Sonntag, 5. Juli 2009
Circus Bizarrus: Tanz auf der Tartanbahn
Die schottischen Highlands liegen seit einigen Jahren im Saaletal, ihr Prophet und Hohepriester ist ein Umzugsunternehmer, der mit Vorliebe traditionelle Tartan-Röcke trägt und sich als Chef seines selbsterfundenen Ebronen-Clans . "Highland-Games" nennt sich die zentrale Zusammenkunft aller Wunschkelten und Traumgermanen, das die ehemalige Betriebssportgruppe der Entsorgungs- und Umzugsspedition Ebert einmal im Jahr auf der städtischen Pferderennbahn veranstaltet.
Ein Circus Bizarrus mit Baumstammwerfen, Männern in Lederwämsen und feuerspuckenden Frauen, bei die Überbleibsel der Grufti-Bewegung in ihren Schnabelschuhen neben Odin-Jüngern mit urgemranischen Met-Wampen zum nervtötenden Fiepen schottischer Dudelsack-Orchester schunkeln. Zehn- oder gar fünfzehntausend Highland-Hungrige sind auch diesmal zusammengeströmt, gemeinsam das Knoblauchbrot zu brechen, Trinkhörner voll Kirschmet zu trinken, testweise Blechschwerter zu schwingen und auch mal so einen feschen Schottenrock anzuprobieren.
"Mein Leben für Odin", trägt einer als Bekenntnis auf dem T-Shirt, der andere erinnert mit "Der Gott, der Eisen wachsen ließ, wollte keine Knechte" an Ernst Moritz Arndt ein dritter, zünftig im Lederpanzer, mit auf den Arm tätowiertem "Unsere Ehre heißt Treue" an einen anderen großen Verehrer von germanischen Götterkulten. Dazwischen gibt es Naturdarm-Wurscht vom Schwenkgrill und Ärger mit der Polizei, wie die alternativen Inhaber einer hölzernen Kinderrutsche Anzeige erstatten müssen: Ein Erwachsener hat die Einnahmequelle der Familie zerstört, jetzt soll eine Polizeibescheinigung helfen, den Schaden ganz unalternativ von der Versicherung ersetzt zu bekommen. Die Beamten stehen ein bisschen staunend vor den rohen Brettern, die eben noch eine bei Kindern höchstbeliebte Rutschbahn gewesen sein sollen. Versicherungsschaden?
Eine wunderliche Parallelwelt tut sich dem Besucher auf, schaut er einen Moment länger in die härenden Hauszelte, in denen die mittelalterlich gewandeten Profi-Vorzeitler die Zeit zwischen Auftritten als Feuerschlucker, Lanzenwurflehrer oder germanischer Reiter verbringen.
Der Tag ist voller wunderlicher Wettbewerbe, das tinnitusähnliche Geräusch musizierender Dudelsack-Divisionen schwebt über dem Gelände, auf dem "Drachentöteshow" und und schottisch-jakobitischer Breitschwertwettkampf mit der großen Heimdjall-Reitshow um Zuschauer wetteifern. Mit Einbruch der Dunkelheit naht der kultische Höhepunkt der Regressionsversammlung: Das Hereintragen der Ebronen-Elfen-Prinzessin auf den Schultern einiger hochgewachsener Umzugsmitarbeiter, um die herum selbternannte Zauberer, Druiden und als Bäume verkleidete reife Frauen wirbeln, wird von tausenden begeistert gefeiert, obgleich es, wohl eine Referenz an die dunklen Zeiten, aus denen das deutsche Volk kommt, mangeln Beleuchtung nicht zu sehen ist.
Umso imposanter wirkt danach das Feuerwerk, an diesem Abend das zweite im schuldenstarrenden Halle an der Saale, und die anschließende Verbrennung eines zwölf Meter hohen Mannes aus Stroh, den die urgermanischen Organisatoren vom kalifornischen Burning Man-Festival geklaut haben. Hier allerdings wird das Prasseln der Flammen freundlich überlagert von den quietschenden Ohrbohrern der "Pipebands" aus aller Welt, die erneut die drei Lieder blasen, für die ihre Säcke ausgelegt sind.
Dagegen klingt selbst Schottenfolk aus Rostock wie das Manna der Musik überhaupt. Bei den drei Damen von Sally Gardens schlagzeugt die Sängerin mit den Fuß, die Gegerin singt Chor und die Bassistin macht sehr passable Ansagen. Da tanzt der Germane aus der Tartanbahn.
Samstag, 4. Juli 2009
Abriß-Exkursionen: Paradies der Pioniere
Es war einmal und ist nicht mehr: Die Peißnitzinsel, gelegen zwischen zwei Saalearmen und den beiden Städten halle und Halle-Neustadt, diente zu DDR-Zeiten als "Naherholungsgebiet" für die Chemiearbeiterstadt. Eine "Pioniereisenbahn" umrundete die Insel, ein "Pionierhaus" versammelte jeden Nachmittag allerlei "Arbeitsgemeinschaften", ein Planetarium erschloss den revolutionären Massen die Welt des Kosmos und zwischen den weitläufigen Grünanlagen warteten Schachtische, Tischtennisplatten, Galgenkegelgerüste und Minigolf-Anlagen auf Publikum. Die drei Ausleih-Stationen für Park-Lektüre, Golfschläger, Schachfiguren und Kegelausstattung kündeten Ende der 80er als erste vom Ende der gesellschaftlichen Vision des Sozialismus: Die Türen blieben plötzlich grundlos geschlossen, die Minigolf-Anlage ungejätet. Zwanzig Jahre später findet nur noch der Kenner auf Abriß-Exkursion Spuren früherer Besiedelung. Unter dickem satten Grün verstecken sich die Ruinen von Großschachplatte, Mini-Golf und Kegelbahn, von der Ausleihstation geblieben ist ein wandloses Stahlgerippe, das aus dem Urwaldgrün glüht wie die Rudimente einer verlorenen Maya-Stadt. Die Tischtennisplatten sind abgerissen und durch neue ersetzt worde. Die Pioniereisenbahn hat ihre Abkürzung behalten: Sie heißt jetzt Park-Eisenbahn.
Kumulative Kachelung
Ergänzend zum ersten und einzigen offiziellen großen deutschen Kachelverzeichnis der rätselhaften Werke des halleschen Kachel Gott hat PPQ als elegische Hommage an den Viel-Flieser eine naturbelassene Video-Doku freigeschaltet. Alle bisherigen Fundstellen, alle Motive, alle rätselhaften Ergänzungsklebungen, unterlegt mit dem gefühlvollen Geraune des notorischen Balladen-Keramikers Gus Black.
Im Visier das Nichts
Peer Steinbrück, oberster Schutzherr von staatlichen Steuerspar-Bankfilialen etwa in Amsterdam und dem US-Bundesstaat Delaware, greift hart durch. Per Gesetz hat er durchgesetzt, dass die "Steuerflucht ins Ausland künftig deutlich erschwert" wird, wie die stets gut informierte staatliche Agentur dpa mitteilt. Die Finanzbehörden hätten nun "mehr Vollmachten", um Steuerpflichtigen, die Geschäftsbeziehungen zu sogenannten Steueroasen unterhalten, zur Herausgabe von Informationen zu zwingen. Zudem könne die Regierung "gegen Staaten und Gebiete vorgehen, die die OECD-Standards in der Steuerauskunft nicht einhalten".
SPD-Abgeordnete, in Geldsachen traditionell eher weniger gut informiert, waren anschließend der Ansicht, die Regierung habe nun einen guten Instrumentenkasten zur Verfolgung der Steuerflucht. Unkooperative Staaten, die auf der Liste der OECD ständen, könnten unter Druck gesetzt werden.
Das Dumme daran ist, dass es unkooperative Staaten, die auf der Schwarzen Liste der OECD stehen, nicht mehr gibt. Standen im März noch mehr als 42 Staaten auf der Liste, schafften es bis heute alle, heruntergenommen zu werden. Gegen die verbliebenen Steueroasen allerdings, die es nicht gibt, dürfte Steinbrücks neues Steuerfluchtgesetz ein äußerst scharfes Schwert sein: Jeder Schwinger ein Heumacher, wie es im Boxen heißt, jeder Schlag ein Luftspalter, wie die alten Ritter sagten. Aber Hauptsache, das Publikum freut sich.
Gesänge fremder Völkerschaften: Rentnerband im greisen Osten
"Immer lustig und vergnügt / bis der Arsch im Sarge liegt", sang der junge Udo Lindenberg, der heute auch ein demografisches Problem hat: Seine fröhlich "Rentnerband" genannte Musikertruppe wäre inzwischen tatsächlich eine, hätte der Glatzenmann mit Cowboyhut die meisten alten Gespielen nicht längst in den Ruhestand geschickt.
Lindenberg als Modell für den Osten - während die "Alterspyramide" (Angela Merkel) in den Artikel-23-Gebieten sich tagtäglich ein wenig mehr zuspitzt, weil der Gipfel immer breiter wird, erreichen uns kritische Hinweise darauf, dass einheimisches Fröhlichsein und Singen im Rahmen unserer völkerkundlichen Serie Gesänge fremder Völkerschaften viel zu wenig Aufmerksamkeit erfährt. Auch in unseren eigenen Fußgängerzonen, unter Brücken udn auf Radiosenderbühnen werde zeitweise Großartiges und noch häufiger Schlimmes geboten, das es verdient hätte, dem kollektiven Google-Gedächtnis der Menschheit hinzugefügt zu werden. Leider sind die Bedingungen für Volkskorrespondenten in Deutschland derzeit wegen der hierzulande geltenden restriktiven Gesetzgebung gegen Online-Betrug noch ungleich schwieriger als etwa in China, der Schweiz oder Schweden. Ein wagemutiges PPQ-Team hat die Super-8-Kamera dennoch trotzig mitten hineingehängt in die Live-Aufführung dreier angegrauter Unplugged-Rocker, die die Kneipenmeile mit ihrem atonalen Schaffen verzückten. In die Gesänge fremder Völkerschaften passt es sich ein: Die Musikanten hatten einen weiten, weiten Weg bis zum Auftrittsort zurückgelegt.
Freitag, 3. Juli 2009
Wenn das Zensursula wüsste
Die von der chinesischen Regierung am 1. Juli eingeführte Online-Filtersoftware bringt verblüffende Ergebnisse hervor. Der so genannte "Grüne Damm" kann beispielsweise angeblich Textverarbeitungsprogramme beenden, wenn auf dem Index stehende Wörter eingegeben werden. Auch die mit und im Internet verbrachte Zeit wird überwacht und begrenzt. Leider werden alle Sites mit fleischfarbenen Bildern als pornografisch eingestuft, so dass auch Schweinehälften konsequent aus dem Netz fliegen. Pornos mit Schwarzen erkennt die Software hingegen nicht. Was das alles wiederum mit dem Gras-Schlamm-Pferd zu tun hat, steht hier.
Der Dreck ist weg
Was waren das noch für Zeiten, als jeder fünfte Tag in Mitteldeutschland Nebel brachte, als auf der Saale meterhohe Schaumberge trieben und der Regen in der Lage war, Löcher in Feinstrumpfhosen zu ätzen. Viel übriggeblieben ist nicht vom einstigen industriellen Herzen der DDR, die sich selbst als "zehntgrößten Industriestaat der Welt" zu bezeichnen pflegte. Nach der Karte des “Pollutant Release and Transfer Register”, die das Umweltbundesamt im Internet veröffentlicht hat, stoßen nur noch ein paar wenige Schornsteine hierzulande Ruß und Qualm und Dampf und Schmutz aus. De-Industrialisiert, aber sauber ist das Land immerhin.
Mittweida in Möhlau
Er war ein Opfer von Faschisten und er konnte seiner Frau nur noch zukeuchen "Nazis haben mir das angetan": Großflächig war die Haut des Mannes aus dem Irak verbrannt, der sich diese Woche anschickte, als neuestes Opfer gnadenloser Nazi-Banden in die traurige Geschichte der vordemokratischen Ostgebiete einzugehen. Große Erregung allerorten, Angst im Asylbewerberheim von Möhlau bei Bitterfeld, von dem seine Nachbarn bei der Gelegenheit erfuhren, dass einige seiner Bewohner dort seit 15Jahren darauf warten, Asyl zu erhalten.
Wieder ein rechtsterroristischer Anschlag im Osten? Wie zuletzt in Mittweida? Heimbewohner erinnerten sich prompt, Unbekannte mit Benzinkanistern auf dem Gelände gesehen zu haben. Zeugen gab es keine, Gerüchte viele und Schlagzeilen noch viel mehr - erst über das Nazi-Opfer, dann über den Kiosk eines Syrers, der nur ein paar Kilometer entfernt kurz vor der Rückkehr des verbrannten Irakers ins Heim in Brand geraten war.
Die Auflösung lag nahe und sie ist richtig: "Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei zum Brand des Imbissverkaufs in Dessau-Roßlau haben zweifelsfrei ergeben", kabelt ein Polizeisprecher heute verdruckst, "dass der Brand vorsätzlich mittels eines Brandbeschleunigers gelegt wurde." Kriminalbeamte hätten am Brandort Spuren sichern können, "welche dem 28-jährigen Asylbewerber aus Möhlau zweifelsfrei zugeordnet werden konnten, der in der gleichen Nacht mit schweren Brandverletzungen in ein Krankenhaus in Bitterfeld eingeliefert wurde".
Die geheimnisvollen Nazis, von denen der Verletzte berichtet hatte, fanden sich nicht, auch Spuren hatten sie nirgendwo hinterlassen. Diese vorläufigen Ermittlungsergebnisse ließen den Schluss zu, "dass sich der 28-Jährige zur Tatzeit am Brandort in Dessau-Roßlau befunden und sich dort seine schweren Brandverletzungen zugezogen haben könnte".
Schwundgeld in Schweden
Die schwedische Reichsbank macht vor, wie sich die Folgen der "Politik des billigen Geldes" (Angela Merkel) am besten bekämpfen lassen. Mit noch billigerem Geld natürlich. Zur Bekämpfung der Kreditklemme hat die Reichsbank den Einlagekredit auf minus 0,25 Prozent gesenkt - wer sein Geld in Schweden anlegt hat also - grob überschlagen - von 10.000 Kronen in vierhundert Jahren noch genau null Kronen übrig, ohne eine einzige im "Brukshandel" um die Ecke ausgeben zu müssen. Erfunden hat das Konzept des Schwundgeldes der belgische Ökonom Silvio Gesell, ein beinharter Vegetarier und begeisterter Esperanto-Sprecher, der 1930 in der Obstbau-Genossenschaft Eden bei Oranienburg an einer Lungenentzündung starb, ohne seine Ideen noch verwirklicht sehen zu können.
Verballer die Staatsknete
Von nichts kommt nichts und deshalb darf in Deutschland bislang nur mit Rettungsgeld um sich werfen, wer wie Ursula von der Leyen oder Karl-Franz-Gustav von und zu Guttenberg Reste alten Adels als Namensbestandteil führt. Bislang, aber nun nicht mehr: Mit dem kostenlosen Online-Spiel "Verballer die Staatsknete" werden jetzt Kreti und Pleti im Kostüm von Münte, Merkel und Guide zum fröhlichen Verteiler virtueller Fantastrilliarden von Geld, das erst in dem Moment entsteht, wo es jemand mit der Feuerwehrspritze ein den Rachen von Schäffleropelquellekarstadtwestlb schießt.
Richtig gute Staatskneteschützen schaffen es laut High Score, in den paar Sekunden Spielzeit runde 240 Milliarden Euro durch sinnlose Verschwendung entstehen zu lassen. Da ist noch Hoffnung für spätere Generationen: Wo das Geld herkommt, ist noch viel, viel, viel mehr.
Amateurtrainer des Jahres
So kann man sich irren. Jahrzehntelang glaubten viele Menschen, "Zivilcourage" sei so etwas wie Freizeitfußball: Den kann nur ernsthaft betreiben, wer ihn nicht als Beruf ausübt. Und sie, also die Zivilcourage, kann nur zeigen, wer keine Uniform trägt oder für das Zeigen von Zivilcourage während der Arbeitszeit ein recht auskömmliches Gehalt bezieht.
Das ist aber natürlich eine völlig überholte Ansicht. Der sächsische Landespolizeipräsident Bernd Merbitz zum Beispiel, der in Dresden eine Vollzeitstelle besetzt, wurde jetzt mit dem Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet. Sein Vorgesetzter, der sächsische Innenminister Albrecht Buttolo, ordnete die Verleihung weltgeschichtlich völlig richtig ein: „Bernd Merbitz ist für sein jahrelanges Engagement im Kampf gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus im Bereich polizeilicher Präventions- und Ermittlungsarbeit bekannt", sagte er. Insbesondere als langjähriger Chef der Sonderkommission Rechtsextremismus habe der hochrangige Polizeibeamte sich "einen herausragenden Ruf erworben".
In Kürze geehrt werden sollen Papst Benedikt mit dem Goldenen Band für katholische Laienpriester, der im Herbst scheidende SPD-Vorsitzende Franz Müntefering mit dem Großen Preis für Hobbypolitiker und Fußball-Bundestrainer Joachim Löw mit der diamantenen DFB-Spange für den "Amateurtrainer des Jahres".
Das Phantom der Verfassung
Sie will es, sie will es wirklich. Seit in Berlin kurz vor Weihnachten bekannt wurde, dass bereits im Herbst vergangenen Jahres eine Finanzkrise die Welt erfasst hatte, trommelt die ehemalige Klimakanzlerin Angela Merkel nimmermüd für "eine "neue Finanzmarktverfassung". Das "Rettungspaket", mit dem die Regierung auszog, die Krise zu bekämpfen, sei "ein erster Schritt auf dem Weg zu einer neuen Finanzmarktverfassung" gewesen, ließ die ehemalige Wandzeitungsredakteurin wissen. Es gehe darum, "wie wir eine Finanzmarktverfassung weltweit so gestalten können, dass daraus Krisen, wie wir sie jetzt erlebt haben, nicht mehr entstehen können", begründete sie ihre Forderung, als habe eine bislang bestehende "alte Finanzmarktverfassung" mehrere Kapitel enthalten, die es ausdrücklich erlauben, die Weltwirtschaft an den Abgrund zu führen.
Was Merkel nicht weiß: Es gab und gibt auch im Moment keine "Finanzmarktverfassung", die durch eine neue ersetzt werden könnte. Wie die unbestechliche Timeline von Google beweist (oben) gab es in der Menschheitsgeschichte bislang überhaupt nur einmal die Forderung nach einer "Finanzmarktverfassung" - und zwar nach dem Markteinbruch infolge der Terroranschläge vom 11. September. Damals blieb es allerdings bei der Forderung. Die ominöse "Finanzmarktverfassung", von der Angela Merkel behauptet, sie müsse durch eine "neue" ersetzt werden, wurde nie und nirgendwo von keinem verabschiedet.
Es bleibt Angela Merkel Geheimnis, warum sie eine nicht vorhandene Finanzmarktverfassung nun durch eine "neue Finanzmarktverfassung" ersetzen will. Statt einfach zu sagen, dass eine Finanzmarktverfassung überhaupt ersteinmal benötigt werde. Aber "neu" klingt immer gut. Und sie will es ja, sie will es wirklich: Gut aussehen in der Krise.








