Samstag, 11. Februar 2017

Privat vor Katastrophe: Der Dackel des Präsidenten

Privat vor Katastrophe: Steinmeier muss wegen Dackel Lawrenz ohne Carstensen auskommen.

Es ist ein Amt, auf dem kein Segen liegt. Horst Köhler flüchtete einst vor der Aussicht, einen aus seiner Sicht rechtswidrigen Rettungsschirm mitverantworten zu müssen. Christian Wullf stolperte über über gut versteckte Kreditschulden. Und der Notnagel Joachim Gauck mahnte und mahnte, bis ihm niemand mehr zuhören wollte.


Wer auf sich hält, will dennoch Bundespräsident werden, wenn es nicht zum Bundeskanzler reicht. Walter Steinmeier hat sich denn auch willig auf den kandidatenposten schieben lassen, als sein Parteivorsitzender Sigmar Gabriel gemeinsam mit Angela Merkel eine Neuaufteilung der Zuständigkeiten in der Bundespolitik vornahm. Steinmeier, als Kanzlerkandidat gescheitert und als Schneeeule der Sozialdemokratie verspottet, schien allen Beteiligten die einzig logische Wahl.

Machtbewusst und eigenschaftslos


Der Mann ist ebenso präsidial wie eigenschaftslos, er ist machtbewusst, aber als ehemaliger Chefaufseher der Geheimdienste ist er auch Besitzers eines Kellers voller Belastungsmaterial gegen sich selbst. Steinmeier wird, guter deutscher Gepflogenheit folgend, am Sonntag mit hundertprozentiger Sicherheit gewählt, um ein Zeichen gegen Krieg, Populismus, Le Pen, die AfD, Trump und für Europa zu setzen.

Aber nicht alle sind so richtig heiß darauf, am Hochamt in Berlin teilzunehmen, dessen Prozedere dem einer FDJ-Sekretärswahl gleicht. Peter Harry Carstensen, ehemals selbst CDU-Amtsträger und Regierungschef, hat sich entschuldigen lassen. Nicht einfach wegen Schnupfen, privater Verpflichtungen oder einer Familienfeier. Sondern wegen Dackel Lawrenz. „Der hat eine sogenannte Dackellähmung, das ist ein Bandscheibenvorfall“, verkündete Carstensen. „Ich muss deshalb mehrmals am Tag und auch nachts mit ihm auf dem Arm raus, weil er nicht richtig laufen kann.“ Deshalb könne er nicht dabeisein, wenn Steinmeier den Staffelstab des Nationalmahners von Gauck übernimmt.

Dackel statt Steinmeier


Dackel Lawrenz ist fünf Jahre alt, Carstensen ist 70. Der stets spaßbereite Holsteiner, der 2004 versucht hatte, eine neue Ehefrau per Bildzeitungskampagne zu finden, weiß genau, wie sich Verachtung subkutan mitteilen lässt. Er könne niemanden anderes bitten, sich um den gelähmten Dackel zu kümmern. Also muss jemand anders Steinmeier wählen gehen. So spannend ist das auch nicht. Sein Vater habe immer gesagt, wer Tiere habe, müsse Tiere hüten. „Ich kümmere mich um den Hund.“

Und um gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, schiebt er noch nach: “Ich hätte Frank-Walter Steinmeier (SPD) nicht mit Freude, aber mit Überzeugung mitgewählt.“


1 Kommentar:


  1. Da hat der Carstensen seinen Dackel um ein schönes Erlebnis gebracht. Eine Reise nach Berlin zu dem großen Dackeltreffen hätte den Hund auf andere Gedanken gebracht und ihn seine Schmerzen vergessen lassen. Bestimmt hätte es ihn amüsiert, wie die Dackel einem unerklärlichen Trieb folgend kleine Kärtchen in eine Kiste werfen, um den Oberdackel zu bestimmen. Eine wichtige Aufgabe hätte er zusätzlich wahrnehmen können. Er hätte aufpassen können, daß der räudige alte Oberdackel nicht den neuen Dackelchef beißt und ihn mit Heuchelei und Scheinheiligkeit infiziert. Nun aber muß man mit dem Schlimmsten rechnen.

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