Google+ PPQ: Verbot der Woche: Nackte Sexynazimaus

Donnerstag, 15. Juli 2010

Verbot der Woche: Nackte Sexynazimaus

Geschmacklos, verwerflich, unappetitlich und in Deutschland so vielleicht sogar strafbar - ein italienischer Künster sorgt im polnischen Poznan mit einem Großplakat für Aufruhr, das er nur zu diesem Zweck aufgehängt hat. Das Riesenposter zeigt eine nackte Frau mit Mickey Maus-Kopf vor einem Hakenkreuz, angeblich wirbt es aber nicht für die Wiedererrichtung des dritten oder eines vierten und fünften Reiches, sondern für eine Kunstausstellung. Das Motiv namnes "Nazisexymouse", Teil der "Politically-Incorrect” -Serie des begeisterten Hitler-Verwursters Max Papeschi solle den "Horror" des amerikanischen Lifestyle kritisieren. Galeriedirektorin Maria Czarnecka erklärte, das Bild benutze Symbole, um zu erklären, wie sie wirkten. Arbeite also etwa ähnlich wie der "Spiegel" und das ZDF, die seit Jahrzehnten mit Hilfe von Hitler und Hakenkreuz über die Funktionsweise von Fernsehsendern und Qualitätsmagazinen aufklären.

Die Symbole der Diktaturen, nie waren sie soviel Kunst wie heute, das bestätigte inzwischen auch die Staatsanwaltschaft in Poznan. Sie erklärte das Großbild der nackten Nazimaus zur Kunst und schloß sich damit dem Votum des Internetportals Youtube an, das Papeschkis schrill verfilmte Nazi-Phantasien trotz überbordender Symbolik nicht löscht, sondern unter Verweis auf die Kunstfreiheit sogar Minderjährigen zur Verfügung stellt.

Für deutsche Behörden wäre das eigentlich Anlass, Youtube erstmals und Polen endgültig und ein für allemal zu verbieten - allerdings ist das nur durch die Oder-Neiße-Friedensgrenze abgetrennte ehemalige sozialistische Partnerland aufgrund zahlloser ähnlicher Vorfälle in der Vergangenheit bereits seit geraumer Zeit verboten.Zudem verweise das umstrittene Werk auf eine Papeschi-Ausstellung namens "Abnormal Nudes" im linken Kunsthaus Tacheles in Berlin, hieß es in Poznan. Deshalb werde Deutschland doch wohl keinen Krieg anfangen, zumal ein kleines Sexynazimaus-Motiv derzeit auch in der ehemaligen Reichshauptstadt zu sehen sei, wie der Jewish Cronicle herausgefunden hat.

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Das mit dem Verbot und der Löschung der Bilder auf allen Internetservern der Welt wird allerdings etwas Zeit in Anspruch nehmen, wie wir gestern dazugelernt haben. Ist wegen der langen Leitungen vom BKA zu allen PartnerInnenbehördInnen.

Stimme aus dem Kissen hat gesagt…

@ Anmerkung

Ist wegen der langen Leitungen vom BKA zu allen PartnerInnenbehördInnen.

Ja, deswegen wird es in Zukunft auch viel praktischer sein, alle Seiten die irgendwas mit Sex oder Politik (im weitesten Sinne) zu tun haben (egal ob KiPo oder Sexynazimaus) radikal zu verbieten. Dann müssen sich die BehördInnen nicht mehr mit den lästigen Einzelfällen herumplagen und der Bürger läuft nicht Gefahr unter Täterverdacht zu geraten, sollte er auf eine KiPo-Seiten geraten und diese zur Anzeige bringen wollen.

Überhaupt sollten im Internet nur noch staatlich zertifizierte Nachrichtenmagazine veröffentlichen dürfen, die sich zuvor einer staatlichen Qualitätskontrolle unterzogen haben. Das vereinfacht die Sache und ist gleichzeitig auch eine Maßnahme zum Bürokratieabbau.

ppq hat gesagt…

die idee mit dem schengen-netz, in dem sich nur saubere und von den behörden abgenommene inhalte finden, ist vor dem hintergrund richtig charmant. da wären alle diese probleme obsolet

Die Anmerkung hat gesagt…

Ist logistisch aber schwierig. Wer sitzt denn dann an den Außengrenzen des Euronetzes, der, sagen wir mal, kleinen europäischen Mauer, und kontrolliert all die Seiten und Inhalte, die rein- oder rauswollen (Glückspiele auf haitianischen Servern, sag ich da nur).

Sollen etwas all die Arbeitslosen zu Inhaltegutachtern umgeschult und dann eingesetzt werden?

Stimme aus dem Kissen hat gesagt…

@ Die Anmerkung

Da wird nix mehr begutachtet: alles fliegt automatisch raus, das nicht zertifiziert ist. Es bleiben nur noch ein paar Seiten übrig, z. B. Spiegel-online. Alles andere: wech damit. Eigentlich ganz einfach. Man könnte auch unglernte Hilfskräfte dafür anstellen.

In Pakistan funktioniert doch sowas auch.

ppq hat gesagt…

das schengennetz muss von innen wetterfest gemacht werden! einfach nur inhalte erlauben, die im inland hergestellt worden sind. da wird es doch genug seiten für information und spiel und unterhaltung geben, da muss man nicht auch noch immer nachmachen, was im westen angeboten wird. also westen meint jetzt den rest der welt. aber sonst hatte walter ulbricht völlig recht

Die Anmerkung hat gesagt…

Und was passiert dann mit den uns brüderlich verbundenen kapitalistischen Produktionen aus Übersee? Gibt es dann kein Michael Jackson mehr? Oder diese ganzen Blockbasta? Nur noch Bundesliga statt Frauenfußball-WM?

Wird das alles über degeto-Remakes und Coverbands abgefangen?

Fragen über Fragen zu diesem Schengeninternet.

waulmurf hat gesagt…

schengenetz? ich dachte, heutzutage würde man nur noch pakete schnüren.

ppq hat gesagt…

das konzept des schengennetzes hat, zugegebenermaßen, noch einige löcher. wir sollten uns umgehend mit dem blogampelamt kurzschließen, um da keinew eitere luft dranzulassen. mir schwebte im ersten moment ein hautfarbenfilter vor, der sex zum beispiel automatisch vor den virteullen schengengrenzen hält, aber erstens kann man ja auch angezogen schweinkram tun, der frauen beleidigt und diskriminiert. und zweitens würde das negativ diskriminierend auf angehörige mit hautfarbener hautfarbe im wetslichen sinne wirken, während es positiv diskriminierend besitzer von nichthautfarbener hautfarbe (im abendländischen sinne) vcon diskriminierung ausschließen, also ganz schlimm diskriminieren würde.

ich habe das konzept unzuendegedacht verwofen.

Stimme aus dem Kissen hat gesagt…

@ ppq

Ist doch ganz einfach: man macht eine Positiv-Auslese. Es werden einfach nur eine Handvoll Seiten erlaubt, alles andere nicht.

Da hat man nämlich genau das Problem nicht, dass man ständig überlegen und neu bewerten muss.

Spiegel-online, in bewährter Art ideologisch zuverlässig in allen Sparten, ist natürlich als Flaggschiff mit dabei. Auch nicht fehlen darf natürlich das Betreuungs-Organ DIE ZEIT.

PPQ müsste dann befürchte ich in der Schweiz oder Österreich weitermachen, da rein ideologisch ein Wackelkandidat. Tut mir leid, das so sagen zu müssen.

Die Anmerkung hat gesagt…

Wieso? PPQ ist doch ideologisch sehr standhaft. Soweit das mit meinem bescheidenen Beurteilungsvermögen feststellbar ist.

ppq hat gesagt…

eine bezaubernde idee! wie die positivliste für medikamente, von der immer kurz nach dem raststättentest des adac des rede ist. oder wars nach dem fährentest?

jedenfalls fein ausgedacht. da habe ich gar keine probleme damit, dass wir - als in kalifornien gehostete seite - geopfert werden müssen. das ist dann eben so, da muss man auch mal - um mit hegenzecht zu sprechen - einsehen, dass die freiheit der anderen einen erst richtig frei macht.

ist sehe gerade, dass bischöfin maria jepsen den koch macht, und abrüttgert. jede wette, da steckt ein missbrauchsskandal mit alkoholfahrt dahinter, von dem ich gar nichts wissen möchte.

mir fällt die postzeitungsvertriebsliste der ddr ein, als vorbild für den bauplan des schengennetzes. könnte das was sein? speigel, zeit, vielleicht noch faz und welt und die ganzes regionalen dpa-abwurfhalden, dazu als kleiner rebellenstützpunkt für die ice-fahrenden lehrerinnen das Täzchen, schon wären wir rund, oder wie?

Stimme aus dem Kissen hat gesagt…

@ Die Anmerkung

PPQ ist doch ideologisch sehr standhaft.

Das kommt auf den Standpunkt an. Und außerdem wurde auch hier schon kritisch über Politik geredet und es wurden auch schon nackte Weiber gesichtet. Rein ideologietechnisch gibt es ab und zu Schwachstellen. Vielleicht kann PPQ die noch ausmerzen und somit ein nützlicher Friedensbotschafter für die gute Sache werden.

@ ppq
speigel, zeit, vielleicht noch faz und welt und die ganzes regionalen dpa-abwurfhalden, dazu als kleiner rebellenstützpunkt für die ice-fahrenden lehrerinnen das Täzchen, schon wären wir rund, oder wie?

Ach, im Grunde reicht die dpa. Der Rest tut auch nichts anderes als dpa-Meldungen abzuschreiben und im Hochleistungsfall sie einfach umzuformulieren. Der Rest (also das Drumherum) ist doch meist frei flottierende Prosa.

Dazu kommen dann die Homepages der Parteien. Wobei da eigentlich auch eine Gemeinschaftsseite reicht, denn irgendwie wollen sie da ja auch inzwischen alle dasselbe (gegen Klimawandel, für Fahrradhelme, für die Lebensmittel-Ampel, für eine neue Verbots-Kultur zum Mitmachen usw.).

VolkerStramm hat gesagt…

Die FAZ würde ich so pauschal nicht reinlassen.
Höchstens eine Schengen-FAZ, also ohne Regina Mönch, Necla Kelek und Volker Zastrow.