Dienstag, 30. Mai 2017

PPQ-Aktion für Hatespeech: "Schlag mir in die Fresse"

"Hure", "Verbrecher", "Volksverräter" - solche Beleidigungen sind Alltag in Diskussionen im Netz. Eine laute, häßliche Minderheit dominiert digitale Diskursräume. Nahezu 90 Prozent der Menschen aber kommen einer Untersuchung des Blogampelamtes (BBAA) zufolge gar nicht zu Wort, weil sie kein Interesse haben, keine Kommentare schreiben mögen oder einfach die Zeit fehlt, Internetschreiber der "Tagesschau", des "Spiegel" oder hier bei PPQ zu beleidigen. Mit der Aktion "Schlagmir in die Fresse" will das bürgerschaftlich-engagierte Mitmachboard PPQ nun etwas dagegen unternehmen und denen, denen Schreiben zu umständlich und Diktieren zu doof ist, eine weitere Möglichkeit geben, ihren Hass auszudrücken.


Von Amania Tukür, Teamleitung Socialmedia von PPQ

Es dauerte nach dem Posting nur wenige Minuten, dann wurde der PPQ-Autor als "Systemling", als "Nazi", als "Willkommensklatscher" und "mieser Zweifler" bezeichnet. Sein Versuch, die Vergabe von Tiernamen an deutschfeindliche Politiker in den allgemeinen Meinungskampf einzuordnen, entmenschliche aufrecht kämpfende Spiegel-Kommentatoren und gebe Andersdenkenden eine Plattform.

Ein Beispiel von vielen, in denen uns in den vergangenen Wochen Widerspruch bis hin zur drastischen Gegenrede erreicht haben. Kommentare einer lauten Minderheit, die soziale Netzwerke als konfliktreichen Austragungsort ihrer Ansichten benutzt und dabei keine Rücksicht nimmt auf die Mehrheit der Userinnen und User, die Widerspruch nicht duldet, sich das endlose Argumentieren mit komplizierten Fakten ersparen möchte und darauf vertraut, dass eine starke Einheitsfront aus Politik und Medien Deutschlands Stellung in der Welt verteidigen wird.

Die Diskurskultur in sozialen Netzwerken ist eine gesellschaftliche Herausforderung, die Bundespolitik ist hier tagtäglich gefordert, abweichende, überschießende oder widersprechende Meinungsäußerungen einzuhegen, um den 30 Millionen Menschen, die in Deutschland Facebook nutzen, weiterhin die Möglichkeit zu geben, ihre Katzenbilder, Unfalls-GIFS und Fotos von leeren Stränden posten zu können.

Eine Menschenmenge, die Facebook zu einem öffentlichen Raum macht, auf dem deutsches Ordnungsrecht gilt. Wenn also Hass, miese Stimmungsmache gegen die Regierung, Kritik an einzelnen Politikern oder offenkundige Lügen hier die Runde machen oder einfach die pure Einheitlichkeit der dominierenden Erzählung die Betrachtungsweise von Ereignissen prägt oder vergiftet, dann muss etwas getan werden, um Millionen Userinnen und Usern zu zeigen, dass es Alternativen gibt.

PPQ ist Wegbleiter dieser Entwicklung weg vom Diskurs, hin zur Meinungszuweisung. Mit der Aktion "Schlag mir in die Fresse" wollen wir nun mit dazu beitragen, dass die Bewegung weg von der Debatte, hin zum reinen Austausch von Zustimmung weiter Geschwindigkeit aufnimmt. Das Ziel: die Diskussionskultur im Netz verbessern, ein Zeichen gegen den zunehmenden Hass setzen und den Meinungsfreiheitsschutz auf freiwilliger Ebene so verschärfen, dass Quertreiber, Kritikaster und Zweifler nicht mehr glauben können, mit ihrer von Russland aus gesteuerter Meinungsmache durchzukommen.

Bis heute haben wir mehr als 38.000 Kommentare allein auf der Homepage erhalten, viele mehr waren es auf Facebook. Wie groß der Anteil der Kommentare ist, die Hassbotschaften beinhalten, lässt sich nur schwer beziffern. Denn das variiert aufgrund vieler Faktoren, vor allem aber aufgrund der Nachrichtenlage.
Aber auch wir sind Zielscheibe geworden, Menschen hinetrlassen ihre Ansichten, oft vermeintlich sachorientiert, manchmal aber auch deftig, mit rechtschreibfehlern, grammatikalishc zweifelhaft, regierungskritisch.

Alle Themen, die mit Migration, den Grünen, Griechenland, Angela Merkel, Geflüchteten, den HFC, Donald Trump, Barack Obama, Ralf Stegner oder Martin Schulz zu tun haben, ziehen Hasskommentatoren an, ebenso wie Nachrichten aus den USA, aus Israel oder aus der Türkei, Ägypten, Venezuela oder Sachsen. Gleiches gilt aber auch für Themen, in denen es um Ungerechtigkeit oder Diskriminierung in der deutschen oder europäischen Gesellschaft geht, um die Genderisierung, die Forschung am Perpetuum Mobile, Kräutergärten oder Popmusik. Sexualisierte Gewalt, Gewalt im Bett, Rechte von Frauen, Haustieren oder von hochbezahlten Spiegel-Kolumnisten sind Themen, bei denen wir sehr viel wütende oder sogar menschenverachtenden Kommentare lesen müssen. Die Mitabeiter, die sich dem ausgesetzt sehen, brauchen häufig psychologische Betreuung.

Deshalb nun die Idee: denen eine Stimme, die keine haben, denen eine Ausdrucksmöglichkeit, die sich verbal nicht trauen, zu sagen, was sie denken. "Schlag mir in die Fresse" verleiht verbaler Gewalt physischen Ausdruck, es verschafft den Zurückgebliebenen - etwa in Sachsen - den Marginalisierten, den angesichts der Weltklimapolitik und der sinkenden Umfragewerte für Rot und Grün eine Gelegenheit, alles herauszulassen.



3 Kommentare:

  1. Auch nicht schlecht:

    Frau Reschke, „lügen Sie bewusst oder haben Sie nicht recherchiert?“ Meine Frage in der ARD-Sendung „Sag´s mir ins Gesicht“

    https://www.oliverjanich.de/frau-reschke-luegen-sie-bewusst-oder-haben-sie-nicht-recherchiert-meine-frage-bei-der-sendung-sags-mir-ins-gesicht

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  2. An alle Zürückgeblieenenen Sachsen und sonstigen ostdeutschen Warmduscher: Hier habe ich ich eine Zeitungsartikel von @Sepps alter Schule, bevor er als Großstadtpauker nach Hamburg gegangen ist.

    http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Eltern-beklagen-Verrohung-und-Gewalt-an-der-Grundschule-Muehlenberg

    Lebe Dunkeldeutsche, demnächst auch in Ihrer Stadt !

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  3. dass ihr aber auch immer provozieren müsst. tssssss.

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