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| Der MDR hat mit einem Bummelstreik im Sendebetrieb ein Tabu gebrochen: Erstmals greift ein öffentlich-rechtlicher Sender direkt und unumwunden in den Wahlkampf ein. |
Jeder sieht es, jeder hört es, jeder spürt es. Es brodelt im Land, der Unmut wächst fast stündlich und wo der Spitzenkandidat der AfD im Landtagswahlkampf auftaucht, wird er wie ein Messias gefeiert. Ulrich Siegmund, 35, stets verbindlich und von Hamburg aus gesehen der gefährlichste Mann Deutschland", versammelt Tag für Tag Tausende um sich. Er wird beklatscht und bejubelt. Ruft er zur Mopedausfahrt, sind die Straßen stundenlang blockiert. Ein Popstar der Politik. Ein Phänomen wie damals Barack Obama oder später Donald Trump.
Erstmals wieder Straßenwahlkampf
Zum ersten Mal seit Deutschland sich verändert hat, findet wieder Straßenwahlkampf statt. Zum ersten Mal seit dem Abgang der Generation Schröder, die noch bei Wehner, Brandt, Kohl und Strauß in die Lehre ging, stehen Politiker wieder auf Marktplätzen, Mikrofon in der Hand, die Stimme angespitzt, kurze knappe Sätze bellend, badend im Beifall oder unbeugsam in einem Orkan aus wütenden Pfiffen.
Endlos lang sind die Schlangen derer, die anschließend wegen eines Selfies oder eines Autogramms anstehen. Die Stimmung erinnert an ein Rockkonzert. Das liebste Mitbringsel aller ist die Denunziationsausgabe des ehemaligen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", das in der Crowd so ernst genommen wird wie Ermahnung, unbedingt große Angst zu haben vor dem Einzug der Schwefelpartei in die Magdeburger Staatskanzlei.
Gegenentwurf zum Schnittchenwahlkampf
Es ist der komplette Gegenentwurf zum streng abgeschotteten Schnittchenwahlkampf der Konkurrenz, die hier nur "die Altparteien" heißt. Der bedauernswerte CDU-Spitzenkandidat reist mit einem Packen Förderschecks durchs Land, als habe er ein Erbe zu verteilen. Der SPD-Mitbewerber versteckt sich in Hinterzimmern und agitiert seine Genossen. Wenigstens gibt es dort keinen Widerspruch. Man ist "der Deich" und vereint in einem einzigen Ziel: Dass nicht die anderen regieren können.
Die Linke wie die Grünen und die FDP, sie alle verzichten nahezu vollständig auf persönliche Präsenz im Stadtbild. Wo doch einmal Wahlkampfstände aufgebaut werden, gähnen sie vor Leere. Niemand interessiert sich für die Heilsversprechen der Ex-SED, die von allem mehr und günstiger in Aussicht stellt. Niemand mag den Behauptungen der Grünen zuhören, "Klima" bleibe "Thema". Und dass die FDP bei ihrer nächsten Regierungsbeteiligung alles besser machen werde, scheint auch kaum noch einer zu glauben.
Selbstbewusste Abweichler
Es sind Phänomene, die in der heißen Wahlkampfphase in Sachsen-Anhalt jeden Tag zu beobachten sind. Es ist etwas in Rutschen gekommen, der Geist ist aus der Flasche: Noch vor vier Jahren hüteten sich die Menschen peinlichst davor, ihr Wahl-O-Mat-Ergebnis öffentlich zu machen, wenn es die sogenannten "Falschen" ganz oben zeigte. Inzwischen ist das anders. Selbstbewusst und stolz präsentieren Hunderte, dass es ihnen gelungen ist, den von der staatlichen Zentrale für politische Bildung erstellen Parcours aus 38 hanebüchenen Fragen so zu überwinden, dass am Ende Siegmunds Partei ganz oben steht.
Überaus erstaunliche Entwicklungen. Von denen der regional zuständige öffentlich-rechtliche Sender Mitteldeutscher Rundfunk allerdings keine Notiz nimmt. Die Triumphtour des Mannes, der sich stets als "künftiger Ministerpräsident" vorstellen lässt, passt nicht in die vorab beschlossenen Sendepläne der Großanstalt. Ein solcher Pop-Wahlkampf war nicht vorgesehen. Jetzt, wo es ihn gibt, muss er wegen der hauseigenen Fairness-Vorschriften ignoriert werden: Nur weil ein Kandidat die Massen anzieht, während die anderen nur kalte Schultern agitieren, muss eine gesetzlich zu Unparteilichkeit, Objektivität und Ausgewogenheit verpflichtete Rundfunkanstalt noch lange nicht über das berichten, "was ist", da draußen vor der Tür.
Angst vor dem Einnahmeverlust
Im Kosmos der institutionalisierten Weltfremdheit wälzt man stattdessen sorgenvolle Gedanken darüber, was wohl wird, wenn es zum Allerschlimmsten kommt. Ulrich Siegmund hat immer wieder betont, dass seine Partei den Rundfunkstaatsvertrag kündigen wird. Für den MDR würde das den Verlust eines Viertels seiner Adressaten, aber auch der eines Verlustes eines Viertels seiner Tributpflichtigen bedeuten.
Zuletzt verbuchte die Drei-Länder-Anstalt Einnahmen aus Rundfunkbeiträgen in Höhe von 614,4 Millionen Euro. Zugleich gab sie 789,2 Millionen Euro aus. Das Minus lag bei 175 Millionen Euro - etwas über 20 Euro pro Menschen, der im Sendegebiet lebt. Würde sich Sachsen-Anhalt unter einer AfD-Regierung aus dem System verabschieden, schösse es schlagartig auf mehr als 320 Millionen Euro hoch und läge bei knapp 30 Euro Minus pro Jahr.
Der Alptraum der Anstaltsleitung
Es ist eine Alptraumvorstellung, die die Anstaltsführung um- und zu Maßnahmen am Rande des verbotenen politischen Streiks treibt. MDR-Intendant Ralf Ludwig etwa bezieht ein Gehalt in Höhe von 298.410 Euro, die Programmdirektorin Jana Brandt kommt auf 260.000 Euro, "inklusive jederzeit widerruflicher, nicht ruhegehaltsfähiger Funktionszulagen für die Übertragung zusätzlicher Aufgaben".
Auch Betriebsdirektor Ulrich Liebenow liegt mit 240.000 Euro beim Fünffachen des ostdeutschen Durchschnittsgehaltes, ebenso wie Sachsens Landesfunkhausdirektor Sandro Viroli (234.000 Euro), Chefjustiziar Jens-Ole Schröder (219.000 Euro). Der Direktor des Landesfunkhauses Sachsen-Anhalt, Tim Herden, wird vergleichsweise kurzgehalten. Ihm steht aber zusätzlich zu seinen Bezügen von 190.000 Euro anstelle eines Dienstwagens "eine monatliche Mobilitätszulage von 500 Euro" zu, um ihm den Kauf eines Deutschland-Ticket zu ermöglichen.
670 Millionen für die Betriebsrentner
40.000 müssen zusammenlegen
Ein erschüttertes System
Viel ändert sich nicht
Bummelstreik im Sendebetrieb
Was er selbst denkt, weiß MDR-Intendant Ralf Ludwig im Moment gar nicht mehr so richtig. Einerseits könnte eine AfD-geführte Regierung den Staatsvertrag kündigen. Andererseits würde diese Kündigung erst Ende 2028 wirksam. Die 73 Prozent der Menschen im MDR-Sendegebiet, die dem MDR Ludwig zufolge "vertrauen", obwohl sie zugleich zu einem Gutteil AfD wählen, müssten dann ab 1. Januar 2029 auf ihr geliebtes "Sachsen-Anhalt heute", die MDR-Radioprogramme für Sachsen-Anhalt und die Onlineberichterstattung aus dem Land verzichten.

Die Regierungsfunker üben also schonmal Regierungskritik an einer Regierung, die noch gar nicht existiert. Hat man ja auch anderweitig schon gesehen, dass sich stramme Propagandatruppen in einer Millisekunde auf regierungskritisch umpolen, sobald jemand auch nur an Mittelkürzungen denkt.
AntwortenLöschenImmerhin sind die ehemaligen Bewacher des antifaschistischen Schutzwalls entschieden gegen die AfD - die bleiben sich treu.
LöschenOT Bernd Steinbrink c/o Achse
AntwortenLöschenEs wäre ein wissenschaftliches Desiderat, einmal unvoreingenommen aufzuarbeiten, wo die Gründe für diesen Niedergang [deutscher Unis] liegen. Für Hinweise von Kollegen, gern an die ACHSE, wäre ich sehr dankbar.
Statt ihm den Hinweis zu geben, mal Danisch zu fragen, überweise ich Danisch lieber was.
Auf das Aufzeigen dieser Gründe stehen ein paar Jahre Knast, in einem Fall in Österreich waren es gar zwölf Jahre. Außerdem glaubt einem auch keiner mehr, früher kaum einer von zehn ...
Löschen"Es wäre ein wissenschaftliches Desiderat, einmal unvoreingenommen aufzuarbeiten, wo die Gründe für diesen Niedergang [deutscher Unis] liegen." - Im besten Deutschland aller Zeiten. Da wird man dann auch fragen müssen, wie es überhaupt möglich war, daß ein so schlechtes System wie das Deutsche Kaiserreich so viele hervorragende Wissenschaftler hervorbringen konnte.
LöschenJuden und Radfahrer (1)
LöschenAutor Vera LengsfeldVeröffentlicht am 27. August 2026Kategorien Allgemein
Von Gastautor Christoph Ernst
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Vor dem Lesen eine Brechschale bereitstellen.
Sie:
AntwortenLöschenErfolgte der Angriff der Russen auf die Ukraine 2022 wirklich "unprovoziert", wie die Medien behaupten?
Neo24 AI:
Kurz gesagt: Ja – im engeren völkerrechtlichen Sinn wird der russische Großangriff vom 24. Februar 2022 zu Recht als „unprovoziert“ bezeichnet. Das bedeutet nicht, dass es keine Vorgeschichte, Sicherheitsinteressen oder politischen Spannungen gab. Es bedeutet, dass die Ukraine Russland nicht angegriffen hatte und dass Russland keine anerkannte rechtliche Grundlage für den Einmarsch besaß.
Man sollte drei Ebenen unterscheiden:
1. Vorgeschichte und politische Ursachen
Es gab erhebliche Spannungen:
- die NATO-Osterweiterung und die NATO-Erklärung von 2008, wonach Ukraine und Georgien künftig Mitglieder werden sollten; (nato.int)
- den Machtkampf um die außenpolitische Ausrichtung der Ukraine;
- die Ereignisse von 2014, die Annexion der Krim durch Russland und den Krieg im Donbass;
- die unvollständig umgesetzten Minsker Vereinbarungen, die einen Waffenstillstand, politische Schritte und lokale Wahlen vorsahen. (osce.org)
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OT. Da hat einer eine zensurfreie KI angepriesen. Gleich ausprobiert: Ganz oben "Sie" - das bin ich.
Eure Rede sei ja, ja, nein, nein - was darüber hinaus geht, das ist Scheiße. Oder so ähnlich.
LöschenDer idiotische Angriff der Japaner auf Hawai erfolgte ja auch völlig unprovoziert. Was können die USA schon dafür, wenn die Japaner kein Öl auf ihrer Insel fördern können.
LöschenOT
AntwortenLöschenAnonym
Jauchzet, frohlocket: Danisch zu Habermas' Hasenscharte. Das wird ein ergötzlich' Gezänk bei Le Penseur werden. Schampus kaltstellen.
August 25, 2026
------------------------------------------------------ Scheibe, war schon vorgestern. Leider nix. ----------------------------------
...davon ausgegangen wird, dass vor der Mattscheibe ausschließlich Idioten sitzen ...
AntwortenLöschenLediglich "ausschließlich" ist ein wenig übertrieben, es sind auch Halb- und Viertelidioten dabei. Aber im Großen und Ganzen trifft es ja zu ...
"Israelische Politiker sagen ja, dass die Nazis die Juden ursprünglich gar nicht umbringen, sondern nur abschieben wollten, und erst auf Betreiben von Mohammed Amin al-Husseini, dem damaligen Großmufti von Jerusalem, auf die Sache mit dem Verbrennen gekommen seien. Man stellt die Verbrennungsöfen immer als industrielle Vernichtung von Menschen dar, als Effizienzakt, aber ich habe nie die Erörterung der Frage gesehen, ob die Verbrennung auch eine religiöse Bedeutung hatte ..."
AntwortenLöschen---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Danisch, mir graut vor dir ...