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Sonntag, 31. Juli 2016

Aussteigerprogramm für Amokläufer

Äußere Auffälligkeiten können bereits auf Handlungsbedarf hinweisen.
In manchen Schulen wetteifern Jugendliche, wer der verrücktere Schüler ist und auf irrere Ideen kommt. Der grassierende Wahnsinn rekrutiert hier Nachwuchs, die Amokszene sucht Nachahmer.

Bayern gilt seit den Amokläufen und Axtattacken geistig kranker junger Männer eine der Hochburgen der Irren-Szene, die von dem CSU-regierten Land ausgehende Terrorgefahr schätzen Verfassungsschützer als hoch ein. 6700 Personen werden zur Psycho-Szene gerechnet, darunter gelten 3500 als latent gewaltbereit. Die Landesregierung in München will deshalb im Doppelhaushalt 2016/2017 insgesamt 1,62 Millionen Euro für Präventionsarbeit mit psychisch labilen, kranken oder seelisch benachteiligten Jugendlichen bereitstellen – 760 000 Euro 2016, 860 000 Euro 2017. Die Landeskommission gegen Wahnsinnige soll wie auch der Verfassungsschutz mehr Stellen erhalten.

Die Landeskommission soll mit den zusätzlichen Mitteln die Präventionsarbeit mit einzelnen Trägern koordinieren und neben den bestehenden zwei Stellen in den nächsten zwei Jahren weitere 4,5 Stellen erhalten, die sich insbesondere um Aussteigerprogramme für Amokläufer kümmern werden. Auch das Personal im Verfassungsschutz soll 2016 um 25, 2017 um 20,5 Stellen aufgestockt werden, die direkt mit der Überwachung der Szene der sogenannten psychisch Kranken betraut werden sollen.

Bei einer Anhörung im Verfassungsschutzausschuss im April waren sich die Experten einig, dass man zwischen Prävention und Derwahnisierung deutlich unterscheiden müsse. Die Prävention zielt auf die Arbeit mit normalen Jugendlichen, die trainiert werden sollen, verrückte Botschaften kritisch zu hinterfragen. Die Coburger Initiative gegen Antisemitismus (Ciga) zum Beispiel bietet für Schüler und Lehrkräfte Diskussionen an Schulen an. Der Verein Unfuq arbeitet mit geistig kranken Jugendlichen an Schulen oder Jugendeinrichtungen und organisiert Workshops und Lehrerfortbildungen, um die Pädagogen für mögliche Amoktendenzen bei Schülern zu sensibilisieren.

Ein ressortübergreifendes Landesprogramm soll all die Maßnahmen bündeln. „Wir warten jetzt auf das Landesprogramm, das die Innenverwaltung entwickelt“, sagt Stephan Hannz, der verfassungsschutzpolitischer Sprecher der Regierung. Er freue sich, dass die Mittel für Präventionsarbeit im Haushalts-Einzelplan der Innenverwaltung eingestellt worden sind.

Bayern ist mit seinem Aussteigerprogramm für Kranke deutschlandweit Vorreiter. Bei der Deradikalisierung geht es um Einzelne, die bereits auf dem Weg in den Wahnsinn sind und von diesem Weg abgebracht werden sollen. Die Beratungsstelle Hayat betreut betroffene Familienangehörige und arbeitet eng mit der Community der von Geisteskrankheit Betroffenen zusammen. Violence Prevention Network (VPN), ein Verbund von Experten, wendet sich direkt an junge Menschen, die aus der Irren-Szene noch gar nicht aussteigen wollen und versucht, sie mit individuellen Schritten von einer Distanzierung zum Wahnsinn von Amok und Attentat zu überzeugen. 115 000 Euro zahlte Bayern für die Arbeit von VPN. Diese Mittel sollen künftig in den Präventionsmitteln enthalten sein und können damit doppelt verwendet werden.

Dass die Zahl von Verrückten durch die Flüchtlingsströme gestiegen ist, wollen Verfassungsschützer nicht bestätigen. Rein rechnerisch gebe es zwar nicht nur mehr Menschen, sondern entsprechend auch mehr Irre. Die Dunkelziffer sei aber hoch und der Anteil gleichbleibend.



Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Bei der Gelegenheit sei wieder mal darauf verweisen, daß die Stiftung Warentest in August 2015 die wichtigsten Aussteigerhotlines getestet hat. Soweit ich mich erinnere hat nur die der BVG das Urteil befriedigend erhalten. Das ist die, wo man nachts um 2 Uhr ein Taxi zur Haltestelle von Bus oder Straßenbahn, wo man aussteigen will, ordern kann.

Alle anderen Aussteigerhotlines waren weitestgehend mangelhaft.

wolpertinger hat gesagt…

Ach wie gut daß keiner weiß,daß ich wolpertinger heiß.Muß jetzt beenden,habe heute nacht im Stadtpark
noch was vor.