überwiegend friedlich sind, ist Heiko Maas ganz bei sich: Schon 2014 hatte der SPD-Politiker die Kategorie der "Abscheulichkeitstat" eingeführt, die er seitdem regelmäßig entsetzt anprangert. Maas ist dabei absolut kompromisslos: Sowohl den fremdenfeindlichen Anschlag von Tröglitz im Jahr 2015  brandmarkte er vor aller Welt unverhohlen als "abscheulich" als auch die fremdenfeindlichen Vorfälle in Sachsen 2016, bei denen "Verbalradikalismus die Vorstufe zu körperlicher Gewalt" bildete. Selbst mutmaßliche Brandanschläge auf leere Flüchtlingsheime in Bayern nahm er nicht aus: "Abscheulich sei jede dieser Taten, so Maas.

Nun also ein abgeschnittener Kopf. Schämen sollten sich die, die das waren! Trost für alle anderen: "Wir stehen fest an der Seite unserer französischen Freundinnen und Freunde", zitiert Heiko Maas eigenhändig einen von seinem Parteigenossen Olaf Scholz im Jahr 2016 zum Patent angemeldeten Trauerwutundschamtweet. Maas warnte die westliche Welt aber zugleich deutlich vor übereilten Kapitulationsversuchen: "Von Terror, Extremismus und Gewalt dürfen wir uns nie einschüchtern lassen." 

Versprochen. Das ist eine von Deutschlands großen Stärken, gerade unter der Ägide des kleingewachsenen Saarländers. Mögen die Stürme auch toben in den Schlachten auf dem globalen Schachbrett der Macht, Deutschland "steht fest an der Seite unserer israelischen Freunde", fest auch "an der Seite aller Demokratinnen und Demokraten in der Türkei", "fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger", "fest an der Seite Kolumbiens". und ebenso "fest an der Seite der Türkei".

12 Kommentare:

  1. Wir hätten den Franzosen das Saarland lassen sollen, dann wäre und viel erspart geblieben.

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  2. der Messdiener Maas wäre in einer französischen Parallelwelt Ladeschütze in französisch - Indochina geworden oder wenigstens Schwurlybub beim grand orient .

    die PR-Reflexe der brd - Eliten sind beschämend . Albernes Internetzgeschreibsel zwischen Sushimesserwerbung und sozi-newsletter .

    man könnte sagen : "Maas hat keine Manieren - steckt ihn ins Internat " oder auch : "Maas ist ein Prolet höherer Ordnung ; schickt ihn bitte in die Produktion " .

    der Maas hält einfach nicht sein dummes Maas-Maul - er repräsentiert aber irgendwie auch diese peinlich-bildungsferne Arschmannrepublik .

    geistloses Sozigeschwätz , kitschige Trauerverarbeitungswurschtmannlyrik - feiges Ausweichgebrabbel.

    die richtige Reaktion : europaweit werden alle islamisten verhaftet , bei spon TV vorgeführt , hart erniedrigt - auf die unterste soziale Stufe verwiesen ; es folgt eine Internierung der Gefährder und eine nicht ganz ernstgemeinte Spaßresozialisierung in einer unserer Kolonien .

    neue TV Formate ( "climbing for money , climbing for food " ) , mit freiwilligen Islamisten ausm Euroknast .

    zeigen wir den Gefährdern wo der Hammer hängt

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  3. @Sepp

    >> zeigen wir den Gefährdern wo der Hammer hängt

    Das interessiert die nicht. Für die ist Machete das wichtigste Werkzeug im Alltag.

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  4. re Anmerkung : was wollen Sie mir mitteilen ?


    gibt keine Lösung des Problems - es gibt keinen Ausweg ? dann haben Sie tatsächlich das Ende der Fahnenstange erreicht .

    ich fliege im Januar nach Texas und werde mit den rednecks genau das o.g. Problem erörtern - vielleicht haben us Proletarier mehr Phantasie als der brd -Durchschnitt .

    mfG

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  5. @Sepp

    Ich wollte mitteilen, daß das hier der falsche Ort für derlei Sabberei ist. Eigenen Blog aufmachen, Adresse hier veröffentlichen, spannende Posts schreiben und den Ruhm des Internetz für gesammelte literarische Grütze einheimsen. So läuft der Hase.

    Man kackt nicht vor des Nachbarn Wohnungstür. Ganz einfach.

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  6. Spaß beiseite .

    natürlich leidest Du wie ein Tier - du kannst mir nicht den Mund verbieten und deine "Argumente" waren schon in den 90ern ganz schwach .

    der anakademisierte Sozialdemokrat wird seine Minderwertigkeitskomplexe niemals los - das sage ich meinen Studenten JEDEN TAG .

    "woher kommt er - hat er gedient ? warum will er Soziologie studieren ? Pfeifffer , stellen sie das Gelaber ein " .

    spd Eltern - Auchabi gemacht - Massenuni . Zuviel Zeit .

    aber immerhin : deputy-bloggwart .

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  7. "Ich wollte mitteilen, daß" (sic)

    ganz schlechter Einstieg -

    "ich teile mit " ( wenn ich kompetent bin - sonst eben nicht )

    in Stilfragen muss ich sie dann doch noch mal beraten

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  8. auch Floskeln wie : " sagen sie doch mal ihre ehrliche Meinung" sind zu vermeiden .

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  9. @Sepp

    >> "Ich wollte mitteilen, daß" (sic)
    >> ganz schlechter Einstieg -

    Sepp hat eine hochgradig schlechte Lesekompetenz und muß daher zwingend einem Volkshochschulkurs Verstehendes Lesen - Deutsch für Anfänger zwangszugeführt werden werden.

    Worauf bezieht sich diese Bekundung des Mitteilungswillens?

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  10. mit Schrägschriftformatierung ...

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  11. stil ist wichtig, gerade im umgang mit den stillosen

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