Google+ PPQ

Montag, 6. April 2020

Corona-Medien: Wir gegen die Bugs



Bis hin zur Tonart stimmt alles in Paul Verhoevens 23 Jahre altem Film "Starship Trooper": Was auf der Leinwand die "Bugs" sind, gerissene, zahllose und fiese außerirdische Spinnen, die die Menschheit bedrohen, ist heute Corona, das Virus, das ähnliches vorhat. Und was im Roman von Robert A. Heinlein, der Verhooven als Vorlage diente, die an Riefenstahl-Ästhetik gemahnende Propaganda zu Zusammenschluss der Menschen unter ein unausweichliches Kriegsregiment sein musste, sind heute die als Nachrichtensendungen verkleideten Stimmungsberichte der Leitmedien zum Krisenfall: Essen ist da, das Bargeld ist sicher, die Grenzen nun doch noch zu schließen, kam nicht sehr spät, sondern es genau richtig. Wollen Sie mehr wissen?



Gute Nachrichten für den Zusammenhalt


Noch mehr über die gute und richtige Politik der Bundesregierung? Über Menschen, die nicht hamstern, sondern solidarisch miteinander sind. Die unentwegt Zusammenrücken, keinerlei Panik oder Hysterie fühlen? Zuhausemiteinanderstark. Wirbleibendaheim. Schauen Sie sich diesen Kirschkäferzüchterverein an. Weil er nicht züchten kann, ist er jetzt Partnerbrigade eines Altenheims in Quarantäne! Oder diese alte, aber tapfere Dame. Darf ihre Enkel nicht sehen, hat aber jetzt Skype. Und dieser pfiffige Mann hier, sehen Sie nur: Er bastelt Atemmasken aus Kaffeefiltern und Schlüpfergummi! Wollen Sie mehr wissen? Bastelanleitung auf unserer Iternetseite!

Das Land, so scheint es wenigstens im medialen Bild, rückt zusammen. In Umfragen sammeln sich die Menschen hinter der größten Regierungspartei, in spontanen Interviews versichern sie, alles gut zu verstehen. Die Aussetzung von Grundrechten ist nun mal nötig, noch mehr Überwachung wäre allerdings auch schön. Dass es so schlimm gekommen ist, wie es noch werden wird, daran ist nicht der Umstand schuld, dass die Regierenden wochenlang toten Auges in eine Nebelwand fuhren, von der frühere Reisende zu berichten wussten, dass in ihrer Mitte eine massive Felswand wartet. Nein, Schuld sind Quertreiber und Kritiker, Meckerer und Miesmacher. Wollen Sie mehr wissen?

Mediale Mobilisierung des Volkskörpers


Der MDR sendet volksgesundheitliche Mobilisierungssendungen mit Titeln wie "All you need is love" und kaum läuft der Spaß zwei Minuten, trudeln von draußen schon erste Zuschauerreaktionen ein. "Die Lieder, die ihr spielt, sind ein Traum", schreibt jemand, der schon weiß, was kommen muss. Große Namen im Dienst der guten Sache. Momente des Eskapismus im Rhythmus einer Frontunterhaltungskompanie.

In "Starship Troopers" hat Paul Verhoeven hat die Stimmung geschildert, die in einer Gesellschaft herrscht, die auf ein einziges großes Ziel eingeschworen wird. Jede Kritik wird staatsfeindlich, statt Fragen zu stellen, wer wann wo welche Pflichtversäumnisse begangen hat, wird der Alltag zur Freudenfeier der Selbsthilfe.  Die Sehnsucht nach "klaren Ansagen" (Catherine Newmark) wächst, die Scheu, mitten in der Schlacht die Taktik zu diskutieren, wird ebenso immer größer.

Die Grundrechte sind im Corona-Urlaub, die vierte Gewalt spielt Bundespresseamt. Strategische Täuschungsmanöver, die zahllose Menschen die Gesundheit kosten, werden zu lässlichen Tricks, die der Staatsbürger man "ganz entspannt" (RND) hinzunehmen hat, denn es war ja zu seinem Besten. Wollen Sie mehr wissen?

Der Feind im But


Mehr gibt es nicht, mehr braucht auch keiner. Der Feind ist der Feind, ihm gilt der Kampf. Kleinlich nachzukarten, wer wann geirrt, gelogen oder wider besseren Wissens eine "Fähigkeit zur schnellen, nüchternen Chancen-Analyse" sehen will, wo in Corona-Woche neun jedem Beobachter das Bild einer zögerlichen, sich im Tagesrhythmus umentscheidenden und jede Kommunikation verweigernden Regierung vor Augen steht, das wäre schädlich, das würde dem Virus nur in die Hände spielen.

Doch der Name des Spiels lautet "Wir gegen die Bugs", die nationale Kraftanstrengung erlaubt weder Fragen noch Verhandlungen darüber, ob die weitgehende und unbefristete Aussetzung der Grundrechte für Millionen Bürger wirklich aufgrund der administrativen Entscheidung einer unbestimmten Gruppe von Vertretern der Exekutive möglich ist. Denn wir alle sind jetzt Starship Troopers, Angehörige der Kampftruppe gegen die Bugs das Virus. Gemeinsam schaffen wir das. Zusammen stehen wir das durch. Händewaschen nicht vergessen!

Wollen Sie mehr wissen?

Sonntag, 5. April 2020

Pandemie-Poesie: Die Kutscher der Apokalypse



Was waren das noch für Zeiten,
in denen die Bundesregierung
als Kutscher auf einem Zweispänner saß.
In der einen Hand den Zügel
„Klima & Energiewende”,
in der anderen den „Kampf gegen rechts”.

Der Rest lief fast von allen.

Sveni Dietschee Roger Lesch träumt von besseren Zeiten.

Mehr Corona-Kunst hier.

Deep Fake über Trillionen-Rettung: PPQ verbreitete Fake News

Eine dreiste Fälschung: Die kürzlich veröffentliche PPQ-Relotiusade aus der EZB-Geldfabrik im ostdeutschen Köthen stellte sich im Nachhinein als Deep Fake heraus, vermutlich von Russland aus gesteuert. Das abgebildete Foto zeigt nicht den Eingang einer EZB-Geldfabrik, sondern den einer Pilzfarm im ländlichen Finnland.
Die Bundesregierung und die EU-Kommission warnen seit Monaten, selbst der Verfassungsschutz ist alarmiert, die Süddeutsche Zeitung, der Spiegel und die amtliche Nachrichtenagentur DPA ohnehin. Dennoch geschieht es immer wieder, dass verwirrend und verunsichernde Fake News in Umlauf gebraucht werden: Mal ist es der "Tagesspiegel", der vom Tragen von Gesichtsmasken abrät, mal schreibt die Bild-Zeitung, Deutschland sei auf Corona gut vorbereitet, mal bezeichnet die "Tagesschau" die normale Grippe als "schlimmer als das Corona-Virus".




Peinliche Pleite einer "Pure-News"-Plattform


Zum Glück aber sind Faktenprüfer wie die Antonio-Kahane-Stiftung, die Bertelsmann-Tochter Arvato, das bürgerschaftliche engagierte Portal Correktiv oder die Pure-News-Plattform PPQ stets recht schnell zur Stelle, um dem Fälschern, die oft nicht aus Mazedonien, sondern aus der Mitte der Gesellschaft kommen, das üble Handwerk zu legen. Schlimm sind dabei die Fälle, in denen echte Akteure falsche Aussage machen, die von renommierten Presseorganen auf Treu und Glauben ungeprüft weitergegeben werden.

Deep Fakes wie die Empfehlung des Gesundheitsministers, das Tragen von Gesichtsmasken möglichst zu vermeiden, lassen sich kaum zurückholen, auch Begriffe, die zur Beruhigung der Bevölkerung direkt von der Bundesworthülsenfabrik (BWHF) herausgegeben wurden wie zuletzt das fröhliche "Corona-Ferien", sind kaum mehr zurückzuholen, wenn sie erst den Falschen in die Hände gefallen sind und gezielt missbraucht werden.

Noch schlimmer sind nur Fakes, die Faktenprüfern selbst unterlaufen - wie es jetzt leider auch PPQ passiert ist.  Bei der weltexklusiven Reportage "Geldpressen unter Hochdruck: So funktioniert die Trilliardenbombe", die am 27. März durch die Maschen der dreifach rückversicherten Qualitätskontrolle des PPQ-Dokumentarzentrums rutschte, handelte es sich um einen solchen Fall. 

Falsche Angaben, verkehrte Lokalisierung


Ein Schock. Offenbar war die gesamte, bewusst auf plausibel getrimmte Geschichte erfunden. Große Geldpressen, wie sie dort beschrieben wurden, existieren in dieser Form nicht, ebenso sind die unterirdischen Monetarisierungseinrichtungen der EZB keineswegs in der Nähe des ostdeutschen Kleinstädtchens Köthen disloziert. Und, vielleicht noch entscheidender: Die Geldschöpfung zum Zwecke der Corona-Rettung funktioniert allen Angaben, die PPQ im Zuge der routinemäßigen Prüfung nach der Veröffentlichung von ausgewiesenen Experten erreichten, auf ganz anderem Wege. 

"Lediglich etwa acht Prozent der Gesamtgeldmenge sind als Bargeld im Umlauf", hieß es da. Selbst wenn für die großen Trilliardenpaket zur Coronarettung zum stets ablaufenden Ersatzgelddruck noch ein bis zwei dazukämen, sei das nicht die eigentliche Quelle des überraschenden neuen Reichtums der Deutschen. Der entstehe vielmehr "durch einen Anruf, ein versiegeltes Fax und eine simple Computeranforderung, ausgeführt durch einen Beamten der ECF", teilte ein mit der Materie selbst seit Jahren befasster  Mitarbeiter dieser European Credit Facility (ECF) mit.

Nach seinen Beschreibungen, an denen wegen der Nachweise, die er der Redaktion mitreichte, kaum zu zweifeln ist, erfolgt die aus Coronagründen notwendig gewordene  zusätzliche Monetarisierung der EU und ihrer Einzelstaaten technisch in einem recht simplen Verfahren. Sobald die Politik über entsprechende Beschlüsse  in Parlamenten, Eurostaatschefrunden oder sonstige Gremien mit unbegrenzter Prokura verfügt, ergeht aus dem Bundesfinanzministerium, der EZB oder der EU-Kommission eine Anweisung an die Chefetage der EGF, einem europaweiten Zusammenschluss von Euro-Geldfabriken. "Das ist meist ein einfacher Anruf, der allerdings über ein gesiegeltes Fax bestätigt werden muss", beschreibt der Geldschneider, der nach eigenen Angaben zuletzt in der Staatsschuldenkrise mehrfach solche Faxe in Empfang genommen hat.

Geheime Tastenkombination produziert Geld


Nach der Bestätigung ist es dann an einem der bei der EGF festangestellten siebzehn Kreditingenieure, die entsprechende Summe durch eine geheime Tastenkombination am EGF-Zentralrechner in die europaweiten Nachschuss-Systeme einzustellen. "Das geschieht vollelektronisch, die Beträge sind frei wählbar und  nur bei den Nullen heißt es aufpassen", berichtet der von PPQ befragte Experte. Eine Million Euro lässt sich auf diese Weise in derselben Geschwindigkeit herstellen wie eine Milliarde oder 600 Trillionen. "Selbst der dabei verbrauchte Strom ist von der Menge her nahezu gleich."

Da das Geld neu geschaffen wird, fehlt es im Nachhinein auch niemandem. Dadurch kann  es jeweils als Sicherheit für seine eigene Rückzahlung dienen. "Das ist im Grunde der alte Trick aller Geldverleiher - wer 10.000 verliehen hat, hat nicht 10.000 weniger, sondern immer noch ein Anrecht auf 10.000 in seinen Büchern stehen."

Dieses Guthaben sei weg, aber gleichzeitig immer noch da und könne so als Sicherheit für die weitere Geldproduktion genutzt werden. So zumindest verfahre die EZB über ihre Kette von Geldfabriken. "Das ganze Prozedere ist quantenmechanisch genehmigt und beruht auf klaren physikalischen Gesetzmäßigkeiten und EU-Richtlinien", sagt der Fachmann.

Wie bei Schrödingers berühmter Katze sei bereits produziertes Geld so lange zugleich vorhanden und nicht mehr vorhanden, wie niemand eine Rückzahlung tatsächlich verlange. "Den Blödsinn von in 25-Stunden-Schichten laufenden Geldpressen, wie ihn Skeptiker gezielt verbreiten, sollte man also nicht glauben", warnt der Mann inständig, "unsere Methoden sind sehr viel fortgeschrittener und morderner". Dadurch sei die Geldlage trotz Corona und wankender Wirtschaft absolut im Griff, der Wohlstand nicht bedroht.

Das System der staatlichen Nachschusspflicht sei sorgfältig austariert und auf noch größere Belastungen ausgelegt. "Die elektronischen Monetarisierungsmaschinen und die elektronischen Distrubutionspipelines würden auch das Hundertfache an Geldmenge schaffen." Dadurch sei es möglich, das zivile Leben perspektivisch auch ohne die derzeit noch betriebene kapitalistischen Raubtierwirtschaft fortzuführen. Er habe zwar eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet, nun aber kurzentschlossen und anonym von deren strikter Einhaltung abgesehen. "Ich denke einfach", sagt der diplomierte EGF-Geldschneider, "dass es wichtig ist für alle Menschen in dieser Situation, die Wahrheit zu kennen und zu wissen, dass für alle Fälle vorgesorgt ist."

Samstag, 4. April 2020

Schöne neue Welt: Schutzmasken als Marketingmittel

Corona konnte anfangs auch lustig sein - und modisch.

Sie sind der heiße Scheiß der Saison, das Thema im Thema, an dem niemand mehr vorüberkommt.  Schutzmasken, in Deutschland exklusiv lange unter Vredacht, der eigentlich Auslöser der Corona-Pandemie zu sein, mauserten sich in Woche zwei des heruntergefahrenen Alltagslebens zum medialen Rettungsring. Die Bundesliga-Zwangspause war zum siebzehnten Mal durch, Olympia auch weg, selbst den aktuellen Seuchenzahlen ließ sich kaum noch ein neuer Aspekt abgewinnen. Und die Kanzlerin, unsichtbar, aber nicht infiziert, beendete die eigentlich für mehrere Fortsetzungen geplante Diskussion um eine Aufhebung der Ausgangssperren per Telefon.

Schutzmasken wurden nun zu Rettungsmasken, denn sie versprechen vielleicht nicht die totale Seuchensicherheit. Doch sie geben den Menschen da draußen endlich das Gefühl, selbst mitmachen zu können im großen Kampf gegen  Corona.

Erst überflüssig, jetzt überlebenswichtig - als PPQ im Februar prognostizierte, dass der Tag kommen werde, an dem Bastelanleitungen für Schutzmasken leitmedialer Standard sind und Heldengeschichten von wagemutigen Näherinnen den Quarantänealltag erhellen, waren die seriösen Blätter noch damit beschäftigt, im Abwehrkampf gegen den Maskentrend Punkte zu sammeln. Beim Asiaten im Allgemeinen sei die Maske so ein Kulturding, der Fernostler im Besonderen vermasse sich ja gern. Das aber sei im Abendland undenkbar, hier trage allenfalls der Arzt Maske, weil er tendenziell schwer krank sei und seine Patienten nicht anstecken wolle.

Märchen aus der Vormaskenzeit


Märchen aus einer anderen Zeit, denn nun ist wie bei der Ketchupflasche: Erst kommt nichts und dann kommt alles auf einmal. Masken überall, immerdar, selbst genäht, bei einem guten diktatorischen Kommunistenkumpel in China über Beziehungen erbettelt oder sonstwie herbeigeschafft. Schon wird die Schutzmaske zum lohnenden Geschäft. Till Lindemann von Rammstein, selbst kurzzeitig, aber dann doch nicht infiziert, gab den Startschuss. "Fuck Corona" steht auf der Maske am Merchandisingstand. Als ob er sich je an eine Corona erinnern könnte.

Der Geist ist aus der Flasche. Wie bei allen Produkten im Markt gibt es einen ständigen Innovationsdruck. Wohin die Reise geht, zeigt dieser kurze Ausblick, den Sören Alba Jahns, der Vorsitzende der staatlichen Bundeskanzlerinbekleidungsberatungskommission (BKBBK), exklusiv für PPQ zusammengestellt hat.

Vorsichtig, ganz vorsichtig entdeckt die Werbewirtschaft die reinweißen Flächen als mögliches Werbemittel. Mundwasser, Zahnpasta, homöopathische Kräuterelixiere – ja, das passt. Die Markenartikler und Dax-Konzerne wollen auf den Zug aufspringen, trauen sich aber noch nicht so richtig. Sie machen den Umweg über die Schutzmaske, die jetzt selbstverständlich zur Arbeitskleidung gehört. Logos und Claims, natürlich in der Hausfarbe, Audi-Ringe mit „Vorsprung durch Technik“, die Telekom „Erleben, was verbindet“ und Langnese verspricht „Löffelzarten Genuss“. Ratz-Fatz ist die Straße erobert, kunterbunt geht das Leben weiter- nur mit Maske eben.

Sehnsucht nach Individualität


Ist diese Sau durchs Dorf getrieben, sehnen sich die Menschen nach mehr Individualität. Ultras von Hansa Rostock können ihre stolze Kogge auf der Schutzmaske präsentieren, fest vernäht mit der Sturmhaube, in den Farben des Vereins. Die Trefferfläche ist carbonverstärkt, so hilft die Maske nicht nur gegen Corona, sondern auch gegen Schläge mit einem Quarzsandhandschuh. Aber Fußball ist ja erst mal nicht.

Die Firmen myMaske, Schutzmaske24 und YourMaske-online bieten an, über eine App ein Selfie hochzuladen. Dank fotorealistischem Digitaldruck in HD, erhält, wer will, seine persönliche, täuschend echte Schutzmaske, exakt angepasst an Hautton, Wangenrouge und so weiter. Man trägt Maske und zeigt zugleich Gesicht. Das ist deutsche Innovationskraft. Dank Photoshop für Männer glatt rasiert, mit Schnäutz oder Hipsterbart. Für die Damen natürlich mit Make Up und unterschiedlichen Lippenstift, passend zum Oberteil.


Über die gemeine Schutzmaske, die einfach nur schützt, begibt sich die Gesellschaft auf einen Weg zur Werbe- und individualisierten Maske, als Zusatznutzen. Das nächste Level ist die Schutzmaske 2.0 mit zusätzlichen, praktischen Funktionen, die das Zusammenleben erleichtern.

Vorreiter ist hier die Medical Care Firma Curevac des Milliardärs Dietmar Hopp, der als Förderer des American Football in seiner Region bekannt geworden ist. Das Team um Hopp entwickelte als eine Multifunktionsschutzmaske mit einer Diversionsfläche unter der Nase. Liquid Energy, stimulierende Essenzen oder auch berauschende Öle, die aus ökologisch angebautem Hanf gepresst werden, können so wohl dosiert verabreicht werden.

Das ermöglicht eine erhebliche Leistungssteigerungen in den verbliebenen Großraumbüros, an der Supermarktkasse und an den Druckmaschinen der Bundesdruckerei.

Multifunktionsmaske für Raucher


Ein weiteres Feature der Multifunktionsmaske ist ein kleiner Stutzen, passend zur Rundung einer Filterzigarette. So muss die Maske zum Rauchen nicht abgenommen werden, eine Membran erleichtert das Ausatmen und schützt die Umwelt zusätzlich durch einen eingebauten Hepa-Filter.
Weil das Mundstück der handelsüblichen Wasserpfeifen nicht in den Stutzen der erstenj Charge der Multifunktionsmaske 2.0 passt, erhob der Zentralrat heftige Vorwürfe. Das sei Diskriminierung und Rassismus. Befriedet wurde die Affäre durch eigens hergestellte Halal-Masken.

Weniger bekannt, aber streng genommen äußerst geheim, ist die Produktion einer Multifunktionsmaske 2.0/Deluxe für die oberen Zehntausend. Diese enthält neben der genannten Ausstattung einen Adapter zum Anschluss eines Beatmungsgerätes to go, ebenfalls aus dem Hause Medical Care CureWag. Ein Verkaufspreis dieses Bundles ist nicht bekannt und für Leute, die von den Zinsen ihrer Zinsen leben können, selbst wenn es keine Zinsen mehr gibt, auch egal.

Die Corona-Atemschutzmaske ist durch diese zahlreichen und bunten Innovationen nicht nur zum Must-have und Lifestyleprodukt geworden, sie bringt der kreativen Gründerszene auch Aufträge, um durch die dürren Tage des Notstands zu kommen. Wie bei Herdentrieb im Winterurlaub, wenn Menschen im Skianzug mit Helm zum Apres-Ski erscheinen, die vorher gar nicht auf der Piste waren, ist die Maske ein Dress-Code, der freiwillig eingehalten wird - oder besser werden muss, sonst ist man nicht wirklich dabei.

Masken geben Zeichen, sie vereinen Szenen und Gruppen. Die Schwulen - und Lesbengemeinde schmückt sich demnächst schon mit einer Schutzmaske mit bunten Regenbogen aus fluorezierenden Farben, die das Licht mal grell, mal soft reflektieren. So funktioniert die Maske auch in Bars und Clubs mit diffuser Beleuchtung und bei romantischem Kerzenschein. Die gewünschte Präferenz wird mit Piktogrammen, wie sie von Toilettentüren bekannt sind, neben dem Regenbogen aufgezeigt. Es gibt auch Schutzmasken, die sind für alles offen – außer für Corona natürlich.

Führende Online Partnervermittlungen sind dabei,  gemeinsame Dating-Schutzmaske zu entwickeln. Diese Dating-Schutzmaske gibt es nicht zu kaufen, nur in Verbindung mit einem Jahresvertrag, egal welcher Anbieter. Warum ? Weil sie ohne Software, Datenbank und Screen funktioniert. Also auch ohne Dating-Portal. Auf der rechten Seite der Maske ist ein, nur schwach sichtbares, LED-Herz, aktiv mit grünem Licht. Die Minizelle und der Auslöser befinden sich hinter den linken Ohr. Mann oder Frau suchen den Blickkontakt, bei Biss streicht man sich locker durchs Haar und hinter dem Ohr wird der Schalter aktiviert. Wird grün erwidert, steht kein Korb mehr im Weg. Wird nicht grün erwidert, schaut man weg oder schüttelt sanft den Kopf.

Parship-Maske für Datingfans


Etwas menschliche Interaktion ist ja auch mal wieder was, positiv, was Corona alles mit sich bringt. Keine Fake-Profile, kein  "Ich weiß ich auch nicht, gestern war ich noch schlank"-Bild.  Real-Life alles dank Maske - und dieses Konzept funktioniert tadellos in Bus, U-Bahn, am Bankautomaten und im Bürohaus sowieso, sobald wieder jemand rauskann zumindest.

Am Ende nur kurz ein paar Worte zur Reiseschutzmaske (RSM), über die schon viele Gerüchte im Umlauf sind, vor allem bei Wahtsapp. Ja, die RSM erleichtert die verbale Kommunikation. Sprechen und verstanden werden ist mit Maske eigentlich schwierig, hier aber wird es zum Kinderspiel: Länderflaggen auf der Schutzmaske geben einen Überblick, was der Träger spricht und was er versteht. Wer mehrsprachig ist, stellt die Flagge der Muttersprache etwas größer dar. Das lässt sich natürlich diversifizieren und runter brechen auf alle Sprachen und Dialekte. Für den innerdeutschen Reiseverkehr z.B. mit dem Stadtwappen von Landshut oder Stralsund.

Corona-Sprache: Auf einen Seuchenschnaps an die Offenbar

Offenbar weiß man es nie so genau, immer aber genau richtig.Wer das Wort "offenbar" schreiben kann, ist in der Corona-Krise immer auf der Seite der aktuellen Tageswahrheit.


Das ist wahr, jedenfalls im Augenblick. Was morgen sein wird, weiß niemand, aber die Tageswahrheit, die gilt es zu verkünden wie die Frohe Botschaft von der letzten Erkenntnis: der Wohnsitz Gottes und die aktuelle Telefonnachricht aus der Kanzlerinnenwohnung, herausgeschmuggelt offenbar über eine ISDN-Leitung, denn wie bei einer Terrorbotschaft des inzwischen verstorbengewordenen Osama Bin Laden muss hilfsweise ein Archivbild der Bundeskanzlerin eingeblendet werden.

Offenbar ist das der Grund, denn den wahren kennt offenbar niemand. es könnte sein, die Kanzlerin hat Ausschlag. Oder sie trägt daheim durchweg Morgenrock statt ihres seit Wochen gewohnten Corona-Kampfanzuges, einem blauen Krisenblazer. Es könnte aber auch andere Gründe, nur fragt nach denen offenbar niemand. Offenbar könnte die mögliche Antwort Teile der Bevölkerung beunruhigen.

Die Tageswahrheit als Verhandlungssache


Das kann niemand wollen. Und ebensowenig kann es ein Magazin wie der "Spiegel", eine Zeitung wie die "Süddeutsche" oder ein Fernsehsender wie die ARD riskieren, an Glaubwürdigkeit zu verlieren, nur weil hin und wieder schon am Mittwoch nicht mehr wahr ist, was am Montag noch als letzte Weisheit galt. Hier hilft ein Blick ins Archiv des "Spiegel", der keinen Zweifel lässt am Trend: In den ersten 55 Jahren der Spiegel-Existenz benutzten Reporter der Illustrierten den Begriff "offenbar" nur knapp 50.000 Mal. In den 15 Jahren seitdem weit über 100.000 Mal. Der Durchschnitt der jährlichen Verwendungen stieg damit von unter 1.000 auf inzwischen etwa 6.500.

Die Tendenz ist weiter steigend, so verwendeten Claas relotius und die anderen "Spiegel"-Reporter den Begriff allein in den vergangenen zwölf Monaten in fast 9.000 Fällen. Bis zum Jahresende könnte damit zum ersten Mal überhaupt die Marke von zehntausend "offenbar" in einem jahr überschritten werden. Das wäre neuer deutscher Rekord.

Was aber macht den Charme eines Adjektives aus, das "dem Anschein nach" oder "wie es scheint" bedeutet, im journalistischen Sprachgebrauch aber in der Bedeutung von "wir wissen es auch nicht genau, Sie sollen das aber nicht merken" eingesetzt wird? Nun, an der Offenbar, einem im strengen Bauhaus-Stil designten, aber mit Blümchentapeten gestalteten Kriegsberichterstatterlokal im Hamburger Hafenviertel, versammeln sich zur Zeit alle, die es jeden Tag genau wissen, nie aber für lange. Hier, in Dreiersitzecken aus abgewetztem Plüsch, wird  Tag für Tag neu verhandelt, was als Wahrheit zu behandeln und was im Einklang mit den neuen Meinungsfreiheitsschutzgesetzen der Bundesregierung als Fake News zu bekämpfen ist.

Offenbar ist 24 Stunden geöffnet


Die Offenbar hat 24 Stunden am Tag geöffnet, sie lädt sieben Tage die Woche zum Besuch ein, dank einer Ausnahmegenehmigung für kriegswichtige Produktionsbetriebe nach § 5 Abs. 2 WehrG, die Sonderregeln für systemrelevante Berichterstatter bei der Durchführung einer Reichsverteidigungsaufgabe der Kriegswirtschaft, des Verkehrs oder der Verwaltung macht, ist die Offenbar als "unentbehrlich" und "unersetzbar" eingestuft (sog. u.k.-Stellung). Dadurch können hilfreiche Ideen zur Unterhaltung der Bevölkerung auf dem kleinen Dienstweg getauscht werden, ohne dass die staatliche Danachrichtenagentur DPA mit ihren Newsturbinen eingeschaltet werden muss, die stets den falschen Eindruck fehlender Vielfalt im Medienbetrieb erwecken.

In der Offenbar werden Gerüchte gegen Pressemitteilungen des BMI getauscht, hier wetteifern die besten Fantasyautoren der Nachrichtenmagazine mit den Faktencheckern von Antonio-Kahane-Stiftung, Bertelsmann und Correktiv "pausenlos" (Correktiv) darum, "Falschmeldungen einzudämmen" (Correktiv), die meist gestern noch offizielle Regierungspolitik waren oder aber morgen offizielle Regierungslinie werden könnten. Bei einem Seuchenschnaps am Tresen wird "offenbar" stets zum Heilmittel: Wenn etwas offenbar ist, dann ist es offenbar so, das muss aber nicht heißen, dass es wirklich so ist. Es hat nur den Anschein, es könnte so sein und wenn nicht, dann hat es ja niemand gesagt, sondern nur als offenbar so wirkend beschrieben.


Dadurch können etwa Schutzmasken offenbar helfen, zugleich aber offenbar nicht helfen, die Bundesregierung kann Maßnahmen offenbar verschärfen wollen und zugleich offenbar über ihre Aussetzung  nachdenken. Das deutsche Gesundheitswesen kann im selben Moment offenbar so unfassbar effizient sein, dass alle Welt es neidet. Und es ist offenbar doch auch grausam kaputtgespart und offenbar ganz wenig effizient, wenn es darauf ankommt.

An der Offenbar ist alles denkbar


An der Offenbar ist offenbar alles denkbar, auch das Gegenteil. Der Schein bestimmt das Bewusstsein und der Wunsch die Wirklichkeit. Hier wird ausgeschenkt, als gäbe es kein Morgen, es offenbart sich ein Gewerbe, das vielleicht nicht weiß, was ist, aber trefflich darüber zu berichten weiß, was es offenbar für die Wahrheit hält, zumindest im Moment der Niederschrift. Offenbar ist eine Seuche, eine Pest, eine Pandemie, die nicht geheilt werden kann.

Denn man weiß es zwar nie genau, aber immer richtig. Man würde kein Geld darauf wetten, jedenfalls nicht das eigene, aber die Offenbarung ereilt einen immer neu: In den USA, soweit der aktuelle Stand im "Spiegel", ist "die Lage ist inzwischen offenbar schon so schlimm, dass die US-Regierung sogar bereit ist, vom alten Erzrivalen Russland Hilfe anzunehmen." Die SPD "zieht zur Bewältigung der Finanzierung offenbar auch eine einmalige Sonderabgabe in Erwägung, mit der Vermögen belastet werden könnten." Der Kaufhauskonzern "Galeria Karstadt Kaufhof stoppt offenbar ab sofort fällige Mietzahlungen." Viele Spanier haben "angesichts der Notlage offenbar bereits gehandelt und einen Hund bei sich im Haus aufgenommen".  Eine Übertragung der Viren auf das Baby findet offenbar nicht statt. Für einige kommt mit zunehmendem Alter auch mehr Selbstsicherheit. "Ähnlich geht es offenbar auch Kristen Stewart." Ein Berliner Start-up bietet überteuerte Coronatests für zu Hause an - "und ließ sie offenbar auch im Labor des Virologen Christian Drosten auswerten."

Freitag, 3. April 2020

Stabilitätsanker Angela: Merkel macht weiter

Wer, wenn nicht sie? Wann, wenn nicht jetzt?
Den September 2018 hat Angela Merkel in unguter Erinnerung. Die Kanzlerin erreichte den Tiefpunkt ihrer Macht, es schien, als reichten ihre kurzen, immer ein wneig knubbelig wirkenden Beine nicht mehr bis zu den Pedalen, als habe sie die Lust verloren, überhaupt noch nach unten zu treten, um voranzukommen.

Wie die Geier stürzten sich die Treuesten der Treuen darauf, alle in Angst, zu spät zu kommen, wenn das Denkmal fällt, lange vor dem angestrebten Rekord, den aufzustellen Merkel stets zugetraut worden war. Auf einmal war überall "Merkeldämmerung". Die Gazetten, die eben noch den Eindruck vermittelten, dass alles in Scherben fallen könnte, nicht aber ihre unverbrüchliche Solidarität zu der Frau, die Deutschland seit Menschengedenken regierte, vermittelten auf einmal ein Bild der inneren Zerrüttung.

Der "Spiegel", ein Sturmgeschütz in der Kanzlerfront, orakelte vom "Abschied von der Macht" und vom "Aufstand gegen Merkel". Die SZ argwöhnte, dass Merkel nun nicht weiterregieren könne wie bisher. Die "Zeit", eine eingeschworene Verlautbarungsstelle des Kanzelramtes, sah den "Anfang vom Ende". Und die Taz Merkels Macht "zerfließen". Selbst die öffentlich-rechtlichen Sender, die Elitetruppen der Öffentlichkeitsarbeit des Kanzleramtes, hoben den Kopf aus dem Graben und sahen ihre Kanzlerin "geschwächt" (Bettina Schausten). Sorge sprach da, Sorge und Angst vor dem, was kommen könnte.
.
Es war Corona, der Schwarze Schwan, der mit einem Flügelschlag die ganze Weltgeschichte durcheinanderbrachte. Galt eben noch als ausgemacht, dass eine zusehends anämischer werdende CDU nach den nächsten Wahl geführt von einem alten weißen Mann gemeinsam mit den Grünen Aufgaben wie ein allgemeines Plastiktütenverbot, die flächendeckende Einführung dritter und vierter Klos und eine Armensteuer zur Verminderung der überbordenden Mobilität angehen würden,warf die Seuche alles durcheinander. Ohne dass sich Angela Merkel überhaupt noch in der Öffentlichkeit zeigen musste, geschweige denn, dass sie es nötig gehabt hätte, als eine Art Deichgraf der Convid-19-Krise Krankenhäuser oder Pflegeheime zu besuchen oder Pressekonferenzen zu geben, explodierten ihre Zustimmungswerte.

Nie war sie so wertvoll wie heute

 

Angela Merkel gilt den Menschen draußen im Land, die sich unversehens in einer völlig neuen Umgebung ohne Bürgerrechte und ohne Zukunftsperspektive wiederfinden, als Anker der Stabilität. Sie muss nichts tun, sie muss nur da sein, sie darf versagt haben, weil ihre Regierung über anderthalb Jahrzehnte nicht einmal in Ansätzen irgendeine Vorbereitung für den Fall der Fälle getroffen hat. Aber sie verbreitet doch die Gewissheit, dass es mit allen anderen noch viel schlimmer hätte kommen können.

Deutschland steht in Woche acht der Corona-Krise auf Platz der Ansteckungshitparade, nur die  deutlich bevölkerungsreichere USA und die beiden EU-Südstaaten Italien und Frankreich sind noch härter vom Erreger betroffen. Deutschland hat China überholt, die anfangs vor Europas Herz liegenden Frankreich und Iran sowieso schon lange.

Das ist Chefsache und es bleibt Chefsache: Justament am Geburtstag ihres Ziehvaters, späteren Rivalen und endlich verhassten Vorgängers Helmut Kohl drangen erste Einzelheiten über die Zukunftspläne Angela Merkels an die Öffentlichkeit: Weil auf der Flucht aus einem brennenden Haus niemand die Schuhe wechselt und beim Sprung vom Zehnmeter-Turm unterwegs nicht gefrühstückt wird, heißt es da, planten Parteikreise, die  Kanzlerin, bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr wieder antreten zu lassen.

Vorerst ist das nur ein Zeh im Wasser, mit dem die Temperatur geprüft wird. Kommt das gut an? Was sagt Armin Laschet, der letzte, allerdings schwer angeschlagene Anwärter auf die Merkel-Nachfolge? Die Mehrheit der Unionsabgeordneten, immer schon ein Haufen willfähriger Karrieristen, denen der sichere Parlamentssitz unterm Hintern in der Regel mehr gilt als die eigene Meinung, wird nicht aufbegehren, das ist klar, denn eine starke Kanzlerin bringt starke Wahlergebnisse. Und die bringen viele Sitze für die Union. Die Bürgerinnen und Bürger draußen im Lande, das ist klar, werden angesichts der Alternativen auch diesmal Merkel und ihr Angebot eines Landes wählen, in dem wir gut und gerne leben.

Schon länger oder ein wenig kürzer, egal. Das Regierungsversagen in der Corona-Krise wird keine Konsequenzen haben, es wird keine Untersuchungsausschüsse geben, die die mangelhafte Vorbereitung des Landes prüfen und niemand wird fragen, wieso nun auf einmal alles anders ist. Bisher schon konnte sich Angela Merkel stets darauf verlassen, dass noch jede wilde Volte ihres öffentlichen politischen Nachdenkens samt zugehöriger Richtungsänderung ihrer Politik mit warmem Applaus begrüßt wurde. Entsprechend wird aus der Frau, die in der leitmedialen Merkelmussweg-Kampagne des Herbstes 2018 schon als "Chefin ohne Gefolgschaft", "Allmächtige auf erodierter Machtbasis" (Handelsblatt) und Frau von vorgestern verabschiedet worden war, ein Stabilitätsanker für Deutschland,. Europa und die Welt.

Wenn im Herbst kommenden Jahres gewählt wird und gewählt werden kann, wird Angela Merkel 67 Jahre alt sein, vier Jahre jünger als Konrad Adenauer bei seiner ersten Wahl zum Bundeskanzler.

Bei seiner letzten Wahl ins Amt war der Kölner 85.

In Merkel umgerechnet wäre es im Jahre 2039 soweit.

Medien im Corona-Fieber: Wie man richtig Panik schürt

Im Januar, als die Grippe noch viel gefährlicher war, kam der WDR seiner Informationspflicht nach.

Schlechte Zeiten sind gute Zeiten für Medien, wenigstens im Prinzip. Zwar kommen kaumnoch Anzeigen herein, aber dafür stehen die Leser und Leserinnen Schlange. Immer gibt es etwas Neues, eine Hiobsbotschaft jagt die nächste. Was verbockt Trump, wie stehs es um die Todesrate in Italien, was verschweigt der Chinese schon wieder? Hier gilt es, mit Gefühl und Geschick Leser dort abzuholen, wo sie sind: Im Zustand gelinder Panikbereitschaft meist, die durch kluges Erwartungsmanagement dauerhaft stabilisiert werden kann.

Dazu muss wie in jeder Großlage mit dem gearbeitet werden, was da ist. Manchmal ist da viel, manchmal weniger, manchmal lässt es sich unbearbeitet nutzen, manchmal muss ein Profi ran. Beim ehemaligen Nachrichtenmagazin "Spiegel" sitzen die zu Dutzenden im Homeoffice und arbeiten sich an der Corona-Seuche ab. Wortgewand und gefühlvoll geschieht das, wie ein aktuelles Beispiel aus Wolfsburg zeigt. Dort waren in einem Heim für Demente mehrere Menschen gestorben - oder wie es im "Spiegel" dräut "bereits gestorben". Und wenn sich die Lage so zuspitzt, wie eskaliert man weiter?

In diesem Fall mit "Nun stößt auch das Klinikum an seine Grenzen". Hier heißt es für den gelehrigen Leser, besonders auf das sowohl inhaltlich als auch grammatikalisch funktionslose "auch" zu achten. "Auch" müsste dort stehen, wären zuvor schon in Wolfsburg oder wenigstens in der Nähe der früheren "Stadt des KdF-Kraftwagens" andere Kliniken an ihre Grenzen gestoßen. Das Adverb steht im Satz immerhin in der Bedeutung von "wie auch", es verweist also auf einen anderen, gleich oder wenigstens ähnlich gelagerten Fall.

Der hier keine Erwähnung findet, weil es ihn offenkundig nicht gibt. Trotzdem steht das "auch", aber es steht da auch das "bereits" vor gestorben, denn beide sind teil eines semantischen Tricks: Das "auch" signalisiert, dass es anderen, womöglich sogar viele andere Fälle gibt, in denen Kliniken an ihre Grenzen gekommen sind. Und das "bereits"  spielt mit der Erwartung, dass es dabei natürlich nicht bleiben können wird.   Nein, jetzt schon trauern die Angehörigen dort ja nicht um die Toten, sondern "um die ersten Toten".  Das weckt Erwartungen und zeigt zugleich, dass die  Redaktion schon mehr weiß.

Wie immer. So sind im "Spiegel" Kliniken in Los Angeles und New York nicht etwa überlastet, sondern "schon jetzt überlastet". Hamburg bucht nicht irgendeine, sondern die "erste Pension für Opfer häuslicher Gewalt" durch die Corona-Hausarrests. Es vibriert die Erwartung, dass da noch viel mehr viel Vielverprechenderes folgen wird. jetzt erst hat der Verfassungsschutz das Problem erkannt und vor dem Missbrauch von Corona gewarnt. Das Virus finde in der Szene "große Beachtung", sagte Thomas Haldenwang, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, der Wochenzeitung "Die Zeit". Die Pandemie werde zum Anlass genommen, das Vertrauen in die Bundesregierung zu untergraben, Verschwörungstheorien zu verbreiten und Untergangsszenarien zu entwerfen. Die Verfassungsschutzbehörden hätten derartige Aktivitäten darum genau im Blick, betonte Haldenwang.

Donnerstag, 2. April 2020

Merkels Führungsstärke: Unterwegs mit einer Unsichtbaren

Seit einer Woche wurde Angela Merkel nicht mehr gesehen. Der schlechte Netzausbau lässt keine Bildübertragung aus ihrem Wohnsitz zu.

Der eitle Donald Trump taucht jeden Tag im Briefing Room auf und gibt eine Pressekonferenz, die etwa eine Stunde dauert und 20 Minuten für Fragen von Journalisten offenlässt. Boris Johnson brüstet sich mit seinen neuen Videokonferenzen. Benjamin Netanjahu beschenkt sein Volk mit neuen Auflagen und Entschädigungszahlungen. Putin macht sich vor der kritischen deutschen Presse bei einem Krankenhausbesuch lächerlich.

Aus dem Herzen der deutschen Bundesregierung dagegen dringt ein Stimme. „Die Pandemie kennt keine Feiertage“, sagt sie. Und: „Es ist bei Weitem zu früh, darüber nachzudenken, die Maßnahmen zu lockern.“

Es ist die deutsche Kanzlerin, die da spricht, dargestellt von einem Comic-Mikrophon. Seit sie vor einer Woche ihre große "Es ist ernst"-Rede gehalten hat, ist Angela Merkel in Quarantäne abgetaucht. Gelegentlich ist von negativen Corona-Tests zu hören, auch steht die Meldung, dass es ihr gut gehe, sie nicht erkrankt sei und die Regierungsgeschäfte ganz normal weiterführe, nur eben vom heimischen Wohnzimmer aus und - in der Tradition von Bin Laden - mit verrauschten Audiobotschaften.

Fragen von Journalisten zu ihrem Krisenmanagement beantwortet Angela Merkel nicht. Es gibt keine Pressekonferenzen und nicht einmal die in Sonderlagen eigentlich traditionelle Selbsteinladung zur TV-Audienz bei Anne Will. Zur Zeit wäre die Begründung dafür die Quarantäne, könnte oder wollte jemand eine wissen. 


Ein körperloses Wesen spricht


Denn die miserabel ausgebauten Datenleitungen verhindern augenscheinlich jedwede Art von Bildübertragung aus der Kanzlerinnenwohnung. Oder der Umstand, dass die Kanzlerin beliebt, den Kampf gegen Corona im Morgenmantel zu führen. Wenn Merkel sich zu Wort meldet, dann als Unsichtbare - eine Stimme nur, die mit Merkelklang Merkelsätze aus Merkelworten spricht.

In manch anderem Staat wäre es für Menschen wie Medien unvorstellbar, mitten in der "größten Herausforderung sei dem Zweiten Weltkrieg" (Merkel)  von einem körperlosen Wesen ohne Gesicht angeführt zu werden, von einer Frau, von der nicht einmal jemand sagen kann, ob sie es wirklich ist oder vielleicht doch nur ein von der Administration in höchster Not zwangsverpflichteter Stimmenimitator.

Hierzulande aber ist das keine Frage, die öffentlich gestellt wird. Kollektiv haben die deutschen Medien die von der Bundesregierung vorgegebenen Grundregeln der Corona-Berichterstattung akzeptiert: Keine Kritik. Keine Nachfragen nach Details. Keine Zweifel an den Zahlen. Oder kaum erklärlichen Versäumnissen. Stattdessen bitte ganz, ganz viel fröhliches Unterhaltungsprogramm zur Ertüchtigung des Volkskörpers drumherum. Maskennähende Rentnerrinnen. Facebook-Yoga. Arbeitslose Köche, die Reste für Obdachlose aufkochen. Pfiffige Unternehmer, die mit glücklichem Gesicht Notrettungsanträge ausfüllen.

Das ist wahre Führungsstärke. Nicht einmal mehr persönlich auftauchen zu müssen, nicht mehr Gesicht zeigen. Kein Krankenhausbesuch, keine Pressekonferenz, keine Parade von Alternpflegern abnehmen. Und doch sicher sein zu können, dass diese besondere Art Leadership von niemandem und nirgendwo infrage gestellt werden wird. Trump und Johnson, aber auch Putin und Trudeau verkörpern den alten, den ewiggestrigen Anführer, der an der Spitze der Truppen Präsenz zeigt, der Reden halten, Pressekonferenzen geben und zwanghaft twittern muss. Angela Merkel führt in Abwesenheit. Sie taucht auf und wieder unter und signalisiert den überwiegend durch us-amerikanische Katastrophenthriller sozialisierten Bürgerinnen und Bürgern damit, dass die Lage keineswegs so schlimm ist, wie sie wäre, wenn die Kanzlerin jeden Tag persönlich vor die Kameras treten und behaupten würde, sie sei es nicht.

Alle ziehen mit


Zum Glück ziehen alle mit. Statt verstörender Recherchen  über eine Regierungspraxis, die dem nahenden Grauen  erst mit dem Einkaufswagen entgegenfährt und sich dann mit gebunkerten Weinvorräten daheim einschließt, gibt es Maskenbasteltipps und Ermutigungssendungen. Alle stehen zusammen, wenn auch auseinander, alle machen das Beste aus der Lage und blieben standhaft daheim. Alle wissen, was sie müssen, und ziehen wie ein Mann mit.

Niemand schürt Zweifel, niemand wagt es sich noch, das Totalversagen sämtlicher Behörden 13 Jahre nach dem Totalversagen bei der Pandemieübung Lükex 2007 auch zu erwähnen. Nestbeschmutzer. Verunsicherer. Angstschürer. Von weit draußen wirkt es, als sei wieder 2006 und ein Schwur abzuleisten. Damals, kurz vor der Fußball-WM im eigenen Land, hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder die Chefs der großen deutschen Verlagshäuser einbestellt, um einen Berichterstattungskonsens auszuhandeln: Ein Sommermärchen sollte es werden, ein Fest der Völker, das strahlend hell von Deutschland erzählt. Was nicht dazu passte, wurde nicht erzählt.


Wer heute Zweifel schürte, stellte sich ebenso ins Abseits. Es herrscht von Springer über Spiegel, von SZ über Taz bis Welt und FAZ Einigkeit darüber, dass die Krise die Stunde der Exekutive ist und es deshalb Regierungen sind, nicht Parlamente, die Kontakt- und Ausgangssperren verhängen, die Betretungsverbote erlassen, die Freizügigkeit  im Bundesgebiet verboten und die Grenzen geschlossen haben.

Ganz, ganz große Koalitionen


Auch unter den politischen Parteien bilden sich ganz große große Koalitionen, die vor einigen Wochen noch nicht denkbar gewesen wären. AfD, Grüne und SPD gegen CDU und FDP? AfD, Linke, Grüne, SPD und CDU gegen Corona? Was eben noch ein Tabubruch war, ist jetzt eine Notgemeinschaft, über die nicht einmal mehr am Rande gesprochen werden muss. Diskussionen gelten in dieser Situation als nicht hilfreich,  Verweise auf frühere Beschlüsse als so nützlich wie die Erinnerung daran, dass die noch zu Friedenszeiten beschlossene Einführung der neuen CO2-Steuer dem Erhalt vieler Unternehmen und Existenzen etwa so viel nützen wird wie die eben in Kraft getretene Erhöhung der Steuer auf Flugtickets  beim Erhalt der bereits heute praktisch insolventen Luftverkehrsunternehmen.


EU verzichtet auf Kritik an Laschets Notstandsgesetz

Aus Schaden klug: Sogenannte Laschet-Masken dichten die Nase im Seuchenfall komplett ab, lassen aber den Mund für unumgängliche Aufrüttelreden frei.
Die Maske lässig wie ein Teenager auf Halbacht und die Finger fett in der Forschung, so präsentierte sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet zuletzt im Wahlkampf um den CDU-Vorsitz und die nächste Kanzlerschaft. Doch der gewiefte Politprofi täuschte damit nur Bürgernähe durch Maskenvermeidung an - im Hintergrund arbeitete der Hoffnungsträger der CDU zu diesem Zeitpunkt bereits intensiv an neuen Notstandsgesetzen für das von Corona hart getroffene NRW.

Das neue, situationsangepasst "Infektionsschutzgesetz" genannte Rechtswerk (Entwurf hier) gestattet den ansatzlosen Übergang Nordrhein-Westfalens in ein Notstandsrecht, das die Ermächtigungsgesetze von 1968 wie Vorbereitungen auf einen Kindergeburtstag wirken lässt. Stellt der Landtag in NRW "aufgrund der dynamischen Ausbreitung einer bedrohlichen übertragbaren Krankheit im Land eine epidemische Lage von landesweiter Tragweite" fest, darf die Landesregierung künftig Waren beschlagnahmen, Preise festsetzen und Ärzte, Pfleger, Rettungskräfte und jedwedes andere Person mit medizinischen Teilkenntnissen von Amts zu Zwangsdiensten verpflichten. Eine Ende findet die Sonderlage erst, wenn der Landtag die "Feststellung der epidemischen Lage von landesweiter Tragweite wieder aufhebt, wenn die Voraussetzungen für ihre Feststellung nicht mehr vorliegen". Wer letzteres definiert, definiert das Gesetz ebensowenig wie es eine irgendwie geartete zeitliche Befristung der Notstandsregierung per Infektionsdekret vorsieht.

Ein Bruch mit europäischen Werten, der eigentlich nach einer scharfen Reaktion aus Brüssel verlangt. Doch dort blieb es still wie all die Wochen schon, seit Corona die geplante Klimapräsidentschaft von Ursula von der Leyen aus der allerersten Kurve geschleudert hatte. Obwohl sich Armin Laschet Vollmachten gesichert hat wie Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán, weil sein Infektionsschutzrecht die Gewaltenteilung in Nordrhein-Westfalen faktisch außer Kraft setzt und Laschet mit seinen neuen Sondervollmachten mit Verweis auf den Infektionsschutz per Dekret und ohne zeitliche Befristung regieren kann, will die EU-Kommission in der aktuellen Krisensituation keinen Streit mit der Regierung in Düsseldorf provozieren. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mahnte die EU-Staaten lediglich global und ohne jede hörbare Reaktion ganz allgemein zur "Verhältnismäßigkeit" beim Erlassen von Notstandsgesetzen.

Im ersten Anlauf gelang es der Opposition im Düsseldorfer Landtag noch, einen Durchmarsch der Regierungsmehrheit zur Gesetzesverabschiedung im Schnellgang durch den Schulterschluss von SPD, AfD und Grünen zu verhindern. Doch bereits in wenigen Tagen steht ein erneuter Anlauf an, bei einer Sondersitzung in den Osterferien soll die neue Rechtsvorschrift dann verabschiedet werden.

Mittwoch, 1. April 2020

Toilet Paper Coin: Auf dem Krypto-Klo

Tagessieger unter den Krypto-Currencies: Viel Geld fließt derzeit in die Bitcoin-Alternative TPT.

Gold schwach, die Börsen am Boden, die Staatsfinanzen zerrüttet  und außer Spesen nichts gewesen, so lange das Losglück nicht entschieden hat, welche Biotech-Bude den großen Reibach mit dem ersten Impfstoff gegen Corona macht. Pünktlich zur Bodenbildung beim Bitcoin, die der Bodenbildung an den regulären Märkten diesmal vorausgeht, ist mit dem Toilet Paper Coin jetzt eine Alternative aufgetaucht, die sofort mit einem irren Preissprung auf sich aufmerksam gemacht hat.

Um scharfe 1.200 Prozent ging es am ersten Handelstag für den TPT nach oben - wer von Anfang an dabei war, hat aus 100 Euro 120.000 gemacht und kann den weiteren Abstürzen bei Dow, Dax und Nikkei nun gelassen zuschauen.




Das Geheimnis der Bitcoin-Alternative


Was ist das Geheimnis des TPT? Nun, erstmals seit Erfindung des kommerziellen Toilettenpapiers im Jahr 1857 durch Franz Toirahmer und Heinrich Letter, zwei Brandenburger  Apotheker, die es als Medizinprodukt zur Vorbeugung von Hämorrhoiden entwickelt hatten, bietet TPT die Möglichkeit, über smarte Technologie direkt an der Gesamtzahl der Rollen zu partizipieren, die Nutzer weltweit im Zuge der Corona-Krise kaufen. TPT zeichnet in der Blockchain auf, wie viele Rollen vorhanden und damit pro Nutzer garantiert sind - TPT ist der erste sogenannte Shitcoin, eine nicht nur im Netz, sondern auch im realen Leben nützliche Alternative zu Bitcoin, Gold, Aktien, Bargeld und italienischen Staatsanleihen.

Vom ursprünglichen Gegenwert von 12 US-Dollar (11 Euro) für 500 Blatt angeboten, wie Toirahmer und Letter ihn ursprünglich kalkuliert hatten, hat sich TPT wegen des derzeitigen Mangels sofort weit entfernt. Verantwortlich dafür ist die extrem hohe Nachfrage. Im November 2019 betrug der Toilettenpapierverbrauch weltweit etwa zehn Milliarden Rollen pro Monat, wobei durchschnittlich zwei Rollen pro Monat für den persönlichen Gebrauch gekauft wurden. Seit dem Corona-Ausbruch im chinesischen Wuhan sind die persönlichen Verbrauchskoeffizienten im Durchschnitt um eine Rolle pro Person gestiegen. Bis Ende Februar 2020 stieg der Rollenverbrauch weltweit auf 15 Milliarden Rollen. Das entspricht einer Fläche von 1,3 Saarländern in Wald, ist aber nachhaltig nicht darzustellen.

Das digitale Gold


Toilettenpapier als digitales Gut soll hier Abhilfe schaffen . Mit TPT können Benutzer Toilettenpapier online kaufen, um eine erhöhte Exposition gegenüberCorona zu vermeiden. Der im white paper genauer erklärte Ply Count-Algorithmus berechnet, wie viel Toilettenpapier jeder Haushalt erhalten darf, ohne zusätzliche Token zu kaufen.

Die Implikation dieses Systems ist nicht mehr das Horten oder Kämpfen im Lebensmittelgeschäft um den letzten Satz Brötchen. Sollten die reale Toilettenpapiervorräte im Geschäft nicht mehr verfügbar sein, werden TPT-Inhaber durch Umbuchung eines Teils ihrer TPT bevorzugt Lieferungen erhalten.

Dabei ist die jüngste Krypto-Währung nicht nur Bezugsrecht, sondern auch deponierbarer Wert. Das Halten von TPT gewährleistet Teilhabe an Wertsteigerungen und beeinflusst die gerechte Verteilung von Toilettenpapier weltweit positiv, weil Nachfragespitzen abgeschnitten und Dispositionslücken durch die smarten Kontrakte ausgeglichen werden.  Mission von TPT ist es, die Menschheit vor dem Rückschritt auf die ersten beiden Ebenen der Maslow-Bedarfshierarchie zu bewahren.

Um TPT zu kaufen, müssen sich interessierte Anleger registrieren und am Ply Count Quiz teilnehmen, bei dem die Menge an TPT ermittelt wird, zu deren Kauf sie mithilfe des Ply Count-Algorithmus berechtigt sind. Die Quizfragen reichen von der Anzahl der Mitglieder Ihres Haushalts bis zum Vorliegen bereits bestehender Magen-Darm-Probleme.
Sobald Sie Ihre TPT-Zuweisung erhalten haben, können Sie die Token gegen Toilettenpapier einlösen. Wenn Sie alle Ihre Token verwendet haben, steht eine  personifizierte Anzahl weitere Token bereit.

TPT-Airdrop
Token Tissuance
1 TPT = USD $ 1,64

Marktwert: 85.583.000.000 USD

Gesamtangebot: 8 Milliarden
Erstangebot: Dynamisch ausgegeben als Reaktion auf sich ändernde Nachfrage

Volumen: 41.758.500.000

Der Toilettenpapier-Token wird am 1. April 2020 bei Shitake Exchange zum Verkauf angeboten. Alle Scheibenwischer müssen das Ply Count-Quiz absolvieren, bei dem mathematisch die richtige Anzahl von TPT ermittelt wird, die Scheibenwischer monatlich erwerben können.

Sobald Token an das Unternehmen gesendet wurden, werden sie verbrannt, um zu verhindern, dass Unternehmen große Mengen an TPT halten und ein Monopol auf die TPT-Versorgung erhalten.


Sperrfrist für Privatanleger


Für Privatanleger gilt eine Sperrfrist von fünf Minuten. Inhaber von TPT-Token erhalten ihr Toilettenpapier als Lieferung. Wenn Quarantänekontrollen in Ihrem Bundesstaat oder Land noch erweiterte Bewegungsfreiheiten außerhalb der Wohnung zulassen, können Inhaber ihre Token auch in teilnehmenden Geschäften gegen Toilettenpapier einlösen.

Der Know-Your-Colon (KYC)-Prozess hinter dem Airdrop arbeitet mit unserer Standard-Proof-of-Wipe-Kette zusammen und erleichtert die KYC-Prüfung jedes Benutzers. Interessenten, die nicht in diese Kategorie fallen, können nicht am Token-Verkauf teilnehmen. Im Unterschied zu Bitcoin und Ether nutzt Toilettenpapier-Token Multi-Blockchains, um die Datentreue zu verbessern.

Die Proof-of-Ply-Blockchain von TPT gewährleistet die Unveränderlichkeit der Lagenanzahl der Toilettenpapierrollen, die mit ToiletPaperTokens gekauft wurden. Die Proof-of-Ply-Blockchain ist mit dem patentierten Ply Count-Algorithmus verbunden und zeichnet auf, wie viele Token verwendet wurden und wie viele Rollen übrig sind. Dies ähnelt funktional der Art und Weise, wie einige Projekte Token brennen oder zerstören.


Aus aktuellem Anlass hat sich auch das bürgerschaftlich engagierte Faktenchecker-Portal PPQ der volksgemeinschaftlichen Initiative der Bundesregierung zur Witzhygiene angeschlossen. 

Wir verzichten in diesem Jahr bewusst auf einen irritierenden sogenannten "Aprilscherz", um die Maßnahmen von Politik, Behörden und Funkhäusern im Kampf gegen Corona gezielt zu unterstützen. Wir setzen dabei auf das Verständnis der PPQ-Abonnenten, die im Allgemeinen vertraut sein dürften mit den deutschen Satire-Richtlinien.

Das deutsche Medienwesen ist in der derzeitigen Krise besser aufgestellt als viele andere, Redaktionen und Funkhäuser sind gut vorbereitet und haben ihre Faktenkapazitäten in den vergangenen Wochen gezielt hochgefahren. Für die PPQ-Redaktion ist klar, dass sich Lachen oder auch nur Lächeln in dieser Situation verbietet, der Anstand verlangt vielmehr, Lachquarantäne zu halten, bis erste Erfolge der Abregelung des öffentlichen Lebens in "Tagesschau" und "Süddeutscher Zeitung" gezeigt werden.

Bitte unterstützen Sie die Bundesregierung im Kampf gegen Fake News und teilen Sie diese Warnung vor falschen Witzen!



Marxistische Maskenvermehrung

Alles ist besser als nichts.
Marx hätte ihr erklären können, wie das funktioniert. Doch Amira Mohamed Ali ist zwar Chefin der Bundestagsfraktion der Linkspartei, doch die klassische Arbeitererweckungsliteratur hat die Absolventin der "Gelehrtenschule" des Johanneums in Hamburg-Winterhude nie gelesen. Was sie jetzt veranlasst hat, im Streit um die Vermummung der Deutschen mit Atemschutzmasken laut Klage zu führen.

"Der freie Markt in der Coronakrise" habe "Preise von Atemschutzmasken um bis zu 3000 Prozent" steigen lassen "Unmöglich! Gesundheitsschutz darf nicht Profitinteressen ausgeliefert sein!", so Ali, der als bestes Mittel gegen Maskenmangel ein "Eingreifen der Bundesregierung" einfällt, die die fehlenden Atemschutzmasken beschlagnahmen solle, damit sie endlich für alle reichen.

Zaubertrick der Umverteilung


Ein Zaubertrick aus der kommunistischen Umverteilungsschublade, der schon immer für eine überlegene Versorgungslage in Staaten mit staatlicher Planwirtschaft gesorgt hat. Während das marktwirtschaftliche System dem Prinzip folgte, dass eine Maske für zehn Euro immer noch bedeutend besser schützt als keine Maske für zehn Cent, vertraut der Sozialist darauf, dass aus keiner Maske hunderttausende werden, sobald der Staat, die Regierung, die Behörden und die politischen Parteien beschließen, öffentlich mitzuteilen, dass eine Maskenvermehrung auf diesem Wege für alle im Land das Beste sein wird.

Je weniger die Regierenden ihrer Pflicht nachgekommen sind, in guten Zeiten für schlechte vorzusorgen, umso entschiedener schimpfen sie traditionellerweise auf "Spekulanten" und "geldgierige Manager", sobald ihr Versagen offenbar zu werden droht. Das ist auch diesmal, nur dass nicht Währungs- oder Rohstoffspekulanten an den Pranger gestellt werden, sondern Schutzmasken-Hersteller und Schutzmasken-Händler. Deren Verbrechen besteht nun darin, eine äußerst gefragte Ware an den zu verkaufen, der ihnen den höchsten Preis bietet - obwohl genau diese hohen Preise das Signal an alle Nähmaschinenbesitzer weltweit aussenden, jetzt aber mal ganz, ganz schnell alles andere beiseitezulegen und Schutzmasken zu nähen.

Die Welt steht vor der Maskenschwemme


Der Mangel erhöht die Nachfrage, die Nachfrage treibt die Preise, die hohen Preise befördern die Produktion. Es braucht keine prophetischen Gaben, um abzusehen, dass die Welt spätestens in zwei, drei Monaten vor einer Maskenschwemme steht, weil zwischen Bangladesh und Bielefeld in Bälde Milliarden von Masken und Mundschutzen aller Art vom Nähtisch rutschen werden. Der freie Mark wird den derzeitigen Mangel mit unsichtbarer Hand fortzaubern und wer dann noch auf einem Berg FFP3-Masken sitzt, der wird mit dem Verkauf zu Mondpreisen bis zur nächsten Pandemie warten müssen.

Vorausgesetzt allerdings, der Bundesregierung fällt nicht wirklich ein, die Schutzmasken zu beschlagnahmen, die im Moment ohnehin nicht vorhanden sind.

Dienstag, 31. März 2020

Armin Laschet: Mit der Maske im Machtkampf

Die Nase muss frei sein, schließlich soll das Ohr etwas schmecken. Armit Laschet (Mitte) bei einem Frontbesuch.

Wo andere zaudern, lässt er es ganz ruhig angehen. Wo andere glauben, sie könnten die Dinge beeinflussen, schaut Armit Laschet ihrem Lauf gelassen zu. Der alte Polithaudegen weiß, dass es in der Politik nie auf Tun oder Unterlassen ankommt, sondern darauf, wie Tun und Unterlassen im Nachhinein interpretiert werden. Richtig Handeln ist eine feine Sache, richtige Entscheidungen treffen darf bewundert werden. Der wahre Meister der politischen Auseinandersetzung aber tut, was er nicht vermeiden kann und behauptet später, das sei das Optimum des Möglichen gewesen.


So hat es Laschet von Angela Merkel abgeschaut und so ist er bis hierher gekommen: Im Kreis der Bewerber um die Nachfolge der ewigen Kanzlerin  rückte der Rheinländer mit dem Charisma eines Bürovorstehers in den vergangenen Woche ohne eigenes Zutun immer weiter auf.

Merz weg, Spahn befriedet


Sein gefährlichster Gegenpart, der als bösartiger und egozentrischer "Konservativer" besetzte Friedrich Merz, geriet in die Corona-Krise, ohne ein Amt zu besitzen, das es ihm erlaubt, Tatkraft zu beweisen und Talkshow-Einladungen zu sammeln. Persönliche Tragik: Zudem infizierte er sich auch noch selbst mit dem Virus und musste gleich der Bundeskanzlerin für Tage und Wochen von der Bühne genommen werden.

Norbert Röttgen, von vielen schon wieder vergessener einstige erste Bewerber um CDU-Führung und Kanzleramt, tauchte gleich ab, als es losging. Und Jens Spahn, der nach Angaben aus Berlin immer noch amtierende Gesundheitsminister, schloss mit Laschet einen Pakt, der ihm erlaubt, später auf die begehrten Spitzenposten zuzugreifen. Jetzt soll er als Spannemann im Laschet-Lager helfen, den fast 20 Jahre älteren Parteikollegen an die CDU-Spitze zu befördern. Später dann, so die Verabredung, wird er das Erbe des bundesweit weitgehend unbekannten Laschet antreten.

Störend beim Manöver Machtübernahme ist allerdings Laschets Corona-Bilanz. Länger noch als andere schaute der Ex-Journalist zu, wie sich Covid-19 im Landkreis Heinsberg festsetze und nach und nach ganz NRW in Beschlag nahm. Unter den großen Flächenstaaten platziert sich Nordrhein-Westfalen in Woche zwei des Lockdown auf Platz 3, fast ein Viertel der Toten sind Landeskinder Laschets und dem Düsseldorfer Regierungschef schwant nun doch, dass eines Tages doch vielleicht jemand fragen könnte, wie es zu diesem Desaster kommen konnte. In Köln spricht man zumindest auf den Fluren des WDR schon davon, Laschet habe "zu lange den Trump gemacht", öffentlich aber gilt Laschet immer noch als kanzlerabel, so dass seine PR-Berater jetzt versuchten, ihn mit Bildern von einem Frontbesuch als Feldherren in der Corona-Schlacht zu zeigen (Fotos oben).

Infektionsschutz über allem

 
Das ging schief, weil Armin Laschet das Prinzip des Maskentragens auf die Schnelle ebensowenig beizubringen war wie die Grundlagen der eponentiellen Mathematik. Im Schatten der sogenannten Nasen-Affäre legte Laschets Landesregierung deshalb sofort mit einem außergewöhnlichen Gesetzentwurf nach, der alle denkbaren Schuldfragen prophylaktisch beantwortet.

Das neue "Infektionsschutzgesetz" (Entwurf hier) öffnet den Weg zu einem Notstandsrecht, das die Ermächtigungsgesetze von 1968 wie Vorbereitungen auf einen Kindergeburtstag wirken lässt. Das neue sogenannte Orban-Recht berechtigt Behörden in NRW künftig, von ihrem eigenen Totalversagen bei der Bevorratung mit medizinischem Material abzulenken, indem sie entsprechende Vorräte einfach bei Firmen beschlagnahmen, die kurzsichtig genug sind, selbst Vorräte vorzuhalten. Zugleich ermächtigt sich die Landesregierung, Krankenhäuser zur Schaffung von Behandlungskapazitäten zwingen zu dürfen und Ärzte, Pfleger, Rettungskräfte und jedwedes andere Person mit medizinischen Teilkenntnissen von Amts wegen für den Kampf  gegen eine Epidemie verpflichten zu können, sollte es zu einem "erheblichen Mangel an Personal" kommen.

Der Rechtsanwalt Udo Vetter nennt die hier vorbereiteten "besonderen Handlungsbefugnisse im Rahmen einer epidemischen Lage von nationaler oder landesweiter Tragweite" schlicht "Zwangsarbeit". Nach dem Gesetzentwurf würde das Gesundheitsministerium nach Ausrufung einer Pandemie mit absoluter Macht regieren, es könnte nicht nur Dienstpflicht-Einberufungen, sondern auch Beschlagnahmungen durchführen, Preise festlegen, Güter von Privatpersonen einziehen und kommunale Behörden verpflichten, "Namen, Alter, Kontaktdaten sowie den jeweiligen Ausbildungsstand" aller Bürgerinnen und Bürger zu melden, "die über eine medizinische oder pflegerische Ausbildung oder eine Ausbildung in einem sonstigen Gesundheitsberuf verfügen".

Das Landesinfektionsschutzgesetz soll Laschets Planungen nach sogar höher stehen als das Grundgesetz: Per "Anordnung" ermächtigt es Landesbehörden ausdrücklich, "die Grundrechte der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes) und der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes)" einzuschränken.


So muss in Friedenszeiten gar nicht mehr für den Katastrophenfall geplant werden, denn wenn er erst da, wird einfach durchregiert. Man holt sich, was man braucht und wen man braucht, der wird dienstverpflichtet. Es fehlt im Moment noch an  einem Strafenkatalog für mögliche Verweigerer und Deserteure. Aber sobald die nächste Pandemie in Köln und Düsseldorf viral geht, fällt sicher auch das auf und man kann flugs nachschärfen.

Schwerer Blick, verrutschte Maske


Schlagartig sieht Armin Laschet nun aus wie die Tatkraft selbst. Sogar den derzeit in allen Kanzlerkandidatenhitparaden führenden Markus Söder lässt der gebürtige Aachener mit dem schweren Blick und der verrutschten Atemmaske (oben) mit seiner weltkriegstauglichen  Notstandsgesetzgebung hinter sich. Grundrechte wie die Berufsfreiheit werden ebenso ausgehebelt wie derzeit schon das Grundrecht auf Freizügigkeit, was solls auch, es geht hier nicht um irgendwas, sondern um ein Wettrennen mit Söder!

Mitten in der Krise verschafft sich der Staat Eingriffsmöglichkeiten, die weit über alles hinausgehe, was bisher in Deutschland denkbar war. Die Stunde aber ist günstig und der Preis verlockend: Der Landtag wird das Gesetz in einem beschleunigten Verfahren binnen weniger Stunden beschließen. Und Armin Laschet wird später, wenn einmal eine Corona-Bilanz gezogen wird, behaupten können,  dass nur das Fehlen dieser Rechtsgrundlage ihn anfangs gehindert habe, hart und entschieden durchzugreifen.

Corona in den Medien: Die schrecklichen Bilder der Anderen

Die Google-Bildersuche zeigt, wie Medien die Corona-Situation in den USA darstellen: Kurz vor Katastrophe, ein Desaster.
Es könnte eines Tages mindestens ein Kapitel in einem Lehrbuch über Krisenmanagement werden: "How to handle a disaster" wird detailgenau nachvollziehen, wie es der deutschen Bundesregierung gelang, aus den privaten und halbstaatlichen Medienhäusern des Landes eine Waffe zu schmieden, die im Regierungsauftrag Regierungshandeln für gut, richtig und alternativlos erklärte. Und daran sogar festhielt, wenn dieses Regierungshandeln sich binnen weniger Stunden von einem definitiven Hüh in ein entschiedenes Hott verwandelte.

How to handle a disaster 


Sie machten einfach alles mit, verbreiteten getreulich jeden Quatsch, jede erkennbare Unlogik und jede Durchhalteparole ohne sachlichen Gehalt. Ob es galt, das Tragen von Masken zu verdammen, weil ohnehin keine zu haben waren, oder die niedrigen Todesraten in Deutschland mit den angeblich so hohen Testzahlen zu begründen - die Logik hatte Pause in den Schreibmaschinengewehrstellungen der vordersten Virus-Erklärungsfront. Nur nicht beunruhigen, nur nicht nachdenklich machen, nur nicht Regierungshandeln infragestellen war die Devise.


Hätte es jemand von ihnen verlangt, sie hätten zweifellos auch häufiges Fiebermessen als besonders fiebersenkende Behandlungmethode verkauft. Das Trinken von Alkohol als Vorsorgemaßnahme schaffte es zumindest.

Corona in Deutschland ist dagegen medial eine saubere Sache.
So gnadenlos kritisch deutsche Journalisten mit dem Krisenmanagement in anderen Staaten ins Gericht gehen, so zart und mitfühlend berichterstatten sie über die eigene Regierung. Russland etwa hat nach dem Dafürhalten deutscher Korrespondenten komplett versagt, China hat alle mögliche verschwiegen, die Briten sind viel zu spät wachgeworden, die Schweden gehen einen gefährlichen Sonderweg, die Österreicher hätten früher handeln müssen und die USA, in Person des alten Endgegners Donald Trump, zeigen nun endlich, dass alles am mächtigsten Land der Welt falsch ist. Das Gesundheitswesen, der Regierungschef, die Abriegelung der Grenzen, die zu späte Abriegelung der Grenzen, der Versuch, ein Medikament zu kaufen, dass es gar nicht gibt, und das Scheitern dabei.

Statistische Tricks helfen verschleiern


Für die Berichterstatter aus Hamburg, Berlin, München und Frankfurt ist es nur verdient, dass die USA nun ganz vorn liegen in der Corona-Hitparade. Am schlimmsten betroffen sei Trumps Land, ein Katastrophengebiet, schreiben sie, und die klammheimliche Freude darüber ist kaum zu überlesen. das haben sie nun davon, die Amerikaner, dass sie nicht auf deutsche Medien gehört, sondern Trump gewählt haben! Bereuen werden sie das noch, hoffentlich.


Dass es, um solche Superlative zu produzieren, einiger Kreativität mathematischer Ideen bedarf, stört nicht weiter. Wer schweigt, gewinnt, wer mit blanken Zahlen lügt, ohne sie in einen Kontext zu betten, erreicht, was er will. Die USA haben 327 Millionen Einwohner, von denen 150.000 infiziert sind. Deutschland hat 83 Millionen Einwohner und mehr als 60.000 Infizierte. In den USA ist damit knapp jeder 2.000. Bürger Corona-Patient.

In Deutschland ist es bereits jeder 1.200.

Aus nahezu doppelt so schwerer Betroffenheit die frohe Botschaft zu backen, der andere sei ganz schlimm dran, das zeigt wahre Meisterschaft in der Königsdisziplin politischer Manipulation: Lügen mit der Wahrheit. Man benutzt absolute Zahlen, die damit jede Vergleichbarkeit verlieren. Und zielt damit auf eine Externalisierung aller Misserfolge, denn lautes Wehklagen über das Versagen anderer hilft stets bei der Ablenkung vom eigenen Versagen.

Verräterische Bildsprache


Noch meisterhafter, wenn dieser Superlativ überhaupt existiert, ist nur der Umgang mit Bildern, vor allem in den öffentlich-rechtlichen Medien. Die zeigen immer wieder gern apokalyptische Szenen aus Italien und Spanien, Krankenhausflure mit Notbetten, vermummte, übernächtigte Schwestern und Ärzte, verzweifelte Angehörige und Militäreinheiten, die Tote abtransportieren. New York als Krisengebiet kurz vor der Kapitulation. Notfriedhöfe in Barcelona. Schlimm, schlimm, schlimm. Krankenpfleger klagen da, Ärzte schreiben verzweifelte Briefe, Patienten appellieren röchelnd an alle Gesunden und ein Hauch von Notstand hängt über den Supermärkten.


Aus Deutschland gibt es solche Bilder nicht zu sehen. Es gibt im Grunde überhaupt keine Berichterstattung aus medizinischen Bereichen. Keine Videos von übernächtigten Schwestern, keine Brandbriefe zorniger Pfleger, keine infizierten Ärzte, die hustend ein Videotagebuch sprechen. Deutschland im Krisenzustand ist eine saubere Sache, medial. Alle halten zusammen, unterstützen die Regierungsmaßnahmen und werden mit optimistischen Bildern belohnt.

Keine Schlangen vor Testzentren, wie sie aus den USA als Beleg für das Versagen der Trump-Administration gezeigt werden. Keine Schwerkranken an Beatmungsgeräten. Keine Leichenkeller. Die Bilder aus Deutschland, die dem deutschen Publikum gezeigt werden, sind geradezu aseptisch sauber: Gut aufgeräumte Kliniken, blitzblank gewienert, vor denen gut gefönte Pressesprecher Beruhigungspillen ausgeben. "Gewappnet" und "gut vorbereitet" ist man und gerade dabei, die "Kapazitäten hochzufahren".


Kaum fällt dabei auf, wie drastisch sich die Bildsprache je nach Schauplatz der Berichterstattung variiert. Ringsum der Zusammenbruch, hier heile Corona-Welt. Selbst die Folgen der Ausgangssperren können so auf zweierlei Weise verkauft werden: Stellen sie in den USA ein Beispiel für die Überforderung der Behörden und den Zusammenbruch der Gesellschaft dar, sind sie in Deutschland ein Beweis dafür, wie einfach Entschleunigung und Rückbesinnung auf ein Leben ohne Leistungszwang und Terminhetze ist.