Montag, 16. Mai 2022

Volksglaube Demoskopie: Die Fake-News-Priester

Unbenommen desaströser früherer Vorhersagen bleiben deutsche Demoskopen fester Bestandteil des Medienzirkus.

Knapp vorbei ist auch genug, aber knapp war es diesmal nicht einmal annähernd.. Was die selbsternannten Demoskopen selbst noch in den letzten Tagen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an Ergebnissen vorhersagten, befand sich in ganz anderen Dimensionen als das, was die Wähler im bevölkerungsreichsten Bundeslandes dann in die Urnen stopften. Knapp hatte es werden sollen, ein "Kopfankopfrennen" gar, wie das frühere Nachrichtenmagazin Der Spiegel aus dem Kaffeesatz der Umfrageinstitute herauslas. Knapp über 30 Prozent sahen die Forschungsgruppe Wahlen, Infratest Dimap, Insa, Forsa und Yougov die Union. Knapp darunter die SPD, der 28 bis 29 Prozent vorrausgesagt wurden. Dahinter dann die Grünen mit zehn, zwölf Prozent Abstand. Die AfD bei sieben, die FDP bei acht. Die Linke draußen, weg und für immer Geschichte.

Mit atemberaubendem Abstand

Hendrik Wüst und Thomas Kutschaty, zwei Spitzenpolitiker, die jederzeit unerkannt in einem Pauschalhotel an der türkischen Riviera Urlaub machen können, würden jedenfalls den ersten Fingerzeig dafür liefern, wie der Kriegskurs der Ampel in Berlin wirklich ankommt. Ob die Menschen mehr Klima wollen und einen schnellen Ölausstieg. Ob Schwerewaffen gewünscht sind und Wirschaffendas noch immer überzeugt.

Der Wahlabend geriet dann jedoch zu einem Debakel für die, die gar nicht angetreten waren. Deutschlands Demoskopen, die Hohepriester eines unausrottbaren Volksglaubens daran, dass sich Stimmungen vielleicht nicht erfragen, aber mit Hilfe von Fragen und Formeln vorausvermuten lassen, lagen mit ihren Vorhersagen so weit von den amtlichen Endergebnissen weg, dass die von Politik und Medien als ernsthafte Wissenschaft zur Lenkung ganzer Staatsvölker betrachtete Prognostiziererei einmal mehr dasteht wie reine Voodookunst. Der große Sicherheitsabstand der Vorhersagen zur Wirklichkeit, traditionell eine Kerndisziplin der deutschen Demoskopie, er war diesmals geradezu atemberaubend groß.

Neun Prozentpunkte

Nicht zwei oder drei Prozent betrug der Abstand zwischen dem Wahlgewinner von der Union mit 35,7 Prozent und der früheren NRW-Volkspartei SPD mit 26,7 Prozent. Nein, es liegen neun Prozentpunkte zwischen beiden - ein Unterschied zu den Umfragen von geradezu sagenhaften 300 Prozent, betrachtet man den prognostizierten Abstand von etwa drei Prozent. Die Endabrechnung der übrigen Vorausberechnungen sieht ganz ähnlich aus: Die Grünen, denen 15 bis 17 Prozent vorhergesagt worden waren, übertrafen das mit 18,2 Prozent. Dafür legen FDP, AfD und Linke jeweils noch deutlicher von den 8, 7 und 3 Prozent entfernt, auf die sie sich den Wahlumfragen zufolge hätten freuen dürfen. Die FDP kam nur auf 5,9 Prozent, die AfD auf 5,4 und die Linke auf ganze 2,1. Zahlen, die irgendwo in der Nähe von Raten, Losen und Lottospielen liegen.

Das sind Abweichungen, die jeweils im Bereich von 25 bis 30 Prozent liegen, ausgedacht und veröffentlicht von den führendsten Befragungsinstituten der entwickelten Welt und mit großer Ernsthaftigkeit verbreitet von sämtlichen Medien, als handele es sich bei den Produkten der Prognosebranche nicht traditionell schon immer um Abfallerzeugnisse eines Wettbewerbs im Danebenliegen. 

Unausrottbarer Volksglaube

Mag auch wieder einmal alles falsch gewesen sein, mögen sich die "Vorhersagen", "Prognosen" und Umfrageergebnisse" auch erneut als absurde Fake News entpuppt haben, mit deren Hilfe versucht wurde, auf das Ergebnis einer demokratischen Wahl Einfluss zu nehmen: Unerschütterlich ist das Vertrauen von Medien und Politik in die fantasievolle Arbeit der Welterklärer von Forschungsgruppe, Infratest und Forsa, die es rechtfertigen, indem sie nach ganz unterschiedlichen Rezepten ganz unterschiedliche Menschen befragen, Kämmen, Glätten, Hoch-und Runterrechnen. Und am Ende ganz unterschiedliche Zahlen ermitteln. Die allerdings alle durchweg vollkommen falsch sind.

Als fundamentaler Bestandteil des politischen Unterhaltungsgeschäfts aber haben die Händler mit dem Glauben an die Möglichkeit exakter Voraussagen des Verhaltens vieler durch die Befragung weniger nichts zu fürchten. Sie liefern Stimmungsbilder, die stets gebraucht werden, seien sie nun falsch, richtig oder richtig falsch. Sie stehen deshalb auch am Wahlabend schon wieder in den Fernsehstudios, mit wichtiger Miene werden nun "Wählerwanderungen" erklärt, von denen die Wahlumfragen nicht das Mindeste hatten ahnen lassen. Schlüssig gelingt es, darzustellen, weshalb wer wie viel mehr als der andere hatte bekommen müssen. Nachvollziehbar erfährt die Republik, warum es so hat kommen müssen.

9 Kommentare:

  1. Dass die Grünen mit Jahrhundertpolitikern wie R. Lang und Annalena und dem schwer bewaffneten Kampf gegen den Iwan im Osten die Vorhersagen übertreffen werden, war quasi vom Schicksal gewollt.

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  2. IMMER MEHR CORONA-TOTE IN NORDKOREA
    Kim riegelt Städte und Provinzen ab
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    Stirbt Mordkorea jetzt aus?

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  3. Meine - gemäßigte - Begeisterung für Anti-Speichel Ruh von Röper hat einen Dämpfer bekommen. Tummeln sich doch dort Klimawichser, die durch kein noch so einleuchtendes Argument zu belehren sind. Dazu die Kleinkindersprache: Schmutzige/saubere Energie. (Ist da Chemie drin? Ich antworte dann, daß da sogar Atom drin sei ...)

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  4. Der Kim, der dort grad am Ruder ist, kann gern unseren Lauterquatsch haben, er hat uns immerhin alle gerettet.

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  5. https://invidious.namazso.eu/watch?v=0xslGYsTPps


    was will Schwab ?

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  6. Meine - gemäßigte - Begeisterung für Anti-Speichel Ruh von Röper hat einen Dämpfer bekommen ...

    Und noch einen weiteren dazu - Röpi quakt ungeniert von "Klimaschutz" - ich habe noch versucht, Ironie zu entdecken - vergeblich.

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  7. https://www.anti-spiegel.ru/2022/hurra-putin-hat-den-klimawandel-abgeschafft/

    Hurra, Putin hat den Klimawandel abgeschafft!

    Dass der Klimawandel, den es unbestritten gibt, seit unser Heimatplanet existiert, menschengemacht ist, glaubt wahrscheinlich nicht mal Flinten-Uschi, aber mit dem Thema lässt sich hervorragend Geld verdienen. Warum man getrost bezweifeln kann, dass der Klimawandel menschengemacht ist und dass die Behauptung, in dieser Frage seien sich praktisch alle Forscher und Experten einig, eine glatte Lüge ist, können Sie hier nachlesen, und wie außerhalb des westlichen Medienblase über das Thema Klimawandel berichtet wird, können Sie hier nachlesen.

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  8. Der, der behauptet, ncihts von Klima zu verstehen.
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    https://www.danisch.de/blog/2022/05/17/maenner-die-kostenfrage/

    Einer der größten Klimakiller und CO2-Verursacher, noch deutlich schlimmer als der gesamte weltweite Flugverkehr, ist die Modeindustrie, die ständig neue Kollektionen auf den Markt bringt und unverkaufte Stücke vernichtet, weil Frauen ständig neue Fummel brauchen.

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