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Montag, 20. Oktober 2014

Gesänge fremder Völkerschaften: Knochensound für Könige

Was für eine Stimme, was für ein knochiger Sound. Die Band Mescalina tourt derzeit über die Marktplätze Mitteleuropas, ein Quartett aus Bass, Schlaghocker, Gitarre und Sängerin, bei dem der gelegentlich singende Gitarrist die großen Momente für sich hat. Dann spielt seine Frontfrau-Kollegin den lebenden Mikroständer und er hebt mit einer Stimme, die nicht von dieser Welt zu sein scheint, an, den Goldlack vom "Use Somebody" der Kings of Leon zu blasen.

Keine Politik, nur Beziehungskram, der Poet aber ist sich mittendrin, als die Stimme ins Zähneknirschende zu kippen scheint, sicher, wozu diese ganze Welt eigentlich dauernd Kriege führt: Um Dichter zu ärgern und Gedichten einen Rhythmus zu geben. Das Ende ist offen, was der Sänger sieht, am Ende, wenn das grammyveredelte Drama mit eine F verklingt, ist seit 2008 unbekannt geblieben.

I've been roaming around,
always looking down and all I see
Painted faces fill the places I can't reach
You know that I could use somebody
You know that I could use somebody

Someone like you
and all you know and how you speak
Countless lovers
undercover of the street

You know that I could use somebody
You know that I could use somebody
Someone like you

Off in the night while you live it up,
I'm off to sleep
Waging wars to shake the poet and the beat

I hope it's gonna make you notice
I hope it's gonna make you notice

Someone like me
Someone like me
Someone like me, somebody

Go and let it out

Someone like you, somebody
Someone like you, somebody
Someone like you, somebody

I've been roaming around,
always looking down and all I see

Extremismus-Experte: Hitler als Grundbaustein

Die Gefahr ist immerdar, sie wird stets unterschätzt und greift doch unablässig nach der Mitte der Gesellschaft. Mehr als 80 Jahre nach Hitlers Machtergreifung spricht der Rechtsextremismusexperte Martin Hörig über Konzertumsätze, klassische Bückware und den hohen szenestabilisierenden Effekt, den eine regelrechte Kultur rechts-extremistischer Kulturleistungen auf eine Gesellschaft haben, der Hitler wie Göring, Goebbels und von Schirach als Unterhaltungsangebote gelten.

Hörig studierte als junger Mann in Wien Entwicklung praxisorientierter Handlungsstrategien und zivilgesellschaftliches Netzwerken, der 50-Jährige arbeitet heute als Referent für die Geschäftsstelle des Bündnisses für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) in Berlin und berät das Fachgebiet Extremismus und Demokratie beim Bundesblogampelamt im mecklenburgischen Warin.

PPQ: Herr Hörig, wie behauptet sich rechtsradikales Gedankengut heute in der Kulturszene?

Hörig: Man kann sagen ausgezeichnet. Das Angebot ist breit, da ist fast jeder Stil dabei. Und das Publikum kommt nicht mehr nur aus Kreisen harter Rechter, sondern es reicht bis in die Mitte der Gesellschaft. Das braune Weltbild wird sowohl in Form von Volksmusikliedern als auch in HipHop-Songs und Black-Metal-Stücken transportiert, auch ARD, ZDF und n-tv beteiligen sich willig. Hitler ist ein Grundbaustein der Fernsehunterhaltung. Bei Konzerten dominiert aber eindeutig lauter Rechtsrock, der aggressive Töne mit rassistischen Texten verbindet.

PPQ: Mit Hass lässt sich offenkundig Geld machen. Wie viel verdienen die Beteiligten mit Musik?

Hörig: Das lässt sich nicht auf Heller und Cent beziffern, aber seit den 90er Jahren hat sich in Deutschland eine Musik- und Vertriebsstruktur etabliert, die nicht nur das Ziel verfolgt, braune Meinungen unters Volk zu bringen, sondern auch Geschäfte zu machen. Nehmen Sie den Historiker Guido Kopp, der hat sein ganzes Leben der Sache gewidmet - und sicher nicht schlecht dabei gelebt. Hier in Sachsen gibt es eine starke Ausprägung dieser Vertriebsszene – und auch eine starke Nachfrage nach ihren Produkten, die überregional und sogar europaweit Kunden finden. Darunter sind Firmen die mehrere hunderttausend Euro pro Jahr mit Volksmusik, Heavy Metal und Beat machen. Und das sind nur die kleinen Fische.

PPQ: In der Mainstream-Musikszene wird immer weniger Geld mit CDs eingenommen, stattdessen steigen die Umsätze mit Merchandising-Artikeln und die Einnahmen durch Konzerte: Ist das bei rechtsextremer Musik auch so?

Hörig: Mit der Durchführung von rechtsextremen Konzerten werden nur überschaubare Gewinne erzielt, weil viele Konzerte durch die Behörden aufgelöst werden. Aber schauen Sie sich die Literaturszene an, wo mit Erinnerungen von SS-Leuten große Umsätze erzielt werden. Hier springt das Feuilleton sofort auf den Zug, wenn jemand wie Grass ein neues Werk ankündigt. Das ist kein Nullsummenspiel. Die Herstellung von Tonträgern dagegen dürfte nicht das ganz große Geld abwerfen. Aber in den rechtsextremen Geschäften und Vertrieben werden neben CDs ja auch eine ganze Menge andere Produkte angeboten. Ourdoorjacken, Wanderstöcke, Schuhe. Hier hat sich in den letzten fünfzehn Jahren eine regelrechte Kultur herausgebildet. Die versprechen den Vertreibern ordentliche Gewinne.

PPQ: Womit lässt sich vor allem Geld machen?

Hörig: Vor allem mit Kleidung, etwa T-Shirts mit rechten Slogans, mit denen man seine Zugehörigkeit zur Szene zum Ausdruck bringt. Gefragt sind vor allem Produkte, die für Unbedarfte zunächst nicht als rechts zu erkennen sind.

PPQ: Wohin fließt das Geld, das rechtsextreme Vertriebe erwirtschaften?

Hörig: Einerseits in die Taschen der Betreiber, die sich davon Essen kaufen, Getränke, Kleidung. Leute wie Guide Kopp tragen keine Ware von der Stange, auch Bruno Ganz, vielleicht der bekannteste Hitler der Neuzeit, isst nicht bei McDonalds. Andererseits müssen diese einen Teil ihrer Gewinne auch in die Szene reinvestieren, weil sie nur dann die notwendige politisch-ideologische Akzeptanz erfahren, um ihre Kunden zu halten. Wer zu sehr im Interesse der Gewinnmaximierung handelt, wird vom Publikum abgestraft, die dann im Internet schon mal zum Boykott aufrufen.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Femitheismus: Frauen, Frauen über alles


Sie nennt sich "Femitheistin, ist eine 22-jährige Kriminalwissenschafts-Studentin und Mutter eines 3-jährigen Kindes. 2012 stellte sie das revolutionäre Konzept eines Internationalen Kastrationstag vor. Ziel soll eine Verringerung der männlichen Bevölkerung auf zehn Prozent des derzeitigen Bestandes sein.



VICE: Ich nehme an, „The Ratio“ ist eine Anspielung auf deine Überzeugung, dass die männliche Bevölkerung um 90 Prozent reduziert werden soll.
Die Femitheistin: Ich glaube, dass konventionelle Gleichheit—also ein Frauen-zu-Männern-Verhältnis von 50/50—ein schlechteres System darstellt. Im Grunde werden Männer in meinen Vorstellungen zu einer speziellen Klasse gemacht, die viel mehr wertgeschätzt wird. Da es viel weniger Männer gibt, können sie ihre Partnerinnen auch aus einer Vielzahl von Frauen auswählen. Das ist meine Intention. Männer wären viel mehr wert und ihre Lebensqualität würde sich extrem verbessern. Wenn man so will, dann wäre ihr Leben subventioniert und würde einem All-Inclusive-Urlaub ähneln, der von der Geburt bis zum Tod andauert.

Wenn man mal annimmt, dass die Leute damit einverstanden wären, wie könnte man die männliche Bevölkerung so weit reduzieren? Redest du hier von einer Aussortierung oder einer jahrelangen selektiven Züchtung?
Natürlich machen Männer einen beträchtlichen Teil der Opfer von Gewaltverbrechen aus und hauptsächlich sie nehmen an Kriegen teil, also wird es hier immer Sterbefälle geben—ganz sicher aber keine Aussortierung. Gezieltes Abschlachten oder gewalttätige Maßnahmen befürworte ich nicht.

Wie willst du dein Ziel dann erreichen?
Die Forschung im Bereich Designer-Babys muss fortgeführt werden: Geschlechtsmanipulation, pränatale Geschlechtserkennung, Abtreibungen, Nachkommen von zwei Frauen (Babys mit zwei Müttern) und viele weitere Mechanismen—all das wird eingesetzt, um diese Ambitionen zu erreichen. Die Maßnahmen werden zur kurzfristigen Verwirklichung der Ziele noch nicht verpflichtend eingeführt, in den Anfangsphasen werden sie nur stark gefördert. Wenn man Abtreibung nicht gerade ablehnt, dann gibt es nur wenige ethische Gründe, diese Vorschläge als ungeheuerlich anzusehen. Die ganzen Probleme bezüglich der Genetik und Bevölkerungserhaltung wurden schon durchgerechnet: genetische Flaschenhälse, Inzucht, Mutationen und so weiter. Alles wird sich zum Vorteil für meine Ideen entwickeln. Ich war sehr sorgfältig und vorsichtig. Ich habe meine Arbeit von Biologie- und Genetik-Experten—oder zumindest auf diesen Gebieten sehr bewanderten Leuten—überprüfen lassen. Sie bestätigten mir, dass alles so klappen wird.

Wir reden hier von der Theorie. Was ist mit der Praxis?
Es wird von Nöten sein, jeden Menschen—egal ob weiblich oder männlich—in den Schulen, zu Hause, durch Literatur und Kunst und durch die Medien eine neue Denkweise zu geben. Dieser Prozess wird Jahrzehnte, Generationen oder vielleicht sogar ein paar Jahrhunderte brauchen. Trotzdem sollte man diese Dinge durchziehen, um eine neue und weitaus überlegenere Welt zu schaffen. Meine Aufgabe ist es, ein Grundgerüst zu entwickeln, mit dem solche Ziele erfolgreich erreicht werden können.

Welche Männer werden dann zur Fortpflanzung ausgewählt? Basiert die Auswahl auf körperlichen oder auf mentalen Fähigkeiten?
Die passendsten Männer wären ganz einfach die, die sowohl körperlich als auch geistig fit sind. Genetische Modifizierung spielt hier auch eine Rolle.

Genmanipulation findet bereits statt, wenn Paare bei der Hochzeit getestet werden, um die Weitergabe von gefährlichem genetischen Material zu verhindern. Es gibt keine Zweifel daran, dass solche Konzepte weiter entwickelt werden, wenn wir die genauen Funktionen von Erbmaterial besser verstehen. Gesunde und fitte Männer werden immer ideal sein, aber keine „Brutalos“, was mehr mit den geistigen als mit den körperlichen Eigenschaften zu tun hat. Jeder kann Gewichte heben. Jedes Kriterium, das als wesentlicher Maßstab festgelegt wird, müsste genauestens definiert und im Laufe der Zeit oder mit dem Fortschritt der Wissenschaft überarbeitet werden, wenn sich die menschliche Spezies und ihre Bedürfnisse weiterentwickeln.

Würden Männer dann wie Zuchtpferde vom Rest isoliert werden?
Ich glaube, dass wir Männer aus der Gemeinschaft entfernen und ihnen ihre eigenen Bereiche in der Gesellschaft zuweisen müssen. Man kann es sich vorstellen wie vom Staat bezahlte Reservate, wo sie neu definiert werden können. So schaffen wir nicht nur für die Männer eine sicherere Umgebung, sondern auch für die Frauen. Da die besagten Reservate vom Staat subventioniert werden, können wir die Männer beschäftigen und ihnen Gesundheitspflege, Unterhaltung, eine Unterkunft, Schutz und alles andere bieten, was man sonst noch so im Leben braucht. So verschwindet auch die konventionelle Ungleichheit aus der Gesellschaft. Wenn die Zahl der Männer nur noch 10 Prozent der gesamten Bevölkerung ausmacht, dann steigt ihr soziologischer und biologischer Wert. Sie können ein glückliches und sicheres Leben führen und männlicher Überschuss wird der Vergangenheit angehören.

Aber haben Männer neben der Fortpflanzung nicht auch noch andere Qualitäten?
Wenn die Technologie bis dahin noch nicht an einem Punkt angekommen ist, an dem die Arbeit ohne Männer verrichtet werden kann, dann bekommen die wenigen Männer, die für die Erledigung besagter Arbeit von Nöten sind, eine Erlaubnis, außerhalb der Reservate zu arbeiten und die jeweilige Aufgabe zu erfüllen—sofern sie das wollen.

Wie Sklaven?
Nicht wie Sklaven, sondern einfach als Arbeiter, die eine Pflicht verrichten, so wie es die Arbeiter heutzutage auch machen—nur ohne finanzielle Vergütung, denn so etwas brauchen sie ja nicht. Das Ganze würde auch strengstens überwacht und reguliert werden.

Wie steht es um die Ziele des Einzelnen? Manche Männer wollen vielleicht mehr erreichen, als in einem luxuriösen Fortpflanzungsstall zu landen.
Einige sagen vielleicht, dass dies eine dystopische Welt wäre, weil es keine Freiheit im jetzigen, konventionellen Sinn gäbe. Das ist jedoch Unsinn. Es wäre eine utopische Welt, denn es gäbe fast keine Konflikte und die Leute würden zusammenarbeiten und gerecht behandelt werden, weil das System gut ausgearbeitet und lange aufgebaut ist. Wenn für fast jeden alles toll ist, dann wird das Argument nichtig. Überleben und soziologisch-biologisches Wohlbefinden sind die wichtigsten Elemente des Lebens. Unterschiedliche Prinzipien und Standards sind nur in einer Welt mit mehreren Nationen, Kulturen, Gesellschaften und Religionen aus Angst vor Unterdrückung nötig.

Wieso soll die jetzige Welt also besser sein? Nur weil einige Leute vielleicht die Möglichkeit haben, bestimmte Dinge zu tun?

Das ist irgendwie traurig.
Der Sinn des Lebens besteht einfach nur darin, unsere Spezies fortbestehen zu lassen. Wenn jemand dazu bereit ist, dir alles Nötige zum komfortablen Überleben zu geben—nur weil du existierst—, dann hast du bereits alles erreicht, was wirklich zählt.

Schließt das Ganze nicht das Konzept von Gemeinschaft und Familie aus?
Ja, heterosexuelle Gemeinschaften und das Modell der Kernfamilie schon.

Was schlägst du als Alternativen vor?
Kinder sollten von der Allgemeinheit und vom Staat aufgezogen werden. Das Modell der Kernfamilie ist ein Nährboden für Täuschungen, Unbedeutsamkeiten, Verrat, Heuchelei und Gewalt. Es muss abgeschafft werden. Fanatismus, Vorurteile und veraltete Überzeugungen werden von Generation zu Generation weitergegeben. Die konventionelle Familieneinheit beeinflusst unsere Jugend und beraubt sie ihres Potenzials. Meine Lösung dafür wäre die Einführung von Kinderbetreuerinnen, die jedem Kind einfach nur eine Unterkunft, Essen, Kleidung und Schutz geben—alles vom Staat zur Verfügung gestellt. In staatlichen Zuchtzentren werden perfekte Mädchen erschaffen und entwickelt. Sie werden in einer kommunalen Einrichtung unter der Aufsicht und der Kontrolle von weiblichen Gelehrten zusammen erzogen.

Aber das ist realistisch gesehen nicht das Beste für die Kinder.
Kinder müssen eine ordentliche Bildung erhalten—eine geschlechtsgetrennte Bildung, die sich auf die Entwicklung von wirklich wichtigen Fähigkeiten und Kapazitäten zur Konzepterarbeitung konzentriert. Ihnen wird die Realität von echter Gleichwertigkeit, Fertigung und Arbeit beigebracht und ein besseres Verständnis von Sexualität, Wissenschaft, Kultur und Volkszugehörigkeit vermittelt. Wenn Kinder zu Mündeln des Staates mit zugewiesenen Betreuerinnen werden, dann wird es nicht nur einfacher, die Fesseln des Fanatismus und anderen von den Eltern an die Kinder weitergegebenen, altertümlichen Vorstellungen zu lösen, die Kinder können auch dazu hergenommen werden, die älteren Generationen im Bezug auf die Verbreitung von voreingenommen und altmodischen Werten zu überwachen. Es geht darum, eine einheitliche Sichtweise zu schaffen.

Heißt das auch, dass alle Frauen automatisch eine lesbische Beziehung eingehen?
Beziehungen zwischen Frauen und Männern waren im Laufe der Geschichte immer unterschiedlich. Verbindungen zwischen Frauen und Männern weichen mit der Zeit und Volkspopulation voneinander ab. Heutzutage ist es noch nicht verbreitet oder normal, aber in der Zukunft werden immer mehr Frauen an anderen Frauen interessiert sein oder Interesse an Hingabe und neuen Erfahrungen zeigen.

Dann glaubst du also, dass die sexuelle Orientierung bestimmt werden kann?
Absolut. Ich glaube, dass die sexuelle Orientierung (wie fast alle Dinge) durch die Sozialisierung und die Genetik festgelegt wird—Genetik hat dabei einen größeren Einfluss. Jeder, der behauptet, dass die sexuelle Orientierung rein genetisch bedingt ist, ist entweder hinterlistig oder dumm. Irgendwann wird es uns möglich sein, Menschen zu entwickeln, die ihr eigenes Geschlecht bevorzugen. Ich habe den Eindruck, dass viel mehr Frauen als Männer offen für Homosexualität sind oder sich zumindest experimentierfreudiger zeigen—und woran liegt das?

Ich bin mir nicht sicher. Glaubst du, das ist genetisch bedingt?
Das ist es vielleicht zum Teil. Ein anderer Grund ist aber die tiefsitzende Angst von Männern, als homosexuell zu gelten, denn das ist nicht „männlich“. Mit der gemeinsamen Kraft von sozialer und genetischer Manipulation ist es für uns ganz einfach, die menschliche Sexualität nach unseren Wünschen neu zu gestalten und neu zu formen.

Weltpremiere: Blog testet Newszustellung per Drohne

Was Amazon und die Deutsche Post können, kann ein kleines, privates Blog für Auslandsdeutsche schon lange: Der Internetanbieter PPQ startet nach einem ausgedehnten fünftägigen Versuch in Kürze regulär mit dem "Newskopter" - man will den beiden Netzriesen Amazon und DHL den städtischen Luftraum nicht kampflos überlassen.

Erstmals hat PPQ den Einsatz einer Kleindrohne für die Newszustellung während der außergewöhnlich kühlen Augusttage getestet. Bei dem erfolgreichen Probeflug brachte der "Newskopter" eine SD-Karte mit 15 nagelneuen Blogeinträgen, elf Fotos und zwei Video von der Blogtestredaktion in Poley bei Köthen ins benachbarte Baalberge (bei Köthen). Die Region war als Testgebiet ausgewählt worden, weil sie als vergleichsweise dünn besiedelt gilt.

"Wir stehen erst ganz am Anfang des Forschungsprojekts", sagte PPQ-Manager Ole Kordhoff, der die News in Empfang nahm. "Grundsätzlich ist das eine spannende Technologie." Sie müsse nun für "konkrete Anwendungsfälle" weiterentwickelt werden. Die Drohne - ein sogenannter Quadrokopter - war bei dem Jungfernflug von etwa zweihundert Metern über unbewohntes Gebiet rund zwei Minuten in einer Höhe von etwa 50 Metern unterwegs. Aus Sicherheitsgründen wurde sie von zwei Steuermännern mit Funksignalen ins Ziel gebracht. Technisch wäre auch bereits eine GPS-Steuerung möglich gewesen. Für den Flug gab es eine behördliche Genehmigung, ausgestellt von der Gemeinde Poley.

Erst vor kurzem hatten der weltgrößte Online-Händler Amazon und der Suchmaschinenanbieter Google mit seiner Ankündigung, in der Zukunft Päckchen und Internet-Fundstellen auch mit Mini-Drohnen zustellen zu wollen, für viel Wirbel gesorgt. Die Idee ist nach Angaben der Unternehmen, per "Octocopter" bestellte Ware und Internet-Treffer binnen zwei bis 30 Minuten zum Käufer beziehungsweise Fragesteller zu bringen. Konkrete Pläne, das unbemannte Kleinfluggerät im regulären Zustellbetrieb einzusetzen, hat PPQ noch nicht, es sei aber geplant, die unbemannten Fluggeräte trotz der heftigen Diskussionen vor allem in den Medien künftig zu einem regulären Zustellweg zu entwickeln.

Perspektivisch könne die Newszustellung durch die Luft das umständliche Beliefern mit gedruckten Nachrichten in Zeitungsform ablösen, glaubt Kordhoff, der PPQ beim anvisierten Mediensprung in einer neue Zeit berät. Das könne kostensparend sein, auch für die Leser, glaubt er. „Alles, was sie uns geben müssen, ist ein sicherer Landeplatz.“ Technisch unaufwendig sei der Austausch der Mini-SD-Karte mit den neuen News gegen die Karte vom Vortag. „Ein leichter Druck mit dem Finger“, sagt Nordhoff. Er könne sich durchaus auch vorstellen, den einmal etablierten Drohnenzustelldienst später anderen Firmen anzubieten. „Wir denken ernsthaft darüber nach, dann auch etablierte Zeitungshäuser huckepack zu nehmen.“

Samstag, 18. Oktober 2014

Gesänge fremder Völkerschaften: Musik gegen Mordor

Im idyllischen Auenland, das von possierlichen Zwergmenschen bewohnt wird, beginnt die Geschichte, die J. R. R. Tolkien zwischen I. und II. Weltkrieg ausdachte und aufschrieb. Ein Monsterwerk, das den kampf Gut gegen Böse schildert wie die "Tagesschau" die Schlachten um die Ostukraine: Entmenschte Tiergestalten da, hübsche demokraten mit nicht-tötlichen Waffen dort, angetreten, das Böse aus der Welt zu treiben.

In "Der Hobbit" ist es der Drache Smaug, der wie Putin heute auf einem Berg aus Macht sitzt und die guten Menschen darben lässt. Er weiß es nicht besser, denn er ist eben so: Ein gräuliches Ungetier, entmenscht und barbarisch. Ed Sheeran, ein nicht eben subtiler Songwriter, hat mit "I See Fire" ein Lied über den Drachen geschrieben, das wie ein trauriger Kommentar zum Jahr klingt. "If this is to end in fire then we should all burn together / watch the flames climb high into the night", singt er da, "calling out father oh stand by and we will watch the flames burn auburn on the mountain side high".

The Trip Band, ein Duo aus zwei jungen Polen, die direkt unter der Bedrohung aus Mordor leben müssen, spielt Sheerans anämischem Schmerzensgesang zackiger, drängender. Sänger Michał Czarnecki trägt das Holzfällerhemd der Außenbezirke von Auenland, Gitarrist Hubert Radoszko gibt mit wackelnden Knien den David Steele (Fine Young Cannibals).

Es ist so traurig, so erschütternd, diesem Klagegesang zu lauschen. Gibt es eine Zukunft? Wird die Trip Band weiterreisen können, noch einmal 7000 Kilometer durch zehn Länder und 24 Hauptstädte. oder kommt der Russe, der Vernichter, der Demiurg, der das Lied heraufbeschwört: "Desolation comes upon the sky / Now I see fire / Inside the mountain / I see fire / Burning the trees / And I see fire / Hollowing souls / I see fire / Blood in the breeze"?

Mehr Gesänge fremder Völkerschaften in der völkerkundlichen PPQ-Reihe

Unter Feuer: Kinderradio Knirpsenstadt

Seit vergangener Woche liegt eine schriftliche Begründung des BGH-Urteils in Sachen Radio Fönwelle („Morgenshow-Urteil“) vor. Auch wenn die rechtliche Tragweite dieser Entscheidung nicht überschätzt werden sollte, bietet sie aus Sicht des Bundesverbands der Privatradiowirtschaft doch genügend Anlass für einige kritische Anmerkungen.

Die Entscheidung erging als Versäumnisurteil und ist noch nicht rechtskräftig. Gegenstand des Unterlassungstenors ist die folgende Aussage, die im Rahmen des Morgenshowspiels „Greif die Hits“ verwendet wurde: "Schnapp dir die günstige Gelegenheit und verpasse deinem Frühstück das gewisse Etwas!"

Der BGH sieht hierin eine unmittelbar an Kinder gerichtete werbende Aufforderung und damit einen Verstoß gegen Nr. 28 des Anhangs zu § Abs. 3 UWG.

Zur Begründung dieses Ergebnisses erklärt der BGH, dass durch das Spiel und die besagte Aussage gerade Minderjährige, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (Kinder im rechtlichen Sinn), gezielt angesprochen würden. Hierfür verweist er auf eine angeblich kindertypische Sprache, die er maßgeblich darin erkennen will, dass die zweite Person Singular („Dir“) verwendet wird und sich im Umfeld der Aussage vereinzelte Anglizismen (gemeint sind wohl die Wörter „pimpen“ und „Erdnuckel“) finden. Welche Merkmale darüber hinaus auch das Spiel als solches kindertypisch erscheinen lassen sollen, wird in den Urteilsgründen nicht weiter erläutert.

Diese Argumentation des BGH ist nicht allein wegen ihrer konkreten rechtlichen Folgen bemerkenswert, sondern vor allem auch deshalb, weil sie deutlich macht, wie wenig Bezug Richter, die über diese Materie in letzter Instanz zu entscheiden haben, mitunter zu Sendungen von Radiosendernn haben. Jedem, der Radiosendungen nicht nur vom Hörensagen kennt, ist klar, dass der beschriebene Sprachstil für dieses Medium generell kennzeichnend ist. Man muss schon recht unbedarft an das Thema herangehen, um anzunehmen, dass Radiosender privater oder öffentlich-rechtlicher Natur ihre Kernzielgruppe deshalb allgemein bei Kindern unter 14 Jahren fänden. Studien belegen nämlich etwas vollkommen anderes: Rund 85 Prozent aller Spieler von Radiohörern sind keine Kinder, und das Durchschnittsalter liegt bei circa 32 Jahren. Dennoch sprechen Moderatoren ihr Publikum seit Jahren an, als handele es sich durchweg um geistig minderbemittelte Minderjährige.

Das ist rechtlich deshalb von besonderer Bedeutung, weil das Gesetz gerade nicht die „an jedermann“ gerichtete werbende Ansprache verbietet, von der sich Kinder lediglich auch angesprochen fühlen könnten. Untersagt ist nur die gezielte Ansprache von Kindern. Die Ansprache einer Zielgruppe, die zu 85 Prozent nicht aus Kindern besteht, ist aber geradezu der Lehrbuchfall einer an jedermann gerichteten Ansprache. Nur wer spricht zu Kindern, meine doch nicht immer Kinder, argumentiert der Radioverband.

Zweifel wirft die Urteilsbegründung auch unter einem anderen Aspekt auf: Das Gesetz nennt mit der „beworbenen Ware" einen klaren Bezugspunkt, der für eine verbotene Ansprache kennzeichnend sein muss. Mit anderen Worten: Das beworbene Produkt muss in der Werbung konkret benannt sein. Es genügt gerade nicht, wenn nur ein allgemeiner Kaufappell ausgesprochen wird.

Die vorliegend verbotene Aussage lud den Zuhörer nur dazu ein, sich "das gewisse Etwas" für sein Frühstück zu "schnappen". Worin dieses "Etwas" besteht, geht aus der Aussage nicht hervor. Ein konkretes Produkt wird also gerade nicht beworben. Vielmehr handelt es sich um eine allgemeine Einladung, ein „virtuelles Ladenlokal“ – aufzusuchen und dort erst nach dem passenden "Etwas" zu stöbern. Auch in der realen Welt sind solche allgemeinen Einladungen zum Besuch eines Geschäftes nicht vom Verbot der hier bemühten Vorschrift umfasst und daher dann auch nicht wettbewerbswidrig. Warum im Radiobereich etwas anderes gelten soll, ist der Urteilsbegründung nicht zu entnehmen, heißt es in der Stellungnahme.

Fazit: Die Entscheidung des BGH ist aus mehreren Gründen kritikwürdig. Da gegen das Versäumnisurteil Einspruch eingelegt wurde und somit eine endgültige Entscheidung noch aussteht, bleibt aber noch die Hoffnung, dass der Richterspruch nicht in dieser Form Bestand haben wird.

Freitag, 17. Oktober 2014

Zitate zur Zeit: Nach all den ganzen Jahren

Ich bin überrascht, dass große Apparate genauso dumm sind wie ich.

Elmar Brok,
Bericht aus Brüssel, 31.8.2014

Literatur in Wald und Flur

Rockerbandenkriege, Literaturmessen, Urheberrechtsstreit, da geht die Kunst auf die Straße, um im Gossenschmutz literarisch saubere Kommentare abzuliefern. Angesichts der hohen Kosten, die Books-On-Demand-Anbieter noch immer verlangen, gehen junge Kulturschaffende mehr und mehr dazu über, den öffentlichen Raum mit nicht Selbstgeschriebenem zu plakatieren.

Inspiriert vom einzigartigen Kachelmann bekleben kleine Genies Verteilerkästen, Fahrplantafeln und Laternenmaste mit preisverdächtigen Kurzkrimis im knurrigen Raymond-Chandler-Stil: "Und meine Unterwäsche kann sich sehen lassen. Jason bandagiert eine Hand mit meinem Haar. Er ist in bestürzender Eile", heißt es etwa in einem unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit mitten in der halleschen Innenstadt veröffentlichten Werk. Darüber ein bierbäuchiger Prachtprimat mit Munitionsgepäck und Flinte. Jason? Wessen Haar? Was trägt er drunter?

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Sternstunden des Spontanrock

Er gibt eines dieser akustischen Pflichtkonzerte, macht sich aber den Spaß, ein 25 Jahre altes Album komplett und in der richtigen Reihenfolge zu spielen. Damals hatten die Manic Street Preachers noch verkündet, sich nach ihrem Debütalbum auflösen zu wollen. Heute sind sie immer noch da, zum Trio geschrumpft und aller Illusionen beraubt. Manchmal aber kommen auch noch welche hinzu, wie bei diesem Akustik-Auftritt mit den Songs von "Generation Terrorists": Bevor Bradfield beginnt, den finalen Stampfer "Condemmed to Rock'n'Roll" zu spielen, fragt er höflich, ob das anwesende Publikum vielleicht in der Lage sei, ein wenig mitzusingen.

Eigentlich ein Unding, denn das Stück ist für gewöhnliche Kehlen kaum singbar. Die Stimme geht hoch, sie geht runter, die Gitarre schrammelt hin und her und eine Springflut an Text ergießt sich über den Zuhörer, der sich über die ersten paar Versuche meist gar nicht darüber klar wird, was das hier ist: Heavy Metal? Hairmetal? Punk? Jazz?

Hier aber eine Sternstunde, unangekündigt. Eine junge Frau aus dem Publikum singt erst noch recht zurückhaltend mit, übernimmt aber schließlich so das Kommando, dass Bradfield nur noch leise mitspricht, um an der Gitarre im Rhythmus zu bleiben. Dann singen beide zusammen, ungeprobt, nicht perfekt, aber so ergreifend spontan, wie Musik nur in seltenen Momenten ist. Das Video des Aufeinandertreffens des Manics-Sängers und der jungen Frau mit der Schweißerbrille ist dunkel und unscharf, aber die unbekannte Sängerin wird es freuen.

EU sorgt für sauberes Netz

In Deutschland zugelassene Online-Medien sollen Kommentare unter Artikeln wie diesem hier künftig so behandeln wie Leserbriefe. Entsprechende Regeln plant das Bundesblogampelamt (BBAA): Die Behörde mit Sitz im mecklenburgischen Warin will Regeln für Leserbeiträge in Internet-Foren von Medien einführen. Behördenchef Herrnfried Hegenzecht fordert, dass Kommentare im Netz grundsätzlich wie Leserbriefe behandelt werden müssen. "Beleidigungen und Schmähungen sollten entweder vorab oder zumindest zeitnah nachträglich gelöscht werden." Eine Arbeitsgruppe des BBAA entwickelt derzeit entsprechende Änderungen des Regelwerks.

Viele Onlinemedien, darunter auch PPQ, moderieren ihre Foren ohnehin bereits streng. Beiträge, die bestimmten Kriterien widersprechen, etwa weil sie Beleidigungen von Gruppen, Teilgruppen oder privaten Trägern öffentlicher Belange enthalten oder nicht den gängigen Vorstellungen von einheitlichen, sauberen Ansichten entsprechen, werden gelöscht. Zeitungen und Zeitschriften hingegen arbeiten bisher mit einer Selbstkontrolle. Das EU-finanzierte Clean IT-Projekt gibt Behörden und privatwirtschaftlichen Unternehmen eine Richtschnur, wie zur »Bekämpfung illegaler Inhalte im Netz« vorgegangen erden sollte. Clean IT hat jetzt auch intern einen Katalog mit »freiwilligen« Verhaltensregeln für Internet-Provider vorgelegt, nach denen sich Kommentatoren im Internet richten müssen.

Das Problem ist akut. Mittlerweile beziehen sich Ernst zufolge 60 Prozent der Eingaben auf online erschienene Texte, die erfreulicherweise immer öfter identisch sind. Dadurch lässt sich der Zensuraufwand minimieren. Im vergangenen Jahr habe es vor allem Beanstandungen wegen der journalistischen Sorgfaltspflicht gegeben, häufig seien Sprachregelungen, die von der Regierung erlassen worden waren, missachtet worden. Auch der Schutz der Ehre und religiöse Gefühle standen im Mittelpunkt der Kritik. Leser können sich beim Blogampelamt per Post oder Mail über einzelne Artikel oder Kommentareinträge beschweren. Auf Grundlage des Pressekodex entscheidet das Gremium dann, welche Strafen zu verhängen sind. Treffen die Vorwürfe zu, kann der Rat Rügen und Missbilligungen gegen einzelne Medien aussprechen oder bestimmte Seiten völlig sperren.

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Mittwoch, 15. Oktober 2014

Schwarze Sterne

Afrika ist anders als Bob Geldof sich das vorstellt. Afrika ist auch anders, als es in europäischen Medien vorkommt. Europa weiß auch deshalb wenig vom ewig "schwarzen" Kontinent, der den Makel mit sich trägt, rote Zahlen zu produzieren und ständig hungers zu leiden.

Dass Afrika boomende Volkswirtschaften wie Südafrika und Botswana hat, ist weniger bekannt als die Dauerkrisengebiete wie den Sudan, Somalia oder Simbabwe. Das Afrika-Tetris wird daran nicht viel ändern, hilft aber bei der nächsten Urlaubsplanung.

Krude Gen-Thesen: Indianerhass wird hoffähig

Einfach unverbesserlich, dieser „Spiegel“. Drei Jahre nach den Sarrazin-Kriegen, die das Hamburger Magazin mit der leichtfertigen Veröffentlichung der kruden Thesen des früheren Berliner Finanzsenators losgetreten hatte, legt das ehemalige Sturmgeschütz der Demokratie noch einmal nach. Statt um angebliche Judengene, mit denen das Magazin sonst viel Geld verdient, geht es diesmal um das vermeintliche Erbgut von Amerikas indigenen Völkern. Unter Berufung auf ein internationales Forscherteam, das das Genom eines Menschen der eiszeitlichen Clovis-Kultur analysiert habe, behauptet der „Spiegel“, es gebe „im Genom von Vertretern indigener Amerikaner, von Europäern und Asiaten bestimmte Marker, die spezifisch für Amerikas indigene Völker sind“.

Biologismus also aus der untersten Schublade, wie ihn der "Spiegel" seinerzeit selbst so lange widerlegte, bis endlich „42 Prozent der Deutschen Sarrazins Thesen ablehnten“.

Seitdem gibt es keine volkskörpergebundenen Gene mehr, der Isländer ist aus demselben Stoff gemacht wie der Marokkaner, der Sachse hat dieselbe verwandtschaftliche Nähe zum Griechen wie zum Japaner oder zum Nigerianer, das war ein für alle mal klar.

Nun aber, aus purer Lust an der Provokation, sind die kruden Thesen zurück: „Alle indigenen Amerikaner sind verwandter miteinander als mit jeder anderen untersuchten Population außerhalb Amerikas“, behauptet der „Spiegel“ dreist. Zudem sei das „Clovis-Genom mit allen indigenen Amerikanern verwandter als mit den Vergleichspopulationen außerhalb Amerikas“ und mit „Populationen aus dem sibirischen Raum deutlich verwandter als aus dem westlichen Europa“.

Ein plumper Versuch, die Völker voneinander zu entfremden und bestimmte Populationen zurückzusetzen. Alle indigenen Völker Amerikas gehen nach "Spiegel"-Angaben auf eine Einwanderungswelle zurück. Die Einwanderer hätten Amerika von Sibirien aus erreicht, "also wohl über die zugefrorene Beringstraße", mutmaßt das Magazin. Danach sei es zu einer "Diversifikation der NA- und SA-Linien" gekommen - die Erstbesiedler-Population aus autochthonen Russen spaltete sich auf und wurde zu Indianern, was die Redaktion in Hamburg mit Hilfe ihrer kruden, rückwärtsgewandten Genthesen heute noch nachweisen zu können glaubt.

"Spiegel": Werbung für das Judengen

Dienstag, 14. Oktober 2014

Schockumfrage: Mehrheit glaubt an Geister

Sieben von zehn Deutschen haben einer neuen Studie zufolge Zweifel an der wissenschaftlichen Evolutionstheorie. Betroffen sind den Angaben zufolge vor allem Christen, die in Deutschland etwa 62 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Davon sind in den beiden großen Kirchen etwa 58,8 Prozent organisiert, die meisten von ihnen leben in den alten Bundesländern und glauben, dass ein Wesen, das in der sogenannten Bibel „Gott“ genannt wird, einen Einfluss auf die Entstehung des Universums und des menschlichen Lebens hatte.

Auch die Orthodoxe Kirche, deren als unwissenschaftlich geltenden Lehren hierzulande rund 1,3 Millionen Menschen verfallen sind, glauben, dass ein Gott oder eine andere höhere Macht ganz oder zumindest teilweise für die Entstehung des Alls, der Erde und des Menschen verantwortlich seien. Wie die in Deutschland lebenden Muslime, die bis zu 4,3 Millionen zählen, lehnen sie die Erkenntnisse der Evolutionslehre von Charles Darwin entschieden ab. Auch alle anderen Religionsgemeinschaften, die zusammen noch einmal etwa ein Prozent der Bevölkerung ausmachen – darunter sind 270.000 Buddhisten, 200.000 Juden, 100.000 Hindus, 10.000 Sikhs und 6.000 Baha'is – glauben an zum Teil krude Theorien über Geister, Schöpfer und Inkarnationen, wie auf dem Jahrestreffen des Wissenschaftsverbands American Association for the Advancement of Science (AAAS) in Chicago bekannt wurde.

Besonders verbreitet sei der Irrglaube an höhere Mächte bei Politikern. In der Regierungskoalition haben sich laut neuer Untersuchungen drei Viertel aller Abgeordneten zur Ansicht bekannt, dass es ein Leben auf der Erde ohne höheres Eingreifen eines nicht näher bekannten „Schöpfers“ nicht geben würde. Die Evolution müssen diese Menschen aus Glaubensgründen ablehnen, weil ein Schöpfungakt in sieben Tagen und mit Adam, Eva und einer Schlange nur denkbar ist, wenn es keinen Schöpfungsakt in Jahrmilliarden gab, bei dem aus Einzellern langsam Mehrzeller und aus unbewusstem langsam bewusstes Leben gewachsen ist.

Doku Deutschland: Also ich als moderater Islamist

Ich als moderater Islamist widerspreche da klar. Ich bin gegen Gewalt, auch gegen Gewalt gegen Ungläubige. Das ist meiner Religion unwürdig, sie hat es auch nicht nötig. Wir müssen es nicht wie die Kuffar machen, sage ich meinen Söhnen immer, ich meine damit, dass die Kuffar ihr Christentum ja mit dem Schwert verbreitet haben. Deutschland wurde erobert und unterworfen und es dauert soweit ich weiß fast 2000 Jahre, bis die Deutschen dann auch mal einen Papst stellen durften. Das ist unangemessen, das ist das Denken von Eroberern, nicht von Leuten, die andere von ihrem guten Glauben überzeugen wollen.

Auf diese Art bleibt der Glaube fremd, auch wenn man ihn annimmt, indem man sagt Allah ist der einzige Gott und Mohammed ist sein Prophet. Meiner Überzeugung nach leben wir heute nicht mehr im Jahr 639, als Muslime noch Mohameddaner genannt wurden. Wir haben eine ganz andere Zeit und wir haben historische Beispiele dafür, dass eine friedliche Überzeugung anderer möglich ist. Nehmen Sie mal Ägypten. Das hat Amr ibn al-As ja nicht mit 4000 arabischen Soldaten erobert, sondern mit dem Glauben. Das hat die Menschen dort überzeugt und heute ist jeder außer den Ägyptern selbst überzeugt, sie seien Araber.

Nein, sie sind gute Muslime! Deshalb halte ich als moderater Islamist die Strategie des Islamischen Staates auch für falsch. Feuer und Schwert können Land erobern, aber Herzen? Herzen müssen wir uns mit Großzügigkeit und Geduld sichern. Es braucht keine Waffen, um gegen die westlichen Götter des Konsums und der Verschwendung zu bestehen, davon bin ich überzeugt. Jede deutsche Frau bekommt ein Kind, jede muslimische Frau vier, fünf oder sieben. Wir Araber haben die Zahlen erfunden, damit wir rechnen können.

Ich bin deshalb für den Frieden, einen Frieden des kämpferischen Islam. Das hat nichts mit dem IS zu tun, nichts mit Terrorismus und Straßenschlachten zwischen Brüdern und Ungläubigen. Ich kann dulden, dass sie sich halb ausgezogen auf den Straßen präsentieren, ich kann ihren Hang zum Alkohol dulden, ich kann die Verschwendung ertragen, die Mühle der Moden und das ohne Rücksicht auf die natürlichen Ressourcen propagierte Recht auf Gleichheit für alle und jeden.

Denn ich sehe, wie endlich das ist. Die Frau, das ist doch deutlich, ist kein Mann. Sie ist kleiner, feiner, sie ist körperlich anders ausgestattet, weil sie andere Aufgaben hat. Sie darf des Schutzes des Mannes, der größer ist und gröber, weil er diesen Schutz geben soll und kann. Das ist die natürliche Ordnung, so steht es im Buch und so kann ich es wahrnehmen.

Warum aber soll ich nicht aufstehen gegen die, die sagen, das Buch ist falsch und was ich sehen kann ebenso? Weil unsere Aufgabe die Geduld ist, wie Mohammed sagt: "So sei denn geduldig mit dem Befehl deines Herrn" (at-Tur:48), die Zeit ist reif, wenn sie um ist.

Wir brauchen keine Revolution, wie die zornigen jungen und die dummen alten Männer sie predigen. Wir stecken mitten in einer Evolution! Der Westen ist müde und schlapp, sein Glauben ist eingeschlafen, ein Schatten der großen Tage, als er unter dem Kreuz auszog, die Welt zu bekehren. Geblieben ist davon nur eine Sehnsucht, es bequem zu haben auf seine alten Tage, langsam wegzudämmern ins Dunkel der Geschichte, die er nicht mehr regieren kann.

Wir aber leben, uns gehört die ganze Zukunft! Bei einer Geburtenrate von 1,39 Kindern pro Frau werden derzeit in Deutschland acht Kinder pro 1000 Einwohner im Jahr geboren. Anno 2200 werden dadurch noch rund 5,5 Millionen Deutsche das neue Jahr begrüßen, anno 2300 dann nur noch knapp eine Million. Unsere Geburtenrate vom Jemen über Nigeria bis nach Jordanien und Afghanistan dagegen liegt bei 20 bis 35 Kindern pro 1000 Einwohner - in einer Generation verdreifacht sich unsere Zahl, während sie sich auf der anderen Seite halbiert.

Es gibt keinen Grund, Krieg zu führen, Terror zu schüren oder unsere jungen Männer für einen völlig falsch verstandenen Dschihad zu opfern. Die Zeit ist auf unserer Seite. Allah ist groß!

Mehr aus der zeitkritischen Reihe Doku Deutschland: Kein Sperma für Veganer

Montag, 13. Oktober 2014

Zitate zur Zeit: Radikale linke Haltung

Es brodelt in mir, zur radikalen linken Haltung meiner Kindertage zurückzukehren.

Martin Schulz, ehem. SPD-Europa-Spitzenkandidat und EU-Parlamentspräsident

Terrorgruppe lädt in die Boko-Bar

Im Streit um den wahren Islam und das wahre Kalifat geht die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram neue Wege. Nachdem die über Monate mit äußerster Brutalität vor allem medial sehr erfolgreiche Islamisten-Gruppe zuletzt kaum noch beachtet worden war, weil alle Aufmerksamkeit des Westens der konkurrierenden Gruppe "Islamischer Staat" gilt, leidet Boko Haram - zu deutsche „Bücher sind Sünde“ - zunehmend unter einem Mangel an kampfbereiten Nachwuchs. Junge Deutsche und Franzosen, aber auch Briten und Mexikaner gehen lieber zur erforlgreicheren Isis, um sich in die Luft zu sprengen. Dem will die Moslem-Sekte mit einer neuen Öffentlichkeitsoffensive begegnen.

BH-Sprecher Abubakar Shekau stellte jetzt das erste "Boko"-Restaurant vor, das im Stil der erfolgreichen "Talibars" Szenegänger und Abenteuerlustige anlocken soll. Gelegen mitten in der Innenstadt von Bautzen, bietet die urige Kneipe Leibesvisitationen am Eingang, Burkas für das Personal, Bilder vom Propheten und seinen verführerischen und zumeist sehr minderjährigen Frauen an der Wand und auf dem Boden flauschige Teppiche, damit jeder, der mag, jederzeit zum Gebet niederknien kann.

Auf der Karte stehen neben zahlreichen gesüßten Tees auch handgemachte Limonaden, die in aufgebohrten Handgranatenhülsen serviert werden. Als Aschenbecher dienen großkalibrige Granathülsen, alle Kellner tragen völlig echt wirkende AK47 und Vollbart. Wie in den Talibars, die vor drei Jahren wie eine Bombe einschlugen, lädt auch die Bautzener Boko-Bar jeweils mittwochs zum Militanz.

Boko Haram kämpft seit Jahren mit brutaler Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Ihren Führungsanspruch in der zuweilen noch auf entgrenzte Gewalt und abgeschlagene Körperteile fixierten muslimischen Welt hatten die Extremisten trotz bislang ermordeter 10.000 Menschen zuletzt an den konkurrierenden "islamischen Staat" verloren, der mit noch brutalerer Gewalt aus Syrien, dem Irak, dem Libanon, Israel, Palästina und Jordanien ein Kalifat machen will. Boko Haram bestreitet den Führungsanspruch des Islamischen Staates, der Islamische Staat wiederum erkennt die von Boko Haram islamisierten Gebiete bisher nicht als Kalifat an.

Zwar hatten Uno und EU zumindest Boko Haram zuletzt auf die Liste der Terrororganisation gesetzt, doch wie der Islamische Staat ist auch Boko Haram in Deutschland noch nicht offiziell als terroristische Vereinigungen eingestuft. Die Gruppe darf deshalb in der Öffentlichkeit Werbeaktionen durchführen und auch Gaststätten wie die Bautzener "Boko"-Bar betreiben.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Gesänge fremder Völkerschaften: Winter chill began to haunt

Des Sängers Schicksal ist es, in Liedern laut zu leiden, und das Grauenhafteste, was ihnen wiederfahren kann, ist also Glück, weil sie das vom Leiden abhalten und die Herstellung von weiteren Leidensliedern behindern könnte. Die schönsten Songs der Weltgeschichte sind geschrieben worden, nachdem gerade eine Tür zugeschlagen war. Keine Frau mehr im Raum, dafür Wein und Kummer, draußen schlechtes Wetter und nichts im Fernsehen – schon ist alles beisammen, was zu einem Welthit führen kann.

Nicht muss, denn die wirklich ergreifenden Schmerzensgesänge schaffen es kaum einmal ins kollektive Gedächtnis. Denen, die sie hören, bleiben sie dafür umso mehr als ihre eigenen in Erinnerung. Und weil danach gefragt wurde, ob es hier gar keine Kultur mehr gibt in diesen kriegerischen Zeiten, kommt hier die Abschiedshymne „Bricks“, gespielt von Dave Hause und Mitchell Townshend.

Now I'm missing you
I miss that town I miss your name
I don't speak it anymore
Since you took my picture from its frame

I'm up later each night trying to write my way out of this tomb
Seems these sedatives don't work as well in these gloomy rented rooms
Where the air conditioner's set on choke and the TV loops bad news
I'm moving on
Refrain:

So maybe Mexico
San Francisco would be fine
Somewhere to dry out
Clean up and pass a little time
I'll put some money down
Maybe a place right on the bay
I'll build a brand new foundation from the bricks you threw my way

That January moon
Indian summer's warm wind came
Spring fever brought along
Some hope to quell the sin and shame

But it wasn't long before
That winter chill began to haunt
We tried to warm our bones
In that freezing house I used to want

And those highs and lows when they come and go just slide to the extreme
And I couldn't sleep there long enough to have a decent dream
Where the heater's set on stifle and the nightmares made me scream
I'm moving on

Kalif Ibrahims willige Helfer

Mit dem Teufel gegen den Belzebub oder ohne ihn? Die Frage, wie der Kampf gegen die Gotteskrieger des Islamischen Staates geführt werden soll, haben die Führer der westlichen Welt beantwortet. Und das ganz anders als ihre Vorgänger Churchill und Roosevelt: Im Krieg gegen die Truppen des Kalifen wird es keine Allianz mit dem syrischen Diktator Bashir al Assad geben, dessen Land zentrales Angriffsfeld der Islamisten ist.

Assad, so argumentieren Washington, London, Berlin und Istanbul, habe Verbrechen an seinem eigenen Volk begangen, er habe Andersdenkende unterdrückt und verfolgt und Völkermord begangen.

Nichts, was Zeitzeugen dem sowjetischen Alleinherrscher Josef Stalin Anfang der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts nicht auch hätten vorwerfen können. Dennoch entschieden sich die Westmächte seinerzeit, im Krieg gegen den ähnlich wie der islamische Staat von einer eingebildeten „Bestimmung“ zu Massenmord und Angriffen auf fremde Staaten motivierten Nazi-Staat ein Zweckbündnis mit der kommunistischen Sowjetunion zu schließen. Stalins Säuberungskampagnen, die von ihm zu verantwortenden millionenfachen Hungermorde und die Expansionskriege der jungen Sowjetunion blieben für den Moment unbeachtet wie die erklärte Sendung der Sowjetunion, weltweit ein Reich des Kommunismus zu errichten.

Not kennt kein Gebot, ein gemeinsamer Feind vermag aus Feinden Verbündete zu machen. Damals zumindest, als Politiker in großen Krisen zu Staatenlenkern wachsen mussten, denen klar war, dass Prinzipien etwas für Sonntagsreden sind, bei Kamingesprächen aber Nützlichkeiten verhandelt werden.

Der aktuellen Politikergeneration bleibt dieser zweckmäßige Weg verschlossen. Zu lange hat der Westen seine Moral als Waffe eingesetzt, zu offensiv hat er seine Maßstäbe als alleingültig gesetzt – sei es in der Kampagne vor der Olympiade in Peking gegen China, sei es im Streit mit Russland um die Vorverlegung der Nato-Außengrenze nach Osten, sei es in den Rebellionen im Nahem Osten, bei denen es gute Praxis war, jeden Aufbegehrenden zum Lager der Demokraten zuzählen. Und sei er auch ein Erzislamist.

Nun stehen Obama, Merkel und Hollande in einer Zimmerecke, aus der es kein Entkommen gibt. Schon die Volte, der in Europa wie den USA als terroristische Organisation geltenden PKK, Waffen im Kampf gegen die Islamisten zu liefern, gelang nur unter rücksichtsvoller Zurückhaltung der Medien, die allenfalls im Kleingedruckten fragten, ob diese Waffen nicht als nächstes im Kampf für den 1945 versprochenen, aber bis heute ungegründet gebliebenen kurdischen Staat verwendet werden. Ein Kampf, der dann mit den Truppen des Nato-Verbündeten Türkei ausgefochten werden müsste.

Mit Assad gegen den Kalifen Ibrahim zu marschieren, würde die Wähler im Westen verwirren und die vor nicht allzulanger Zeit noch siegesgewissen Assad-Gegner in Syrien womöglich vollends auf die Seite des IS treiben. Eine perfekte Zwickmühle: Welchen Schritt der Friedensnobelpreisträger Barack Obama auch geht, es wird ein Fehltritt sein, wohin auch immer ihm seine Verbündeten folgen, die Geschichte wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit verurteilen.

Zuschauen wie 1937 ist keine Lösung, Wegschauen wie 1938 auch nicht, Eingreifen wie 1939 ist ohne ein Bündnis mit Assad sinnlos, im Bündnis mit dem Syrer aber unmöglich, wegen der Moral, wegen der Türkei und wegen der Angst, alles nur noch schlimmer zu machen.

Die Führer des Westens haben alles anders gemacht als ihre Vorvorgänger. Und sie sind damit zu willigen Helfern des Kalifen geworden.

Samstag, 11. Oktober 2014

Vermögenskiller Haustier

Die Deutschen haben ein Nettovermögen von rund 6,3 Billionen Euro – doch verteilt ist dieser Reichtum höchst ungleich. Frauen haben im Schnitt Zehntausende Euro weniger als Männer, noch weniger haben nur Menschen, die ein oder mehrere Haustier halten - wie eine neue Studie nachweist, je mehr Tiere und je größer, umso stärker.

In keinem anderen Euro-Staat sind die Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ausgerechnet. PPQ.so nennt die erschreckenden Zahlen zur Vermögensverteilung:

- im Schnitt haben Erwachsene ein Nettovermögen von 83.000 Euro

- das reichste Prozent hat durchschnittlich 800.000 Euro

- gut 20 Prozent besitzen gar kein Vermögen

- bei rund sieben Prozent sind die Schulden größer als der Besitz

„Insgesamt hat sich an der Vermögensverteilung im Land wenig geändert, die Ungleichheit verharrt auf hohem Niveau“, sagte DIW-Experte Markus Grabka, der mit seinen Kollegen die Daten von 2012 mit denen von 2007 und 2002 verglichen hat. Insgesamt beläuft sich das Nettovermögen der Deutschen inzwischen auf rund 6,3 Billionen Euro. Doch ausgerechnet Arbeitslose, die ohnehin nicht auf Rosen gebettet sind, haben der Studie zufolge zuletzt „deutliche Vermögensverluste“ hinnehmen müssen.

- 2002 verfügten sie noch über 30.000 Euro

- 2012 waren es nur noch 18.000 Euro


Bisher eher wenig bekannt: Mit jedem Haustier schrumpft das Vermögen. Ein Hund durchschnittlicher Größe kostet nach Angaben der Studie rund 16.800 Euro über seine gesamte Standzeit von etwa zwölf Jahren. Vom vorhandenen Vermögen, das bei Männern 97.000 Euro und bei Frauen 70.000 Euro ausmacht, bleibt damit schon nach fünf bzw. vier Hunden nichts mehr übrig. Noch härter trifft der Vermögenskiller Haustier Alleinerziehende, die durchschnittlich nur über 35.000 Euro verfügen. Kommt zur Hundehaltung noch eine Katze, ein oder mehrere Haushamster oder Meerschweinchen, Kaninchen oder Kanarienvögel hinzu, sinkt das verfügbare Pro-Kopf-Vermögen umso schneller.

Naheliegend das Fazit der Studie: Männer im Alter von 60 Jahren, die nie ein Haustier gehalten haben, verfügen mit 150.000 Euro über die durchschnittlich höchsten Vermögen.

Roboter sollen offenbar Deutsche ersetzen

Nach neuen Nachrichten über einen latent vorhandenen Antisemitismus bei 20 Prozent der Deutschen, ausgeprägten Ausländerhass bei weiteren 15 Prozent und wachsender Armut bei nahezu jedem Dritten (30 Prozent), hat sich die Bundesregierung zu scharfen Maßnahmen zur Bekämpfung der Probleme entschlossen. Wie die Zeitung Die Welt berichtet, soll perspektivisch "Technik jeden Zweiten in Deutschland ersetzen". Eine Hälfte der derzeitigen Wohnbevölkerung würde dabei durch täuschend echt in Menschenform nachgebaute Roboter ersetzt.

Mit dem Projekt reagiert das Kabinett auch auf die von dem SPD-Politiker Thilo Sarrazin angeprangerte Gefahr, dass Deutschland sich abschaff, weil die einheimische Bevölkerung zunehmend gebärunwillig wird. Deutschland schaffe sich ab, hatte Sarrazin damals gedroht und einen Sturm der Entrüstung geerntet. Jetzt zeigt die Regierung, warum sie trotz beständig sinkender Geburtenraten stets optimistisch geblieben ist, das Herzland Europas auch über die nach aktuellen Berechnungen noch zu erwartende natürliche Standzeit von 15 Generationen erhalten zu können.


Die künftige Roboter-Einwohnerschaft würde Deutschland mit künstlicher Intelligenz gravierend verändern: Der Bedarf an öffentlichen Toiletten sinkt ebenso wie der an Ferienwohnungen und Schlafzimmern, da die neuen Deutschen in Phasen der Inaktivität einfach im Flur oder in einer Zimmerecke abgestellt werden können. Im Unterschied zu migrantischen Neudeutschen, die nach Angaben der "Welt" häufig eigenständig neue Probleme mit nach Deutschland bringen, rechnet die Bundesregierung bei den kybernetischen Neubürgern offenbar nicht mit großen Integrationsschwierigkeiten. Roboter gelten als sehr anpassungsfähig und anspruchslos, sie haben keinerlei eigenen Willen über ihre Grundprogrammierung hinaus und können damit je nach Bedarf mit einer Toleranzschwelle ausgestattet werden, die bis zur devoten Hinnahme selbst randständigster Bräuche reicht.

Die Gesellschaft wäre, besteht sie erst einmal zur Hälfte aus elektronischen Eingliedungshilfen mit hoher emotionaler und seelischer Intelligenz, nicht mehr dieselbe. "Es ist wie mit der industriellen Revolution vor 200 Jahren, die die Landwirtschaft komplett veränderte", beschreibt ein Experte in der "Welt".