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Mittwoch, 16. Mai 2018

Geläuterter Rapper: Farid Bang singt jetzt für den Frieden



Neues Lied, neues Glück! Farid Bang ist mit einem Bäng zurück - als Friedensengel! Nach dem monumentalen Eklat um die Echo-Auszeichnung für sein umstrittenes Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ und einem Buße-Ausflug nach Auschwitz hat Rapper Farid Bang einen neuen Song aufgenommen, in dem er Frieden fordert, gegen Plastiktüten wettert und das Essen von Tieren als Grund für den Klimawandel nennt. Bang veröffentlichte das neue Lied "Frieden für diese Welt" am späten Mittwochabend beim Videoportal Youtube als Live-Fassung, bei der der 31-Jährige sich in Bestform präsentiert: Erstmals seit der Rückgabe seines Echo-Preises wegen Antisemitismus spricht Bang seine gefürchteten Texte nicht nur, sondern er versucht sogar, Teile zu singen.

Für viele Fans des Muskelräppers kommt das überraschend, denn bislang war der gebürtige Marokkaner nicht eben für sein sanftes Gemüt und gefühlvollen Gesang bekannt. Wegen seines Gewalttätigen Images und einer Textzeile, die Juden und andere KZ-Insassen verhöhnte, waren Bang und sein Rap-Kollege Kollegah im April zwar mit dem "Echo"-Preis der deutschen Musikwirtschaft ausgezeichnet, anschließend aber von der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel als „asozialer Marokkaner“ kritisiert worden - eine Anspielung auf einen Peng-Song mit diesem Titel. Der Musiker, der kein Instrument spielt, wurde in Spanien geboren und lebt seit seiner Kindheit in Deutschland, bezeichnet sich aber selbst immer noch als Marokkaner, weil es in Deutschland an Integrationsangeboten vor allem für Gangster-Rapper fehlt.

Weil der leitmediale Shitstorm um die Textzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ die Plattenfirma zwang, die wegen der großen Nachfrage vieler Kids nach gewalttätigem, antisemitischem und frauenfeindlichen Räp überaus erfolgreiche Zusammenarbeit mit Peng zu beenden, waren die beiden selbsternannten Super-Rappern auf eine Forderung des Altdeutschrockers Marius Müller-Westernhagen ein- und auf eine Reue-Reise nach Auschwitz gegangen, die als musikalisches Testament unter dem Titel "Rap gegen rechts - live in Birkenau" im Herbst zusammen mit einem Kinofilm über die Gangsta-fahrt in die Vergangenheit erscheinen soll.

Ob das sanfte Friedenslied, das Fahrrad Peng jetzt veröffentlicht hat, bereits Teil des im 4/4-Takt gehaltenen Doppel-Konzeptalbum ist, war bislang nicht zu erfahren.

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Roger Waters holt die Kinder immer auf die Bühne, wenn deren sangliche Unterstützung erforderlich ist. Da haben die Rapper noch Luft nach oben.

Der Echo-Skandal wurde vom dafür zuständigen Fachmagazin "Rolling Stone" präzise benannt:

Echo-Skandal: Campino soll Bundesverdienstkreuz erhalten

Peacemaker hat gesagt…

Tja, wenn das so ist, dann möge der schnell in Frieden ruhen.

Anonym hat gesagt…

Rappt er jetzt nicht mehr, sondern singt? Dann darf er auch für den Frieden singen:

Für den Frieden der Welt steht die Menschheit auf Wacht; denn die Brandstätten warnen und mahnen. O du Atem der Heimat, entfalte die Macht deiner friedlich flammenden Fahnen. Herrschaft des Volkes begann! Pflüger, die Erde bestellt! Wer dieses Leben lieb gewann, kämpft um den Frieden der Welt!

He, du Kriegshetzer, mal kein Gespenst an die Wand! Du verbrennst in den eigenen Bränden. Nimmt das einfache Volk sein Geschick in die Hand, liegt die Zukunft in guten, festen Händen. Herrschaft des Volkes begann! Pflüger, die Erde bestellt! Wer dieses Leben lieb gewann, kämpft um den Frieden der Welt!

Siegt das Brot und der Wein über Pulver und Blei, schmilzt Metall in gebändigten Flammen, strömt der Wohlstand der Völker beruhigt und frei in dem Reichtum der Menschheit zusammen. Herrschaft des Volkes begann! Pflüger, die Erde bestellt! Wer dieses Leben lieb gewann, kämpft um den Frieden der Welt!

Florida Ralf hat gesagt…

ich warte lieber auf farid feat. nicole: "ein bisschen mehr frieden (ein bisschen frieden '18)". in einfacher sprache und im 100% kompostierbaren digipack, akustisch eingespielter first take um den ecological footprint so klein wie moeglich zu halten.

Sauer hat gesagt…

Der ist so friedlich wie ein Musel nun mal sein kann. Heute "singt" er:

Brech’ Alice Weidel ihr Nasenbein, es wird zu gravierend. Und wenn mein Haken trifft, kann die Nazi-Bitch ihren Namen nicht mehr buchstabieren. Bitch. Nutte, du weißt, die Polizei findet dich in der U-Bahn liegend, weil du mir den Paß abnehmen wolltest, wie beim Fußball spielen.

Gernot hat gesagt…

Aha, marokkanischer Imperativ.

Karl Eduard hat gesagt…

Heute rapp ich, morgen sing ich und übermorgen brech ich der Alice das Nasenbein. Ach wie gut, daß niemand weiß, daß ich Gutintegrierter heiß.

Anonym hat gesagt…

Nun ja, nun Gott, nun ja (Mikhail Sostshenko) - wer will das Geschwärl denn "integrieren". Eliminieren (=Ausgrenzen!) ist angebracht.
Integriert, und das war gut so, war z.B. Rolf Kauka.
Wenn einer, Arier oder Ismaelit, der Alice den Zinken knicken würde, wäre ich nicht allzu betrübt darob.

derherold hat gesagt…

Die Frage ist selbstverständlich, ob der Farid nicht Weidel attackieren "muß", formerly known as "Bewährung in der Produktion".

Thierse erklärt nach dem Jahrtausendwechsel, auch Rechtsradikale könnten sozial integriert werden, hätte mit den linksextremen RAF- und PolPot-Freunden auch geklappt...
... seitdem tritt er als besonders eifriger Kämpfer gegen Rechts auf.

Paulskirchen-Walser konnte gar nicht genug kriegen von den neuen Talenten 2015ff.

C. Kracht schreibt "Imperium", um danach in "Die Toten" seinen Kampf gegen "Hugenberg" zu führen.