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Freitag, 21. November 2014

Nach 36 Ukraine-Einmärschen: Russen greifen nach Deutschland

Grausam, eiskalt und ohne Skrupel, so kennt der Medienkonsument den Russen, der seine Niederlage im Kalten krieg bis heute nicht verwunden hat. Nach inzwischen 36 Einmärschen in die Ukraine allein in diesem Jahr und mehr als 100 Versuchen, durch internationalen Luftraum zu fliegen, greift der neue Zar Wladimir Putin trotz einer geheimgehaltenen Krebserkrankung jetzt auch wieder nach Deutschland.

Statt unsichtbarer Panzer nutzt der irre Kreml-Egomane dazu eine "eisige Russen-Kralle" (Bild), die Deutschland in kalt und warm trennen soll. Eine neue Spaltung! Faktisch nur 25 Jahre nach der Wiedervereinigung! Einmal mehr fällt der deutsche Osten in das eisige Einflussgebiet der gewissenlosen Ex-Sowjets, während der Westen sich weiter am Nato-Kachelofen kuscheln darf!

Die Russen verfügen nach Expertenangaben seit Jahrzehnten über das Know How, Wetter und Klima zu beeinflussen. Im Institut für atmosphärische Technologie in Moskau sind in den vergangenen Jahren spezielle Strategien erdacht worden sein, um das Klima als Waffe verwenden zu können. Dabei, so ein Plan des Moskauer Komitees für Wissenschaft und Forschung, werden Wolken nicht geimpft, sondern angehoben. Das ist simpler und umweltfreundlicher. Mit Hilfe des "Tschischewskij-Leuchters" wird ein Ionenstrahl gen Himmel geschickt, der Wärme freisetzt und so die Wolken in höhere Schichten der Atmosphäre drückt.

Die so erzeugten Hochdruckgebiete könnten dann verschoben werden, so dass sie nach Aufnahme von Kälte auf Befehl von Putin automatisch Richtung Südwesten zurückrutschen. Die Bundeswehr hat derzeit noch keinerlei Verteidigungsmittel gegen die so ausgelösten Kälte-Krallen und Schneewalzen.

Klo-Trend: Nacktwischen für die Natur

Hollywood-Promis wie Amanda Miller oder die Sterrer-Zwillinge verzichten beim Toilettengang angeblich komplett auf Papier und andere Reinigungsprodukte. Natur pur, nur Wasser und die rechte Hand: „No Paper“ nennt man diesen Trend, der sich mittlerweile zu einer richtigen Bewegung entwickelt hat. Die Anhänger von No Paper berufen sich auf alte indische Traditionen und versprechen sich eine gesunde Natur und einen Verzicht auf Chemie. "Crap without a pap" ist ihr Wahlspruch - auf Deutsch "Kacken ohne Papier".

Ein freier PPQ-Mitarbeiter hat diese Pflegemethode 17 Tage lang getestet und sich den Hintern fast drei Wochen lang ohne Papier abgewischt. Begleitet wurde das Experiment von einer Hautärztin, die die empfindliche Popo-Haut stets im Blick hatte. Das war auch gut so, denn was der Reporter über sich ergehen lassen musste, ist nicht ohne: Von Ekzemen über Gestank bis hin zu Hinternhaarausfall war alles dabei.

Früher waren sie Außenseiter oder Inder. Heute gehören die Mitglieder der Bewegung No Paper zu den Trendsettern: Vor allem im gesundheitsbewussten Bezirk Prenzlauer Berg erstarkt die Bewegung der Naturabwischer, die irgendwann aufgehört haben, sich ihre Hinterteile wie gewohnt mit Papier abzuwischen. Es handelt sich dabei um Frauen und Männer, die der sogenannten "No paper"-Bewegung angehören, die sich besonders in den USA immer größerer Beliebtheit erfreut.

Die Methode besteht im Wesentlichen darin, den Popo nach erledigtem Geschäft nicht mehr mit Papier ("Paper") zu reinigen. Sstattdessen kommt, wie in Indien seit Jahrhunderten üblich, die linke Hand zum Einsatz. Radikale Papier-Abstinenzler zählen sich zur Untergruppierung "NW/SO", was so viel heißt, dass sie auch keinerlei Wasser an ihr Hinterteil lassen. Man vertraut vielmehr darauf, dass sich die körpereigene Talg-Produktion - Sebum ist die lateinische Bezeichnung für das natürliche Hautfett - mit der Zeit von selbst reguliert.

Hans Heise, der als einer der Vorkämpfer der ökologischen Reinigungmethode in Deutschland gilt, berichtet von Aktivisten, die "NW/SO" seit Jahren mit Erfolg betreiben. "Diese Leute sind zum Teil richtig gesund und sie riechen nicht im Geringsten", sagt Heise. Häufiger seien allerdings No-Paper-Kämpfer, die aus gesundheitlichen Gründen nicht die Maximalvariante wählen. "Wir beobachten ja immer wieder Leute, die über spannende, juckende Haut am Hintern klagen, mit extrem porösen, trockenen Partien, die durch das feuchte Abspülen mit der Hand immer wieder neu entzünden", so Heise.

Die neue Öko-Welle steht im deutlichen Gegensatz zum immer umfassenderen Repertoire der Toilettenpapierhersteller. Die bieten verschiedene Lagen, feuchte und trockene, parfümierte und naturbelassene Papiere an. Doch die Phalanx der Verweigerer wächst: Bis zum sieben Tonnen Papier, haben Kritiker ausgerechnet, verbraucht ein einzelner Mensch im Leben allein für die Säuberung seines Hinterns. Und diese Klopapiermarkt, der sieben Prozent des deutschen Kosmetikmarkts ausmacht, wächst ständig – seit 2007 jährlich um mehr als zehn Prozent, weil immer mehr Menschen immer mehr und dickeres Papier verwenden.

In der natürlichen Hinternreinigung kommen dagegen nur Naturprodukte wie Wasser und Wischhand zum Einsatz – sie gelten als besonders hautverträglich und sind biologisch abbaubar. Die Methode verwenden Menschen in Indien seit Jahrtausenden. Zeitgenössische Anhängerin der Methode ist angeblich auch die Schauspielerin Katherine Leta-Jones.

Donnerstag, 20. November 2014

Zitate zur Zeit: Heute ist selten

Selten ist eine Lage, die es uns erlaubt hätte, wirksam gegen das Elend in der Welt vorzugehen, so verspielt worden, wie wir es heute feststellen müssen.

Willy Wimmer bei Cashkurs

Rockrebellen auf Rettungskurs


Alle Jahre wieder kommt der Heilige Bob und rettet die Welt. Millionenschwere Sternsinger ziehen dann aus, um der Welt rcht viel Gutes zu tun. Rocker im Weihnachtsmannkostüm, Goldkehlen im Chorgesang. Bono, Sir Bob, die Toten Hosen und der Rest der alten Pop-Zausel. Fast dieselbe Besetzung übrigens wie vor 30 Jahren. Fast dieselben Hilfeempfänger wie vor 30 Jahren. Singen für einen guten Zweck hat  offenbar durchschlagenden Erfolg.

Dabei: Wenn die Beteiligten alle ihre Steuern ordentlich dort zahlen würden, wo sie ihr Geld verdienen, käme wahrscheinlich die zehnfache Summe zusammen als die lausigen acht Millionen Pfund, die bei dem letzten groß in Szene gesetzten Hilfsprogramm überwiesen worden waren.

Denn an Geld mangelt ja nicht, dort, wo die großen Stars sitzen un dihre Visionen von einer gerechteren Welt in Noten drücken. So waren Paul David Hewson alias Bono im Jahr 2006 die ohnehin niedrigen Steuern seiner geliebten irischen Heimat noch zu hoch, so dass er seine unternehmerischen Aktivitäten, die alles in allem 600 Millionen Euro wert sein sollen, ins Steuerparadies Niederlande verlegte. Dort sind sogenannte Lizensierungsmodelle beliebt, die nicht nur für U2, sondern auch für die von U2-Sänger Bono aufgrund ihrer skrupellosen Gewinnmaximierung so furchtlos angeprangerten Konzerne wie Starbucks oder Exxon von Interesse sind.

Jeder Popstar ist ein Konzern, ein mittelständischer zumindest. Auch er handelt ökonomisch:  Gary Barlow von Take That wird auf der weiß-roten Bühne britischer Trash-Dash-Unterhaltung von der Queen geadelt, schmachtet ihr zum diamantenen Jubiläum ein Liedchen - und trickst sie hintenherum aus, indem er seiner Steuerpflicht aus einem insgesamt 26 Millionen Pfund großen Investitionsplan mit dem schönen Namen Icebreaker Management nicht nachkommt. Auch sein älterer Kollege George Michael soll Teil der prominent besetzten Truppe eines 1,2 Milliarden Pfund großen "Tax-Umgehungs-Plans" gewesen sein und via Mercury Tax Group rund sechs Millionen Pfund an der heimatlichen Steuer vorbeigeschmuggelt haben.

Allein sind die früheren Teenie-Stars damit nicht, auch das Steuerzahlen ist es nicht allein, das die Retter von der Rockgestalt zu traurigen Heuchlern macht. Gordon Matthew Thomas Sumner alias Sting, ein ausgewiesener Regenwald-Retter, schafft es glatt, für seine Auftritte in aller Welt Flugzeuge vom größten Boeing-Typ zu mieten, um sein Equipment herumtransportieren zu lassen - und damit den ökologischen Fußabdruck eines gesamten Kampfgeschwaders der Air Force zu hinterlassen.

Als sei das alles nicht wahr, schwabbeln die deutschen Troubadoure nun unter ihren Schlapphüten neue, alte Schmachtfetzen hervor. Lindenberg, immer gut bewaffnet, wie inzwischen bekannt ist, Gröledingsbums, der ein neues Werk zu promoten hat, die Ex-Punks von den Toten Hosen, die neuerdings eine "echte Steuer gegen Armut" fordern.

Steuern kann man nicht genug haben, so lange andere sie zahlen müssen. Mitglieder der Frege-Familie sollen sich ja mit der Abwicklung der Lehman-Pleite eine goldene Nase verdient haben.

*Ein Gastbeitrag von Fazke

Mittwoch, 19. November 2014

Endlich: Nato rüstet massiv auf

Russland wirft der Nato nach neuen Presseberichten eine massive Aufrüstung an der Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad, aber auch an der direkten Grenze Polens zu Russland vor. Ein russischer Regierungsvertreter: "Wir sprechen von Truppen, wir sprechen über Ausrüstung und wir sprechen über Artillerie und sehr moderne Flugabwehrsysteme".

Es handele sich um einen ernstzunehmenden Aufmarsch, sagte der Offizielle am Rande eines Treffens mit Verteidigungspolitikern. Die Nato hatte zuletzt verstärkte Manöver an der russischen Grenze angekündigt, Polen stellte klar, dass es einen Großteil seiner Truppen Richtung Ostgrenze verlegen werde. In mehr als 100 Fällen hatten zudem Nato-Flieger russische Militärmaschinen im internationalen Luftraum abgefangen.

Mit Blick auf eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts forderte Russland die Nato zu einem Truppenrückzug auf. Der Kreml warf dem westlichen Bündnis erneut vor, mit Streitkräften auch direkt an der russischen Grenze zu operieren. "Wir sehen, dass die Nato die Lage weiter destabilisiert."

Zu Lösungsmöglichkeiten für den Konflikt sagten Regierungsvertreter: "Die Krise ist durch Handlungen der Nato verursacht worden. Europa hat nun die Wahl - es kann zu einer friedlichen Lösung auf dem Verhandlungsweg beitragen oder es kann weiter den Weg der Konfrontation gehen." Russland werde sich weiter für eine friedliche Lösung des Konflikts einsetzen.

Bundesaußenminister Walter Steinmeier, der im Februar die Regierung Janukowitsch abgesetzt hatte, hat bei einem Besuch in Kiew erneut eine Vermittlung in der blutigen Krise versucht, die alle Beteiligten in nur knapp sechs Monaten seitdem organisieren konnten. Dabei warnte er nicht mehr nur vor einem „Rückfall in den Kalten Krieg“ wie im April, sondern nun schon vor einer "militärischen Großkonfrontation".

Die OSZE und Poroschenkos Phantasien

Für Petro Poroschenko gibt es keinen Zweifel. "In meinem Land sind tausende russische Soldaten, hunderte Panzer, schwere Artillerie. Es ist eine der größten Armeen der Welt, die uns und ganz Europa bedroht", berichtet der ukrainische Präsident der Bild-Zeitung. Das sind keine Phantome eines Hutmachers, das sind echte Feinde: "Unabhängige Organisationen wie die OSCE haben die Präsenz von russischen Truppen in der Ukraine bestätigt", sagt Poroschenko. Auch der Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove hatte zuvor versichert, dass die Nato in der Ostukraine dasselbe sehe wie die OSZE. Nämlich russische Truppen auf dem Boden der Ukraine.

Allerdings bleibt unklar, wo und wem gegenüber die OSZE solche Beobachtungen mitgeteilt haben soll. In den offziellen Berichten der OSZE-Ukraine-Mission SMM ist nirgendwo die Rede davon, dass russische Truppen in der Ukraine gesichtet wurden. Zwar hatten deutsche Zeitungen zu Dutzenden zitiert, dass Breedlove sich auf die OSZE berief, die angeblich russische Soldaten mit einem Fahrzeugkonvoi voller Waffen in der Ostukraine gesehen habe. Doch bei Lichte besehen hat die OSZE dergleichen nie berichtet, ganz im Gegenteil: "The SMM did not see any individuals or persons in uniform travelling on these trucks."

Die einzigen russischen Konvois, die die OSZE-Beobachter ausmachen konnten, waren die eines “Humanitarian help from the Russian Federation"-Fahrzeugzuges, die von Mitarbeitern des Ministry of Emergency Situations der Russischen Föderation begleitet wurden.

Petro Poroschenko, der angibt, dass sein Land "auf das Szenario für diesen totalen Krieg vorbereitet" sei, beruft sich dennoch auf die OSZE. Deutsche Zeitungen berufen sich auf Poroschenko, weil es ihnen offenbar untersagt ist, selbst nachzuschauen, was die OSZE-Beobachter wirklich gesehen und was sie berichtet haben. Nächste Woche wird sich Philip Breedlove dann auf deutsche Zeitungen berufen. Und danach wird Poroschenko Breedlove als Zeugen für seine Phantasien benennen. Die OSZE wird weiter berichten, was sie sieht. Und die Propagandisten werden weiter behaupten, es seien russische Truppen. Und so werden Phantasien Wirklichkeit.

Dienstag, 18. November 2014

ARD-Toleranzwoche: Gerechtigkeit für Biermann

„Denn die Dummköpfe nennen ihn dumm, und die Schmutzigen nennen ihn schmutzig. Er ist gegen den Schmutz und gegen die Dummheit...“, so hat die ARD gestern ihre lange angekündigte Toleranzwoche mit Erfolg eröffnet. Zum Start ging es gleich um das schwierige Thema Biermannhass, eine in Deutschland seit 1976 tief verwurzelte Gefühlregung, die durch einen Auftritt des ehemaligen Sängers und Dichters im Bundestag neuen Auftrieb erhalten hatte.

"In seinem Vortrag erkennt man leicht die bösartigen Wahrheitsverdrehungen", hatte der große ostdeutsche Volksschauspieler und Fernseh-Kapitän Horst Drinda schon bei der ersten Welle aufpeitschender Biermann-Empörung vor fast 40 Jahren gewettert, "mit großer Überheblichkeit liefert er Ratschläge, was unsere Bürger in ihrem Staat tun müssen, damit er und seine Freunde ihn akzeptieren könnten." Das wollen sich unsere Menschen auch heute noch nicht gefallen lassen. Sie wehren sich auf die Vorwürfe des Regimekritikers mit dem Vorwurf, Biermann sei von der Nato gesteuert, sein "kranker Auftritt" erinnere an "ganz dunkle Kapitel der deutschen Geschichte" und "wenn Lammert einen Reaktionär einlädt, darf er sich nicht wundern, wenn der reaktionären Unsinn verbreitet".

Die ARD hat nun versucht, die Fugen zu kitten und die Wunden zu schließen. Die Toleranzwoche soll die Türen öffnen, die in den anderen 51 Wochen des Jahres verschlossen bleiben, sie soll Verständnis für die Lebensweise von Kritikern wie Biermann wecken und Mitgefühl für das schwere Schicksal derer erzeugen, die immer in der Minderheit bleiben, so oft auch die Systeme wechseln. Zum Start bot der Sender denn auch ein großangelegtes Interview mit dem russischen Zaren Putin, der sich für seine Untaten in der Ukraine verantworten musste. Im Anschluss daran zeigte der beliebte Günter Jauch, dass sich um seine Person herum zu jedem Thema diskutieren lässt, ehe schließlich alle Biermann-Feinde auf ihre Kosten kamen: Die ARD wiederholte sein legendäres Konzert vom 13. November 1976 auch an diesem Abend nicht.

Mit einem Aktionstag, an dem in Radio, TV, Schulen, Unis, Jugendzentren, Cafés, Gemeindesälen, Theatern und vielen anderen Orten geslammt werden soll, wird die Toleranzwoche abgeschlossen.

Verbot der Woche: Porno-Gesetz baut Diskriminierung aus

Jetzt ist es amtlich: Ein Jahr nach den Knabenbild-Bekenntnissen des SPD-Politikers Sebastian Edathy wird das Sexualstrafrecht verschärft. Justizminister Heiko Maas will damit höhere Hürden für die Herstellung und Verbreitung von Fotos und Filmen mit der Darstellung nackter Menschen setzen. Vor allem, so das Gesetz, sollen Nacktbilder von dicken oder hässlichen Menschen aus der Öffentlichkeit entfernt werden. Der Bundestag ist den Vorschlägen des Justizminister gefolgt und hat ein Diskriminierungsgebot beschlossen.

Betroffen sind vor allem hässliche Frauen und fette alte Männer, denen es künftig untersagt ist, Fotos von sich anfertigen zu lassen oder vorhandene Fotos zu verbreiten. Die entsprechende Vorschrift findet sich versteckt in einem Paragraphen, der ein Verbot aller Fotos erlässt, "die geeignet sind, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden."

Darunter fallen etwa ästhetisch abstoßende Bilder von der dicken Wuchtbrumme Kim Kardeshian, Nacktfotos von übermäßig behaarten Politikern und Aufnahmen von unbekleideten jungen Frauen, die nicht den knallharten Schönheitsvorschriften der weltweiten Femen-Bewegung entsprechen.

Ursprünglich sollte jeder mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden, der unbefugt eine Bildaufnahme von einer unbekleideten hässlichen Person herstellt. Diese strikte Regelung war in den Ausschuss-Beratungen bei Experten allerdings auf heftige Gegenwehr gestoßen. Denn das hätte zum Beispiel bedeutet: Abstoßend hässliche Männer oder Frauen, die sich selbst im Spiegel oder mit Selbstauslöser fotografieren, hätten sich bereits strafbar gemacht.

Nach einer Klarstellung von Heiko Maas steht fest, dass sogenannte Selfies nicht unter das Nacktfotoverbot für Hässliche fällt, so lange die entsprechenden Bilder sofort wieder gelöscht und nicht dauerhaft auf einem Speichermedium vorgehalten werden.

Die Anmerkung: Nacktbilderverbot für Claudia Roth

Montag, 17. November 2014

Herr Obama macht einen Witz

Er hat die letzten Wahlen verloren, nicht aber seinen Sinn für Humor. Das hat US-Präsident Barack Obama beim G20-Gipfel in Australien mit der ihm eigenen Lässigkeit unter Beweis gestellt.

"Man marschiert nicht in andere Länder ein", sagte der Friedensnobelpreisträger, der damit augenzwinkernd auf den aktuellen Militäreinsatz der USA in Syrien anspielte. Im Gegensatz zu ihren Einmärschen im Kosovo, in Afghanistan und im Irak hatten die USA sich dort darauf beschränkt, das Land ohne völkerrechtliche Grundlage und Uno-Mandat aus der Luft zu bombardieren.

Mit Blick auf Russland setzte Obama noch einen drauf: Er sagte, Moskau stelle eine Gefahr für die Welt dar.

Steuersparmodelle: Landesbanken in Luxemburg

Die LBBW hat ihre Luxemburger Tochter jüngst heim ins Haus geholt, die Bayern LB und die Helaba haben ihre gemeinsamen Geschäfte in Junckers Steuersparparadies entflochten, die Bayern verkauften ihre Niederlassung sogar. Die Nord LB macht nur noch in Pfandbriefen im Herzogtum, auch die Saar LB und die HSH Nordbank trommeln nicht mehr laut für ihre Tochterfirmen am Bankenplatz, der zuletzt für so viel Aufregung gesorgt hatte.

Bei deutschen Politikern zumal, die zuvor zwar reihenweise und jahrelang in den Aufsichtsräten der staatlichen Landesbanken saßen. Aber natürlich nie mitbekommen hatten, wie die von den großherzigen Steuerregelungen der früheren Administration des heutigen EU-Präsidenten profitierten. Deutsche Staatsbanken in Steueroasen?

Immer schon, und besonders gern! Während die Heuchler sich noch gegenseitig versichern, dass alles legal war, ursprünglich anders gemeint und dass man nie dachte, dass jemand großzügige Regelungen ausnutzt, durften die Anbieter wettbewerbsfähiger Steuerlösungen schon immer darauf setzen, dass Privatfirmen ihre Angebote genausogern annehmen wie Unternehmen im Staatsbesitz.

LBBW und BayernLB beschäftigten in ihren besten Jahren in Auslandsniederlassungen in New York und London über 500 Mitarbeiter. Die Sachsen LB drehte in Irland am großen Rad, die Bayern LB betrieb die heute als Pleitebank berühmte österreichische Hypo Alpe Adria (67 Prozent) und expandierte mit der Budapester MKB Bank nach Ungarn. Die LBBW gründete LBBW Securities LLC mit Sitz in Delaware, USA, und einem Eigenkapital in Höhe von 100 Millionen US-Dollar. Dort hatte auch die Berliner Landesbank drei Töchter mit Namen wie RR II R 11305, in Luxemburg betrieben die Hauptstädter die LBB Re Luxembourg. Die HSH Nordbank hatte elf Töchter auf den Cayman Islands, die Staatsbank KfW, offiziell ein Mittelstandsfinanzierer, saß In der 1105 North Market Street, Suite 1300, in Wilmington, Delaware.

Politiker wie Peer Steinbrück, Wolfgang Schäuble oder der zuletzt in eine Parkposition für das erste Kabinett Gabriel gerückte Jörg Asmussen wussten nichts. Nichts von steuersparender Auslandsexpansion, nichts von umfassenden Anlagegeschäften in Billigsteuerländern. Der Staat spekulierte über seine Banken über Jahre hinweg gegen sich selbst, beaufsichtigt vom selben Personal, das jetzt nach Sonderermittlern und schärferen Gesetzen ruft.

Jean-Claude Juncker hat als Luxemburgischer Regierungschef getan, was seinem Land am meisten diente: Wenig Steuern von denen zu nehmen, die sonst viel Steuern woanders gezahlt hätten, war für Luxemburg ein gutes Geschäft. Für den ehemaligen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück war es dagegen ein gutes Geschäft, die landeseigene West LB mit mehr als 30 Gesellschaften in Delaware, auf den Britischen Kanalinseln, in Luxemburg und auf den Niederländischen Antillen agieren zu lassen. Das Bundesland Sachsen-Anhalt ging mangels einer eigenen Landesbank noch weiter: Über eine aus Steuerspargründen in den Niederlanden eingerichtete Stiftung namens Stichting sammelte SPD-Finanzminister Jens Bullerjan mit Unterstützung eines Scharia-Gerichtes 100 Millionen Euro ein.

Sonntag, 16. November 2014

Hooligans enttäuschen Hoffnungen

Trauer, Wut, vor allem aber große Enttäuschung herrscht am Tag nach den geplanten großen Hooligan-Krawallen von Hannover. Es habe "kaum Zwischenfälle" bei der Demo der rechtslastigen Schägertrupps gegeben, klagt die "Frankfurter Rundschau", die Hogesa-Fanatiker hätten den "Rückzug früher an als geplant" angetreten, kritisiert der "Spiegel", die HAZ zählt betreten "nur vereinzelte Scharmützel in der City" und auch die Süddeutsche Zeitung sieht sich um eine Gelegenheit betrogen, noch einmal Einschränkungen der Grundrechte fordern und mehr über rechte Glatzen als über islamistische Bombenleger berichten zu können.

Die Bilanz der Stunden von Hannover ist ernüchternd. Kaum Schlägereien, kaum Tränengas, keine Wasserwerfer im Einsatz. Selbst ein Angriff auf einen Polizei-Bulli, zuletzt in Köln noch Anlass, die Machtübernahme durch die Hogesa crossmedial durchzuspielen, ist diesmal nur dem "Focus" einen Erwähnung wert. Ursache dafür wahrscheinlich: Als klar wurde, dass die Hooligans sich weigern, die Polizei anzugreifen, mussten das die Protestler gegen den Protest gegen die Salafisten übernehmen.

An denen blieb überhaupt viel hängen in den Stunden von Hannover. Im Beisein von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth griffen Gegendemonstranten nicht nur die Hooligan-Demo, sondern auch die Polizei an. Mit durch die Fenster geworfenen Stühlen wurde eine Bierstube antifaschistisch entglast, es wurden Böller und Flaschen geworfen und Feuerwerksraketen abgebrannt. Gegen die Gegendemonstranten musste die mit 5000 Beamten vertretene Polizei Tränengas einsetzen.

Keine Spur von Gewalt also in Hannover, alles friedlich bis auf ein paar "Rangeleien" (dpa).

Kleinanlegerschutzgesetz: Regierung muss Telekom-Rest behalten

Der Fall Deutsche Telekom hat gezeigt: Zu oft kaufen Anleger Finanzpapiere, deren Risiken sie nicht kennen. Die Regierung will jetzt ein Gesetz verabschieden, um Verbraucher besser zu schützen.

Gerade Kleinanleger, angelockt von regierungsamtlichen Versprechen, stecken ihr Geld immer wieder in Finanzpapiere, die sie für eine sichere Anlage halten – und sind geschockt, wenn ihr Erspartes plötzlich weg ist. Sie lassen sich täuschen von netten Werbefilmen mit Manfred Krug und erkennen viel zu spät, auf was für eine riskante Wette sie sich da eigentlich eingelassen haben.

Das soll in Zukunft anders werden. Die Bundesregierung, die vor 14 Jahren selbst dafür sorgte, dass Kleinanleger Anteile an der Staatsfirma Telekom für bis zu 100 Euro pro Stück kauften, will Anleger besser schützen – und stellt deshalb mit dem Kleinanlegerschutzgesetz neue Regeln auf, an die sich Anbieter solcher Finanzprodukte künftig halten müssen.

Im Fokus der Regulierung steht allerdings nicht die Bundesregierung selbst, die lieber nicht mehr davon redet, wie sie Millionen Bürgern Anteile an ihrem Telekommunikationskonzern für ein Vielfaches von dessen innerem Wert andrehte. Stattdessen verlegt sich das Kabinett auf Anbieter von Finanzprodukten, die eher in einer kleinen Nische des Anlagemarktes eine Rolle spielen: Genussscheine, paritätische Darlehen oder Nachrangdarlehen sollen in Zukunft nur noch unter Beigabe von Beipackzetteln abgegeben werden dürfen.

Mit dem neuen Gesetz kommt die Regierung einem Versprechen nach, das sie im Mai 2014 – 14 Jahre nach dem Verkauf der bislang letzten Tranche an Telekomanteilen - gegeben hatte. Damals hatten Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) unter dem Druck der Pleite des Ökostromerzeugers Prokon, der wegen der staatlichen Pläne zum Zurückfahren der Subventionen für die Windenergie in die Insolvenz gerutscht war, zur Ablenkung von der eigenen Verantwortung einen Aktionsplan zum Verbraucherschutz auf dem Finanzmarkt angekündigt – mit dem Ziel, so zu tun, als habe die Pleite ihre Ursachen in Lücken in der Gesetzgebung

Nach Angaben aus Regierungskreisen sollen Firmen künftig für alle Finanzprodukte ein Prospekt herausgeben müssen wie es Prokon hatte für seine Genussscheine getan hatte. Zusätzlich tritt aber nun eine Lesepflicht in Kraft: Anleger müssen die Papiere komplett durchgelesen und ihren Inhalt vollständig verstehen.

Die Finanzaufsicht Bafin greift künftig ein, wenn das nicht der Fall ist. Dann wird Anlegern, die im Begriff sind, auf ein dubioses Angebot wie die sogenannte 3. Tranche der Telekomaktien hereinzufallen, untersagt, das Finanzpapier zu erwerben. Ausnahmen gibt es für Käufe am Dienstag, Bargeschäfte oder Geschenke. In ihrem Gesetzentwurf hat die Regierung außerdem Vorsorge getroffen, dass die EZB nicht für neu herausgegebene Geldscheine mit geringerer Kaufkraft haften muss.

Samstag, 15. November 2014

EU: Auf richtigstem Kurs

Die Generallinie der Partei ist immer noch richtig.
Die Skeptiker und Leugner, sie sind überall. Machen Europa madig, sprechen der Friedensnobelpreisgemeinschaft ihre Erfolge ab, zweifeln daran, dass 60 Prozent jugendliche Arbeitslose in Spanien und vierhundert Jahre Staatsverschuldung vor dem Bug in Griechenland tolle Beweise für einen Weg sind, der richtiger nicht sein könnte. Gehässige Stimmen sind das, die nicht sehen wollen, dass es etwas in den Jahren zwischen 1939 und 1945 viel schlimmer stand um Europa, so dass, mit der richtigen Ausgangsbasis betrachtet, selbst ein kleiner Krieg zwischen Polen und Tschechien, der Ausschluss Ungarns, der Austritt Großbritanniens, der Abfall Kataloniens und zwei, drei Staatspleiten am Mittelmeer immer noch als echter Wohlstandsbauch gewogen werden könnten.

Wenigstens die Süddeutsche Zeitung, seit Jahren eines der getreuesten Unterstützungsorgane des multinationalen Gemeinwesens, stellt sich dem Wahnsinn der Leugner und Abstreiter entschlossen in den Weg. „Europas Weg ist richtig“ schreibt das Blatt aus München gegen die kleinlichen Beckmesser an, die über Sparerenteignung und Bevormundung, über Gleichmacherei und Entpolitisierung, über Vertrauensverlust und wachsende Staatsverdrossenheit barmen.

Niedrige Inflation und das geringe Wachstum, wie sie Europa seit nunmehr sieben Jahren zu beklagen hat, seien einfach „Begleiterscheinungen eines notwendigen Gesundungsprozesses“. Etwa so ähnlich wie bei Hartz-4-Reformen, die die Süddeutsche viele, viele Jahre begeistert bejammert hat: Heute ist klar: Hätte die rot-grüne Koalition die Reform des Arbeitsmarkts unterlassen, stünde Deutschland heute nicht an der Spitze, sondern am Ende der europäischen Wirtschaftsliga.

Geduld braucht der wahre Europäer, Geduld immer noch, obwohl doch die große Krise nun schon ein Jahr länger dauert als der gesamte Zweite Weltkrieg. Kommen erst die „Strukturreformen“ (SZ), wird auch „Grusel-Griechenland“ (SZ) zum blühenden Industriestaat, der mit einem beherzten Hopser auf das Wohlstandslevel zurückhüpft, das er im Zuge der per Kredit erkauften Euro-Einführungseuphorie schon einmal genießen durfte.

Insgesamt gesehen sind Einzelheiten aber verzichtbar. Die Lehre von Marx war allmächtig, weil sie wahr war, die Generallinie der SED war und ist richtig, weil sie richtig war und Europas Weg ist richtig, weil er alternativlos ist.

Der Steuersünder ist der wahre Terrorist

Richtig getroffen fühlt sich Vater Staat nicht bei angedrohten Terrorakten, Sprengstoffanschlägen oder Plänen für vielfachen Mord. Nein, wenns ums Geld geht, dann wird er fuchtig, dann zeigt die Justiz Zähne und die Täter marschieren ab. Thomas Middelhof und Uli Hoeneß können ein Lied davon singen, denn ihre Taten bestrafte Vater Staat drakonisch: Drei und dreieinhalb Jahre Haft für Steuerhinterziehung.

Vergleichsweise glimpflich dagegen kommt weg, wer ernsthaft daran arbeitet, ein Blutbad im Reichstag anzurichten, möglichst viele seiner Mitbürger in die Luft zu sprengen oder eine „willkürliche Ermordung von Zivilisten“ vorzubereiten. Neun Jahre Gefängnis gab es jetzt für den Anführer einer islamistischen Terrorbande, sieben Jahre und fünfeinhalb Jahre für zwei Mittäter, viereinhalb Jahre schließlich für den vierten Mann, der nach Annahme des Gerichts kein richtiges Mitglied der terroristischen Vereinigung war, sondern nach Auffassung des Gerichtes ein "Unterstützer".

Der wollte nur Mörder spielen, wie sie eigentlich alle. Nur der Chef der Truppe wurde nicht nur wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, sondern auch wegen „Vorbereitung einer staatsgefährdeten Straftat“ verurteilt. Keiner der gescheiterten Gotteskrieger wurde wegen versuchten Mordes belangt.

Ging irgendwie nicht, meint das Gericht, weil die trottlige Dschihadisten-Truppe zu blöd war, ihre Mordabsicht in ordentliche Vorbereitungen umzusetzen. Zwei der Männer kommen deshalb auch gleich nach dem Urteil auf freien Fuß, weil sie zwei Drittel ihrer Strafe in Untersuchungshaft abgesessen haben.

Terror lohnt sich also, hafttechnisch, zumindest mehr als Steuerhinterziehung. Der wahre Terrorist und Staatsfeind, so die Botschaft, ist der Steuerhinterzieher, der Manager, der Betrüger, nicht der Dschihadist, der sich danach sehnt, den ganzen verfluchten gottlosen Westen wegzusprengen. Zwar sprechen deutsche Leitmedien einhellig von „hohen Strafen“ gegen die Möchtegern-Mörder. Allerdings wird vermutlich auch der dritte Attentäter noch vor dem Steuersünder Middelhoff wieder auf freiem Fuß sein.

Zettel zu moderner Justiz

Freitag, 14. November 2014

Hilflose Weltmacht: Mit Atombomben zum G20-Gipfel


Welchen Zweck hat es, dass die USA vor dem G20-Gipfel Pläne öffentlich macht, ihre Atomwaffen zu erneuern? Nach Ansicht von Experten wie Christoph Herwartz, der das Geschehen beim Danachrichtensender n-tv beobachtet, steht dahinter das gleiche Prinzip wie hinter dem Ukraine-Krieg.

Eigentlich soll es nur am Rande des G20-Gipfels um die Krise in der Ukraine und damit um die Außenpolitik der USA gehen. Auf dem Plan stehen Ebola, der Islamische Staat, Finanzmärkte, Steueroasen, Wirtschaftswachstum und das Klima. Doch kurz vor dem Eintreffen des US-Präsidenten Barack Obama in Brisbane prescht US-Verteidigungsminister Chuck Hagel mit Plänen vor, in den kommenden fünf Jahren mit einem milliardenschweren Programm eine Modernisierung des Atomwaffenarsenals voranzutreiben.

Die Aktion ist eine von vielen militärischen Machtdemonstrationen, mit denen sich die USA angesichts weltweiter Krisen im Gespräch halten möchte: Vor wenigen Wochen erst hatten die Vereinigten Staaten sich entschlossen, auf eine Genehmigung der Uno für Luftschläge gegen Syrien zu verzichten. Russland und China sind bereits seit längerem besorgt über die Häufung von US-Flügen über die Grenzen des Nato-Gebietes hinaus. Zuletzt überflogen zwei Bomber den Atlantik westlich von Portugal und Großbritannien – entfernten sich also tausende Kilometer von USA-Gebiet. Zudem hatte ein chinesischer Abfangjäger einen US-Seeaufklärer vom Typ Poseidon P8 11565 Kilometer westlich der nächstgelegenen amerikanischen Stadt San Francisco abdrängen müssen.

Welchen Zweck haben die Manöver? "Die Ukraine-Krise reicht mittlerweile bis Australien", sagt Michael Paul von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Soll heißen: Wo auch immer die USA ihre militärische Schlagkraft demonstrieren oder einen ihrer rund 750 Auslandsstützpunkte unterhalten, es steht im Zusammenhang mit der Außenpolitik, die das Land verfolgt.

Die USA haben seit dem Ende des Kalten Kriegs dramatisch an Einfluss in der Welt verloren. Die asymmetrischen Kriege überall auf der Welt überfordern die einstige Weltmacht, seit dem Einmarsch in Afghanistan haben es die USA nicht mehr geschafft, irgendeine Region auf Erden mit militärischen Mitteln zu befrieden. "Zu den klassischen US-Machtinstrumenten gehörten neben Öl und Gas das Militär und die Nuklearwaffen", sagt Paul. Doch die Preise für Öl und Gas sind zuletzt gesunken, und der Besitz von Atomwaffen reicht nicht mehr aus, um den Status einer Weltmacht zu erhalten. "Es bleibt der militärische Faktor, um zu demonstrieren, dass man relevant ist", so Paul.

MfS-Enthüllungswolke: Das sind die Namen der Täter

Frank, Andreas, Wolfgang und Peter - 25 Jahre nach dem faktischen Ende der DDR ist es in einem aufwändigen Experiment gelungen, die Hauptschuldigen an den Untaten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR namhaft zu machen. Zuvor hatte die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley über Jahre hinweg geklagt, dass das MfS immer ihren und die Namen anderer Oppositioneller gewusst habe - nunmehr weiß die Öffentlichkeit erstmals auch von Frank, Andreas, Wolfgang und Peter und den anderen, die im Dienst des Mielke-Ministeriums standen.

Um die Hauptschuldigen auszumachen, wurden die 91.000 Namen der hauptamtlichen Mitarbeiter des MfS, die 1990 von Bürgerrechtlern auf mehreren Disketten der Stasi-Lohnbuchhaltung gefunden worden waren, aufwendig neu digitalisiert. Die ehemals von Whistleblowern des Portals Nierenspende veröffentlichte Datei war bereits vor Jahren auf Wunsch Betroffener verboten worden.

Die vollständige Liste der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaftsdienstgrade des Ministeriums für Staatssicherheit konnte sodann mit Unterstützung des US-amerikanischen Computer-Entrepeneurs Jonathan Feinberg eine von dessen Word-Clouds übertragen werden.

Hier nun, in dieser modernistischen Wolke aus puren Daten, zeigt sich das ganze, erschütternde Bild: Jürgen, Torsten, Werner, Manfred und Horst, aber auch Michael, Dieter und Bernd agierten faktisch im rechtsfreien Raum, sie waren es, die zu DDR-Zeiten den größten Anteil daran hatten, dass Menschen unterdrückt, ihrer Freiheit beraubt und bespitzelt wurden. Frauennamen finden sich, obgleich die DDR die Gleichberechtigung erfunden zu haben behauptete, kaum in der Enthüllungeswolke. Eine Marion ist da, ein Karin, eine Sabine, so klein, dass an ihrer Nebenrolle bei der Unterjochung von 17 Millionen Ostdeutschen kein Zweifel bestehen kann.

Wolfgang, Andreas, Frank und Peter dagegen, Namen aus der Generation der nach dem Zweiten Weltkrieg Geborenen, dominieren das Bild mit ihrer Größe, die ihrem Anteil an den Gesamtverbrechen des MfS entspricht. Bis heute, das verwundert kaum, hat sich keiner der Namenträger bei den Opfern der Diktatur entschuldigt.

Donnerstag, 13. November 2014

Wowereit: Neues Leben für Altbürgermeister

Lange hatte er seine Freunde im Unklaren darüber gelassen, was er nach seinem Ausscheiden aus dem Amt tun wird. Selbst als die Öffentlichkeit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit schon anmerkte, dass er nicht mehr bei der Sache war - so nannte Wowereit den DDR-Sängerdissidenten Wolf Biermann bei einer Präsentation zum Mauerfall-Jubiläum "Wolfgang Biermann" - schwieg sich der Amtsnachfolger so vieler großer Sozialdemokraten über seine Zukunftspläne aus.

Jetzt erst hat der 61-Jährige allem Rätselraten ein Ende gesetzt, wenn auch unfreiwillig. Nachdem Berliner Schüler bei einer Exkursion ins Brandenburgische Schilder mit Hinweisen auf eine neue Restauration mit dem unzweideutigen Namen "Wo-Wees Café" entdeckt hatten, reagierte das Rathaus. Ja, es stimme, hieß es nun, Wowereit plane ein neues Leben als Gastronom und Café-Betreiber. Mit dem kleinen, aber feinen Wo-Wees-Café ziele der derzeit noch Regierende auf die wachsende Zielgruppe der jungen und alten Genießer, die einen guten Kaffee zu schätzen wissen, aber auch hausgemachte Torte und Kuchenkreationen nach Omas Rezepten nicht verachten.

KLaus Wowereit habe den Neustart bereits seit einigen Jahren geplant, weil er es habe vermeiden wollen, wie andere Ex-Politiker einen Posten als Lobbyist oder Russlandversteher annehmen zu müssen. Das Wo-Wee-Café offeriere neben leichter Nachmittagskost mit Schmandkuchen und Kirschtorte auch Burritos - für die bisher als ausschließlich bratwursthörig geltende No-Go-Area Brandenburg ein gastronomischer Schritt nach vorn, der aus Wowereits Umgebung als "Mondlandung" beschrieben wird.

Russen-Kolonnen überrollen Ukraine

Diesmal sind die Panzer des Teufels Putin nicht einmal mehr unsichtbar. Die Nato hat bestätigt, dass ein russischer Militärkonvoi in die Ukraine gelangt sei. Nato-General Philip Breedlove versicherte, dass die Nato in der Ostukraine dasselbe sehe wie die OSZE. Die hatte von einer „Kolonne von 32 Panzern, 30 Lastwagen voller Kämpfer, 16 Haubitzen sowie weiterem Militärgerät“ berichtet, die aus Russland in die Ostukraine eingedrungen sei. Zudem sei eine Kolonne aus Militärlastwagen ohne Kennzeichnung gesehen worden, „die mit fünf schweren Artilleriegeschützen und fünf Raketenwerfern in Richtung der Rebellenhochburg Donezk fuhr“.

Breedlove wurde nun noch konkreter: Er habe „Kolonnen russischer Ausrüstung gesehen, vor allem russische Panzer, russische Artillerie, russische Luftabwehrsysteme und russische Kampftruppen, die in die Ukraine gebracht werden." Das wisse er genau, nur die genaue Anzahl der Einheiten sei unklar. Einigkeit mit der OSZE bestünde jedoch darüber, dass es "zahlreiche Kolonnen" seien.

Für die Kiewer Regierung ein klares Zeichen, dass „eine großangelegte Militärinvasion Russlands“ bevorsteht, wie der Uno-Botschafter Jurij Sergejew warnte. "Ich glaube, dass die Uno so schnell wie möglich darüber informiert werden muss, dass Russland eine umfassende Invasion in der Ukraine plant", schrieb er bei Twitter. 32 Panzer, etwa 900 Männer, 21 Geschütze und fünf Raketenwerfer seien "Fakten", die "keinen Zweifel" ließen. Hinzuzählen müsse man zudem noch die zahlreichen unsichtbaren Panzer und Geschütze, die Moskau zweifellos bereits in Marsch gesetzt habe, um bei erstbester Gelegenheit zuschlagen zu können.

Dabei schrecken die skrupellosen Separatisten offenbar nicht davor zurück, ihre eigene Hochburg Donezk trotz des Waffenstillstands unter Beschuss zu nehmen. Ein Reuters-Korrespondent im Stadtzentrum hörte am Mittwoch laute Explosionen nach einem schweren Artilleriebeschuss. Der „Focus“ konnte gerade noch feststellen, dass „zunächst unklar blieb, wer geschossen hat“. Da die Kiewer Regierung aber kompromisslos zum Minsker Waffenstillstandsabkommen steht, können es nur Separatisten gewesen sein, die mehrere Wohnhäuser im Stadtgebiet unter Beschuss nahmen, um spätere Angriffe gegen die reguläre ukrainische Armee begründen zu können.

Der Westen wird mit angemessener Härte reagieren und die Sanktionen gegen Russland noch einmal verschärfen. Bereits die bisherige Bilanz der Strafmaßnahmen gegen Putin zeige, dass der Weg der EU ein richtiger sei, sagte Federica Mogherini, die Außenministerin der Gemeinschaft. Der Erfolg zeige sich vor allem darin, dass "die Strafmassnahmen nötig sind, weil sie unsere einzigen Druckmittel sind, wenn wir eine militärische Lösung ausschliessen", erklärte sie.

Mittwoch, 12. November 2014

Skin-Tone-Modifier: Smileys werden multikulturell

Einseitig, von einem Gelb, das an Leberkranke gemahnt, unzureichend diversifiziert, um die gesamte Vielfalt der menschlichen Rasse* darzustellen - über Jahrzehnte hinweg wollte die Kritik am Emoji-Zeichensatz, den der Computerhersteller Apple seinen Kunden anbietet, nicht verstummen. Lange zeigte sich der Konzern harthörig, doch den Initiatoren einer Petition ist es jetzt gelungen, das wertvollste Unternehmen der Welt zu zwingen, seine einseitig auf gelbhäutige Menschen mit runden Augen und Glatze ausgerichtete Smiley-Politik den wirklichen Gegebenheiten auf der Erde anzupassen.

Ein neues Smiley-Paket, entworfen vom Unicode-Konsortium, das die Bildzeichen standardisiert, enthält in einem ersten Schritt 151 Emojis, die Menschen abbilden, dabei können alle Zeichen mit einem innovativen Skin Tone Modifier entsprechend der Notwendigkeit einer rassisch einwandfreien Zeichenpolitik in sechs verschiedenen Hauttönen gefärbt werden. Der Nutzer muss dazu auf seinem Touchscreen-Geräte nur etwas länger drücken, daraufhin öffnet sich der Modus "Hautfarbe wählen".

Aktuell handelt es sich allerdings erst um Phase 1 der Neuordnung der Standardisierung zur Durchsetzung rassisch akkurater Smileys. Nach Protesten von FeministInnen, Angehörigen von religiösen Minderheiten und sexuellen Gendergruppen steht eine Erweiterung des Zeichensatzes auf derzeit noch nicht berücksichtige Menschen an. Eigene Smileys werden dann auch Dicke, Dünne, Langhaarige, Transsexuelle, Mehrfachsexuelle, Burka- und HutträgerInnen, Bartbesitzer und Träger von Piercings erhalten. Ziel ist es laut Unicode-Konsortium, die per Emoji dargestellten Menschen "so neutral wie möglich" zu präsentieren, was "Rasse, Volkszugehörigkeit, Religion und Geschlecht" anbetrifft.

(*Zitat Grundgesetz)

Medien: Fortgesetzter Kindesmissbrauch

Diesmal großer Auftritt in der FAZ. Das kleine Mädchen, das so traurig auf eine Landschaft aus Hartz-4-Beton schaut, sitzt wie immer von der Kamera abgewandt auf ihrem kalten, verrosteten Eisengeländer. Die rote Jacke müsste freundlich aussehen, sie verstärkt aber nur den Eindruck der grässlichen Tristesse. Das Basecap auf dem Kopf desgleichen. Hier ist nichts zu retten, wie immer.

Seit Jahren schon muss das kleine Mädchen immer ran, wenn es um Armut, Kinder, Kinderarmut oder Hartz-4 oder Bildungsdefizite geht. Mit Phillip Rößler hat sie Änderungen am Armutsbericht verteidigt. Im Nordbayrischen Kurierwar sie fast jeder Sechste, der arm ist. Im "Stern" hat sie als "geschundene Seele der Arbeitslosen" gesessen und auf die verheerenden Zahlen im jüngsten Armutsbericht aufmerksam gemacht - 2012. Im selben Jahr auch ein Einsatz bei Bild: "Unicef sieht relativ hohe Kinderarmut in Deutschland" - Bild.de griff zum dpa-Foto der kleinen Dunkelblonden, die damals noch eine achtlos beiseitegelegte Puppe zu Füßen liegen hatte.

Die Puppe verschwand später, sie war schon nicht mehr da, als die Taz das Mädchen verpflichtete, um eine neue Wasserbiszumkinnstandsmeldung zur Kinderarmut zu illustrieren. Im Handelsblatt ("Datenreport 2013: Arm trotz Arbeit") ist die Puppenschädeldecke noch zu erahnen, aber auch bei RTL fehlt sie, ebenso bei Neworldnews und auch in der "Kronenzeitung", in der das Mädchen seinen ersten Auslandseinsatz absolvierte, um die österreichische Armut anzuprangern.

Irgendwann um diese Zeit rutschte auch die Herkunft des Bildes ins Ungewisse: Eben noch war es von Patrick Pleul gemacht und von der halbstaatlichen deutschen Agentur dpa verbreitet worden. Und schon änderte sich alles: Die französische Agentur AFP hielt nun die Rechte am erfolgreichsten Armutsmodel Deutschlands. Das Foto selbst war auch wieder taufrisch, es stammte nun aus dem Jahr 2014. Dafür war allerdings nach der Puppe nun auch die Mütze der Schere zum Opfer gefallen.

Umso trauriger schaut das Mädchen nun aus der FAZ - jedenfalls bis die Redaktion am Abend zur Schere griff, und das Mädchen gegen ein Bild von einer von hinten fotografierten Roma-Mutter mit ihren beiden Töchtern austauschte. Das zuletzt ein "Spiegel"-Stück zur Fremdenfeindlichkeit der Deutschen illustrieren durfte.

Enthüllt: Das arme, arme Mädchen von vorn hier und hier (mit Mülltonne)

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