Google+ PPQ: Fake News: Das falsche Bild von der Welt

Mittwoch, 18. September 2019

Fake News: Das falsche Bild von der Welt

Sie wird im Schulunterricht benutzt, sie ist in jedem Weltatlas zu finden und sie dient auch bei Google Maps und Big Maps als selbstverständliche Illustration der Erde: Die typische Weltkarte zeigt immer dasselbe Bild, oben im Norden rechts ein riesiges Russland, links davon Europa, sehr viel kleiner, aber deutlich zu erkennen. Weiter im Westen, hinter dem Atlantik, schließlich Grönland und Nordamerika, weiter im Süden Afrika, etwas kleiner als die USA und Kanada und verglichen mit Russland, dem bekanntermaßen größten Land der Welt, nur ein Mini-Kontinent.

Das Bild ist allgemein akzeptiert, keine Wahrheitskommission der Bundesregierung und kein EU-Sondereinheiten gegen Fake-News gehen gegen die Art der Darstellung vor, die vielleicht das Falscheste ist, was überhaupt jemals off- und online behauptet wurde.

Denn die Wirklichkeit der Welt sieht ganz anders aus als es die in der menschlichen Vorstellung längst den Status einer unumstößlichen Tatsache angenommen hat. Zwei Zahlen zeigen die Richtung: Afrika umfasst mehr als 30 MillionenQuadratkilometer. Russland dagegen nur 17 Millionen. Dennoch zeigen Weltkarten stets das Gegenteil: Der fast doppelt so große Kontinent ist deutlich kleiner als das nur halb so große Land.

Der Grund dafür ist die so genannte Mercator-Projektion, die der Duisburger Kartografen Gerhard Mercator im 16. Jahrhundert entwarf, um ein damals akutes Problem zu lösen: Wie sollte er die Angaben von einem dreidimensionalen runden Globus so auf eine zweidimensionale Karte übertragen, dass sie Seefahrer sie nutzen können? Eine einfache Abwicklung hätte in der Mitte ein riesiges Afrika gezeigt, gegenüber ein ebenso imposantes Südamerika und im Norden ein Russland und ein Europa, die in den tatsächlichen Größenverhältnissen kaum noch zu sehen gewesen wären.

Eine solche Karte hätte zwar der Wirklichkeit entsprochen, wäre aber im Alltag kaum nützlich gewesen.

Mercator dachte sich deshalb eine Formel aus: Er nahm den Nord- und Südpol der Kugel als Angelpunkt, brachte die sonst schräge Erdachse in vertikale Position und zog an deren Enden so lange, bis sich der Kreis zu einem Zylinder verformte. Danach brauchte er nur noch den Zylinder gerade abwickeln und er hatte die gewünschte zweidimensionale Karte auf den Tisch liegen.

Alle Breitengrade, die sich in Wirklichkeit natürlich nach Norden und Süden annähern, bis sie an den Polen in einen Punkt fallen, waren nun allerdings einfache Geraden, die unten am Südpol, in der Mitte am Äquator und oben am Nordpol immer denselben Abstand voneinander halten.Die logische Folge: Je weiter eine Landmasse vom Äquator entfernt ist, desto größer muss sie dargestellt werden, um den Platz zwischen den auseinandergezerrten Breitengraden zu füllen.

Die Folge davon ist zum Beispiel, dass Grönland auf Google-Maps genauso groß aussieht wie Afrika, obwohl Afrika 14 mal größer ist, Europa, das nur ein Drittel der Fläche Afrikas hat und Kanada, das kleiner ist als Europa, viel größer wirkt.


In den richtigen Größenverhältnissen sähe die Welt anders aus (Bild links), sie würde - in der in Europa gebräuchlichen Art der Darstellung mit dem Nullmeridian von Greenwich mittig - von Afrika dominiert. Europa wäre nur ein kleines Anhängsel von Asien, Russland wäre auf der Karte kaum noch größer als die Nordafrika. Doch als der Historiker Arno Peters 1974 eine Karte zeichnete, die das eurozentrische Weltbild durch eine an den tatsächlichen Größenverhältnissen orientierte Darstellung als Fake News enttarnen sollte, fand seine Idee nirgendwo Anklang. Der "größte Fortschritt der Kartographie seit 400 Jahren" verpuffte und war bald wieder vergessen.

Die Menschen hatten sich daran gewöhnt, Europa für groß und Afrika für klein zu halten. Auch für Internetkartendienste, erstellt in den USA, war es praktisch, die Hauptzielländer überbetont darzustellen und nicht zu versuchen, die wahre Größe ins Verhältnis zu setzen, wie es die Internetseite "The true size" möglich macht.




Kommentare:

Kartentrickser hat gesagt…

Und weil die Deutschmichels aufgrund dieser Fakenewskarten Afrika für klein und sich selber für grenzenlos groß halten, trauen sie sich ohne auch nur minimal nachzurechnen zu, den zumindest halben schwarzen ... sorry ... bunten Kontinent retten und bei sich einquartieren und durchfüttern zu können.

Kann man Idioten ein Vorwurf machen, dass sie welche sind?

Nein, aber man sollte ihnen kein demokratisches Wahlrecht geben.

Die Anmerkung hat gesagt…

Da es einleitend fast richtig erörtert wird, es ging damlas um die christistische Seefahrt, nicht die islamistische, damit die also eines Tages Amerika finden können, bedurfte es korrekter Kursangaben. Und das war der zu segelnde (oder rudernde, man denke an die Galeeren Roms) Winkel. Entfernung war wurst, da man eh eine Menge Zeit hjatte und schon damals die gleichen Probleme mit der Windenergie wie heute.

Bei der Mercator-Projektion kommt man bei Kurs 70 Grad immer am gewünschten Ort an, da sie die winkelgetreue Abwicklung der Kugel ist. Und nur darum ging es den nach Orientierung lechzenden Seeräubern. Da anlanden, wo die großen Schatztruhen abzuholen sind.

Anonym hat gesagt…

So what? Wenn ich die korrekten Größenverhältnisse sehen will, kann ich zB bei Google Maps auf "Globus" gehen.

Anonym hat gesagt…

OT, jedoch nicht völlig m.M.n.:
Einige der Pipifaxe: Möge Assad in einem Moskauer Vorort verschwinden ...
Armselige Würstchen.

Anonym hat gesagt…

Bitte nochmal die Verwendung von Längen- und Breitengrad überdenken.

Anonym hat gesagt…

wieso ist China jetzt im Kongo ?

sind die umgezogen ?