![]() |
| Jede der neuen Panzersperren gegen Russlands Militärwalze hat oben eine Transportöse, damit die Pioniereinheiten eines möglichen Angreifers keine Mühe mit dem Wegräumen haben. |
Zuletzt hatten Robert Leys Reichsarbeitsmänner ein vergleichbares Großwerk in die Landschaft gegossen. Panzersperren aus Beton, verschiebesicher gestaltet, sollten in den 30er Jahren verhindern, dass Polens Kavallerie Richtung Berlin durchbricht. Bis heute stehen die Panzerreiter unerschütterlich in der Festungsfront am Oder-Warthe-Bogen, mitten in der polnischen Republik, aber immer noch nach Osten ausgerichtet.
Von dort, so glaubten die Deutschen vor 90 Jahren, werde der Hunnensturm kommen, diesmal nicht auf kleinen, hässlichen Pferden, sondern auf großen, schweren Panzern. Wie eine Schrottwalze würden die Stahlkolosse auf ihrem Weg nach Finistère an der französischen Atlantikküste alles aus dem Weg schieben. Häuser, Wälder, Menschen.
Der alte Glaube vom Panzersperrwerk
Widerstehen könnten der russischen Hauptwaffe nur Puzzlesteine aus Beton, wie sie zwischen den sogenannten Panzerwerken von Hitlers Ostwall stehen. Fast 100 Jahre ist der Oder-Warthe-Festungsbogen alt. Noch etwas älter ist der dieser Glaube von Verteidigungsexperten, entstanden in den Tagen der Vernichtungsschlachten im Ersten Weltkrieg, dass diese Art Betonhindernis der beste Abwehrzauber gegen angreifende Panzerarmeen darstellt.
Weiterentwickelt hat sich allerdings das Panzersperrendesign und weiterentwickelt haben sich die Technologien des Aufbaus der Felder aus Beton, in denen sich die Panzerarmeen des russischen Diktators festfahren sollen. 1934 wurden noch Drachenzähne in den Rasen gegossen, endlose Reihen von Zementzacken, nicht einmal kniehoch, aber auf einem festen Fundament gegründet, so dass kein Sowjettank sie überrollen, aber auch keine Pionierkompanie sie einfach beiseiteräumen konnte.
"Ostschild" statt Ostwall
90 Jahre später setzt Polen beim Neubau seines "Ostschildes" an der sensiblen Suwalki-Lücke zwischen Weißrussland und der russischen Exklave Kaliningrad auf Bausteine aus dem Küstenschutz: Tetrapoden werden aneinandergereiht wie sie bisher als Wellenbrecher die Molen vor Hafeneinfahrten oder Buhnen an Meer- und Flussufern schützten.
Beim "Eastern Shield", der nicht verwechselt werden darf mit dem luftgestützten "Drohnenwall", dessen Bau EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen noch ohne feste Terminsetzung angekündigt hat, hilft die Bundeswehr nicht nur beim Ausbau der Befestigungsanlagen zum Schutz der Ost-Grenze der Europäischen Union.
Die bei der "baulichen Ertüchtigung des Grenzraums im Norden Polens" (Bundeswehr) eingesetzten "hochspezialisierten Pionierkräfte des Deutschen Heeres und zusätzliches Unterstützungspersonal" (Bundeswehr) senden schon mit den ersten Bildern und Berichten von ihrem Unterstützungseinsatz am "strategisch bedeutsamen Suwalki-Korridor" (n-tv) ein deutliches Zeichen Richtung Kreml.
Praktisches Griffstück
Es ist vergleichsweise klein, angerostet und an den monströs großen Betonelementen kaum zu sehen, während die eigens angereisten deutschen Pioniere - bestehend aus einem verstärkten Pioniermaschinenzug - die Tetrapoden mit ihrer schweren Technik in die richtige Stellung wuchten.
![]() |
| Die EU-Außengrenze zu Russland. |
Es ist Ursula von der Leyens Traum vom "stählernen Stachelschwein", der hier realisiert wird. Neben den Tetrapoden wird es am Ende Panzerabwehrgräben geben, Draht- und andere Sperranlagen, Feldbefestigungen und Kampfstände und natürlich Minenfelder. Mehrere hunderttausend Minen sind bestellt. Im Verteidigungsfall sollen die polnischen Streitkräfte die gesamte Ost- und Nordgrenze innerhalb von 48 Stunden verminen können, hat Vize-Verteidigungsminister Cezary Tomczyk erklärt.
Ein "mehrschichtiges Schutzsystem" mit Ösen
Ziel des "Ostschilds" ist es, die 210 Kilometer lange Grenze zu Russland sowie die 418 Kilometer lange Grenze zu Belarus mit einem "mehrschichtigen Schutzsystem" abzusichern: Der Russe soll an den Bunkern und Befestigungswerken, Grabenhindernissen und Feldern aus Tetrapoden ausbluten, noch ehe er die weiten Ebenen Polens erreicht und als Aufmarschbasis für seinen Generalangriff auf den bis heute einzigen mit dem Friedensnobelpreis geehrten Kontinent nutzen kann.
Das sieht gut aus. Das wirkt sehr sicher. Und es entpuppt sich auf den zweiten Blick als großzügige Hilfestellung für den Angreifer. Das Griffstück aus Armierungsstahl, das die "Kontingentführung der deutschen Kräfte" (Bundeswehr.de) die Bundeswehrpioniere offenbar gezielt nicht abflexen lässt, macht es für jeden Angreifer zu einem Kinderspiel, den Tarcza Wschód zu zerstören. Wie beim Bau der Feldbefestigung wird ein kleiner Baukran benötigt. Im Gegensatz zu den Verteidigern aber können Truppen, die hier durchbrechen wollen, sich darauf beschränken, ein paar Schneisen in das Abwehrbollwerk zu schlagen.
Abbau ohne große Komplikationen
Niemand, der eine ernsthafte Panzersperre bauen wollte, würde die Ösen an den Fahrzeughindernissen belassen. Sie sind es, die einem Angreifer erlauben, die tetrapodischen Sperrelemente mit Baggern, Kräne oder von Panzern gezogenen Stahlseilen ohne große Komplikationen anheben und zu bewegen. Bei militärischen Panzersperren wie Betontetraedern werden überstehende Metallösen oder Transportanker in der Regel entfernt, sobald die Elemente an ihrem Bestimmungsort liegen.
![]() |
| Die Reste von Hitlers Ostwall. |
Lässt man sie wie am Ostschild weiterhin frei aus dem Beton ragen, böte das dem Gegner einen gravierenden Vorteil. Feindliche Pionierpanzer, Bergepanzer oder Infanteristen könnten Seile, Ketten oder Haken direkt an diesen Draht- oder Stahlschlaufen befestigen, um die schweren Sperren im Handumdrehen wegzuziehen, umzuwerfen oder wegzuschleppen.
Polen Tarcza Wschód aber ist zuallererst ein politisches Bauwerk. Eigens um die Tetrapoden-Felder mit Minen absichern zu können, ist die polnische Regierung aus dem Ottawa-Abkommen ausgetreten. Vier Jahre nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine startet nun der Aufbau einer symbolischen Kette von Sperrbauwerken.
Vorbild für den Schutzschild Ost, den sich Polen Milliarden Euro kosten lassen will, ist die vor fünf Jahren ebenfalls zur Abwehr Russland von der Ukraine errichtete Stahlmauer an der Ostflanke. Geplant vom Stab der damaligen "Anti-Terror-Operation" des später des Landesverrats, der Unterstützung terroristischer Organisationen und der Finanzierung des Terrorismus beschuldigten Präsidenten Petro Poroschenko und angeordnet in zwei Verteidigungslinien sollte das Bollwerk gegen die Rückkehr des Bolschewismus schon in der ersten Phase knapp 1500 Kilometer Gräben, mehr als 4000 Unterstände und 8000 verbunkerte Stellungen umfassen.
Auf einer Länge von besonders bedrohten 60 Kilometer Frontlinie wollte der später wegen Korruption unter Verdacht stehende Regierungschef Arseni Jazenjuk zudem "unsprengbare Sperren" errichten lassen.
Immer an der falschen Stelle
Der Erfolg der Rückkehr zur Festungstechnologie der Frühzeit der modernen Kriege zeigt sich darin, das später niemals mehr von der 2.300 Kilometer langen stählernen Verteidigungslinie entlang der Grenze die Rede war. Generalstäbler wissen seit Frankreichs Versuch mit der Maginot-Linie, Hitlers Westwall und dem von Stalins Armeen achtlos überrollten Oder-Warthe-Festungsbogen, dass vorbeugend errichtete Befestigungen die Angewohnheit haben, stets an der falschen Stelle zu stehen. Dort, wo sie sind, greift meist niemand an. Dort, wo jemand angreift, fehlen sie stets.
Das EU- und Nato-Land Polen etwa ist an der Küste sperrangelweit offen. Im Mierzeja Wiślana - älteren Deutschen als Frische Nehrung bekannt - schützt nur ein halb niedergetretener Gartenzaun die EU-Grenze zur Exklave Kaliningrad. Der "Schutzschild Ost" ist am Ostseestrand ein rostiger Schlagbaum und ein Hinweisschild, das das Weitergehen verbietet.
Nur ein paar alte Festungen halten die Stellung
Die einzigen Verteidigungsstellungen in der Tiefe sind schon etwas älter: Rund um die bröckligen Fundamente der alten Radarstation "Würzburg", von Telefunken und der Forschungsanstalt der Nachrichten-Versuchsabteilung (NVA) der Reichsmarine zur Führung der Nachtjäger der Luftwaffe entwickelt, finden sich auf dem schmalen Küstenstreifen einige verfallene Bunker, befestigte Stellungen und Schützengräben.
Es bleibt noch viel zu tun an der Ostflanke rund um "die größte Operation zur Stärkung der polnischen Ostgrenze" seit 1945, wie der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz das Großprojekt nennt. Und viel Geld auszugeben. Anfangs sollten 2,3 Milliarden Euro für Bau der geplanten Stellungen reichen.
Doch seit die EU-Kommission das Vorhaben als "Priorität für die Sicherheit der NATO-Ostflanke" eingestuft hat, kletterten die Kostenprojektionen rasch auf inzwischen 40 Milliarden Złoty. Das sind neun bis zehn Milliarden, die über zinsgünstige, langfristige EU-Darlehen aus dem Stachelschwein-Fonds mit dem Namen "spezieller EU-Finanzierungs- und Darlehensmechanismus für die äußere Sicherheit und Verteidigung SAFE-Mechanismus" finanziert werden.
Gute Zäune, gute Nachbarn
"Gute Zäune machen gute Nachbarn", sagen sie jetzt auch in Polen - eine krude These, für die Ungarn vor Jahren schon vom Europäischen Gerichtshof verurteilt wurde. Der neue Grenzwall, an dem der deutsche Pioniermaschinenzug (PiMaschZg) mitbaut, wird eines Tages 400 Kilometer Grenze zu Bjelorusslanddemfrüherenweissrussland sichern, dazu noch die gesamten 232 Kilometer Grenze zu Kaliningrad.
Offen bleibt nur die Suwalki-Lücke, der 65 Kilometer schmale Korridor zum EU-Partner Litauen, von dem Nato-Strategen befürchten, er werde Putin das Einfallstor in den Westen bieten. Die Tür, von der der russische Generaloberst Andrei Kartapolow, damals Stellvertreter des damaligen Verteidigungsministers Sergei Schoigu, 2023 behauptet hatte, dass es einer Einsatzgruppe möglich sei, sie "binnen weniger Stunden zu erobern", lässt sich nicht schließen. Kein EU-Land kann Befestigungen und Minenfelder und "mindestens acht vorgeschobenen Operationsbasen der polnischen Armee" an der Grenze zu einem anderen bauen. Zumindest noch nicht.



Die Milliarden, die das kostet, dienen ja einem guten Zweck bei den Beton- und Baufirmen und ihren Anteilseignern.
AntwortenLöschenDas war schon immer so: "Zu Übungs- und Testzwecken nahm die Schweizer Armee im Herbst 1946 in der Nähe des Stockhorns im Berner Oberland die Bunkeranlagen «Widdersgrind», «Bürglen» und «Morgetenpass» unter Beschuss. Eingesetzt wurden Geschütze verschiedener Kaliber, aber auch 200-Kilogramm-Sprengbomben. Zum Entsetzen der anwesenden Militärs hielt das Artilleriewerk «Widdersgrind» dem Beschuss nicht stand und lag in Trümmern. Der vermeintlich so widerstandsfähige Eisenbetonbau wurde durch die Geschosse gänzlich zerstört." Wiki: Bunkerprozeß
LöschenA propos Russeninvasion
AntwortenLöschenWie die Achse meldet, hat der Koksclown in Küjiff einen zunehmend schweren Stand. Wenn da ein Konkurrent aufgebaut wird, haben auf jeden Fall amerikanische Jungs von der Drei-Buchstaben-Firma ihre Fnger drin.
Man las ja gelegentlich Beriche, dass Selenskis Friends&Family die abgezockten Millionen etwas zu auffällig verjubelten.
Das wurde üblicherweise als antisemitische Lügen verbellt.
LöschenDer Wertewesten baut Panzersperren, weil heutige Kriege mit Flugzeugen, Raketen und Drohnen geführt werden, für die der stärkste Panzer nur eine lahme dünne Blechbüchse ist.
AntwortenLöschenVermutlich wird irgendein Verteidigungsgenie demnächst Vogelfangnetze empfehlen, um die fliegenden Viecher alle vom Himmel zu holen. Solche sonderbegabten Hirnakrobaten hat man sich ja reichlich heran gezüchtet.
Darum kann man nur noch auf ein schnelles sonnenhell strahlendes Ende hoffen, denn der von vielen hysterisch kläffenden Dämokratie-Schoßhündchen attackierte russische Bär wird sich garantiert nicht ohne ultinative Vereidigung natofizieren lassen.
Eins ist gewiss: einen vierten Weltkrieg werden unsere heldentodgeilen Hohlkörper - falls überhaupt - nur noch mit Knüppeln und Steinen führen können.
Wenn Idioten Idioten krönen, werden Idioten von Idioten regiert.
Das Paradies der vollkommenen Verdummung ist längst normale Realität geworden.
Und wenn sie nicht gestörben sind, dann blödeln sie noch heute.
Schon lange nichts mehr von der Überlegenheit der westlichen Panzerwaffe in der Ukraine gehört - wie man uns früher erzählte ist unsere Panzerung so gut, daß wir sogar ohne Reaktivpanzerung auskommen können. Wer möchte solchen Wahrheiten schon seine Zukunft anvertrauen.
LöschenLernen mit Uschi: https://euvsdisinfo.eu/de/learn-de/
AntwortenLöschen„Desinformation ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Manchmal wirkt es, als sei sie überall: Bei Familienfeiern mit hitzigen Diskussionen über Politik, Gesellschaft oder gar Fragen der persönlichen Gesundheit, bis ins Internet, die sozialen Medien und auch die internationale Politik.
Es sind nicht nur einzelne Personen im Internet, die hin und wieder Desinformation erstellen und verbreiten. Fremde Staaten, insbesondere Russland und China, haben Desinformation und Informationsmanipulation systematisch eingesetzt, um unsere Gesellschaften zu spalten und unsere Demokratien zu schwächen, indem das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit, gewählte Organe, demokratische Werte und die Medien zersetzt wird. Desinformation als Teil ausländischer Informationsmanipulation und Einmischung stellt eine Bedrohung für die Sicherheit der Europäischen Union und ihre Mitgliedstaaten dar.
Was genau ist Desinformation? Wie können wir verhindern, dass wir auf sie hereinfallen, wenn das überhaupt möglich ist? Wie können wir darauf reagieren? Auf der Plattform „Learn“ werden Sie Antworten auf diese und weitere thematische Fragen finden. Diese beruhen auf der Erfahrung, die EUvsDisinfo seit seiner Gründung 2015 gesammelt hat. Sie finden dort einige unserer besten Artikel und eine Auswahl an nützlichen Instrumenten, Spielen, Büchern und anderen Ressourcen, um Ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinformation aufzubauen oder zu stärken. Kenne den Unterschied mit EUvsDisinfo, #DontBeDeceived und werde widerstandsfähiger.“