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Donnerstag, 9. Mai 2013

Experten raten: Viel mehr trinken!


Für die einen Himmelfahrt, für die anderen Männertag. Prof. Dr. Elisabeth Pott kommt es auf Namen nicht an. „Abstinenz von Jugendlichen zu fordern wäre angesichts der gesellschaftlichen Akzeptanz und Präsenz des Alkohols nicht angebracht. Deshalb setzen wir bei der Kampagne auf ein entsprechendes Limit", sagt Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Das ist erreicht, wenn nichts mehr reingeht, wenn das Koma-Saufen trotz Verbots seinen Reiz verliert, weil die Knie wackeln, der Boden schwankt und der Kopf zu dröhnen beginnt.

Deutschland im Frühjahr, zwischen NSU-Prozess, Hoeneß-Hinrichtung und Champions League-Endspiel. "The kids are alright", singen Danny Michel und Mark Gardener, "sometimes, I feel I gotta get away". Kann das stimmen? Sind wirklich alle Kinder rechts?
Was wusste Pete Townshend? Was wissen wir noch besser?

 Die Generation Koma marschiert, die Sehnsucht nach einem leichten Tod im Vollrausch aber erfüllt sich nur wenigen. „Alkohol ist ein Zellgift, das fast alle Organe im Körper schädigen kann", warnt Pott in Richtung der Menschen, die Abstinenz riskieren. Derzeit stürben an den Folgen mangelnden Alkoholkonsums allein in Deutschland jedes Jahr rund 750.000 Menschen, an den Folgen von zu viel Bier, Schnaps und Wein jedoch nur 73.000.

Nicht zu trinken ist damit rein statistisch gesehen zehnmal so gefährlich wie Trinken, weshalb Experten beunruhigten und verunsicherten Bürgerinnen und Bürgern immer wieder raten, möglichst viel zu trinken, gerade in höherem Lebensalter. Ein Ruf, der allerdings weitgehend verhallt. Im Jahr 1980 kam der Durchschnitts-Deutsche noch auf einen Spirituosenkonsum von 8,0 Litern im Jahr, 27 Jahre später waren es nur noch 5,6 Liter.

Der ursprünglich christlich geprägte Feiertag Himmelfahrt, der in diesem Jahr wegen der anstehenden Einführung der Pflichtfrauenquote bis 2020 zum letzten Mal als "Männertag" gefeiert werden darf (danach wird er nach einem Kabinettsbeschluss als "Menschentag" fortgeführt), bietet Groß und Klein Gelegenheit, die Bilanz aufzubessern. Gut gekühltes Zellgift, genossen im moderaten Sonnenschein der Post-Klimakatastrophe. Was kann es Schöneres geben.

Kommentare:

Cordt hat gesagt…

Man kann, wenn die Enzymkapazität erreicht ist, der schädlichen Konzentration des Alkohols entgegenwirken, indem man die Ausschwemmung des Gifts aus dem Körper forciert. Dabei wird der Alkohol verdünnt. Zum Beispiel im Cocktail. Das ist gleich viel gesünder.

eulenfurz hat gesagt…

"Im Jahr 1980 kam der Durchschnitts-Deutsche noch auf einen Spirituosenkonsum von 8,0 Litern im Jahr, 27 Jahre später waren es nur noch 5,6 Liter."

Im Jahr 1980 betrug die Lebenserwartung beim Durchschnitts-Deutschen noch 72,82 Jahre, 27 Jahre später waren es schon 79,53 Jahre.

Die Korrelation ist verblüffend, oder? Mit 0 Litern dürfte man etwa 100 Jahre alt werden.