Freitag, 30. Oktober 2020

Paris, Nizza, Dresden: Warum der Islam nichts mit dem Islam zu tun hat

"Toleranz" endet an der Moscheetür: Die Religion des Friedens ist auch eine der doppelten Standards.

Es erscheint wie ein Déjà-vu, das an frühere Auseinandersetzungen zwischen Abendland und Morgenland erinnert. Kaum haben die Streiter des Propheten die Abbildung einiger belangloser Bildchen ihres vermeintlichen Religionsstifters mit handfester Gewalt beantwortet, melden sich auf der Seite der Angegriffenen besorgte Stimmen, die fordern, man dürfte nun aber keinesfalls das Kind in der Wanne ersäufen. 

Wer einen Zusammenhang herstelle zwischen Karikaturen des islamistischen Propheten Mohammed und abgeschnittenen Köpfen in Paris und Nizza, der erledige das Geschäft der Populisten, denen nichts gelegener käme als ein Abendland im Ausnahmezustand und westliche Gesellschaften, die von sich selbst den Eindruck gewinnen, der Islam gehöre irgendwie vielleicht doch nicht zu ihnen. Sie ein Mann werfen sich die Terror-Leugner und Terroristenversteher in diesen Momenten vor eine Religion, mit der seit Jahrzehnten in schrecklichster Regelmäßigkeit grausame Morde begründet werden. 

Tanz um den heiligen Popanz 

Während sich in "der Türkei und anderen islamischen Ländern" (taz) ebenso wie in Berlin "wütende Demonstranten sammeln" (taz), um ihren heiligen Popanz zu verteidigen, verteidigt sich Europa, indem es die Meinungsfreiheit verbal verteidigt, ein Prinzip, das für einen gläubigen Moslem so einfach zu akzeptieren ist wie wie für einen Hund der Umstand, dass man Wurst erst bezahlen muss und dann essen darf. Sich lustig zu machen über einen ungelernten Glaubensstifter, mit dem sein Gott so unzufrieden war, dass er ihn noch vor Eintritt ins Rentenalter von seiner irdischen Mission abberief, ist bei den einen erlaubt. Bei den anderen aber schlimmer als Hunde zu essen, die eigene Schwester zu beschlafen oder die Maskenpflicht zu missachten.

Wo sich treffen? Wie einem Konflikt aus dem Wege gehen? Natürlich führt eine Tat wie der Mord an Sebastian Paty, der im Schulunterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte, um darzustellen, was Meinungsfreiheit bedeutet, nicht nur dazu, dass die mutigeren unter den westlichen Staatenlenkern das Recht auf Mohammed-Karikaturen entschieden verteidigen. Sondern es bringt andere auch zum Schweigen, mühsam bemäntelt mit einer Art Trauer, die verschwiemelte Codes verpackt wird, auf dass sie niemandem bitter aufstoße. Zudem ist jede solche Tat ein Erziehungsinstrument: Patys Tod hat zehntausende Lehrer gewarnt. Finger weg von Mohammed. 

Gymnastikzeit im Großraumbüro

In den Großraumbüros der Leitmedien ist Gymnastikzeit. Wie noch stets finden Dehnübungen statt: Wie schnell lassen sich unbequeme Tatsachen mit Krokodilstränen davonspülen, wie glaubwürdig gelingt es, als "besonders traurigen Auslöser des aktuellen Konflikts" die Mohammed-Karikaturen im Unterricht und als Gefechtsfeld einen Streit zwischen Emanuel Macron und Recep Erdogan auszugeben? Nur das schließlich gewährleistet, dass der grüne Elefant im Schrank bleibt und angesichts schrecklicher Verbrechens, bei denen die Täter sich durchweg auf den Islam berufen, über eines nur ja nicht zu sprechen: Den Islam.

Die besten Vertreter einer journalistischen Schule, die nicht informieren, sondern zum richtigen Denken anleiten will,  schaffen es, Sätze zu formulieren wie "es spricht viel dafür, dass der Mörder Kontakte zu Dschihadisten in Syrien hatte und der Mord keine Tat im Affekt war". Die traurigsten Vertreter einer Regierung, die sich angesichts der Bedrohung der Gesellschaft durch den Nadelstich-Terrorismus einer neuen Dschihad-Generation am liebsten in den Büschen aufhält, senden aus der Deckung ihrer Sprechpuppen gut abgehangene Mitleidstweets. 

Der, der immer fehlt

Der Islam, er taucht nicht auf, niemals.  Nicht einmal dort, wo er sein hässliches Haupt reckt und Respekt für seine steinzeitlichen Bräuche, seine  Intoleranz und seinen Hass auf alles fordert,  was anders ist. Stattdessen soll wahlweise die Polizei schuld sein, es wird von Behördenversagen gesprochen, wobei die Behörden anonym bleiben, und darauf verwiesen, dass "die ganz überwältigende Mehrheit der Muslime in Frankreich den Mord verurteilt".

Selbstverständlich tut sie das. Auch die Mehrheit der deutschen Nazis sind schließlich friedliche Mitbürger gewesen, die man mit dem Pauschalurteil, alle Rechtsradikalen, Rechtsextremen und Rechtsextremisten seien gewalttätige Schläger, Mörder und Verbrecher, nur in eine Ecke rückt, in die viele von ihnen nicht gehören.


Der dänische Liedermacher Carl Ladeplads bringt es in seinem Protestsong "What a prophet" unter Todesgefahr auf den Punkt:

4 Kommentare:

  1. Jetzt kann Macron noch mehr Morde 'aufbauschen' (taz) um mit Erdogan einen 'Scheinkulturkampf anzuheizen' (ebenda).
    Fall jemandem langweilig ist, empfehle ich einen Zoobesuch im Kommentarbereich bei der taz.

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  2. Ein ALEX auf Pipi - "Wann endet das Töten indigener ..." --- "Die Politiker haben kein Konzept ..." - Oh doch, haben sie. Was gerade abgeht, i s t deren Konzept.
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    Vor gut zwanzig Jahren habe ich mich im Zorn von etlichen vormals guten Saufbrüdern/Kumpels/Kumpelinen im Zorn getrennt. Das Tischtuch zerschnitten. Weil - Rotärsche. Aber noch der Gesengteste von denInnen sprach von der TAZ nicht anders als mit angeekelter Verachtung.
    Halbgott in Weiß

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  3. Nun ganz OT:
    Aus einer Laune mal wieder bei Vera Lengsfeld geguckt: Der Fall Manuel Diobo.
    Mannomann. Wer es fassen kann, der fasse es. Es wäre vielleicht mal eines eigenen Artikels wert. Springerstiefel ...

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  4. Schulligung, Manuel Diogo.

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