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Samstag, 19. September 2015

Palast der Republik: 25 Jahre Anfang vom Ende


19. September 1990 ist es soweit: Wegen einer urplötzlich entdeckten gravierenden Asbestbelastung muss die letzte amtierende DDR-Regierung den Palast der Republik in Berlin überstürzt schließen. Es gehe darum, drohende Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung abzuwenden, heißt es - ein Argument, das nur die nicht überzeugt, die überzeugt sind, es gehe der vor der Machtübernahme stehenden Bundesregierung vor allem darum, das ungeliebte Symbol der untergehenden DDR für alle Zeiten auszuradieren.

Das gelang über einen Stufenplan: Zwischen 1998 und 2003 entsorgten Spezialfirmen den im Baukörper vorhandenen Asbest, es entstanden Kosten 35 Millionen Euro. Schon während dieser Sanierungsarbeiten musste leider die gesamte historische Inneneinrichtung entfernt und vernichtet werden. Der Berliner Senat hatte Sorgen, dass sich spätere Nutzer an Stühlen und Tischen mit Kommunismus anstecken könnten.

Danach befand sich der Baukörper wieder im Rohbau-Zustand. Gregor Gysi besetzte das Dach des Gebäudes, um gegen von ihm vermutete Abrisspläne zu protestieren. Am 19. Januar 2006 lehnte der Deutsche Bundestag schließlich Anträge von Ewiggestrigen aus Bündnis 90/Die Grünen und PDS ab. Auch der Petitionsausschuss des Bundestages verwarf 880 Einwände gegen einen Abriss. Er sei nötig, um das ehemalige Berliner Stadtschloss wiederaufzubauen.

Die beim Abriss erneut notwendig werdende Asbestsanierung und der Rückbau kosteten weitere rund 119 Millionen Euro. Allerdings konnte der Schwedenstahl der Grundkonstruktion eingeschmolzen und nach Dubai verkauft werden, wo er in den Burj Khalifa eingebaut wurde.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es fehlte wieder einmal der historische Weitblick. Wie viele Hundert Schutzsuchende hätte man dort würdig unterbringen können. Es ist eine Schande.

Anonym hat gesagt…

Aber es gibt auch Elemente aus der "Ostzone", denen konnte man nicht mit der Abrißbirne zu Leibe rücken, so z. B. der Band "Silly" mit der unvergessenen Tamara Danz.

In manchem Ostalgie-Hirn klingen sie doch immer wieder nach, diese Ohrwürmer wie "Mont Klamott" oder "Gib` mir Asyl, hier im Paradies...".

In den letzten Tagen habe ich mich ohnehin gefragt, warum noch keiner aus dem hellen Teil von Buntschland auf diesen Ohrwurm als neuer alles gefühlig niederwalzender Hymne des hellen bunten Landes gekommen ist.

"Gib` mir Asyl, hier im Paradies..."

Ups, als lebendiger Teil von Dunkel-Deutschland hätte ich das jetzt wohl besser nicht anstoßen sollen...?!

wolpertinger hat gesagt…

Ja,ja,in die reichen Länder würden sie so gerne flieh'n.
Die verlor'nen Kinder,in den Strassen von Afrikanien.
Das schlimme ist:immer noch spielt die Bordkapelle den Liebeswalzer für's Merkelin.Tamara Danz hatte schon was auf dem Kasten.Sag ich als Besserwessi einfach mal so.