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Montag, 19. Dezember 2011

Wulff-Wochen bei PPQ: Sparkur im Schloss

Man kann PPQ lesen. Oder auf den "Spiegel" warten, der irgendwann auch drauf kommt. Gerade ist es wieder soweit: 10.000 Euro habe der augenblicklich noch amtierende Bundespräsident Christian Wulff seinerzeit sparen können, indem er einen privaten Kredit seines Gönners Egon Geerkens annahm, statt zu einer Bank zu gehen. Oder, wie es letzten Dienstag bei PPQ hieß: "Wulffs sparten dadurch während der Laufzeit des Privatdarlehensvertrag etwa 10.000 Euro Zinsen."

Im Unterschied zu uns, die wir schon zu Beginn der Wulff-Wochen vor allem entsetzt darüber waren und sind, für wie wenig Geld ein deutscher Spitzenpolitiker bereit ist, ihren Ruf und ihre Karriere zu verpfänden, lobt der "Spiegel" den im Sturm der Kritik wankenden Christdemokraten, der als Ministerpräsident über ein Monatseinkommen von 13.000 Euro verfügte: "Mit dem Privatkredit von vier Prozent hatte er also ein gutes Geschäft gemacht - in fünf Jahren hätte er zwischen 50.000 Euro und 60.000 Euro gespart."

Die Frucht jahrelanger Mühen, um ganz an die Spitze zu klettern, wird unter zielgerichteter Umgehung von Recht und Gesetz, auf dass man einen Treueeid abgelegt hat, transferiert und in ganz kleiner Münze ausgezahlt. es fällt angesichts der fünfstelligen summen, mit denen der "Spiegel" in seiner Lobeshymne auf den Sparfuchs Wulff hantiert, nicht so auf. Aber ummgerechnet auf ein deutsches Verkäuferinnengehalt sparte der Bundespräsident tatsächlich rund 63 Euro im Monat.

Die Summe spricht Bände über die Qualität des politischen Spitzenpersonals: Große Gestalten begehen große Verbrechen. Kleine Gestalten leben von kleinen Gefälligkeiten.

Am Check-in am Flughafen Frankfurt am Main eben folgende Szene: Ein Gast fragt, ob er sein Ticket "aufwulffen" kann. Ohne Rückfragen und mit ernstem Gesicht antwortet die Schalterdame: "Nein, Business ist ausgebucht".


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