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Donnerstag, 27. Februar 2014

Welt am Abgrund: Frieden ist Krieg

Das waren noch Zeiten, als das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) weltweit Kriege zählte! Iran, Irak, Afghanistan und immer brannte „die Welt an immer mehr Stellen“. Wenn der Februar zu ende ging, kam aus der Heidelberger Idylle eine dramatische Warnung vor noch mehr Gewalt und Elend, vor Zeiten, die so schlimm waren wie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr und überhaupt vor „Auseinandersetzungen mit massivem Einsatz von Gewalt und gravierenden Folgen“.

Aber die Zeiten sind mager geworden für Friedensforscher, die schlimmsten fast seit 1944, als nur ein einziger Krieg gezählt werden konnte. Immer noch 20 Kriege wie schon seit Jahren zählen die Experten, die sich natürlich auskennen im medialen Geschäft und deshalb wissen, dass ein immerwährendes Ewiggleich keinen Berichterstatter hinter dem Ofen hervorlockt. Dann lieber doch eine kleine Begriffskorrektur, wie sie die Armutsbeobachter und Rechtsgewaltspezialisten in Deutschland bereits vor Jahren durchführten, um den zurückgehenden Zahlen, die Arbeit und Brot für viele Forscher bedeuten, den Garaus zu machen.

Wie aus dem einfachen „arm“ das allgemeinverbindliche „von Armut bedroht“ aus „rechten Straftaten“ die „Straftaten Rechter“ wurde, die auch Zigarettendiebstahl und Schwarzfahren einschließen kann, zählt das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung so also nun nicht mehr nur die ewiggleichen 20 Kriege, die ewiggleich alle Jahre wieder „eine traurige Höchstmarke“ bedeuten, wie ein Praktikant namens Marcel Burkhardt auf heute.de bedeutungsvoll orgeln darf. Sondern nun gleich „eine deprimierende Zahl von 414 Konflikten weltweit“, weil schon sehr viel akuter klingt.

Die Welt steht am Abgrund, es ist alles viel schlimmer als zu Zeiten von Welt- und Korea-, Vietnam- und Afghanistankrieg. „Allein in Afrika wüten elf Kriege, der Krieg in Syrien stürzt eine ganze Region ins Chaos und auch in Europa nehmen Krisen zu“, fantasiert Burkhardt die fehlenden „Schreckensnachrichten über menschliches Leid durch blutige Konflikte“ (heute.de) herbei. 414 Konflikte hätten die Wissenschaftler im vergangenen Jahr gezählt – das sind 26 mehr als noch 2012 und rein statistisch gesehen erstmals mehr als zwei pro Staat der Welt.

Ein schöner Erfolg für die Kriegszähler, zu deren Idee einer neuen Zählung Friedensforscher Peter Hachemer Stellung genommen hat. Es habe ihm und seinen Fachkollegen „große Sorge“ bereitet, dass die Zahl der Kriege in den vergangenen Jahren auf sehr hohem Niveau geblieben, aber nicht gestiegen sei. Viele Kriege hätten auch schon sehr lange angedauert, „zum Teil zehn Jahre und mehr“, neue aber seien nicht in Sicht gewesen. Deshalb habe man sich entschlossen, eine breitere Bemessungsgrundlage zu verwenden.

Nach der zählt nun auch die "gewaltlose Krise" (Heidelberger Institut) in Griechenland zu den 414 Konflikten weltweit, vor denen es Angst zu haben gilt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das würde mich auch in Sorge versetzen, wäre ich Konfliktforscher, und die Konflikte wären vom Aussterben bedroht. Da muß man schon etwas tun, damit man weiter forschen kann.

ppq. so hat gesagt…

tun sie ja. für 2013 melden sie 20 kriege als höchste zahl aller zeiten und die medienmeute hetzt begeistert hinterher. dabei hatten die heidelberger kriegserfinder doch dieselbe zahl von 20 kriegen doch schon für 2011 als allerhöchste zahl aller zeiten gemeldet

irgendwie sehnen die sich zurück in die zeit, als es weltweit nur einen krieg gab ;-)

Anonym hat gesagt…

Die Konfliktforscher haben die Konflikte nur unterschiedlich interpretiert. Es kommt aber darauf an, sie anzuzetteln.

Anonym hat gesagt…

Die armen Konfliktologen habens wirklich nimmer leicht. Waren früher die Kriege so einfach zu erkennen, an Uniform Typ A machte Piff-Paff auf Uniform Typ B, so ist das heute im Zeitalter des sog. Terrorismus, der "kalten Kriege", der "Wirtschaftskriege", der Cyberkriege", der "ethnischen Säuberungen" fürwahr nicht mehr so einfach.

Aber, wie H. Vorredner so richtig konsttierte. - Es gilt nach wie vor: "Teile und herrsche", sprich Spannungen und Konflikte müssen erhalten, ja sogar vermehrt werden.